Archiv der Kategorie 'Kein NPD-Fackelmarsch am 11.10.14 in Stralsund!'

Polizeilobby verteidigt Polizeieinsatz vergangenes Wochenende in Stralsund

++ Scharfe Kritik an Polizeieinsatz vergangenen Sonnabend in Stralsund +++ Gewerkschaft der Polizei widerspricht „in aller Deutlichkeit“ Kritik an prügelnden Polizeieinheiten +++

Von Janin Krude, Marko Neumann und Crhistoph Lütge

Knapp 100 Nazis wollten vergangenen Sonnabend durch Stralsund marschieren, um die Bombardierung der Hansestadt im Zweiten Weltkrieg für ihre Propaganda zu missbrauchen. Im Zuge des Polizeieinsatzes, bei dem unter anderem die berüchtigte BFE-Truppe zum Einsatz kam, kam es erneut zu massiven Übergriffen der Beamt_innen auf friedliche Demonstrant_innen.

Die alte Laier: Täter_innen werden zu Opfern stilisiert
Noch am Wochenende kritisierten Politiker_innen verschiedener Parteien den Einsatz der 500 Polizist_innen in der Hansestadt. Jürgen Suhr (MdL) erklärte, der Einsatz der Polizei sei „überzogen und unangemessen“ gewesen. Nun hat sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zu Wort gemeldet. Erwartungsgemäß teilt der Vorsitzende der GdP, Christian Schumacher, die Kritik an seinen Kolleg_innen nicht. „In aller Deutlichkeit“ widersprach er am Montag Suhr und anderen Landes- und Kommunalpolitiker_innen.

Vermummt, bewaffnet, gewaltbereit – die deutsche BFE-Einheit!
Schumacher erklärte weiter, „viele Kollegen fragten sich, was Sturmhauben, Schlagstöcke, Pfefferspray oder das Durchbrechen von Polizeiketten auf friedlichen Demonstrationen zu suchen haben“. Bei den rund 1.000 Gegendemonstrant_innen wurden fünf Sturmhauben und ein Schlagstock sichergestellt. Weiterhin habe Schumacher „null Verständnis“ dafür, dass Demonstrant_innen Sprechchöre wie „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“ gerufen hätten. Die Beamt_innen seien verhöhnt und beleidigt worden, so Schumacher. Dass die Polizei immer wieder friedliche Demonstrant_innen mit Pfefferspray und Schlagstöcken vertrieben haben, um den Nazis den Weg frei zu machen, verschweigt Schumacher wissentlich. Unter anderem wurde eine angemeldete Mahnwache der Ver.di Jugend von der Polizei zusammengeknüppelt, weil die NPD dorthin umgeleitet werden sollte.

Die Polizei: Dein Feind und Henker.
Gewaltbereit waren an diesem Abend neben den 100 Nazis einmal mehr nur die eingesetzten Polizeiangehörigen. Auch Sturmhauben und Pfefferspray sowie andere Waffen fanden sich an diesem Abend bei nahezu allen Polizist_innen. Die Frage stellt sich tatsächlich: Was haben vermummte, bewaffnete und gewaltbereite Berufsprügeler auf friedlichen Demonstrationen zu suchen?

Polizist_innenlobby – Gewerkschaft für Beamte?
Die „Gewerkschaften“ der Polizei sind keine üblichen Interessenvertretungen, wie in anderen Berufszweigen. Beamt_innen haben kein Streikrecht, klassische Arbeitskämpfe gibt es hier nicht. Zwar sind die Polizeigewerkschaften Mitglied im deutschen Gewerkschaftsbund DGB, ihr inoffizielles Aufgabengebiet ist jedoch die Rechtfertigung moralisch und juristisch fragwürdiger Einsätze der Polizei insgesamt sowie die Inschutznahme von „Verfehlungen“ in „Einzelfällen“.
Speziell die Gewerkschaft der Polizei sieht ihre Aufgabe unter anderem in der „Betreuung [der Beamt_innen] bei Großeinsätzen“ und die „Interessenvertretung auf allen politischen und gesellschaftspolitischen Ebenen“. Es geht nicht um eine differenzierte Aufarbeitung der Arbeit und die Aufklärung sowie Verbesserung der Lebensverhältnisse von Polizist_innen, sondern schlicht um die einseitige Verteidigung und Verharmlosung jeder Schweinerei. Diejenigen, die die Gesetze dieses „Rechtsstaates“ beschützen sollen, kümmern sich in der Realität nur selten um geltendes Recht.

