Archiv der Kategorie '8. Mai 2015 - 70 Jahre Befreiung vom Faschismus!'

Hilfe für die „nationale Revolution“? – Die deutsche Wirtschaft und die Nazis

Hat die Großindustrie die Nazis an die Macht gebracht? Diese Frage ist von entscheidender Bedeutung, will man das faschistische Regime in Deutschland ab 1933 verstehen.

Von Marko Neumann

Viele Jahrzehnte wurde eine mögliche massive finanzielle Unterstützung der Nazis durch Wirtschaft und Industrie gleichgesetzt mit der Übertragung der Macht an die NSDAP. Beide Aspekte sind jedoch voneinander zu trennen. Zwar hatte die Industrie bis zu den großen Wahlerfolgen der NSDAP nach der Weltwirtschaftskrise 1930 relativ geringe Spendensummen an die Nazi-Partei getätigt – ihre politischen Kampagnen, die deutlich gegen linke Parteien und die Weimarer Ordnung ganz grundsätzlich gerichtet waren, halfen Hitlers Bewegung dennoch auf dem Weg zur Macht im Deutschen Reich.

Kontakte zur Industrie schon in den frühen 1920er Jahren
Schon die Vorgängerpartei der NSDAP, die Deutsche Arbeiterpartei (DAP) erhielt Gelder von Gönner_innen jeder Art und insbesondere auch von Industriellen. Mit dem Scheitern des Putschversuches 1923 wandten sich jedoch nahezu sämtliche externen Geldgeber_innen wieder von den Nationalsozialisten ab. Mitte der 1920er Jahre war die Partei fast vollständig auf Beiträge oder Eintrittsgelder angewiesen. Nur einzelne mittelständische Unternehmer wie der Klavierbauer Edwin Bechstein oder der Verleger Hugo Bruckmann griffen Hitler beim Neuaufbau seiner Partei finanziell unter die Arme. Ende des Jahres 1926 versuchten die Nationalsozialisten durch intensives Werben bei der Großindustrie neue Geldquellen zu erschließen. So verfasste Hitler unter anderem eine Schrift unter dem Titel „Der Weg zum Wiederaufstieg“, der gezielt unter Industriellen verbreitet wurde. In einem anderen Rundbrief an mehrere Großindustrielle warb die NSDAP 1927 offen um Geld. In dem Papier heißt es unter anderem:

„Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei hat auch den Schutz des rechtmäßig erworbenen Eigentums auf ihr Programm geschrieben. Durch die Begeisterung ihrer Anhänger und durch ihre straffe Organisation ist sie allein in der Lage, dem Terror von links wirksam entgegenzutreten. Leider ist das ohne bedeutende Geldmittel nicht zu machen. Es bleibt uns daher nichts anderes übrig, als uns an die deutsch und deutsch-völkisch gesinnten Kreise aus Industrie und Handel mit der Bitte um Unterstützung zu wenden .“

Als Splitterpartei blieb die DAP und ihre Nachfolgepartei NSDAP jedoch für die Industrie bis zum überraschenden Wahlerfolg 1930 nach Beginn der Wirtschaftskrise relativ uninteressant.

Politische Kampagnen der Industrie ebneten der NSDAP den Weg
Obwohl die Spenden verschiedener Wirtschafts- und Industrieunternehmer_innen bis zur Machtübertragung ehr gering ausfielen, trugen die politischen Kampagnen gegen die bürgerlich-demokratische Ordnung der Weimarer Republik und nicht zuletzt gegen linke Parteien und Gewerkschaften maßgeblich zum Aufstieg der NSDAP bei.
Im Frühjahr 1930 arbeiteten verschiedene Großindustrielle auf einen Bruch der Großen Koalition unter dem sozialdemokratischen Kanzler Hermann Müller hin, die letzte parlamentarische Regierung der Weimarer Republik. Der Vorsitzende des Reichsverbandes der deutschen Industrie (RDI) Carl Duisberg sprach damals offen aus, dass sein Verband „eine ganz andere Fahrtrichtung im kapitalistischen Sinne, nicht im sozialistischen Sinne“ anstrebte. Der Verband organisierte eine politische Kampagne, die im Dezember 1929 in der Denkschrift „Aufstieg oder Niedergang“ gipfelte. Hier sagten die Industriellen der Sozialpolitik der Weimarer Republik den offenen Kampf an. Sie forderten unter anderem den Reichshaushalt durch harte Sparmaßnahmen auszugleichen, gleichzeitig die Steuern für Unternehmer zu senken und Leistungskürzungen in der Arbeitslosenversicherung. Dass diese Forderungen damals nur gegen die Sozialdemokratie und die erstarkenden Kommunist_innen durchzusetzen waren, wurde wissentlich einkalkuliert. Die Installation der Regierung Brüning, die den Beginn der Präsidialkabinette markierte und eben die Politik des Haushaltsausgleichs und der Sozialkürzungen umsetzte, wurde vom RDI denn auch ausdrücklich begrüßt. Im Sommer 1930 drängten verschiedene Industrielle, jetzt endlich den Artikel 48 anzuwenden, der eine Gesetzgebung über Notverordnungen ohne Zustimmung des Parlaments erlaubte.
Ohne den Sozialabbau und die damit einhergehende Verarmung großer Teile der Bevölkerung wären die Wahlerfolge der NSDAP nur schwer möglich gewesen. Selbst Eberhard Kolb, ein ausgewiesener Gegner der These, die Großindustrie hätte die Nazis mit massiver finanzieller Unterstützung an die Macht gebracht, schrieb 2002:

