Archiv für Juni 2016

Geschichtsunterricht mit Volksverhetzern: Rostocker Lehrer lädt AfD- & NPD-Kader in Gymnasium

+ Geschichtslehrer lädt Holger Arppe (AfD) und David Petereit (NPD) in neunte Klasse ein +++ demokratische Parteien entsetzt. +++ Geschichtslehrer: Petereit habe Schülern klar seine Meinung gesagt +++ Kultusministerium prüft Konsequenzen gegen Lehrer ++

Von Janin Krude und Marko Neumann

Immer wieder wird der Frontalunterricht an deutschen Schulen als langweilig, wenig modern und zu trocken kritisiert. Doch wie in den vergangenen Wochen ein Lehrer an einem Rostocker Gymnasium seinen Unterricht gestaltete, ist mehr als fragwürdig.
Im Rahmen eines Geschichtsprojektes des Innerstädtischen Gymnasiums Rostock (ISG) sollten Neuntklässler*innen Rechtsextremismus in der Gegenwart und Vergangenheit untersuchen.

Dazu eingeladen wurden zwei profunde Kenner der rechten Szene: Holger Arppe (AfD) und David Petereit, Landstagsabgeordente für die NPD, gegen die momentan ein Verbotsverfahren läuft. Auf das Einladen von Vertreter*innen demokratischer Parteien oder antirassistischer Initiativen verzichtete der für die entsprechende Gruppe der „Geschichtswerkstatt“ verantwortliche Lehrer Steffen K.. Sowohl Petereit, als auch Arppe sind beide wegen Volksverhetzung verurteilt worden.

Verantwortlich für die entsprechende Projektgruppe der „Geschichtswerkstatt“ des ISG ist der Lehrer Steffen K.. Dass der Schulleiter Thomas D. von den fragwürdigen Gästen an seiner Schule nichts gewusst hat, scheint ehr unwahrscheinlich.

Auf Nachfrage der Ostsee-Zeitung (OZ), die den Skandal als erste publik machte, erklärte Herr K- gegenüber der OZ, Holger Arppe hätte nur „wenige klare Antworten gegeben“ und oft nur mit Gegenfragen geantwortet. David Petereits Auftritt kommentiert er jedoch mit den Worten: „Ganz gleich, was man von seinen Standpunkten hält: Er hat den Schülern klar seine Meinung gesagt.“.

Simone Oldenburg, Bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Schweriner Landtag, erklärte gegenüber der OZ: „Die Schule hat sich verantwortungslos verhalten. Im Unterricht ist es wichtig, politische Meinungen ausgewogen zu vermitteln. Die Kinder sollen sich so eine eigene Meinung bilden können. Das geht aber nicht, wenn ich nur zwei Hetzer einlade.“ Besonders der Besuch des NPD-Landtagsabgeordneten Petereit schockiert sie: „Das ist eine rechtsextremistische, demokratiefeindliche Partei. Von solchen Politikern kann ich keine politische Kontroverse erwarten.“ erklärt Oldenburg.

Rostock: „Festival contre le racisme“ vom 11.-24.06.16

Auch 2016 gibt es in Rostock ein „Festival contre le racisme“, organisiert, von viele Initiativen und Organisationen. Hier die Liste der Veranstaltungen. Es lohnt sich, denn es ist für jede*n etwas dabei!

Kundgebung mit Infoständen – „Grenzenlose Solidarität statt Rassismus“: 11.06. von 12.00 bis 18.00 Uhr

Aufgrund der bestehenden Situation in der Stadt wird das Festival contre le racisme kurzfristig von der Niklotstraße nach Groß Klein verlegt und mit der Demonstration „Gemeinsam gegen Rassismus“ kombiniert. Details zur Demo findet ihr hier .
Neben Redebeiträgen von Refugees und anderen antirassistisch Aktiven, viele Infostände, ein Kinderprogramm, Bastelstände, was leckeres zu Essen und kulturelle Acts auf der Bühne.
Mehr Infos bekommt ihr hier.

Soliparty Medinetz meets Rostock Hilft
11.06. ab 22 Uhr im Peter-Weiss-Haus

Der Solieintritt von 4-6 Euro geht an das Medinetz Rostock e.V. (medizinische Flüchtlingshilfe) und Rostock hilft e.V.. Mit Livemusik von Akzentzeichen und Otterwechsel.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Vortrag: „Antimuslimischer Rassismus“
14.06. um 18 Uhr Hörsaal 224 Haus 1, Ulmenstraße 69

Die AfD ist sich einig: der Islam gehöre angeblich nicht zu Deutschland, Muezzinrufe und Minarette sollten verboten werden. Antimuslimischer Rassismus findet sich in den Medien, an den Stammtischen und mittlerweile auch bei Parteien, die in einigen Bundesländern bis zu 24,3 % der Wähler*innenstimmen erhalten. Was bedeutet das aber für die Betroffenen? Wie hat sich das Leben für Musliminnen und Muslime in Deutschland in den letzten Monaten und Jahren verändert? Sind die Ressentiments neu oder doch Teil eines gesellschaftlichen Systems? Imam-Jonas Dogesch wird versuchen auf diese und weitere Fragen Antworten zu geben und allem voran aufzuzeigen, wie die Lebenswirklichkeit für Musliminnen und Muslime in Mecklenburg-Vorpommern aussieht. Im Anschluß an den Vortrag wird es Platz für eine Diskussion geben. Schließlich wollen wir noch gemeinsam etwas zu Essen zubereiten und essen.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Refugee´s stage: Vortrag mit Geflüchteten zum Thema „Wahrnehmung der Demokratischen Grundrechte“
15.06. um 18 Uhr im Stadtteilbegegnungszentrum „Bürgerhus“ Gerüstbauerring 28

