Archiv für Oktober 2016

In eigener Sache: INO.blogsport stellt die Arbeit ein

+ „Fragend gehen wir voran.“ +++ ino.blogsport stellt die Arbeit ein +++ Aufhören? Is nich! ++

Von Julian Feller und Marko Neumann

„Preguntando caminamos!“ – „Fragend gehen wir voran.“. Seit über drei Jahren veröffentlichen wir auf unserer Seite ino.blogsport.de Beiträge zur aktuellen politischen Themen, verbreiten Termine und bündeln, mal mehr mal weniger erfolgreich, Informationen antifaschistischer und anderer emanzipatorischer Gruppen in Mecklenburg-Vorpommern.
Die vergangenen Jahre waren sehr schön, doch jetzt wird es Zeit für Veränderungen. Wir machen es kurz: ino.blogsport hört auf. Unser Blog bleibt jedoch als Archiv weiterhin bestehen. Das Material, wie Aufkleber usw., könnt ihr also weiter verwenden.

Aufhören? Is nich! Natürlich hören wir nicht auf – im Gegenteil. Wir setzen unser Projekt auf einer neuen Seite fort. Ab sofort könnt ihr, wie gewohnt, aktuelle News, Facts und Events aus und für M-V auf unserer neuen Homepage www.infonordost.de.

Wir werden auch weiterhin Möglichkeiten des Widerstandes und Alternativen zur kapitalistischen Verwertungslogik – die soziale Ungleichheit, den ökologischen Kollaps und nicht zuletzt das Erstarken von rassistischen, sexistischen, antisemitischen und anderen reaktionären Einstellungen mit sich bringt – aufzeigen.

Stay rude, stay rebell :-)

Rostock: Lesung & Gespräch „Ilse Stöbe – Wieder im Amt“ am 13.10.16 im Peter-Weiß-Haus

Eine ungewöhnliche Frau, endlich rehabilitiert: Ilse Stöbe wurde 1942 im Rahmen der „Aktion ‚Rote Kapelle‘“ verhaftet und vom NS-Regime ermordet. Ihre Tätigkeit als Aufklärerin für den sowjetischen Geheimdienst wurde in der Sowjetunion wie in der DDR erst spät als Widerstandskampf anerkannt. Auf der anderen Seite der Mauer wurde sie hingegen lange Zeit „als Spionin stigmatisiert: geltungssüchtig, verschwenderisch und sexbesessen“ (FAZ). Erst 2014 wurde sie im Auswärtigen Amt offiziell geehrt; die biographische Studie von Hans Coppi jr. und Sabine Kebir trug dazu bei.

Dieser Abend würdigt Ilse Stöbes Arbeit im antifaschistischen Widerstand. Zugleich bietet er Anknüpfungspunkte zum Werk von Peter Weiss: Sein Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ greift die Geschichte der „Roten Kapelle“ und die der Ilse Stöbe auf. Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Hella Ehlers schlagen Sabine Kebir und Hans Coppi den Bogen von der realen Person zu ihrer Darstellung im Roman.

Hans Coppi junior, geboren 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße, wuchs nach Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten bei den Großeltern auf. Er ist promovierter Historiker und seit 2004 Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Sabine Kebir, geboren 1949 in Leipzig, Studium der Fächer Italienisch, Französisch und Russisch, Promotion. 1977 bis 1988 lebte sie in Algerien und lehrte dort an verschiedenen Universitäten; 1989 Habilitation im Fach Politologie. Sie arbeitet als Publizistin, Literaturwissenschaftlerin, Politologin, Autorin wissenschaftlicher Sachbücher und Belletristik.

Die Veranstaltung findet am 13. Oktober im Literaturhaus Rostock (Peter-Weiß-Haus, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock) statt. Beginn ist 19 Uhr.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V und dem Verein Soziale Bildung e.V.

Neubrandenburg: Solidaritätsdemonstration auf dem Datzeberg

Neubrandenburg. Am vergangenen Sonntagmorgen kam es auf dem Datzeberg zu einem Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus in der Alfred-Haude-Straße. Alle Bewohner*innen des Hauses wurden damit in Gefahr gebracht, mehrere Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Gemeinsame Presseerklärung von Neubrandenburg Nazifrei und Neubrandenburg bleibt bunt vom 08.10.16

Als Zeichen der Solidarität, riefen das Bündnis „Neubrandenburg bleibt bunt“ und „Neubrandenburg Nazifrei“ zur gemeinsamen Stadtteilbegegnung auf.


