Archiv der Kategorie 'Der März wird Fett ... im Nordosten! 2013'

Wismar: 2-tägiger Streetart Workshop beginnt morgen

Die Aktionswochen „Der März wird fett“ waren bis jetzt schon ein Kracher, der mit so manch kleineren und größeren Überraschungen aufwartetete. Doch der März ist noch längst nicht vorbei und so geht es ab morgen in die nächste Runde alternativer Jugendkultur.

Der Streetartworkshop im Tikozigalpa steht vor der Tür – im Gegensatz zum Frühling. Los geht es am Karfreitag um 14 Uhr. Der Zeitplan ist für den Freitag nahezu Open end. Der 2. Tag, Samstag, beginnt um 13 Uhr und endet am späten Nachmittag, damit alle noch rechtzeitig nach Schwerin zum Konzert mit Neonschwarz kommen.

Bitte denkt daran, dass wir für den Streetartworkshop eine Teilnehmergebühr von 5€ pro Person erheben.

Hier noch eine kleine Liste an Sachen, die ihr mitbringen solltet oder könntet:
- Klamotten die ruhig den ein oder anderen Farbspritze abbekommen können
- evtl. Cuttermesser oder Skalpelle
- Pappe zum schnibbeln
- Vorlagen und Zeichnungen
- Graffiti- und Streetartfilme/ -videos
- Stifte zum zeichnen
- Permanentmarker wie Eddings
- gute Laune und Bock zu basteln!

Generell ist einiges an Material da. Dennoch wäre es gut das ihr wenn möglich, die Dinge mitbringt.

Neofaschist_Innen sind von dem Workshop selbstverständlich ausgeschlossen.

Veranstaltung „Neofaschismus in MV – Strukturen und Erscheinungsformen“ in Neukloster, Schwerin & Gadebusch

Anhand lokaler Beispiele wird ein einführender Überblick zur neonazistischen Szene in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Dabei findeten auch die lokalen Strukturen und Merkmale Berücksichtigung.


Bild: Tag „Nazis raus!“

Das Aussehen von Nazis hat sich in den letzten Jahren gravierend geändert. Das Bild des Nazi Skinheads, welches die Wahrnehmung der rechten Szene noch bis weit in die neunziger Jahre hinein geprägt hat, ist längst nicht mehr aktuell. Mittlerweile lässt sich beobachten, dass die Anhängerinnen von neonazistischer Ideologie sich hinter einer Vielzahl kultureller Ausdrucksformen (Symbolik, Zahlen, Kleidermarken, Musik) verstecken. Außerdem versuchen sie auf immer mehr Jugendkulturen bis hin zum Rap und Hardcore Einfluss auszuüben. Der Vortrag gibt einen Überblick über diese Entwicklung und thematisiert die Auswirkungen des gewandelten Erscheinungsbildes und der Vorgehensweise des Neonazismus.

Orte & Termine:

Neukloster (in der Jugendscheune)
Am 25.März 2013 ab 18 Uhr

Schwerin (im Pauls Kirchen Keller)
Am 26.März 2013 ab 18 Uhr

Gadebusch (im Kulturbeutel)
Am 27.März 2013 ab 18 Uhr

Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Neofaschist_Innen ist der Zutritt untersagt. Eine gemeinsame Veranstaltungsserie der Sozialen Bildung e.V. und den Aktionswochen „Der März wird FETT … im Nordosten“.

Wismar: Filmvorführung „Strike Bike – Eine Belegschaft wird rebellisch“ am 12.03.2013 im Tikozigalpa

Am 12. März wird im Wismarer Tikozigalpa im Rahmen der Aktionswochen „Der März wird fett“ der Dokumentarfilm „Strike Bike – Eine Belegschaft wird rebellisch“ gezeigt. Der Film behandelt die Ereignisse des Arbeitskampfes der Fahrradfabrik Nordhausen. 2007 wurde die Fabrik defacto besetzt und in einer selbstverwalteten Produktion die Herrstellung der berühmten „Strike Bike“ emöglicht.

Im Zentrum der Dokumentation stehen die Arbeiterinnen und Arbeiter von Bike Systems. Sie kommen selbst zu Wort und erzählen ihre Geschichte. Sie berichten über die Schwierigkeit, eine Betriebsbesetzung zu organisieren, wie die Idee, ein Fahrrad zu produzieren, geboren wurde und warum nach nur einer Woche wieder Schluss war. Was am Ende bleibt, ist die unbezahlbare Erfahrung, die die Kolleg_Innen gemeinsam gesammelt haben – und ein rotes Fahrrad, das beweist, dass Selbstverwaltung der Produktion funktionieren kann.

Los geht’s 18Uhr30. Der Eintritt ist frei. Neofaschist_Innen haben keinen Zutritt.