Geflüchtete blockieren eine Straße in Jördenstorf im Landkreis Rostock um auf ihre unzumutbaren Lebensbedingungen aufmerksam zu machen. Der Landkreis reagiert umgehend:  “Wer mit solchen Aktionen wie in Jördenstorf die öffentliche Ordnung gefährdet, verbessert seine Chance auf eine bessere Unterkunft nicht.” (Michael Fengler, Sprecher Landkreis Rostock). Im Rahmen der ersten Veranstaltung der Reihe “Refugee Stage” laden wir Beteiligte nach Rostock ein, um ihre Sicht der Dinge zu erfahren. Was hat die Bewohner_innen zu dieser verzweifelten Aktion veranlasst, die zur außerplanmäßigen Schließung der Notunterkunft in Jördenstorf führte? Wie stehen Geflüchtete in Deutschland für ihre Rechte ein und wie können sie dabei unterstützt werden? Wie geht die Mehrheitsbevölkerung mit der demokratischen Teilhabe Geflüchteter um? Im anschließenden Gespräch wollen wir diese Themen beleuchten.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Stadtrundgang „Rostock unterm Hakenkreuz“
16.06. um 15 Uhr Doberaner Platz

„Rostock unterm Hakenkreuz“ versucht das Grauen der Jahre 1933-45, welches auch in Rostock Einzug gefunden hatte, greifbar zu machen. Im Rahmen eines zweieinhalb bis dreistündigen Stadtrundganges werden wir verschiedene Erinnerungsorte aufsuchen und Informationen zu den Menschen und Ereignissen dieser Orte erfahren. Im Rahmen dieses Rundganges wird außerdem Juri Rosov, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Rostock nachvollziehen und Einblick in das jüdische Leben im heutigen Rostock bieten. Wer also Interesse hat, Rostock einmal von einer anderen Seite kennen zulernen, kann kostenlos am Stadtrundgang teilnehmen.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Empowerment-Training in Stralsund
17.06. 16 Uhr bis 19.06. 14:30 Uhr DHJ Jugendherberge, Strandstraße 21, 18439 Stralsund OT Devin

Dieses Training richtet sich an sogenannte People of Colour, schwarze Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund, Migrant*innen, Menschen, die in Deutschland rassistische Erfahrungen machen. Leitfragen sind: Wie können wir trotz der tagtäglichen Wirklichkeit von Rassismus unsere eigenen persönlichen Ziele verfolgen? Wie können wir konstruktiv in dieser Gesellschaft leben? Und was können wir tun, um Rassismus zu verringern?
Der Workshop wird durchgeführt von den Trainer_innen Mutlu Ergün-Hamaz und Mira Sackeyfio des Phoenix e.V. und wird organisiert vom Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V. der Teilnahmebeitrag beträgt 75,00 € für Berufstätige und 50,00 € ermäßigt.
Hinweis: Anmeldung per E-Mail an jaeger@eine-welt-mv.de erforderlich!
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Antirassistisches Fußball- und Basketballturnier
18.06. 13:00 – 18:00 Uhr Sportplatz Mendelejewstraße

Im Vordergrund der Turniere stehen neben dem Spaß, ein faires und respektvolles Miteinander. Zudem sollen die Turniere ein klares Zeichen gegen Rassismus und jegliche Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit setzen. Denn leider ist es noch immer so, dass insbesondere in Stadien, der Halle oder auf dem Bolzplatz diskriminierendes Verhalten in Wort und Tat an der Tagesordnung steht. Also kommt zahlreich vorbei und zeigt gemeinsam mit uns, dass es auch anders geht! Leibchen zur Teamunterscheidung werden unsererseits gestellt.
Kosten? Keine
Teamsstärke: 1-4 plus Auswechsler_innen
Es soll zumindest versucht werden, Mixed-Teams aufzustellen. Reine Frauenteams sind auch gern gesehen.
Spielmodus: Geplant sind 10 Teams in zwei 5er-Gruppen.
Sonstiges: Eine kleine Verpflegung für die Teams (Getränke und Obst) wird unsererseits gestellt.
Anmeldungen fürs Basketballturnier unter: antira@uni-rostock.de
Teamstärke: 5 Personen
Es wird davon ausgegangen, dass ungefähr 8 Teams zusammen kommen werden.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Kinderbuchlesung im Peter-Weiß-Haus
19.06. 14:00 – 17:00 Uhr Okja-Raum, Peter-Weiss-Haus

Wir laden euch ein mit uns und auch auf eigene Faust Kinderbücher zu entdecken, in denen nicht die Prinzessin vom Prinzen gerettet wird, eine Familie nicht immer aus Mutter, Vater und Kind bestehen muss und Kinder nicht nur Tomi und Annika heißen, sondern Huma oder Ayşe. Die Welt und das Leben bieten mehr!
Wir stellen eine Auswahl an Kinderbüchern mit diskriminierungsfreien Inhalten vor. Einige Bücher werden in gemütlicher Runde vorgelesen. Es wird für alle Kinder von 3 – 8 Jahren etwas dabei sein. Es wird einen Büchertisch der anderen Buchhandlung geben und weiterführendes Infomaterial zu diskriminierungsfreier Kinderliteratur.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Kundgebung „Uni für Alle!“
20.06. 15 Uhr Universitätsplatz

Viele Menschen, die nach Deutschland fliehen, sind jung und möchten sich ein neues Leben aufbauen. Dazu brauchen sie einen Zugang zu guter Ausbildung. So wie alle anderen eben auch. Erinnern wir die Hochschulleitung daran, dass diese Aufgabe in ihre Verantwortung fällt!
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Filmvorführung „Revision“
20.06. 20 Uhr Lichtspieltheater Wundervoll

Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“  In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat. Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.
Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 6 Euro, ermäßigt für Studierende 5 Euro.
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Vortrag „Umgang mit Nazis in Vereinen“
21.06. 18:00 – 19:30 Uhr Bildungskeller Haus 1, Ulmenstraße 69

Neonazis nutzen Vereine, um ihre Parolen zu verbreiten oder Geflüchtete aus Vereinen herauszudrängen. Im Rahmen dieses Workshops sollen entsprechende Erfahrungen und der Umgang mit Neonazis in Vereinen diskutiert werden. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem BUND M-V e.V.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Theaterstück „Asyl-Dialoge“ mit anschließender Diskussion
23.06. 19 Uhr Peter-Weiss-Haus