Das Bündnis Stralsund Nazifrei sammelt Augenzeugenberichte, sowie Fotos und andere Medien über den Einsatz der Polizei am 11. Oktober in Stralsund. Genaue Informationen sowie ein Kontaktformular findet ihr hier.

Augenzeugenberichte gesucht: Nachtrag zu den Aktionen gegen den Fackelmarsch der NPD in Stralsund am 11.10.2014

++ brutaler Polizeieinsatz mit Folgen +++ Augenzeug_innen polizeilicher Gewalt gesucht +++ strafrechtliche Verfolgung von Polizeibeamt_innen vorbereitet +

Gemeinsamer Aufruf von Rock gegen Rechts Stralsund e.V. und Stralsund Nazifrei

„Aktionsbündnis Stralsund Nazifrei“ und der Verein „Rock gegen Rechts Stralsund e.V.“ rufen alle Bürger_innen und alle Demonstrant_innen, die sich am 11. Oktober in der Stralsunder Altstadt befanden oder sich den Nazis in den Weg gestellt haben, dazu auf wahrgenommene Polizeigewalt und unverhältnismäßiges polizeiliches Handeln uns zu melden. Wir bitten darum, dass sie dafür das hier zum Download angebotene Formular nutzen. Die Augenzeugenberichte sind wichtig um einer korrekten Aufklärung der Umstände zu ermöglichen, sowie Täter_innen aus den Reihen der Polizei zu ermitteln um strafrechtlich gegen diese vorzugehen. Weiterhin kann hiermit eventuell ermöglicht werden, das unschuldig festgenommene Demonstranten, entlastet werden.

Ebenso rufen wir Sie dazu auf Bilder und Videos vom ganzen Tag uns zuzusenden. Wir dokumentieren diese. Es können sich eventuell Aufnahmen darunterbefinden die die oben genannten Vorgänge erleichtern können. Weiterhin sind Bilder von Neonazis und vom bunten Tag auch wünschenswert.

Die Formulare und das Bildmaterial können sie per Post versenden:

Initiative Rock gegen Rechts Stralsund
Heinrich-Heine-Ring 123
18435 Stralsund

oder

per E-mail an: info[ätt]rockgegenrechts.com

Stralsund: NPD-Fackelmarsch erfolgreich gestört

++weniger als 100 Nazis nahmen an NPD-Aufmarsch in der Hansestadt teil +++ laut Stralsund Nazifrei rund 1.000 Gegendemonstrant_innen +++ Gewaltexzesse der Polizei erneut in der Kritik +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Gerade einmal 100 Nazis waren dem Aufruf der NPD gefolgt, am vergangenen Sonnabend mit Fackeln durch Stralsund zu marschieren. Mehrere hundert Gegendemonstrant_innen ließen den Naziaufmarsch endgültig zu einer Blamage für die NPD werden.

Widerstand gegen NPD-Fackelmarsch
Kurz nach dem Bekanntwerden des Termins gründete sich das Bündnis Stralsund Nazifrei. Initiiert durch Rock gegen Rechts e.V. Stralsund und getragen von verschiedenen Parteien, Verbänden, Gewerkschaften, Antifa-Gruppen und Einzelpersonen, konnten innerhalb weniger Wochen zahlreiche Gegenaktivitäten organisiert werden. Mehr als 20 Mahnwachen wurden entlang der NPD-Route angemeldet. Nirgendwo sollten die Nazis ungestört marschieren dürfen.
Als zentraler Anlaufpunkt für Gegendemonstrant_innen fungierte ein Fest unter dem Motto „Nazifrei und Spaß dabei“ an der Jakobikirche. Zeitweise fanden sich dort rund 200 Menschen ein. Warme VoKü, aktuelle Informationen und die Gelegenheit zum kurzen Ausruhen nutzten im Laufe des Tages viele Menschen. Stralsunds Bürgermeister Alexander Badrow (CDU) lehnte die Teilnahme an den Proteste gegen den NPD-Aufmarsch faktisch ab, in dem er sich auf ein ökumenisches Friedensgebet in der Marienkirche beschränkte.