Bild: Kraftvolle Demonstration vergangenen Sonnabend in Neubrandenburg. (Foto via Neubrandenburg Nazifrei)

Der Begegnung auf dem Platz der Familie schlossen sich neben dem Verein Polylux e.V. vom Datzeberg, auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und der stellvertretende Bürgermeister Peter Modemann an. Im Verlauf der Demonstration wurden Redebeiträgen verlesen, in welchen die Intiator*innen aufriefen, sich solidarisch mit allen Nachbar_innen aus dem betroffenen Wohnhaus zu zeigen. Der Flüchtlingsrat MV forderte die Anwesenden zum Abbau von Hemmungen im Umgang mit Geflüchteten auf und ihnen offen und herzlich zu begegnen. Die landesweite Opferberatungsstelle für Betroffene rechter Gewalt (LOBBI e.V.) mahnte mit Blick auf die alarmierende Entwicklung rechter Gewalttaten in Mecklenburg-Vorpommern den fehlenden Aufschrei aus der
Zivilgesellschaft an.

„Wir haben mit knapp 200 Teilnehmenden ein klares Zeichen der Unterstützung und Solidarität gesandt. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass mehr Datzeberger*innen unserem Aufruf gefolgt wären.“, so Anna Rosenthal Sprecherin des Bündnisses Neubrandenburg Nazifrei. Allerdings sei die Stadtteilbegegnung und die Zusammenarbeit mit dem Polylux e.V. ein erster Schritt zu einer kontinuierlichen und nachhaltige Diskussion im Viertel gewesen, so Rosenthal weiter. Außerdem sei es angedacht, als Bündnis Neubrandenburg Nazifrei gemeinsam mit dem Stadtteilbüro und Polylux e.V. eine erneute Gesprächsrunde anzubieten.

„Neubrandenburg Nazifrei“ und „Neubrandenburg bleibt bunt“ sind zivilgesellschaftliche Bündnisse, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, lokale Akteure für Weltoffenheit und gegen Diskriminierung zu vernetzen. „Neubrandenburg bleibt bunt“ organisiert gemeinsam mit dem DGB unter anderem das jährlich stattfindende Demokratiefest auf dem Marktplatz, „Neubrandenburg Nazifrei“ begleitet AfD- und NPD-Aktionen kritisch und setzt sich inhaltlich mit ihnen auseinander.

Rostock: Infoveranstaltung „Aktiv Flüchtlingen helfen: Mach mit bei ‚Rostock hilft‘!“

Die Flüchtlingskrise ist allgegenwärtig. Auch in Rostock haben in den vergangenen Monaten und Jahren viele Geflüchtete zuflucht gesucht, um ein neues Leben aufzubauen, abseits von Krieg, Verfolgung und Unterdrückung. Doch das Ankommen in Deutschland ist bisweilen nicht einfach: Bürokratie-Chaos, Lagerunterbringung und Isolation prägen das alltägliche Leben vieler Geflüchteter.

Rostock hilft will dem etwas entgegensetzen und praktische Solidarität üben, egal ob bei der Begleitung zu Behörden, Hilfe bei der Wohnungssuche, Deutsch lernen und vielem anderen.

Wie auch du mitmachen und aktiv werden kannst, wird dir am 17. Oktober um 19 Uhr im Peter-Weiss-Haus gezeigt. Helfen kann jede*r!

Details gibt es auf der Facebook Veranstaltung.

Neubrandenburg: Bündnisse rufen zur Stadtteilbegegnung am 8. Oktober nach Brandanschlag auf

Am vergangenen Sonntagmorgen kam es auf dem Datzeberg zu einem Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus in der Alfred-Haude-Straße. Die zuständige Polizei und der Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gehen von einem rechten politischen Motiv aus.

Gemeinsame Presseerklärung von Neubrandenburg Nazifrei und Neubrandenburg bleibt bunt vom 05.10.16

Alle Bewohner_innen des Hauses wurden damit in Gefahr gebracht, mehrere Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Als Zeichen der Solidarität, ruft das Bündnis „Neubrandenburg bleibt bunt“ und „Neubrandenburg Nazifrei“ daher zur gemeinsamen Stadtteilbegegnung am kommenden Sonnabend, den 08. Oktober 2016, ab 14 Uhr auf dem Platz der Familie auf dem Datzeberg auf.

Ziel ist es, den Einwohner_innen Raum zu geben, um über den Anschlag sprechen zu können und ein Zeichen für Weltoffenheit und Solidarität mit allen Betroffenen des Anschlags zu setzen, so Anna Rosenthal eine Sprecherin des Bündnisses „Neubrandenburg Nazifrei“. Auf dem Platz der Familie werden sich lokale Initiativen und soziale Einrichtungen präsentieren, außerdem die beiden aufrufenden Bündnisse. Angekündigt hat sich auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD). „Wir wünschen uns, dass alle Menschen, die ein Statement abgeben wollen, eine passende Ausdrucksform finden. Ob auf der Begegnung, auf der Demonstration oder bei Gesprächen in den Straßen“, so Rosenthal weiter.