Die ASYL-DIALOGE erzählen von Begegnungen, die Menschen verändern, von gemeinsamen Kämpfen in unerwarteten Momenten – eine dieser Geschichten spielt in Osnabrück, wo seit März 2014 ein breites Bündnis solidarischer Menschen bereits 30 Abschiebungen verhindern konnte und somit für viele bundesweit zum Vorbild wurde…
Wir hören diese Geschichte aus erster Hand, aus der Perspektive zweier junger Aktivist*innen, die gezwungen sind, sich ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei zu liefern. Die Geschichte konfrontiert uns mit der Frage, wie viel Mut wir entwickeln können, wenn aus zunächst lose verbundenen politischen Akteur*innen gute Freund*innen werden.
Die ASYL-DIALOGE entstanden durch ausführliche Interviews, lediglich gekürzt und ohne sprachliche Veränderungen: dokumentarisches, wortgetreues Theater.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Filmvorführung und Gespräch „Private Revolutions. Jung-Weiblich-Ägyptisch“
24.06. 19 Uhr Lichtspieltheater Wundervoll mit Hoda Saleh

Die Österreicherin Alexandra Schneider flog nach Kairo, um dort über zwei Jahre hinweg vier Frauen und ihr politisches Engagement zu verfolgen.
Amani engagiert sich mit ihrer Radiostation und ihrem Verlag für mehr Frauenrechte und stößt als unverheiratete Business-Frau alle vor den Kopf. Fatema versucht ihre politische Karriere bei den Muslimbrüdern mit ihren Verpflichtungen als Mutter zu vereinbaren. Die Nubierin May kündigt ihren Job als Bankerin, um ein Entwicklungsprojekt im konservativen Süden Ägyptens aufzubauen. Sharbat widersetzt sich ihrem Mann sowie ihrem sozialen Umfeld und riskiert alles, indem sie mit ihren Kindern gegen das Regime demonstriert.
Die Österreicherin Alexandra Schneider flog nach Kairo, um dort über zwei Jahre hinweg vier Frauen und ihr politisches Engagement zu verfolgen.
Mehr Infos bekommt ihr hier.

Neustrelitz: Aktionstag & Demonstration „Flagge zeigen gegen Fremdenfeinde und für eine menschliche Asylpolitik!“ am 11.06.16

Das Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt in Neustrelitz lädt für den 11. Juni zu vielfältigen Aktivitäten und Erlebnissen ein.

◦ Das Rehabilitationszentrum Neustrelitz e.V. im Bürgerseeweg 21 öfnet seine Türen für die ganze Familie und gibt unter anderem Einblicke in die Arbeit des Vereins. Geöffnet ist von 10 bis 17 Uhr.

◦ Auf dem Spielplatz in der Heinrich-Mann-Straße in Kiefernweide veranstaltet DIE LINKE ein Kinderfest. Los geht’s 10 Uhr

◦ Um 14 Uhr 30 findet in der Stadtkirche ein Gottesdienst zur Einführung der neuen Pröbstin mit anschließendem Empfang im Borwinheim statt

◦ Um 14 Uhr 30 findet die Demonstration „Flagge zeigen gegen Fremdenfeinde und für eine menschliche
Asylpolitik!“ des Aktionsbündnisses „Vielfalt statt Einfalt“ statt. Treffpunkt ist Kirchenallee / Ecke Strelitzer Chaussee.

◦ Um 15 Uhr 30 ist ein gemeinsames Luftballon-Steigenlassen an an allen Standorten statt.

Für ein weltoffenes und tolerantes Neustrelitz!

Rostock: Kundgebung „Erhalten statt Abreißen! Für ein Kultur- und Wohnprojekt in Toitenwinkel“ am 08.06.16 ab 15 Uhr auf dem Neuen Markt

Kommt am Mittwoch, den 08. Juni, um 15 Uhr zum Rathaus auf den Neuen Markt zur Kundgebung gegen den Abriss!

In Rostock ist bezahlbarer Wohnraum knapp, die Mieten steigen und steigen. Es gibt zu wenig Räume für Kultur, Politik, Kunst, Sport und zum Leben. Wir vom Verein Soziales Rostock wollen deswegen in Toitenwinkel ein alternatives Kultur- und Wohnprojekt schaffen! Ab Juni wird das ehemalige Kitagebäude zum Lebensbaum 16 leerstehen. Die Stadt plant den Abriss noch in diesem Jahr. Der Abriss allein wird 190.000 Euro kosten. Wir wollen den Abriss verhindern und das Gebäude nutzen. Dafür wollen wir, dass uns die Stadt das ehemalige Kitagebäude übergibt! Die Bürgerschaft wird am 8.6. ab 16 Uhr dazu entscheiden. Dazu brauchen wir eure Unterstützung! Lasst uns gemeinsam für mehr Freiräume in Rostock kämpfen, bevor es zu spät und das Gebäude abgerissen ist!

Mehr Infos findet Ihr unter wohnprojekte-rostock.de/SozialesRostock und systemausfall.org/wikis/soziales-rostock oder schreibt an soziales-rostock[ätt]wohnprojekte-rostock.de.

Greifswald: Workshop „Rechte Parteien und ihre Wähler“ am 23.08.16 an der Universität Greifswald

Rechtspopulistische Parteien gewinnen aktuell in weiten Teilen Europas an Zustimmung. So unterlag zuletzt bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich Norbert Hofer, der Kandidat der FPÖ, erst knapp im zweiten Wahlgang. Auch in Deutschland konnte sich mit der AfD eine rechtspopulistische Partei etablieren und in eine Reihe von Landtagen einziehen. Die Prominenz dieser Parteien im öffentlichen Diskurs und ihre Wahlerfolge werfen Fragen auf, denen wir uns in einem Workshop nähern wollen.
Strukturiert wird der Workshop entlang von vier Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Forschung auf die aktuellen Erfolge rechter Parteien.

▪ Prof. Frank Decker (Universität Bonn)gibt einen Überblick über rechtspopulistische Parteien in Europa. Neben Unterschieden zwischen rechten Parteien wird er Bedingungen für deren Erfolg identifizieren.