„Das Unternehmerlager hat durch die Ablehnung der parlamentarischen Demokratie und die Hinneigung zu einem autoritären System die Auflösung der Weimarer Republik vorangetrieben und der Diktatur vorgearbeitet. Daher trägt die Industrie im allgemeinen und die Großindustrie im besonderen ein hohes Maß an Mitverantwortung für die Ermöglichung Hitlers und der NS-Herrschaft.“

Artikelreihe „70 Jahre Befreiung vom deutschen Faschismus“ startet

++ Artikelreihe zum 70 Jahrestag der Befreiung beginnt +++ Hintergründe zum Dritten Reich in fünf Beiträgen zusammengefasst +++ 8. Mai: Wer nicht feiert, hat verloren! +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Vor 70 Jahren befreiten die Alliierten Streitkräfte Europa vom deutschen Faschismus. Der schrecklichste und barbarischste Krieg bis dahin hatte nach fünf Jahren ein Ende gefunden. In den kommenden vier Wochen werden wir euch mit mehreren Artikeln Hintergründe zu einzelnen Aspekten des Dritten Reiches näher bringen.

Hilfe für die „nationale Revolution“? – Die deutsche Wirtschaft und die Nazis
Hat die Großindustrie die Nazis an die Macht gebracht? Diese Frage ist von entscheidender Bedeutung, will man das faschistische Regime in Deutschland ab 1933 verstehen.
Viele Jahrzehnte wurde eine mögliche massive finanzielle Unterstützung der Nazis durch Wirtschaft und Industrie gleichgesetzt mit der Übertragung der Macht an die NSDAP. Beide Aspekte sind jedoch voneinander zu trennen. Zwar hatte die Industrie bis zu den großen Wahlerfolgen der NSDAP nach der Weltwirtschaftskrise 1930 relativ geringe Spendensummen an die Nazi-Partei getätigt – ihre politischen Kampagnen, die deutlich gegen linke Parteien und die Weimarer Ordnung ganz grundsätzlich gerichtet waren, halfen Hitlers Bewegung dennoch auf dem Weg zur Macht im Deutschen Reich.

Frauen im Dritten Reich
In diesem zweiten Artikel der Beitragsreihe wird in einem kurzen Abriss auf die Rolle der Frauen im Dritten Reich und ihre Einbettung in die NS-Gesellschaft aufgezeigt.
Die Erziehung der Mädchen war dem Ideal der künftigen Mutterschaft ausgerichtet, höhere Schulbildung wurde teilweise, Koedukation vollständig abgelehnt. Soziale und politische Emanzipation, wie sie von den Frauen im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik ein Stück weit errungen worden war, wurde durch die Ideologie der Nazis und später per Gesetz verhindert.

Mythos und Realität: Die „Geheime Staatspolizei“
Eine der wohl gefürchtetsten Adressen im NS-Reich lautete „Prinz Albrecht Straße 8“ in Berlin. Am Rande des Regierungsviertels residierte die Geheime Staatspolizei (Gestapo), die im April 1933 gegründet wurde. Später als Teil des Reichssicherheitshauptamtes arbeitete diese Institution bis zum Kriegsende nahezu reibungslos für das NS-Regime.

Konzentrationslager in Mecklenburg-Vorpommern
Kaum eine andere Insititution steht symbolisch und tatsächlich so deutlich für den menschenverachtenden Terror der Nazis, wie das engmaschige Netz aus Konzentrations- und Vernichtungslager. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es mehrere solcher Lager, von denen einige nur wenige Monate vor dem Zusammenbruch des Dritten Reiches errichtet wurden. Zwar wurden erst im späteren Verlauf des Krieges Außenlager auf dem Gebiet des heutigen MV errichtet, ihre Bilanz ist dadurch aber nicht weniger schrecklich.

Faschismus als Sprungbrett in die moderne Gesellschaft? – Zum Forschungsstand einer Debatte
Immer wieder wird darüber diskutiert, ob und inwiefern faschistische Regime in Europa einen Anteil am Entstehen „moderner“ Gesellschaften hatten. Insebondere das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutsche Reich werden im Zuge dieser Modernisierungsdebatte beleuchtet. Unterschiedliche Vertreter_innen der Wissenschaft interpretieren den Faschismus als gewaltsamen Versuch einer beschleunigten Modernisierung oder gegensätzlich als Revolte gegen die Moderne, die an dieser Stelle aufgezeigt und teilweise bewertet werden sollen.

Rostock: Info-Veranstaltung gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin am 09.04.15 im PWH

Erneut wollen Nazis am Tag der Befreiung durch das vorpommersche Demmin marschieren und wie in den vergangenen Jahren wird es entschlossenen Widerstand gegen den geschichtsrevisionistischen Aufzug geben.

Am 09. April wird es eine erste Informationsveranstaltung zu den geplanten Gegenveranstaltungen in Rostock im Peter-Weiß-Haus geben. Anschließend wird der Film „Deserteure“ gezeigt. Los geht’s 20 Uhr.

Alle Informationen zum Naziaufmarsch am 8. Mai gibt es bei uns und beim Aktionsbündnis 8. Mai Demmin.

Demmin: 70 Jahre Befreiung vom Faschismus und Ende des 2. Weltkrieges – wo stehen wir heute?

70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Diktatur wollen wir uns damit auseinandersetzen, welche Bedeutung Krieg, Nationalismus und Ausgrenzung heute in unserer Gesellschaft haben.