„Einmal mutig sein.“ – Blockaden und staatliche Repression
Schon im Vorfeld des 11. Oktober hatte der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Dabel, erklärt, Sitzblockaden nicht zu dulden. „Bei Blockaden befinden wir uns im Bereich von Straftaten. Auch wer dazu aufruft, begeht eine Straftat.“ hatte er noch während eines Vorbereitungstreffens des Bündnisses Stralsund Nazifrei erklärt. Dabel hatte auch den Polizeieinsatz am 8. Mai diesen Jahres in Demmin geleitet. Die Polizei prügelte dort unter anderem einen Antifaschisten ins Koma und fiel auch sonst immer wieder mit brutalen Attacken auf Gegendemonstrant_innen auf.
Mit insgesamt 500 Beamt_innen war die Polizei im Einsatz. Trotz dieses massiven Aufgebots wurden die Lage für die Polizei im Laufe des Abends zunehmend unübersichtlicher. Die Hilflosigkeit mancher Beamt_innen sollte offenbar mit überzogener Gewalt ausgeglichen werden.
„Es kann nicht sein, dass man Gegendemonstrationen behindert, um den Nazis einen Marsch durch die gesamte Altstadt zu ermöglichen.“ erklärte Sonja Steffen (MdB). „Der Landkreis und allen voran der Landrat hätte diese Eskalation verhindern können. Einmal mutig sein und die Demonstration der NPD verbieten aus Gründen der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Oder zumindest auf ein Mindestmaß einschränken.“
Trauriger Höhepunkt des Polizeiauftritts an diesem Abend war einmal mehr der Einsatz der BFE. BFE-Einheiten schlugen eine angemeldete Mahnwache der Ver.di Jugend zusammen, um der NPD den Weg freizumachen. Die Ereignisse erinnerten an die Prügelorgien der selben Einheit während des Einsatzes am 8. Mai diesen Jahres in Demmin. Anfang Mai schlugen ebenfalls BFE-Einheiten einen Antifaschisten ins Koma.
„Es stellt sich zunehmend die Frage, ob die für derartige Einsätze Verantwortlichen und ihre Untergebenen nicht eigentlich gerne selbst an den Naziaufmärschen teilnehmen wollen würden.“ schreibt die Antifa Rostock auf ihrem Blog und fährt fort: „Der Hass auf Nazigegner_innen, der sich in Äußerungen und Gewalttaten der unteren Chargen und im Erfindungsreichtum in der Durchsetzung der Märsche durch die Oberen widerspiegelt, lässt dies jedenfalls vermuten. Es muss sich überlegt werden, wie mit derart heftigen Gewaltausbrüchen zukünftig umgegangen werden soll.“
Trotz teilweise brachialer Gewalt durch die Polizei gelang es immer wieder, den Naziaufmarsch mit Blockaden zu behindern. Nachdem die Nazis am Strelasund entlang geführt wurden, hielten sie letztlich am Alten Markt ihre Abschlusskundgebung ab. Auch hier versperrten mehrere hundert Menschen den Nazis den Weg. Anschließend wurden die Nazis von der Polizei zurück zum Bahnhof geleitet. Die Umleitung des Naziaufmarsches führte schließlich dazu, dass die NPD nicht einmal ihren Trauerkranz am Neuen Markt abgelegen konnte.