▪ Einen Blick auf den Parteienwettbewerb in Österreich bietet Prof. Reinhard Heinisch (Universität Salzburg), der am Beispiel der FPÖ über Ursachen und Konsequenzen rechtspopulistischer Erfolge referieren wird.

▪ Islamophobie ist das Thema des Beitrags von Prof. Marc Helbling (Universität Bamberg), der aktuelle Befunde zu Ursprung und Konsequenz von Feindseligkeit gegenüber Muslimen vorstellen wird.

▪ Prof. Christian Schemer (Universität Mainz) nähert sich in seinem Beitrag ebenfalls einem Thema, das eng mit den aktuellen Erfolgen rechtspopulistischer Parteien verknüpft ist. Er wird über den Zusammenhang zwischen der medialen Darstellung von Einwanderung und der öffentlichen Meinung sprechen.

Der Workshop richtet sich an Interessierte aus Wissenschaft, politischer Bildung und Medien. Wir laden Sie herzlich ein, in der Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit unseren Referenten aktuelle und grundsätzliche Fragen zu rechten Parteien und ihre Wähler zu diskutieren.

Der ganztägige Workshop findet am 23. August in Greifswald statt (Beginn 9.30 Uhr). Organisiert wird der Workshop von Prof. Hubertus Buchstein, Prof. Jochen Müller (beide Universität Greifswald), der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Es wird keine Tagungsgebühr erhoben.

Aus organisatorischen Gründen ist eine Teilnahme nur nach Anmeldung per E-Mail (an Melanie Schultz, poststelle[ätt]lpb.mv-regierung.de) bis zum 12. Juni 2016 möglich. Für Rückfragen zu Ablauf und Inhalt des Workshops steht Prof. Jochen Müller (jochen.mueller[ätt]uni-greifswald.de) zur Verfügung.

Alter Wein in neuen Schläuchen: Die „Identitäre Bewegung“

Aus Frankreich kommend versuchen die „Identitären“ mit einem bewusst modernen Auftreten junge Menschen anzusprechen. Waren sie zunächst stark auf das Internet beschränkt, agieren sie nun auch in der realen Welt. Eine politische und historische Einordnung.

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Die neofaschistische Rechte in Deutschland hat es seit der Herausbildung des Rechts-Rocks nur bedingt geschafft jugendkulturell anschlussfähig zu werden. Auch nach einer stilistischen Modernisierung durch die „Autonomen Nationalisten“ ist wenig passiert. Seit einiger Zeit versuchen die Neofaschist*innen mit dem Label der „Identitären Bewegung“ neuen Schwung zu bekommen. [1]

„Génération identitaire“: französische Ursprünge der „Identitären“ in Deutschland
Die „Identitäre Bewegung“ (IB) bzw. „Identitäre Bewegung Deutschland“ (IBD) geht zurück auf den 2003 in Frankreich im Umkreis des rechten „Front National“ gegründeten „Bloc Identitaire“. Der steht für den sogenannten „Ethnopluralismus“. Dieser erkennt zwar die Gleichwertigkeit unterschiedlicher Kulturen an, propagiert aber Abgrenzung, „Reinhaltung“, Vermeidung von Vermischung – also letztlich eine homogene Gesellschaft, mit der sich die in der globalisierten Welt Vereinzelten „identifizieren“ können soll. Apropos: Der Begriff „Identität“ ist für die Bewegung von zentraler Bedeutung: Er klingt positiv und ist nicht belastet wie eine NS-kontaminierte Vokabel à la „Rasse“. Stattdessen benutzt die „IB“ gern vermeintlich identitätsstiftende Begriffe wie „Heimat“, „Familie“ oder „Tradition“. Gespielt wird aber trotzdem mit braunen Anklängen: „Jedem Volk sein Raum“, lautet eine Parole der Neuen Rechten. [2]

Hip und modern: das Auftreten der „Identitären“
In Auftreten und Ästhetik bedienen sich die Identitären ungeniert in der Popkultur und bei linken Aktivisten: Da werden wie in Frankfurt in Flashmob-Manier öffentliche Veranstaltungen gestürmt, Aktivisten tanzen zu Technomusik aus dem mitgebrachten Ghettoblaster und halten Schilder mit Parolen in die Luft. Natürlich vermummt, gern mit Guy-Fawkes-Maske, wie man sie von der Occupy-Bewegung kennt. „Multikulti wegbassen“ nennen sie das. Für Propagandamaterial werden reihenweise Filmmotive verfremdet. Die Kulturkampf-Story „300″ ist dabei ähnlich beliebt wie „Avatar“: edles Alien-Naturvolk gegen Invasoren von der Erde. Für einfachere Gemüter gibt es hübsche Frauen oder lustige Tierbilder, versehen mit schneidigen Parolen. Fremdenhass verpackt als Spaßguerilla. [3]
Symbolisch bedient sich die „Bewegung“ – ironischerweise – unter anderem bei einem Film aus Hollywood: „300″. Das Symbol Lambda prangt auf den Fahnen, Aufklebern und online über den Blogs der Aktivisten. Im schwarz-gelben Kontrast wird versucht eine aktionistische Grundstimmung zu vermitteln. [4]