Aufruf des Aktionsbündnisses 8. Mai Demmin für 2015

Welche Resonanz finden „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ oder „Schwerter zu Pflugscharen!“ in unserer heutigen Zeit und Gesellschaft? In einer Zeit, in der nationalistische, ausgrenzende Bewegungen europaweit stärker öffentlich auftreten. In einer Zeit, in der wir als Bürger_innen dieses Staates an immer mehr Kriegen beteiligt sind, ohne die Gründe und den deutschen Beitrag wirklich zu verstehen. Viele sind um eine Antwort verlegen. Verlassen wir uns auf die „Diplomatie“ und verharmlosende Erklärungen der Politik? Oder wollen wir eigene Antworten suchen und das Verständnis für andere Menschen, die von Krieg, Flucht, Vertreibung oder Rassismus betroffen sind, verbessern?

Nationalismus sehen wir als Wegbereiter für gewalttätige Konflikte und Kriege.
Nationalismus kann abnehmen, wo Freundschaften und Solidarität mit anderen Ländern und Kulturen entstehen. Weil in Demmin Neo-Nazis seit Jahren den 8. Mai für ihre nationalistische Hetze missbrauchen, wollen wir dort mit einer internationalen Begegnung die weltweite Hoffnung auf Frieden, die mit dem Ende des Naziregimes verbunden ist, weitertragen.

Wir wollen uns gegenseitig informieren, miteinander diskutieren und für eine Zukunft ohne Rassismus und Ausgrenzung auf die Straße gehen.
Vorträge, Diskussionen, kulturelle Beiträge und Feste sind Teil dieser dreitägigen Zusammenkunft vom 7. bis 9. Mai in Demmin. Durch Freundschaften über nationale und religiöse Grenzen hinaus entgehen wir der nationalistischen Ansteckungsgefahr. 70 Jahre nach dem Kriegsende und dem Zusammenbruch der deutschen NS-Diktatur ist Solidarität innerhalb und über die Grenzen dieses Landes hinaus dringend notwendig. Gemeinsam mit Freunden aus anderen Ländern haben wir den Mut, gegen Kriegstreiber und Nationalisten im eigenen Land aufzustehen. Zu diesen drei Tagen laden wir die Bürger_innen aus Demmin und Umgebung, Organisationen, Politik und Verwaltung landesweit ein.

Es genügt heute nicht zurückzublicken.
Setzen Sie mit uns ein Zeichen für die Zukunft in Frieden und ohne Rassismus und Ausgrenzung! Interessierte melden sich bitte unter: achtermai[ätt]demmin.de. Informiert euch auch auf friedensfestdemmin.wordpress.com.

Soli-Sampler zum Tag der Befreiung „Wer nicht feiert, hat verloren“ neu aufgelegt

++ Soli-Sampler „Wer nicht feiert, hat verloren“ neu aufgelegt +++ von Punk bis Electro alles dabei +++ CD bestellen und Protest gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin unterstützen +

Von Marko Neumann

Bereits vor einigen Jahren haben wir den Musik Sampler „Wer nicht feiert, hat verloren“ veröffentlicht. Mit neuem Cover haben wir die alte CD in einer begrenzten Neuauflage nachgepresst.


Bild: Der neu aufgelegte Musik-Sampler zum Tag der Befreiung – jetzt bestellen und damit Proteste gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2015 Supporten.

Die sehr zu empfehlende Scheibe bietet einen Rundumflug durch die politische Musik. Von Hip Hop, Punk, Ska bis hin Liedermacher-Musik ist für jeden Geschmack was dabei. Die CD könnt ihr für 5€ zzgl. Porto entweder direkt bei uns bestellen oder Restbestände der älteren Auflage beim Roten Shop kaufen.

Die Erlöse aus dem Verkauf, wie unser aktueller Sampler, dem Protest gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2015 in Demmin zu Gute. Hier die vollständige Tracklist:

01. We Went Rockin (Bad Shakyn)
02. Wir Leben (Alarmsignal)
03. Klassenkampf (Alarmsignal)
04. Mentalforces (Score To Zero)
05. No Border, No Order (Score To Zero)
06. Marionetten des Systems (Initiative Kantholz)
07. Roter Norden (Initiative Kantholz)
08. Lautsprecherwagen (Holger Burner)
09. Checmate Miracle (live at kalibou beach)
10. Achter Mai (Individual Performer)
11. Ihr wisst es (Singeclub Ernesto Che Guevara)

Literaturtipp: „Generation des Unbedingten – Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes“

Die intellektuelle Elite des Nationalsozialismus. So funktional, sachlich, technisch, wie diese intellektuelle Elite ihre Beteiligung am Nationalsozialismus nach dem Krieg weiszumachen versuchte, war ihre Täterschaft nicht. Diese Männer verstanden sich keineswegs als Stubengelehrte oder bloße Vordenker. Sie waren nicht die Rädchen einer anonymen Vernichtungsmaschinerie, sondern sie haben die Konzepte entworfen, die Apparate konstruiert und selbst bedient, die den millionenfachen Mord möglich machten.

Am 27. September 1939 entstand unter der Führung von Reinhard Heydrich aus Geheimer Staatspolizei, Kriminalpolizei und Sicherheitsdienst der SS das Reichssicherheitshauptamt. Es verstand sich als der exekutive und konzeptionelle Kern einer weltanschaulich orientierten Polizei, die ihre Aufgabe in der „Reinhaltung des deutschen Volkskörpers“ sah. Sie sollte in dem von Hitler beschworenen „Schicksalskampf“ die Gegner des auf Rasse und Volk begründeten NS-Regimes – in erster Linie die Juden als Verkörperung der „Gegen-Rasse“, des „Anti-Volkes“ – vernichten.