„Neubrandenburg Nazifrei“ und „Neubrandenburg bleibt bunt“ sind zivilgesellschaftliche Bündnisse, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, lokale Akteure für Weltoffenheit und gegen Diskriminierung zu vernetzen. „Neubrandenburg bleibt bunt“ organisiert gemeinsammit dem DGB unter anderem das jährlich stattfindende Demokratiefest auf dem Marktplatz, „Neubrandenburg Nazifrei“ begleitet AfD- und NPD-Aktionen kritisch und setzt sich inhaltlich mit ihnen auseinander. Den Aufruf zur Begegnung finden sich auf den Internetseiten der Bündnisse.

Demmin: Kundgebung „Solidarisch mit den Opfern! Gegen rechte Gewalt und gegen Rassismus!“ am 05.10.16 auf dem Luisenplatz

Auch in Demmin kam es in der Vergangenheit verstärkt zu fremdenfeindlichen Übergriffen. Demmin nazifrei ruft deshalb für den 5. Oktober zu einer Kundgebung auf dem Luisenplatz auf.

Die Kundgebung am Mittwoch ist dazu gedacht, die Atmosphäre in der Stadt zu ändern, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Fremdenfeindlichkeit im Keim zu ersticken.

Es gibt seit einer Woche keine neuen heftigen Vorfälle, aber der Alltagsrassismus in der Stadt ist spürbar und wir wollen weitere Vorfälle verhindern.

Viele Politiker hetzen weiter gegen Geflüchtete, vorneweg die AfD. Sie versucht auf legalem Weg an die Macht zu kommen – dann will sie „aufräumen“, „ausmisten“ und „Politik nur für das Volk machen“. Wer diese Rhetorik verharmlost, macht sich mitschuldig. Das heizt die Schläger und Brandstifter an. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es in Neubrandenburg einen Brandanschlag vor der Wohnung einer syrische Familie. Die Hintergründe sind noch nicht klar, vermutet wird Fremdenfeindlichkeit.

Am Mittwoch, 5.10.2016 treffen wir uns zur Kundgebung um 18 Uhr auf dem Luisenplatz in Demmin.

Infotelefon: 0160-6208018

Die neue „Outline – News, Facts & Events aus M-V“ ist da!

+ „Outline“ Ausgabe No.7 für Herbst und Winter 2016/17 erschienen +++ Artikel zur vergangenen Landtagswahl und zur „Identitären Bewegung“ enthalten +++ Jetzt als Printausgabe bestellen oder online herunterladen ++

Von Marko Neumann

Die aktuelle Ausgabe der „Outline“ wartet dieses Mal mit einer verkleinerten Seitenzahl auf. Die vergangenen Landtagswahlen waren auch für uns sehr zeit- und energieraubend. Dennoch soll die Qualität der siebten Ausgabe mit insgesamt acht Seiten nicht leiden.


Bild: Die aktuelle Ausgabe der „Outline“ – jetzt bestellen oder online herunterladen.

Ein ausführlicher Artikel widmet sich den Landtagswahlen Anfang September. In einer komprimierten Zusammenfassung werden die einzelnen Parteien beleuchtet und schließlich bewertet. Besondere Aufmerksamkeit wird der erstmals in den Landtag eingezogene rechtspopulistische „Alternative für Deutschland“ geschenkt. Mit 20,8 Prozent wurde die AfD aus dem Stand die zweitstärkste Fraktion und überholte sogar die CDU.

Immer deutlicher treten Rassist*innen unter dem Label der sogenannten „Identitären Bewegung“ in Erscheinung. Sowohl NPD- Kader, als auch AfD-Politiker*innen oder Rassist*innen: die „IB“ entwickelt sich in M-V mehr und mehr zum neuen Sammelbecken für Alte und Neue Rechte. Der Artikel „Alter Wein in neuen Schläuchen“ befasst sich intensiv mit dem Phänomen der „Identitären“. Ursprünge, Aktionsformen und Ideologie der „IB“ werden in diesem Beitrag behandelt.

Trotz der Kürze der aktuellen Ausgabe bieten die beiden Artikel wichtige Einblicke in die Neue Rechte. Bestellt euch die aktuelle Outline als Printausgabe oder ladet euch das Heft online als pdf-Datei herunter.




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