Alter Wein in neuen Schläuchen: Rassistische Hetze modern verpackt
Die „Identitäre Bewegung“ bringt jedoch keine neuen Inhalte hervor, präsentiert sich aber mit aufgeladenen und modernen Symboliken. Schon die Eigenbezeichnung als „Bewegung“ ist in der extremen Rechten nichts Neues und zeigt eine nach außen gerichtete Überhöhung der vor allem digitalen Existenz dieser vermeintlichen Massen. Seit 2011 schwappte der aus Frankreich stammende Ansatz langsam auch nach Deutschland über. Wie schon in den 1960er und 1970er Jahren nimmt die extreme Rechte in Deutschland den „neurechten“ Ansatz mit Verzögerung auf. In Frankreich sind die Wurzeln der „Identitären Bewegung“ bereits mehr als zehn Jahre alt. Auch hier ist dies nichts Neues sondern schier das Aufblühen der Ideologien von vor 40 Jahren. Lediglich die Kontexte aktualisieren etwas die Feindbilder: War es vor Jahrzenten noch die „Wodka-Kola-Kultur“, also amerikanische und sowjetische Einflüsse auf Europa, ist es heute die Globalisierung und der Islam. Was bleibt, ist das Ziel, die „ethnokulturelle Identität“ zu bewahren. In dieser kulturalistisch-organischen Konzeption „nationaler Identität“ wird kollektive Identität über eine statisch-homogen verstandene Kultur konstruiert. Identität findet der einzelne Mensch somit nur im Kollektiv.  Dabei gehen die Theoretiker der „Neuen Rechten“ davon aus, dass Kultur genetisch verankert ist. Und auch die damit einhergehenden Abgrenzungen bleiben gleich. Man habe weder mit Rassisten noch mit Neonazis etwas gemein und sei natürlich demokratisch ausgerichtet. Offen bleibt, was genau unter „demokratisch“ zu verstehen ist. Denn wie schon die Urväter der „Neuen Rechten“, spricht auch die „Identitäre Bewegung“ in Deutschland vom Ziel der „Umwertung der Werte“. Dazu gehört auch die Neu-Definition von Begriffen wie Kultur oder Demokratie. [5]
Mit den Identitären habe die politische Rechte auf „Jugendbewegungsmodus“ geschaltet, sagt Extremismusforscher Häusler. Für junge Menschen seien sie attraktiver als der „Wikingjugend- und HJ-Style“ klassischer Neonazis. Doch auch wenn die IBD sich von diesen öffentlich distanziere, die Ideen seien die gleichen: „Es geht nach wie vor um das Drohen des Volkstodes, des Untergangs.“ [6]
Mit ihrer Strategie grenzen sich die „Identitären“ auch vom klobigen Auftreten altbackener Rechtsextremer ab. Glatzen oder Springerstiefel sind nicht ihre Sache. Trotzdem verbergen sich hinter moderner Verpackung reaktionäre Inhalte wie etwa die prinzipielle Ablehnung von Multikulturalität. Die „IB“ ist auch gegen Neoliberalismus, Globalisierung oder „EU-Diktatur“ – hier gibt es zum Teil auch Überschneidungen mit linken Positionen. Mit all diesen Themen springt die Bewegung auf Haltungen auf, die inzwischen in nicht wenigen Kreisen Konjunktur haben – auch in bürgerlichen. Ein konstruiertes Bedrohungsszenario durch Überfremdung bis hin zur Warnung vor einem Niedergang Deutschlands hörte man zum Beispiel auch schon vom SPD-Politiker Thilo Sarrazin. [7]

„Reconquista“: Hetze gegen Muslime als integraler Bestandteil neurechter Ideologie
„Die Identitären sind eindeutig rassistisch, islamfeindlich und völkisch eingestellt.“ sagt der Rechtsextremismusexperte Alexander Häusler von der Fachhochschule Düsseldorf. „Wer woanders herkommt, gehört nicht zu unserem Volk“, laute die einfache Formel der Bewegung. Die IBD hetzt gegen Multikulti und propagiert den „Ethnopluralismus“: Die Kulturen sollen friedlich nebeneinander leben – mit Betonung auf neben. Bitteschön jeder auf seinem Gebiet und bloß nicht vermischen. Schließlich strebten doch Indianer die Einheit mit der Natur an, während es Japanern stets um die Ehre gehe und Europäer nur ihrem Freiheitsdrang nachgingen, so die pseudo-ethnologische Begründung: „Wer wollte all diese Völker und Kulturkreise in einen Topf werfen?“
Eine Gruppe soll dabei unter gar keinen Umständen dazugehören: die Muslime. Der Islam sei inkompatibel „mit unserer Kultur und unserem Staat“, schreibt die IBD. Seine Anhänger lebten in einer von „Hass, Primitivismus und Kriminalität geprägten Ghetto-Subkultur“. „Reconquista“, Rückeroberung, ist ein sehr beliebtes Wort unter Identitären. Es bezeichnet die Vertreibung der islamischen Eroberer von der iberischen Halbinsel im Mittelalter. Als seien Muslime gefährliche Invasoren, die bekämpft werden müssen. [8]
Die „Identitären“ versuchen alte Ideologien mit neuer Symbolik und einem modernen Auftreten vor allem für junge Menschen anschlussfähig zu machen. Das Internet ist dabei nach wie vor das wichtigste Medium. Es erlaubt mit einfachen Mitteln die eigene Präsenz und damit die eigene Bedeutung aufzublasen. Über neue Kommunikationswege kann so von wenigen Personen viel Material positioniert werden, welches in einem modernen Antlitz daher kommt.

Eine wirkliche Breitenwirkung konnten die „Identitären jedoch nie erzielen. Gefeiert werden die Modernisierungsversuche zumeist in der eigenen Szene. Hier liegt häufig der Fehler einer unkritischen Berichterstattung, die eine hohe Internetpräsenz mit der tatsächlichen Bedeutung gleichsetzt. Und obwohl ein eigener organisatorischer Unterbau fehlt, sind die die Modernisierungsversuche dennoch spannend, zeigen diese doch, wie die extreme Rechte versucht wieder verstärkt nach außen zu dringen und als Zielgruppe vor allem Jugendliche ausgemacht hat. [9]

Fußnoten:
[1] http://publikative.org/tag/identitare-bewegung/
[2] http://www.br.de/nachrichten/rechtsextremismus-identitaere-bewegung-102.html
[3] http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/identitaere-rechtsextreme-islamfeinde-machen-auf-jugendbewegung-a-880400.html
[4] http://publikative.org/tag/identitare-bewegung/
[5] http://publikative.org/tag/identitare-bewegung/
[6] http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/identitaere-rechtsextreme-islamfeinde-machen-auf-jugendbewegung-a-880400.html
[7] http://www.br.de/nachrichten/rechtsextremismus-identitaere-bewegung-102.html
[8] http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/identitaere-rechtsextreme-islamfeinde-machen-auf-jugendbewegung-a-880400.html
[9] http://publikative.org/tag/identitare-bewegung/