Fazit
Das Bündnis Stralsund Nazifrei sieht den Tag als einen Erfolg. „Der vielfältige Protest hat bewirkt, dass die Nazis erhebliche Zeitverzögerungen hatten, ca. die Hälfte der Route der Nazis gekürzt wurde und Stralsund ein Tag erlebt hat, den es sonst noch nie gegeben hat.“ heißt es in einer Erklärung. Trotz der kurzen Mobilisierungszeit und den schwierigen örtlichen Gegebenheiten und massiver staatlicher Repression konnte der Naziaufmarsch erfolgreich gestört werden.

Weitere Artikel findet ihr unter anderem auf Endstation Rechts und bei Kombinat Fortschritt.

Stralsund: „Bunte Vielfalt in der Hansestadt“ – Protestveranstaltungen gegen den Fackelmarsch der NPD

++ breiter Protest gegen NPD-Aufmarsch am Wochenende in Stralsund +++ Mahnwachen und Fest unter dem Motto „nazifrei und Spaß dabei“ am Sonnabend geplant +++ Stadtteilspaziergang und weitere Veranstaltungen in Arbeit +

Pressemitteilung von Rock gegen Rechts e.V. vom 09.10.2014

Am zweiten Oktober gründeten auf Einladung des Rock gegen Rechts Stralsund e.V. Vertreter vieler demokratischer Parteien sowie Teilnehmer der Gewerkschaften, antirassistischer Organisationen und der Friedensbewegung ein breites Bündnis, um Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 11. Oktober in Stralsund zu planen. Das bunte Bündnis hat es sich zum Ziel gesetzt, einen familienfreundlichen und gewaltfreien Protest zu ermöglichen sowie eine angemessene Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte zu befördern. Nach nur einer Woche ist es den über 40 Bündnismitgliedern und ihren Unterstützer_innen gelungen, hierfür ein buntes Programm für diesen Tag zusammen zu stellen.

Den Kern bildet ab 17 Uhr ein Fest bei der Kulturkirche St. Jakobi. Unter dem Motto „Nazifrei und Spaß dabei“ sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich dazu eingeladen. Neben Musik sowie Spiel und Spaß für Kinder wird es auch Informationsstände geben, die die Gelegenheit zum gemeinsamen Gespräch bieten. Für das leibliche Wohl wird mit Getränken und Essen samt Bratwurst und Zuckerwatte gesorgt.

Um 15.30 Uhr beginnt am Alten Markt vor dem Büro der Bündnis 90/Die Grünen ein historischer Rundgang durch die Stralsunder Altstadt. Unter der Leitung des Stralsunders Jörg Zink, der die Stolpersteine in Stralsund zum Gedenken an die Opfer der NS-Zeit initiierte, wird es eine Führung zur Geschichte des jüdischen Lebens in Stralsund geben.

Zum diesjährigen Drachenfest am Stralsunder Strandbad lädt das SIC von 14 bis 17 Uhr ein. Zur gleichen Zeit wird es in Knieper West in der Maxim-Gorki-Straße ein Kinderfest samt Spielmobil geben. Hierzu lädt gemeinsam mit dem Kinderschutzbund die LINKE ein. Anschließend lädt auf eigene Initiative der BÜRGERGARTEN ab 17 Uhr zu einem Lichterfest in familiärer Atmosphäre ein.

Desweiteren werden in der Stadt zwischen 15 und 23 Uhr zahlreiche Mahnwachen – organisiert von politischen und sozialen Verbänden, Vereinen und Politikern des Landes, des Kreises und der Stadt – zu finden sein.

Mehr Infos zum Bündnis und seinen Aktionen am 11.10. unter: www.stralsundnazifrei.rockgegenrechts.com

Toleranz und Mitmenschlichkeit stellen die Grundlage für alle Aktionen des Stralsunder Bündnisses dar. Das Bündnis will zeigen, dass Nefaschist_innen in Stralsund nicht willkommen sind!

Jetzt Tickets kaufen für die Proteste gegen den Naziaufmarsch am Sonnabend in Stralsund!

Die Mobilisierung gegen den Fackelmarsch der NPD in Stralsund diesen Sonnabend ist in vollem Gange. Aus Greifswald und Rostock werden Busse an den Strelasund organisiert.