Es war die Kriegsjugend, der die „Bewährung an der Front“ des Ersten Weltkriegs fehlte, aus der Heydrich die Führungskräfte seiner „kämpfenden Verwaltung“ rekrutierte – politisch engagierte junge Männer, die ihre sichere Existenz als Ärzte, Juristen oder Studienräte aufgaben, um in einer von jeder Rechtsgrundlage entbundenen Institution mitzuwirken, die nur „der geschichtlichen Aufgabe“ (Heydrich) verpflichtet war. In der Forderung nach Abrechnung mit dem „morschen“ Alten und dem Entwurf einer neuen Welt hatten sie zu einer „Generation des Unbedingten“ zusammengefunden. Als Leiter der SS-Einsatzgruppen in Polen, in der Sowjetunion und den übrigen besetzten Gebieten in Europa erwarben sie im Besatzungsterror gegen die Zivilbevölkerung die von Hitler geforderte „unerhörte Härte“ – vor allem aber lernten sie, in „großen Räumen“ zu denken, zivilisatorische Hemmschwellen zu überwinden und den Massenmord als „Problemlösung“ zu konzipieren und zu exekutieren.

Michael Wildt hat anhand umfangreicher neuer Quellen akribisch die Konturen dieser „Institution neuen Typs“ herausgearbeitet, die sich flexibel veränderten Situationen anzupassen verstand. Seine Ergebnisse korrigieren die bisherige Auffassung vom Reichssicherheitshauptamt als reines „Verwaltungsbüro“, als „Sammelbezeichnung“ oder „organisatorische Klammer“ verschiedener Polizei- und Sicherheitsdienste und weisen seine aktive Rolle in der Vernichtungspolitik des Dritten Reiches nach. Sein verstörendes Bild der leitenden Akteure läßt sich in das bisherige Profil der NS-Täter nicht einordnen: Es waren keine „gescheiterten Existenzen“, keine „Mitläufer“, keine „ordinary men“, sondern in der Mehrheit akademisch gebildete junge Männer, die ihre politische Weltanschauung schreckliche Wirklichkeit werden ließen.

Das knapp 1.000 Seiten starke Buch gibt es unter anderem beim Hamburger Institut für Sozialforschung für 25,00€. ISBN 978-3-930908-87-5

In eigener Sache: Bestellt die neue Ausgabe der Outline!

++ vierte Ausgabe der Outline erschienen +++ Schwerpunkt Drittes Reich und NS-Verbrechen +++ jetzt bestellen oder online lesen +

Von Marko Neumann


Bild: Bestellt euch die aktuelle Ausgabe der Outline zum 70. Jahrestag der Befreiung!

Die vierte Ausgabe unserer Projektzeitung Outline beschäftigt sich in mehreren Artikeln ausführlich mit dem Dritten Reich, den Zweiten Weltkrieg und die menschenverachtende Ideologie der Nazis. Neben einem Abriss über das System von KZ-Außenlagern auf dem Gebiet des heutigen MV’s, gibt es unter anderem Artikel mit Hintergrundinformationen über die Finanzierung der NSDAP vor und nach der Machtübergabe und über die Arbeit der geheimen Staatspolizei. Ein ausführlicher Forschungsbericht befasst sich mit der Modernisierungsthese des Faschismus. Diese und andere Beiträge lassen die 16seitige Broschüre zu einer interessanten Lektüre 70 Jahre nach dem Ende des Dritten Reiches werden.

Die aktuelle Ausgabe könnt ihr demnächst in allen gutsortierten Infoläden MV’s bekommen oder ihr bestellt sie euch direkt bei uns via Mail (infonordost[ätt]systemausfall.org). Alternativ könnt ihr die Zeitung als pdf-Datei hier herunterladen.

Rostock: Vorstellung des Filmpirat*innenprojekts Erfurt am 11.02.15 im Café Median

Am 11.02. gibt es im Rahmen der “Kinotopia”-Veranstaltungen im Café Median einen Soliabend für das Filmpirat*innenprojekt in Erfurt. Es gibt Kurzfilme, Informationen, Essen und eine kurze Dokumentation.

Die Filmpirat*innen sind ein Erfurter Medienprojekt, welches nicht-kommerziell Dokumentationen zu politischen Themen produziert. Zurzeit sieht sich das Projekt mit einem Prozess gegen die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) konfrontiert. Aufgrund der hohen Verfahrenskosten droht den Filmpirat*innen das Aus, obwohl ihre Chancen im Prozess gut stehen. Zu unserem Soliabend erwarten euch einige spannende Kurzfilme aus dem wohl gefüllten Archiv mit kurzen Infos und Raum für Diskussion. Im Anschluss zeigen wir eine halbstündige Dokumentation, die sich mit der Firma „Topf & Söhne“ auseinandersetzt. Das Unternehmen produzierte im Auftrag der SS Krematorien für die deutsche Vernichtungspolitik.

Dokumentation: „Die Frauen von Ravensbrück“

25 Jahre lang hat die Regisseurin Loretta Walz 200 Überlebende aus fünfzehn west- und osteuropäischen Ländern befragt – und zwar nach ihrem ganzen Leben, nicht nur nach ihrer Zeit in Ravensbrück. So entsteht ein eindringliches und komplettes Bild.