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Von Marko Neumann

Der Juni hat kaum angefangen und schon gibt es neue Überraschungen aus unserem Hause. Wir haben drei neue Aufklebermotive entworfen und drucken lassen:

▪ „Rassismus entschlossen entgegentreten – Stoppt die Alternative für Deutschland“
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Ludwigslust: Lesung „Hier zu leben, hat mich sehr wachsen lassen“ am 07.06.16

Die Amadeu Antonio Stiftung, der Verein Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern e.V. und das Zentrum für Bildung, Erholung und Freizeit Ludwigslust laden ein zu einer Lesung aus der Broschüre „Hier zu leben, hat mich sehr wachsen lassen“ – Lebenssituationen von einheimischen und geflüchteten Muslim*innen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Aktuell erreichen viele Migrant*innen und Asylsuchende Mecklenburg-Vorpommern. In ihren Versuchen, sich nach Vertreibung und Flucht sowie angesichts unsicherer Bleibeperspektiven so etwas wie einen Alltag aufzubauen, sehen sich diese Menschen mit einer besonderen Form der Ablehnung und des Hasses konfrontiert: dem antimuslimischen Rassismus bzw. (geläufiger) der Islamfeindlichkeit. Nicht alle von diesem Rassismus betroffenen Menschen sind Muslim_innen – das Vorurteil trifft genauso christliche Syrer_innen oder Eriträer*innen – aber die Mehrheit unter ihnen schon. Doch das Wissen über muslimisches Leben hierzulande ist äußerst begrenzt und bestimmt von verzerrten Bildern.

Mit dem Projekt „Land zum Leben – für alle?“ Antimuslimischer Rassismus im ländlichen Raum soll eine von diesen Verzerrungen befreite Wahrnehmung muslimischen Lebens in M-V ermöglicht werden, eine Wahrnehmung, die auch die Perspektive der betroffenen Minderheit miteinbezieht. Schließlich haben diese Menschen das Recht auf ein gewaltfreies und menschenwürdiges Leben hierzulande. Wenn wir wollen, dass sie bleiben und helfen, unsere schrumpfenden Dörfer und Städte in M-V wieder zu beleben, übernimmt unsere Gesellschaft auch die Pflicht, solch ein Leben zu ermöglichen.

Lola für Demokratie in M-V, das Zebef e.V. sowie die Amadeu Antonio Stiftung laden Sie deshalb ein zu einer Lesung aus der ersten Publikation des Projekts, einer Sammlung von Lebensgeschichten von Muslim_innen aus M-V. Im Anschluss an die Lesung findet eine Diskussionsveranstaltung statt.

PROGRAMM:

19 Uhr
Eröffnung und Begrüßung durch Anne Bertram (zebef e.V.), Vorstellung des Projekts der Amadeu Antonio Stiftung zu antimuslimischem Rassismus: Tobias Scholz (Amadeu Antonio Stiftung)

19 Uhr 20
„Hier zu leben, hat mich sehr wachsen lassen.“ Lebenssituationen von einheimischen und geflüchteten Muslim_innen aus Mecklenburg-Vorpommern: Lesung mit dem Schauspieler Eray Egilmez

19 Uhr 50
Podiumsdiskussion mit Sanaa Laabich (Vorstand Islamisches Kulturzentrum Greifswald e.V.), Imam-Jonas Dogesch (Sprecher von Migranet M-V), Teshome Toaspern (Nirro = Leben; Hilfe in Äthiopen e.V.)

Die Veranstaltung findet am 07. Juni im Alexandrinenplatz 1 in Ludwigslust statt. Beginn ist 19 Uhr.

Hausrechtsklausel: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

In eigener Sache: ‚Outline‘ Heft No.6 erschienen!

+ ‚Outline‘ No.6 erschienen +++ Schwerpunkte Landtagswahlen in M-V und rechtsextreme Frauen +++ jetzt als Printausgabe bestellen oder als pdf-Datei online herunterladen ++

Von Marko Neumann

Es ist schon etwas her, als die letzte Nummer unserer Projektzeitung ‚Outline‘ herausgekommen ist; dafür ist das aktuelle Heft mit 16 Seiten aber auch doppelt so dick wie die vergangene Ausgabe. Das sechste Heft steht ganz im Zeichen der Landtagswahlen, die Anfang September in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden.


Bild: Die aktuelle Ausgabe der Outline – wie immer nur so lange der Vorrat reicht.

Vor dem Hintergrund unserer aktuellen Kampagne „Stop them all – Nazis und Rechtspopulist*innen entgegentreten!“ beschäftigen wir in einem Beitrag mit der AfD. Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht in der Broschüre „Zur Kritik an der Alternative für Deutschland“.

In dem aktualisierten Artikel „Neofaschismus in Mecklenburg-Vorpommern“ befassen wir uns unter anderem mit der Verbindung von rechtsextremen Parteien, wie der NPD, und der sogenannten „freien“ Szene in M-V.

Der ausführliche Artikel „Auf die sanfte Tour“ thematisiert Frauen in der neofaschistischen Szene. Der Beitrag ist geschrieben worden von der Rechtsextremismusexpertin Andrea Röpke und wurde zuerst veröffentlicht bei der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB). Wir haben ihn nach einer creativecommons Lizenz in unser Heft aufgenommen.

Genauso umstritten wie aktuell ist das Thema eines möglichen NPD-Verbots. In einem Kommentar beschäftigen wir uns mit dem Für und Wider eines Verbots der größten neofaschistischen Organisation in der Bundesrepublik.

Der Verein „Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern e.V.“ hat das Informationsheft „Frauen und Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern“ herausgebracht. Ein letzter inhaltlicher Beitrag unseres Heftes erläutert Inhalt und Zweck dieser sehr empfehlenswerten Broschüre.

Wir hoffen für euch die richtigen Themen getroffen zu haben und wünschen euch wie immer viel Spaß bei der Lektüre. :-)

Bestellt euch das Heft als Printausgabe per Mail oder ladet euch die Broschüre online als pdf-Datei herunter.

Greifswald: Kein Podium für die AfD – gegen die Veranstaltung der Rechtspopulist*innen in der Klosterschenke am 06.06.16!