In Rostock bekommt ihr die Bustickets für eine gemeinsame Anreise:
• im Café Marat (Doberanerstr 21): täglich ab 13.00 Uhr
• im Café Median (Niklotstr 5): täglich ab 18.00 Uhr
• vor dem Poldo (Doberanerstr 21): Donnerstag ab 18.00 Uhr

und in Greifswald gibt es Karten hier:
• am Mittagstisch in der Brinke 16-17: täglich ab 13.00 Uhr
• zur Vokü im “Exil” (Brinke 16-17): Donnerstag ab 19.00 Uhr
• im Infoladen Analog (Lange Straße 14): Donnerstag 15.00 – 19.00 Uhr

Achtet auf weitere Ankündigungen! Checkt regelmäßig die Mobiseiten bei uns, Stralsund Nazifrei und Rassisten stoppen.

Rostock: Veranstaltung „Demokratische Autonomie verteidigen! Save Kobanê!“ am 08.10.14 im Café Median

Infoveranstaltung zum „Islamischen Staat“ (IS) und der Situation in Kobanê am Mittwoch, den 8. Oktober 2014 ab 20 Uhr im Café Median

In Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien) entwickelt sich gerade ein Gesellschaftsmodell, welches versucht Basisdemokratie, Säkularität und feministische Emanzipation umzusetzen. Im dortigen Autonomiegebiet soll eine Gesellschaft jenseits von Nationalstaat und ethnischer oder religiöser Spaltung vorangetrieben werden. Derzeit werden diese Bestrebungen durch das Vorrücken und die Angriffe des Islamischen Staates (IS) bedroht, der im Begriff ist die eingekesselte Stadt Kobanê einzunehmen. Bis jetzt konnten die den Panzern und schweren Geschützen vom IS waffentechnisch unterlegenen Selbstverteidigungseinheiten der Autonomieregion (YPG/YPJ) zusammen mit Kämpfer_innen der PKK Kobanê gegen den IS verteidigen. Während die PKK in vielen Ländern noch als terroristische Organisation gilt, unterstützte der NATO-Partner Türkei lange den IS. In vielen Ländern finden seit Tagen Proteste statt, die ein Eingreifen in die Geschehnisse in Kobanê fordern. Die Veranstaltung informiert über die aktuellen Entwicklungen in Kobanê und das Vorrücken der IS.

Vor und nach der Veranstaltung gibt es die Möglichkeit, Bustickets zu den Protesten gegen den Naziaufmarsch dieses Wochenende in Stralsund zu erwerben.

Termine für Infoveranstaltungen gegen den Naziaufmarsch der NPD diesen Sonnabend

Kommenden Sonnabend will die NPD mit einem Fackelmarsch durch Stralsund marschieren. Die Bündnisse Stralsund Nazifrei und Rassisten stoppen mobilisieren zu Protesten gegen den neonazistischen Aufzug. Die gesamte Woche über wird es Infoveranstaltungen dazu geben. Hier die aktuelle Übersicht:

06.10.2014 – Rostock – Café Median – ab 20 Uhr
07.10.2014 – Greifswald – Brinke 16-17 – ab 19 Uhr
08.10.2014 – Neubrandenburg – AJZ – ab 20 Uhr
08.10.2014 – Berlin – Schreina47 – ab 20 Uhr
09.10.2014 – Lübeck – Café Brazil – ab 18 Uhr
09.10.2014 – Ribnitz-Damgarten – AJZ Kita – Uhrzeit folgt

Kommt am Sonnabend nach Stralsund! Keinen Fußbreit den Faschist_innen!

„sozial gerecht“ schreibt sich ohne n, p, d!

Aufruf zum antifaschistischen Protest am 11. Oktober: Kein Naziaufmarsch in Stralsund!