Wismar: Filmvorführung „WADIM – Tod nach Abschiebung“ am 14.03.2013

Ein Dokumentarfilm von Carsten Rau und Hauke Wendler

Wadim K. ist in Deutschland aufgewachsen, zur Schule, zum Sport und in die Ministrantengruppe gegangen. Er sprach deutsch, er hatte deutsche Freunde, er fühlte sich als Deutscher. Doch einen deutschen Pass hat Wadim nie erhalten, weil er mit seiner Familie 1992 als Flüchtling nach Hamburg kam.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion fühlen sich Wadims russischstämmige Eltern in Lettland nicht mehr sicher. Doch in Deutschland wird ihr Asylantrag abgelehnt. Es folgen 13 Jahre zwischen Duldungen, Arbeitsverbot und Sammelunterkünften. Die Eltern brechen unter dem Druck zusammen, erkranken an schweren Depressionen. Die Kinder sind mehr und mehr auf sich gestellt.

2005 versucht die Ausländerbehörde die Familie abzuschieben. Der nächtliche Einsatz endet im Desaster: Die Mutter schneidet sich die Pulsadern auf, der Vater landet in der Untersuchungshaft. Wadim wird mit 18 Jahren allein nach Lettland abgeschoben – in ein Land, an das er sich kaum erinnern kann. Fünf Jahre lang sucht er ein neues Zuhause für sich: Erst in Riga, später irrt er durch Frankreich, Belgien und die Schweiz, wird erneut nach Lettland deportiert. Bei seinem letzten, illegalen Besuch in Hamburg, im Januar 2010, nimmt Wadim sich das Leben. Er ist 23 Jahre alt.

Der 90-minütige Dokumentarfilm ‚WADIM‘ setzt das Mosaik eines kurzen Lebens zusammen, das für 87.000 andere Menschen steht, die heute mit einer Duldung in Deutschland leben. Über Fotos und Videos aus dem Familienbesitz sowie über Interviews mit Wadims Eltern, Freunden, seiner Jugendliebe und anderen Zeitzeugen zeigt er, wie Wadims Familie zerbricht und sich der Junge verändert: Von einem fröhlichen Kind, das ein Gymnasium besucht und Fagott spielt, hin zu einem Getriebenen, der sein Zuhause verliert, in einem lettischen Obdachlosenheim landet und am Ende den eigenen Sorgen und Ängsten nicht mehr standhält.

Der Film zeigt eindringlich, wie Menschen kämpfen müssen, um in diesem Land einen Platz für sich zu finden. Ein halbes Jahr lang begleiten die Autoren Wadims Eltern, die in teils beklemmender Offenheit von ihren Hoffnungen, Träumen und ihrem Scheitern berichten. Dabei hinterfragt der Dokumentarfilm ‚WADIM‘ auch das starre Gerüst von Aufenthaltsrecht und Bürokratie, in dem der Einzelne nichts zählt. Er stößt beim Zuschauer Gedanken an, die angesichts der Integrationsdebatte in Deutschland hochaktuell sind: Wo gehört ein Mensch hin? Was ist Heimat? Und darf man sie jemandem per Gesetz wegnehmen?

Der Dokumentarfilm ‚WADIM‘ wurde mit dem Otto-Brenner-Preis ‚Spezial‘ 2012, dem Katholischen Medienpreis 2012 und dem SehStern für die ‚Beste Dokumentation 2011′ ausgezeichnet, einem Preis des NDR. Außerdem war der Film zu verschiedenen Festivals in Europa, Süd- und Nordamerika eingeladen, u. a. zu den Hot Docs in Toronto, dem größten Dokumentarfilmfestival des Kontinents.

Wann? 14.03.2013 ab 20Uhr30
Wo? Tikozigalpa Wismar

Aktionstage „Der März wird fett… im Nordwesten“ 2013 starten!

2012 startete „Der März wird fett“ – eine linke Veranstaltungsreihe –, die es so im Landkreis Nordwestmecklenburg noch nicht gab. Viele unterschiedliche Themen wurden aufgegriffen und behandelt, so u.a. die Todesstrafe, die Musikrichtung Hatecore und die rassistische staatliche Asylpolitik Deutschlands.
Gemeinsam konnten Erfolge gefeiert werden, Anbetracht der Ansprüche und der real gewonnenen Erfahrungen wurde aber klar, dass der Blick auf die Region NWM in den Grenzen des Landkreises nicht ausreicht. 2013 wird deshalb einiges anders.

Die ländliche Region erreichen, bedeutet dieses Jahr neue Veranstaltungsorte für links-alternative Politik und Kultur zu finden, sie zu nutzen und ein neues Publikum anzusprechen. Dabei geht es unter anderem nach Schwerin, als Magnet für viele junge Menschen aus den umliegenden Dörfern, aber auch in Orte, wo es bisher wenige bis keine Angebote seitens parteiunabhängiger linker Gruppen gab.

In diesem Jahr gibt es keinen inhaltlichen Einzel-Schwerpunkt. Stattdessen könnt ihr aus einer bunten Palette an Veranstaltungen wählen, wo ihr euch einbringt. Es wird Vorträge, Filme und Workshops zu unterschiedlichsten Themen geben. Mit Konzerten in selbstverwalteten Hausprojekten in Schwerin, Gadebusch und Wismar wird auch genügend Zeit sein, einfach mal abzuschalten.

Infos, Termine und vieles mehr bekommt unter fettermaerz.blogsport.de oder auf Facebook.




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