Der Film wurde 2005 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es:

„Im Zentrum des Films […] steht die lebendige und genaue Erinnerung der Frauen. Gerade die konkreten und individuell geprägten Geschichten, die Details, in denen die ganze Grausamkeit des Lebens und Sterbens im Lager sich ausdrückt, hinterlassen bei den Betrachtern einen nachhaltigen Eindruck. Er liefert nicht nur jenen Zuschauern viele Informationen und nachhaltige Eindrücke, die nicht viel über Ravensbrück wissen, sondern auch jenen, die denken, über den faschistischen Terror in den Konzentrationslagern schon alles gehört und gesehen zu haben.“

Greifswald: „Unsere Solidarität gegen ihre Repression!“ Vortrag & Konzert am 13.02. im IKUWO

„Wir wollen eure Aufmerksamkeit!“ – Vortrag & Diskussion ab 19 Uhr
Was ist eigentlich eine Versammlung? Wer darf sich auf das Versammlungsrecht wann und wie berufen? Sind Sitzblockaden vom Versammlungsrecht gedeckt? Kann der Anmelder/die Anmelderin für den Veranstaltungsverlauf haftbar gemacht werden? Wann können Veranstaltungen durch die Ordnungsbehörden beauflagt oder verboten werden? Welche Möglichkeiten gibt es gegen die Polizei zu klagen und wie erfolgversprechend ist das? Welche Rechte haben Versammlungsteilnehmer*innen gegenüber der Polizei? Welchen Pflichten müssen Polizeibeamte – theoretisch – nachkommen?
Nach einem Impulsreferat habt ihr die Möglichkeit diese und andere Fragen mit einer Anwältin diskutieren.

„Wir wollen euer Geld!“ – „Konzert & Party“ ab 21 Uhr
Der 8. Mai 2014 ist lange vorbei, der kommende 8. Mai in Demmin steht bevor. Dazwischen. MVgida. Sowohl in Demmin also auch kürzlich in Stralsund wurde versucht die Aufmärsche der Nazis mittels Blockaden zu verhindern. Mal mehr, mal weniger erfolgreich… Was nach solchen Ereignissen neben Freude oder Frust oft bleibt ist die Repression.
Mal trifft es nur einzelne, wie am letztjährigen 8. Mai in Demmin, bei dem ein Demonstrant zuerst von Polizisten ins Krankenhaus geprügelt und später noch mit Anzeigen überzogen wurde. Mal ne ganze Menge Leute, wie am 19.1. diesen Jahres in Stralsund, als die Polizei aufgrund von Sitzblockaden über 130 Personalien feststellte und die Betroffenen teilweise erkennungsdienstlich behandelte. Auch hier wird es Anzeigen hageln, die Geld und Nerven kosten werden. So heißt unsere Antwort für Geld und Nerven: Informationen, Soli-Konzert und -Party für die Betroffenen!

Punkrock und Bass, Soli-Drinks und Tombola (Großartige Gewinne winken!)

Vortrag: Eintritt frei Konzert & Party: Glücksrad!

Konzert mit La Pack (HGW), Rising (HGW) und DonKanaille (NWM) Aufgelege mit Short (Trap), Herr Günselsen (Drum n‘ Bass) und LMZ (Trap).

Vortrag und Soli-Party der Roten Hilfe Greifswald.

Bestellt den Soli-Sampler zum Tag der Befreiung! Unterstützt den antifaschistischen Protest in Demmin!

++ neuer Musik Sampler zum 70. Jahrestag der Befreiung erschienen +++ Minitimer Katzenposter, Antispielismus und andere Bands vertreten +++ mit Kauf der CD antifaschistischen Protest gegen Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin unterstützen +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Auch 2015 wollen Nazis am 8. Mai durch Demmin marschieren. Einmal mehr wollen sie die historischen Ereignisse ins Gegenteil verkehren und Täter_innen zu Opfern stilisieren. Verschiedene Bündnisse und Initiativen organisieren den Widerstand gegen den Nazi-Fackelmarsch.


Bild: Die neuen Musik-Sampler zum Tag der Befreiung 2015.

Mit einem Punk-, Rock- und Hardcore Musik-Sampler unterstützen wir den antifaschistischen Protest in Demmin. Die Erlöse aus dem Verkauf der CD werden direkt in die Proteste gegen den geschichtsrevisionistischen Aufmarsch der Nazis gesteckt. Für 10€ inkl. Porto und Versand könnt ihr die Scheibe bei uns bestellen. Schreibt uns dazu einfach eine Mail an infonordost[ätt]systemausfall.org. Folgend findet ihr die Trackliste:

01 Einer von uns (Antispielismus)
02 Zeit (Dead Shepherd)
03 Stadt Land Flucht (Minitimer Katzenposter)
04 No borders (Nitro Injekzia)
05 Are you ready (Cleansweep)
06 Antisong (Sold As Freedom)
07 Brennende Lust (KloriX)
08 Polizeigewalt (Abfluss)
09 Partisanen (Fußpils)
10 Whats wrong (Fed Up!)
11 Fight for your rights (Contra)
12 Knüppel aus‘m Sack (Projekt Pulvertoastmann)
13 Bier gefüllte Deutsche (Die Dorks)
14 Krieg( Versus Null)
15 Kein Erbarmen (Gehacktes)
16 Raubtier Hierarchie (Start A Riot)
17 Straßenpiraten (ParaDocks)
18 60€ (Bluntshit)
19 Zeichen der Zeit (Reisegruppe Morgenthau)
20 Lebe schnell & lebe scheiße (Schnell&Scheiße)
21 Angst (Abbruch)
22 AFA (Verwahrlost)
23 Brauner Mob (Brainless)
24 Ausgebrannte Seelen (Cosa Nostra)

Kampagnenmaterial zum Jahrestag der Befreiung 2015 erhältlich!