Am Samstag, dem 11. Oktober 2014, plant die NPD aus Vorpommern/Rügen einen Fackel- und Gedenkmarsch durch die Hansestadt Stralsund. Hiermit fordern wir einen aktiven antifaschistischen Gegenprotest und rufen zu zivilgesellschaftlichen Ungehorsam gegen diese geschichtsrevisionistische Veranstaltung auf!

Aufruf des Bündnisses Rassisten stoppen gegen den geplanten NPD-Fackelzug durch Stralsund

Bereits am 03. Oktober 2008 organisierte der NPD Kreisverband Stralsund einen Aufmarsch unter dem Motto „Sozial geht nur national – Nationaler Sozialismus statt Globalisierung“.



Im letzten Jahr war eine vermehrte Aktivität von freien Kräften, um den aus Greifswald zugezogenen Neonazi René Hackbarth, sowie die Gründung der Gruppe „Whiteboys Stralsund“ festzustellen. Von diesen mit initiiert, wollen sechs Jahre danach wieder Neonazis Anfang Oktober durch Stralsund marschieren. Wie alljährlich am 8 Mai in Demmin, wollen diese einen Opfermythos konstruieren, um das Ende des von Deutschland ausgehenden zweiten Weltkriegs umzudeuten. Hierbei wird die Bombardierung Stralsunds durch eine US-amerikanische Offensive am 06. Oktober 1944 benutzt um 70 Jahre später mit dem „Gedenken an deutsche Opfer“ nationalsozialistisches Gedankengut zu reproduzieren und damit einen Millionen Tote fordernden Angriffskrieg zu verherrlichen. Gleichzeitig verbinden sie das Motto mit einem Protest gegen die „aktuelle NATO-Aggressionspolitik“, welche eine Zusammenarbeit mit neofaschistischen Kräften in der Ukraine beinhaltet, und begeben sich damit in einen gewagten politischen Spagat.

Rassistisch und faschistisch motivierte Gewalt ist in Stralsund zu oft allgegenwärtig, die Stadtverwaltung sieht zu, wir werden es nicht tun!

Unter der Federführung von NPD-Stadtvertreter Dirk Arendt kommt es im Vorfeld des jährlich stattfindenden Kinderfestes in der Brunnenaue oder anlässlich von NPD-Wahlkampfständen regelmäßig zu Gewalt gegen nichtrechte Jugendliche. Des weiteren wurden Besucher*Innen von linken Konzerten und Bewohner*Innen des auf dem Dänholm gelegenem Asylbewerberheims bedroht und angegriffen, sowie Einrichtungen von nichtrechten Parteien beschädigt. Die Behörden und Organe der Hansestadt Stralsund versuchten in der Vergangenheit weder neonazistische Veranstaltungen zu erschweren, noch zivilgesellschaftlichen Aktivismus gegen Rassismus zu unterstützen.

Somit bleibt es an Jugendlichen und Bürgerinnen und Bürgern hängen diese Zustände zu thematisieren und ihnen gemeinsam entgegenzutreten. Lasst uns am 11. Oktober 2014 zahlreich auf die Straße gehen und den Neonazis den Tag versauen. Kein ungestörter Naziaufmarsch in Stralsund! Keine Toleranz für nationalsozialistische Hetze! Für eine antifaschistische Jugendkultur!

Stralsunder Aktionskonsens gegen den Naziaufmarsch am 11. Oktober: „Für die Entfaltung demokratischer Kultur und gegen Rechtsextremismus“

Das Aktionsbündnis in Stralsund ist entstanden aus Anlass der Ankündigung eines Aufmarsches von Rechtsextremisten und aus Empörung über die in unserer Region existierenden rechtsextremen Strukturen. Wir unterstützen dieses Bündnis und tragen den Aktionskonsens mit.

Das Aktionsbündnis ist getragen von Einwohnerinnen und Einwohnern der Region sowie von Vereinen und Organisationen verschiedenster Art. Wo immer möglich, streben wir eine Kooperation mit Kommunen und anderen öffentlichen Strukturen an. Wir teilen die Auffassung, dass die Ideologie der Nazis und ihre deutschlandweiten Strukturen und der breite Alltagsrassismus konsequent und langfristig bekämpft werden müssen.