+ Veranstaltung der „Alternative für Deutschland“ kommenden Montag in der Klosterschenke in Eldena +++ Bündnis „Greifswald für alle“ kritisiert den sorglosen Umgang mit der AfD +++ Mahnwache gegen AfD-Hetze gegenüber der Klosterschenke (Wolgaster Landstraße 27) ++

Das Bündnis Greifswald für alle kritisiert die Zusage der Klosterschenke an die AfD, dass diese ihre Veranstaltung in den Räumlichkeiten dort durchführen darf. Denn die AfD heizt mit populistischen Aussagen in Deutschland das Klima u.a. gegen Geflüchtete stetig an. Alle DemokratInnen sollte in Zeiten von steigender Gewalt gegen Nicht-Deutsche und im jetzigen politischen Klima ein klares Bekenntnis für Weltoffenheit setzen. Der Eigentümer der Klostertschenke sollte als Mitglied einer demokratischen Partei für Toleranz und Vielfalt stehen.

Als Gast für die Veranstaltung wurde der ehemalige Bundesvorsitzende der AfD Konrad Adam eingeladen, der bereits in der Vergangenheit durch inakzeptable Aussagen in der Öffentlichkeit auffiel. So regte er beispielsweise an, über die Abschaffung des Wahlrechts für (wie er es nennt) Nichtleistungsträger wie z.B. Arbeitslose, Rentner und Beamte nachzudenken. Das allgemeine und gleiche Wahlrecht ist aber bei uns in Deutschland Teil der Verfassung und zählt somit als besonders schützenswertes Gut.

Auch Aussagen, die von anderen Mitgliedern der Partei geäußert beziehungsweise befürwortet wurden, stehen im direkten Widerspruch zu den Werten und Grundsätzen unseres Landes. Wir erwarten, dass der AfD in Zukunft kein Podium für ihre fremdenfeindlichen und undemokratischen Parolen geboten wird.

Das Bündnis „Greifswald für alle“ ruft daher dazu auf, ab 18 Uhr 30 vor der AfD-Veranstaltung an der Mahnwache von „Greifswald für Alle“ für die Unantastbarkeit der Menschenwürde und aller daraus ableitbaren Rechte teilzunehmen.

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Nach Übergriffen auf Geflüchtete in Rostock – Groß Klein: Heute Solidaritätsdemonstration gegen rassistische Hetze um 17 Uhr 30 am Haltepunkt Lütten Klein

+ 30 teils angetrunkene Rassist*innen pöbelten vor Geflüchtetenunterkunft +++ Hitlergrüße, „Sieg Heil“ Rufe und Prügeleien mit afrikanischen Mitmenschen vergangene Nacht +++ antirassistische Demonstration heute um 17 Uhr 30 am S-Bahn Haltepunkt Lütten Klein ++

Von Janin Krude und Marko Neumann

Gestern versammelten sich rund 30 teilweise s tark alkoholisierte Neonazis vor der Begegnungsstätte für minderjährige unbegleitete Geflüchtete in Rostock Groß Klein im Schiffbauerring. Etwa 70 Menschen kamen spontan zum Schiffbauerring, um ihre Solidarität mit den Geflüchteten zu zeigen und sich den Nazis in den Weg zu stellen.


Bild: Nicht nur in Rostock – Refugees welcome here!

Trotzdem kam es in der Nacht zu einer Schlägerei zwischen den völlig betrunkenen Nazis und einigen Mitmenschen auf Afrika. Die Polizei war zwar mit starken Kräften vor Ort, ließ aber die Rassist*innen eine unangemeldete Spontandemonstration durchführen. Mehrere Augenzeugen berichteten eben von „Sieg Heil“ Rufen und Hitler Grüßen, die jedoch ungeahndet blieben.

Wir müssen alle davon ausgehen, dass es in den nächsten Tagen erneut zu Übergriffen auf Geflüchtete und/oder deren Helfer*innen kommen kann.

Um zu zeigen, dass ihnen das Viertel nicht gehört, findet heute Abend um 17 Uhr 30 am S-Bahn Haltepunkt Lütten Klein eine Solidaritätsdemonstration für die Geflüchteten und gegen rassistische Hetze statt! Kommt vorbei und bringt noch Menschen mit!

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JETZT BESTELLEN: Material zur Kampagne „Stop them all – Nazis und Rechtspopulist*innen entgegentreten!“

+ Material zur Kampagne Stop them all – Nazis und Rechtspopulist*innen entgegentreten!“ bestellen +++ Flyer, Hefte, Plakate und Aufkleber verfügbar +++ nur so lange der Vorrat reicht ++

Von Janin Krude und Marko Neumann

Mit unserer Kampagne „Stop them all – Nazis und Rechtspopulist*innen entgegentreten!“ werden wir in den nächsten Monaten über Aktivitäten, Ziele und Inhalte der neofaschistischen NPD sowie der rechtspopulistischen AfD berichten. Natürlich haben wir auch Material gedruckt, um euch in eurer politischen Arbeit vor Ort zu unterstützen.


Bild: Die ersten Materialpakete sind schon gepackt – melde auch du dich und sicher dir dein Päckchen! Nur solange der Vorrat reicht!

Wir haben mehrere Flyer gedruckt, die sowohl für die Briefkästen eurer Nachbarschaft, aber auch zum Auslegen in eurem Jugendzentrum, eurer Lieblingskneipe oder an anderen Orten geeignet sind. Unter dem Titel „Nazis raus aus den Köpfen“ und „Refugees welcome …denn kein Mensch ist illegal!“ haben wir handliche postkartengroße Flyer layoutet, die ihr bei uns bestellen könnt.

Nicht nur Flyer, sondern auch Plakate und Aufkleber könnt ihr bei uns bestellen. Neben zwei A3 großen Plakaten haben wir verschiedene Sticker gedruckt. Schreib uns an, wenn ihr Interesse habt. Einige Motive könnt ihr auch im bestellen.