+ Material zum Tag der Befreiung erhältlich +++ Sticker, Hefte, Button und Soli-Sampler aufgelegt +++ Auflagen begrenzt – jetzt bestellen! ++

Von Marko Neumann

Im Rahmen unserer Kampagne zum 70. Jahrestag der Befreiung haben wir natürlich auch wieder diverses Material erstellt. Im Folgenden bekommt ihr eine Übersicht.

Nazis eine kleben: Sticker und Plakate
Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch 2015 wieder Aufkleber in großer Auflage drucken lassen. Das neue Motiv gibt es sowohl in den Größen A7 („normale“ Aufkleber) und A6 (Postkartengröße). Das selbe Motiv gibt es auch als Plakat in Größe A3. Zusätzlich haben wir einen Sticker explizit gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin gedruckt, auch dieses Motiv gibt es in einer „low-bugdet“-Variante als Plakat in Größe A3. Die Plakate und Aufkleber könnt ihr gegen eine Spende bei uns bestellen.


Bild: Das Material zur diesjährigen Kampagne – jetzt bei uns bestellen!

Verteilt Flyer und Postkarten in eurer Nachbar_innenschaft!
Wir haben handliche Flyer zum Tag der Befreiung gedruckt. Die Flugblätter und Postkarten lassen sich schnell und unkompliziert in die Briefkästen in eurer Umgebung verteilen. Auch zum Auslegen in Infoläden und Kneipen oder für die Verteilung bei Infoständen oder Veranstaltungen sind die Flyer und Karten hervorragend geeignet.

Heftreihe „Faschismus und Widerstand“ überarbeitet
Die Heftreihe „Faschismus und Widerstand“ umfasst im Moment unter anderem die Broschüren „Die Schlacht um Stalingrad“ und „Ilja Ehrenburg – Ausgewählte Schriften“. Besonders empfehlen möchten wir euch die Broschüre „Die Befreiung Mecklenburg und Vorpommerns“. Die Hefte könnt ihr ab sofort entweder gegen eine Spende als Printausgabe bei uns bestellen oder als pdf-Datei im Materialbereich herunterladen.

Soli-Sampler zum Jahrestag der Befreiung
Am 8. Mai wollen Nazis durch die Peene-Stadt Demmin marschieren. Seit Jahren versuchen sie die Befreiung der Stadt durch die Rote Armee für ihre geschichtsrevisionistische Propaganda zu missbrauchen. Jedes Jahr stellen sich jedoch mehr Menschen dem braunen Aufzug entgegen. Die Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch kostet jedoch nicht nur Zeit und Energie, sondern auch Geld. Mit dem Verkauf des Punk-, Rock- und Ska Samplers werden wir die Aktionen gegen den Fackelmarsch der Nazis unterstützen. Der Druck von Mobi-Material ist ebenso kostenintensiv, wie die Finanzierung der Fahrten nach Demmin von außerhalb oder die mögliche Nachbereitung der Proteste mit Anwälten. Mit dem Kauf der CD bekommt ihr also nicht nur einen qualitativ hochwertige Punkrock-Sampler mit bekannten Bands wie Antispielismus oder Minitimer Katzenposter auch Newcommer wie FedUP, Brainless oder Abbruch, sondern unterstützt auch direkt den antifaschistischen Widerstand gegen die Nazis in Demmin. Die Erlöse aus dem Verkauf der CD kommen den Protesten gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2015 in Demmin zu Gute. Die CD könnt ihr im Roten Shop oder direkt bei uns für 11€ bestellen.


Bild: Die neuen Musik-Sampler zum Tag der Befreiung 2015.

Soli-Kram: Shirts, Buttons & Tassen
Wir haben uns nicht lumpen lassen und ein Shirt gedruckt. Die Hemden bekommt ihr in allen gängigen Größen zum Preis von 14€. Für die Tee- und Kaffetrinker_innen unter euch haben wir eine besonders gelungene Tasse drucken lassen, die ihr ebenfalls für 14€ bei uns bekommt. Als kleinen Zusatz gibt es wieder einen Button, den ihr gegen eine Spende bei uns bestellen könnt. Auch diese Erlöse werden zu Gunsten der Proteste gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2015 in Demmin eingesetzt.

Bleibt auf dem Laufenden und informiert euch! Nutzt dazu auch folgende Kanäle:

Kampagnenseite: ino.blogsport.de/Befreiung/
Facebook: TagDerBefreiung
Twitter: infonordost
Hashtag: #tagderbefreiung
e-Mail: infonordost[ätt]systemausfall.org

Auf­ruf: 8. Mai 2015 – 70 Jahre Be­frei­ung vom deut­schen Fa­schis­mus!

27. Januar 2015: 70 Jahre Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz! Beginn unserer Kampagne „70 Jahre Befreiung vom deutschen Faschismus“!