Politische Gruppierungen und Personen, die andere aufgrund eigener Maßstäbe abwerten und Ideologien von Intoleranz und Gewalt gegen Andersdenkende vorantreiben, stellen eine akute Bedrohung dar. Sie gefährden nicht nur Minderheiten, sondern unsere gesamte pluralistische Demokratie. In unserer Gemeinschaft sind wir von folgendem Aktionskonsens getragen:

1. Wir stellen uns mit friedlichen, kreativen Mitteln gegen menschenverachtende Ideologien.
2. Wir sind solidarisch mit allen, die sich gegen Rechtsextremismus und entsprechende Strukturen in unserer Region stellen.
3. Wir arbeiten gewaltfrei, nicht eskalierend und positionieren uns gegen Versuche der Kriminalisierung entsprechender Anti-Nazi-Proteste.
4. Wir verstehen unsere langfristige Arbeit über Anti-Nazi-Proteste hinaus als einen Beitrag für eine solidarische und freie, kulturell vielfältige Entwicklung der Gesellschaft.
5. Wir setzen uns ein für Menschenwürde und Menschenrechte, Respekt und Toleranz und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in unserer Region.

Erstunterzeichner_innen:
- Rock gegen Rechts Stralsund e.V.
- Kreisdiakonisches Werk Stralsund e.V.
- Schloss Bröllin e.V.
- SPD Kreisverband Vorpommern-Rügen
- SPD Stadtverband Stralsund
- Jusos Vorpommern-Rügen
- Jusos Rügen
- Jusos Rostock
- Storch Heinar
- Ajuku e.V.
- AWIRO e.V.
- DIE LINKE. Kreisverband Stralsund
- linksjugend [’solid] M-V,
- Bündnis 90/Die GRÜNEN Stadtverband Stralsund,
- Bündnis 90/Die GRÜNEN Kreisverband Vorpommern-Rügen,
- Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN in der Bürgerschaft Stralsund
- Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Kreistag Vorpommern-Rügen
- Bündnis 90/DIE GRÜNEN Stadtverband Stralsund
- Bündnis 90/DIE GRÜNEN Ortsverband Boddenkette-Recknitz-Trebeltal
- DIE LINKE. Kreisverband Vorpommern-Rügen
- Rügener Friedensbündnis
- DKP Ortsverband Stralsund
- SDRJ Nordvorpommern
- PIRATENPARTEI Vorpommern-Rügen
- PIRATENPARTEI Mecklenburg-Vorpommern
- DGB Vorpommern
- ver.di Jugend Nord
- ver.di Jugend Rostock
- ver.di Jugend Neubrandenburg-Greifswald
- Wählergemeinschaft/Fraktion Linke offene Liste in der Bürgerschaft Hansestadt Stralsund

Sämtliche Unterzeichner_innen sowie weitere Infos zu den Gegenprotesten am Sonnabend können unter www.stralsundnazifrei.rockgegenrechts.com nachgelesen werden.

Stralsund: Gerücht bestätigt – NPD-Aufmarsch zum Jahrestag der Bombardierung der Hansestadt

++ Gerücht bestätigt: NPD-Fackelmarsch anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Stralsunds am 11. Oktober +++ Geschichtsreviosionist_innen in Vorpommern und anderswo entgegentreten +++ achtet auf Ankündigungen +

Von Marko Neumann

Seit einigen Wochen macht das Gerücht über einen NPD-Aufmarsch in Stralsund die Runde. Nun hat die neofaschistische Partei die sprichwörtliche Katze aus dem Sack gelassen und ruft offiziell zu einem Fackelmarsch am 11. Oktober in der Hansestadt auf.

Als Anlass dient der NPD der 70. Jahrestag der Bombardierung Stralsunds am 6. Oktober. 1944 hatten mehrere hundert US-Bomber die Stadt angegriffen. „Gegen das Vergessen der Bombardierung Stralsunds sowie gegen die aktuelle NATO-Aggressionspolitik findet […] ein Gedenk- und Trauermarsch mit Fackeln in der Hansestadt Stralsund statt.“ heißt es auf der Facebookseite der NPD in MV.