Abseits von plakativen Aufklebern und Kurztexten der Flyer haben wir einen Reader erstellt, der sich mit den Ursprüngen, der Ideologie, den Zielen und möglichen Gegenstrategien der „Alternative für Deutschland“ befasst, erstellt. Darüber hinaus haben wir unser Heft „Neofaschismus in M-V“, in dem die NPD und ihre Unterstützer*innenszene intensiv thematisiert wird, aktualisiert. Beide Hefte könnt ihr als Printausgabe bei uns bestellen.

Meldet euch per Mail an infonordost [ätdt] systemausfall [punkt] org oder auf unsere Facebook Seite bei uns. Schreibt uns, welches Material und jeweils wie viel ungefähr ihr davon sinnvoll gebrauchen könnt. Natürlich müssen wir auch wissen, wohin wir das Material schicken sollen. Ihr erhaltet zeitnah eine Antwort, in der ihr auch die Infos zu unserem Spendenkonto erfahrt.

Ab Mitte Juni könnt ihr das Material auch bei verschiedenen Alternativen Jugendzentren und politischen Gruppen abholen. Hier die vorläufige Liste:
JAZ in Rostock
Klex in Greifswald
K.u.T. Gadebusch
Komplex (nicht Buntes Q!) in Schwerin
AJZ in Neubrandenburg
TIKOzigalpa in Wismar
LJS in Stralsund

… und außerhalb M-V’s:
Jugendzentrum HORTE in Strausberg
Infoladen Korn in Hannover

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NPD- und AfD-Veranstaltungen im Juni/Juli in Mecklenburg-Vorpommern

+ Öffentliche Veranstaltungen von Nazis und Rechtspopulist*innen im Juni/Juli in M-V +++ „MVGIDA“-Aufmarsch am 05.06.16 in Pasewalk +++ AfD-Vernastaltungen am 03.06. in Wismar und 20.07. in Rostock ++

Von Janin Krude und Marko Neumann

Die Landtagswahlen rücken näher und die AfD und NPD versuchen wieder verstärkt sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Während die NPD sich nach wie vor hinter Tarnnamen wie „MVGIDA“ versteckt, tritt die rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ ganz offen auf. Hier eine Übersicht der aktuellen Termine.


Bild: Staat. Kapital. Nation. Scheiße. – Demonstration gegen nationalistische Hetze.

„MVGIDA“-Aufmarsch am 05.06.16 in Pasewalk
Zum vierten Mal will die NPD-Tarnorganisation durch die Stadt Pasewalk marschieren. Unter dem gähnendlangweiligen Motto „Asylbetrug stoppen“ wollen sich die Rassist*innen am 5. Juni um 16 Uhr 45 in der Friedenstraße (Parkplatz) treffen.

AfD-Kundgebung am 20. Juli in Rostock
Die AfD stimmt sich in den Wahlkampf ein. Neben dutzenden Infoständen in Rostock will die rechtspopulistische Partei am 20. Juli eine Kundgebung auf dem Konrad Adenauer Platz von 18 Uhr 30 bis 20 Uhr durchführen.

AfD-Veranstaltung am 03.06.16 in Wismar
Der Kreisverband Nordwestmecklenburg der selbsternannten „Alternative für Deutschland“ veranstalten am 3. Juni einen Vortragsabend mit dem AfD-Mitbegründer Dr. Konrad Adam in Wismar. „Was wir wollen, wofür wir stehen, um was wir kämpfen“ lautet der Titel der Veranstaltung, die um 19 Uhr im Steigenberger Hotel (Am Mark 24, 23966 Wismar) beginnt. In einer entsprechenden Ankündigung heißt es „Alle Bürger sind herzlich willkommen“ ;-)

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Rostock: Nazis machen gegen Geflüchtetenunterkunft in Groß Klein mobil!

+ Nazis und andere Rassist*innen pöbeln vor Geflüchtetenunterkunft für Minderjährige in Groß Klein +++ Nazis kündigen erneuten Aufmarsch vor Unterkunft für heute Abend an +++ Kommt nach Rostock Groß Klein und zeigt den Rassist*innen, dass sie nicht willkommen sind! ++

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Trotz der allgemeinen Berichterstattung, dass weniger Flüchtlinge die Bundesrepublik und damit Mecklenburg-Vorpommern erreichen, gibt es nach wie vor tausende Menschen, die vor Krieg, Hunger und anderem Elend fliehen mussten und zu uns kamen. Besonders schlimm trifft es minderjährige Kinder ohne Begleitung. Sie brauchen besonderen Zuspruch und Hilfe.


Bild: Demonstration für die Rechte von Geflüchteten.

Im Rostocker Nordwesten wurde im Stadtteil Groß Klein für minderjährige Geflüchtete eine Unterkunft eingerichtet. Nachdem die örtliche Naziszene und „besorgte Bürger“ von der neuen Einrichtung erfuhren, liefen einige von ihnen bereits Mittwoch Abend vor der Unterkunft auf und versuchten Geflüchtete und Helfer*innen einzuschüchtern.

Gezielt versuchen Nazis und andere Rassist*innen ein Klima der Angst und eine Pogromstimmung in dem Stadtteil zu etablieren. „Nach den Afrikaner Gruppen in Rostock Lütten Klein mucken nun die arabischen Familienclans in Groß Klein auf und tragen mit ihrer tollen und bunten Kultur zur „Bereicherung“ bzw. zur Degeneration dieser Stadt bei..“ heißt es auf dem Facebook Blog der Gruppe „Nationale Sozialisten Rostock“.

Auf entsprechenden Facebook Seiten und Privatprofilen wird bereits dazu aufgerufen, auch heute Abend vor der Unterkunft im Schiffbauerring in der Nähe des Rewe aufzumarschieren.

Die rassistische Hetze und Einschüchterungsversuche der Nazis darf nicht unwidersprochen bleiben! Dem Hass der Rassist*innen setzen wir ein menschliches und solidarisches Miteinander entgegen. Kommt zahlreich, bringt Transparente, Musik, Kreide, Luftballons, einen Fussball und gute Laune mit! Kommt in Gruppen und passt gegenseitig auf euch auf. Wir sehen uns in Rostock Groß Klein!

Refugees still welcome in Rostock! Kein Mensch ist illegal!

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