Am 8. Mai 1945 ka­pi­tu­lier­te die deut­schen Wehr­macht und damit de­fac­to Na­zi-​Deutsch­land. Nach sechs lan­gen Jah­ren des Krie­ges war ein Mor­den be­en­det, wel­ches es so noch nie in der mensch­li­chen Ge­schich­te ge­ge­ben hatte. Über 70 Mil­lio­nen Men­schen star­ben, dar­un­ter sechs Mil­lio­nen Jüd_in­nen, die mit men­schen­ver­ach­ten­der Grau­sam­keit er­mor­det wur­den. Das An­zün­den und Brand­schat­zen gan­zer Dör­fer und Ort­schaf­ten, das Er­mor­den von Zi­vi­lis­t_innen sowie das Er­schie­ßen von Kriegs­ge­fan­ge­nen – die Aus­plün­de­rung gan­zer Land­stri­che und nicht zu­letzt der in­dus­tri­ell ge­führ­te Mas­sen­mord an Mil­lio­nen Jüd_in­nen und an­de­ren Min­der­hei­ten waren das Er­geb­nis der Um­set­zung der ver­bre­che­ri­schen Ideo­lo­gie der Nazis.

„Ent­na­zi­fi­zie­rung“? – Ver­drän­gung und feh­len­de Auf­ar­bei­tung nach dem Ende des Krie­ges
Viele ehe­ma­li­ge NS­DAP-​Ka­der und -​Mit­glie­der konn­ten in der Bun­des­re­pu­blik eine neue Kar­rie­re ma­chen. Sie wur­den Rich­ter, Staats­an­wäl­te, Ab­ge­ord­ne­te in Par­la­men­ten, Bun­des­mi­nis­ter oder sogar Bun­des­kanz­ler. Die noch nicht weit ent­fern­te Ver­gan­gen­heit in­ter­es­sier­te die west­deut­sche Be­völ­ke­rung – wenn über­haupt – nur abs­trakt, so­lan­ge die Ver­bre­cher nicht in der ei­ge­nen Fa­mi­lie oder im ei­ge­nen Freun­des­kreis zu fin­den waren.
Auch in Ost­deutsch­land war die Be­wäl­ti­gung der Ver­bre­chen der Nazis nicht ein­fach. Auch in der spä­te­ren DDR konn­ten Rassis­mus und Frem­den­feind­lich­keit of­fen­bar nicht aus den Köp­fen der Men­schen ver­bannt wer­den. Kurz nach der „Wie­der­ver­ei­ni­gung“ brann­ten in vie­len ost­deut­schen Städ­ten Flücht­lings­hei­me, wur­den Geflüchtete ver­folgt und an­ge­grif­fen. Ho­yers­wer­da, Mölln, So­lin­gen und nicht zu­letzt Ros­tock/Lich­ten­ha­gen wur­den zu Syn­ony­men für das wie­der­ver­ei­nig­te Deutsch­land in Eu­ro­pa und der Welt.

Die neuen alten Nazis
Be­reits in den 1960ern grün­de­te sich in der Bun­des­re­pu­blik die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), die bis in die Ge­gen­wart eine der wich­tigs­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen der neo­fa­schis­ti­schen Szene in der Bundesrepublik spielt. 2012 wurde die rech­tsra­di­ka­le Par­tei zum zwei­ten Mal in Folge in den Schwe­ri­ner Land­tag ge­wählt. Meck­len­burg-​Vor­pom­mern ist damit ein wich­ti­ges Zen­trum der neofaschistischen Rechten. In MV agie­ren so­ge­nann­te „Frei­en Ka­me­rad­schaf­ten“ und die NPD eng zu­sam­men, ge­ra­de in Vor­pom­mern brei­ten sich rech­te Ein­stel­lun­gen in einem ra­san­ten Tempo aus. In man­chen Ort­schaf­ten konn­ten Nazis wie­der eine ge­sell­schaft­li­che He­ge­mo­nie auf­bau­en. Auch rech­te Auf­mär­sche ge­hö­ren in vie­len Tei­len MV’s zum All­tag.
Zu­neh­mend wird der 8. Mai als „Tag der Be­frei­ung“ in Frage ge­stellt. Ge­zielt ver­su­chen Nazis die Ver­bre­chen der Wehr­macht, der SS, der Ge­sta­po und an­de­rer Mord­trupps zu re­la­ti­vie­ren und den Vor­marsch der Roten Armee in Meck­len­burg und Vor­pom­mern zu stig­ma­ti­sie­ren.

Aktiv wer­den gegen Nazis und an­de­re Ras­sis­t_in­nen! Nazis in Dem­min blo­ckie­ren!
Ras­sis­ti­sche Hetze und Ge­schichts­ver­fäl­schung darf nicht un­wi­der­spro­chen blei­ben. Der in­dus­tri­ell ge­plan­te und durch­ge­führ­te Mas­sen­mord an den eu­ro­päi­schen Jüd_in­nen darf ge­nau­so wenig ver­ges­sen wer­den, wie die Gräuln und das un­end­li­che Leid des Krie­ges, die es ohne die deut­schen Welt­machts­plä­ne – nicht nur Hit­lers – nicht ge­ge­ben hätte.
Am 8. Mai wol­len zum ach­ten Mal in Folge hun­der­te Nazis durch die Pee­ne­stadt Dem­min mar­schie­ren, um die Ge­schich­te zu ver­dre­hen. Längst hat sich die­ser Auf­marsch fest im Ter­min­ka­len­der der Na­zi­sze­ne Meck­len­burg-​Vor­pom­merns eta­bliert. Las­sen wir sie nicht un­ge­stört ihren Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus ver­brei­ten! Ver­schie­de­ne Bünd­nis­se und In­itia­ti­ven wer­den auch in die­sem Jahr bun­ten Pro­test und Wi­der­stand gegen den Spuck der Nazis or­ga­ni­sie­ren.

8. Mai: Tag der Befreiung! Nazis in Demmin blockieren!

Keinen Fußbreit den Faschist_innen!