Die alte Laier: Angst schüren und Täter_innen in Opfer umdeuten
Immer wieder wollen Nazis mit Aufmärschen im Land für ihr reaktionäres Weltbild werben. In diesem Fall wird die Angst vieler Menschen vor einem Krieg in Osteuropa dazu benutzt, die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zu relativieren und gleichzeitig die Verursacher_innen dieses Krieges – mit millionenfachen Massenmord an Jüd_innen und anderen Minderheiten sowie politisch Andersdenkenden – als Opfer zu inszenieren.
Die Bombardierung Stralsunds wäre nicht geschehen ohne das Anzetteln des Zweiten Weltkriegs des Deutschen Reiches. Die Bombardierungen englischer Städte wie Coventry, Manchester und London durch die deutschen Luftwaffe als direkter Auslöser für britische und US-Bomberflotten wird von der neofaschistischen Szene bewusst ausgeblendet.
Die NPD hat keine Antworten auf die gesellschaftlichen Probleme in der Ukraine und in Deutschland. Im Gegenteil: sie profitiert von der Angst der Menschen vor einer ungewisse Zukunft. Nazis haben deshalb auch kein Interesse an der Lösung des Ukraine-Konflikts, auch ist ihre eigentliche Kritik an der NATO nicht in der aggressiven Politik dieses militärischen Bündnisses begründet. Das Fehlen einer unumschränkten Führungsrolle Deutschlands in der NATO ist der eigentliche Kern ihrer Missbilligung.

Wann, wie und wo?
Die NPD will sich am 11. Oktober um 17 Uhr 30 auf dem Parkplatz in der Bahnhofsstraße treffen. Lassen wir die Nazis nicht alleine mit ihrer Trauer und geben wir ihnen einen Grund zum weinen. Kommt nach Stralsund und protestiert gemeinsam mit anderen gegen die reaktionäre und menschenverachtende Hetze der NPD! Informiert euch regelmäßig und achtet auf weitere Ankündigungen!

Keinen Fußbreit den Faschist_innen! Die NPD in Stralsund stoppen!

Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht!

Der Buschfunk meldet: Naziaufmarsch am 06. Oktober in Stralsund!

++ Gerüchteküche brodelt +++ Nazis wollen offenbar am Jahrestag der Bombardierung Stralsunds durch Hansestadt marschieren +++ Egal wo, egal wann: Keinen Fußbreit den Faschist_innen! +

Von Marko Neumann

Egal ob zum ersten Mai, dem „Kampftag der Arbeit“, am neunten November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht oder anderen Terminen – immer wieder suchen sich Nazis historische Jahrestage als Anlässe, in Städten und anderen Orten aufzumarschieren. Nicht zuletzt die Bombardierungen deutscher Städte während des Zweiten Weltkriegs bieten ihnen einen Vorwand, ihre menschenverachtenden und geschichtsrevisionistischen Ideen an die Öffentlichkeit zu bringen.


Bild: Egal ob Demmin, Stralsund oder anderswo: Nicht lange fackeln – Nazis blockieren!

Nicht anders verhält es sich im aktuellen Fall in Stralsund. Am 6. Oktober, dem Jahrestag der Bombardierung Stralsunds, wollen Nazis offenbar durch die Hansestadt marschieren. Wieder einmal sollen deutsche Täter_innen zu Opfern des selbst ausgelösten Krieges werden.

Genaue Informationen folgen in Kürze. Achtet auf Ankündigungen und haltet wie immer die Augen offen!

Zum Hintergrund:
Stralsund wurde am sechsten Oktober 1944 von 110 US-Amerikanischen B-17 Bombern, auch bekannt als „Fliegende Festungen“, angegriffen. Während den zwei Angriffswellen kamen nach offiziellen Angaben zwischen 600 und 700 Menschen ums Leben.

Keinen Fußbreit den Faschist_innen!

Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht!




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