Bleibt auf dem Laufenden und informiert euch! Nutzt dazu auch folgende Kanäle:

Kampagnenseite: ino.blogsport.de/Befreiung/
Facebook: TagDerBefreiung
Twitter: infonordost
Hashtag: #tagderbefreiung
e-Mail: infonordost[ätt]systemausfall.org

Pressemitteilung: Start der Kampagne zum 70. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus am 27.01.2015

++ Kampagne zum 70. Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus startet am 27. Januar +++ Jetzt Material bestellen +++ Hintergrundartikel, Forschungs- und Zeitzeugenberichte sowie weitere Beiträge werden veröffentlicht +++ Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin geplant +

Pressemitteilung des Infoportals für antifaschistische Kultur und Politik aus Mecklenburg-Vorpommern (INO) vom 26.01.2015

Greifswald/Rostock, der 26. Januar 2015. Am 27. Januar 2015, dem 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, startet das Infoportal für antifaschistische Kultur und Politik aus Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Kampagne „8. Mai 2015 – 70 Jahre Befreiung vom deutschen Faschismus“. Das Portal informiert seit Februar 2012 regelmäßig über Aktivitäten der rechtsradikalen Szene und den zivilgesellschaftlichen Widerstand.


Bild: Rotarmisten posieren in Berlin. Im Hintergrund das Brandenburger Tor.

Bis zum 8. Mai, dem Jahresstag der Kapitulation Hitler-Deutschlands, werden in Mecklenburg-Vorpommern zehntausende Flugblätter mit Hilfe vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger an die Haushalte verteilt, um an dieses historische Datum zu erinnern. Zusätzlich veröffentlicht die Initiative eine umfangreiche Broschüre zum Dritten Reich, der unter anderem das KZ-System im heutigen Mecklenburg-Vorpommern beleuchtet wird.

Neofaschisten marschieren seit Jahren am 8. Mai durch die Peenestadt Demmin, um die Besetzung der Stadt im April 1945 durch die Rote Armee historisch zu verzerren und für ihre menschenverachtende Ideologie zu vereinnahmen. Die Kampagne wird ein Teil der Proteste gegen den Naziaufmarsch sein.

Janin Krude, Sprecherin des Infoportals erklärt dazu: „Unser Anliegen ist es besonders Jugendliche für die Verbrechen des historischen Faschismus zu sensibilisieren und damit auf Gefahren der „neuen“ Nazis aufmerksam zu machen. Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sind uns unserer Gesellschaft immer noch stark verankert, das zeigt nicht zuletzt der stärker werdende Zulauf des Pegida-Ablegers MVGIDA. MV ist das einzige Bundesland, in dem die rechtsradikale NPD im Landtag sitzt. Aufklärung ist hier also besonders notwendig.“

Zum Hintergrund:
Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht und damit defacto Hitler-Deutschland bedingungslos. Über 60 Millionen Menschenleben kostete der 1939 von Deutschland aus entfesselte Krieg. Im Schatten des Krieges bauten die Nazis ein Netzwerk von Konzentrationslagern auf, in denen Menschen die nicht in ihre „Volksgemeinschaft“ passten, unter menschenverachtenden Bedingungen für die deutsche Kriegswirtschaft arbeiten mussten oder qualvoll ermordet wurden. Auch in MV gab es mehrere KZ-Außenlager.

Material zur Kampagne, wie Flyer, Broschüren, Button, Plakate, Aufkleber etc. können via Mail besrtellt werden.

Kontaktdaten:
Homepage: ino.blogsport.de
Kampagnenseite: ino.blogsport.de/befreiung (ab 27.01.15 online)
Facebook: TagDerBefreiung
Twitter: infonordost
Hashtag: #tagderbefreiung
e-Mail: infonordost[ätt]systemausfall.org

Dokumentation: „Auschwitz – Bilder aus der Hölle“

Der Name Auschwitz-Birkenau wurde zum Synonym für den nationalsozialistischen Massenmord an den Juden. Zwischen 1940 und 1945 wurden allein in diesem Vernichtungslager über 1,1 Millionen Menschen ermordet. Zwar konnten die Abläufe des systematischen Mordens durch Dokumente und Zeugenaussagen genau rekonstruiert werden – aber es existieren nur wenige Fotografien aus den Todeslagern. Bis vor kurzem gab es nur ein einziges bekanntes Album mit Aufnahmen aus Auschwitz, die im Mai oder Juni 1944 von einem SS-Mann angefertigt wurden und zeigen, wie deportierte ungarische Juden am Gleis selektiert, registriert und ausgeplündert werden; die eigentliche Tötung wurde nicht im Bild festgehalten.

Das Album wurde von der KZ-Gefangenen Lilly Jacob in einer verlassenen SS-Kaserne im Lager Dora-Mittelbau entdeckt und später der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem übergeben. Ende 2006 tauchte überraschend ein weiteres Album auf, das aus dem Nachlass eines US-Colonels in den Besitz des United States Holocaust Memorial Museum überging. Die in der Dokumentation „Auschwitz – Bilder aus der Hölle“ erstmals fürs Fernsehen aufbereiteten Fotografien zeigen Schnappschüsse aus dem Alltagsleben von KZ-Wärtern – oft sind es Freizeitaktivitäten, die durch ihre Alltäglichkeit in besonders starkem Kontrast zum Horror des Lagerlebens stehen. Mit den Bildern der beiden Alben, Berichten von Überlebenden und Experteninterviews zeichnet die Sendung ein vielschichtiges Bild des Alltags in Auschwitz und der erschreckenden Banalität des Bösen, die die Täter kennzeichnet.




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