Archiv der Kategorie 'Dresden Nazifrei 2014'

Dresden nazifrei 2014: Infos und wichtige Nummern für den 13. Februar

Obwohl gestern einige hundert Nazis, nicht zuletzt durch tatkräftige Hilfe der Polizei, durch die Dresdner Innenstadt marschieren konnten, gilt es auch heute mögliche Nazi-Aktionen zu stören und antifaschistische Veranstaltungen zu untestützen. Hier die wichtigsten Nummern für den Tag:

Infotelefon von Dresden Nazifrei: 0351-41884999
EA-Nummer (Nur Festnahmen melden): 0351-89960456
Die Demo-Sanitäter: 01577-0669654

Die Aktionskarte könnt ihr euch hier herunterladen.

Den Dresden nazifrei Ticker gibt es hier und auf Twitter werdet ihr hier auf dem Laufenden gehalten.

Dresden: Neues Verfahren gegen Antifaschisten wegen Antinazi-Protesten 2011

++ Neues Verfahren fast drei Jahre nach 2011 +++ Vorwurf „versuchter Totschlag +++ Abschreckungstaktik wird auch 2014 ins Leere laufen +

Pressemitteilung des Bündnisses Dresden Nazifrei vom 08.01.2014

Wie gestern bekannt wurde, wird laut einem Artikel der Sächsischen Zeitung vom 07.01. einem 23-jährigen Demonstranten das Abfeuern von Leuchtsignalen in Richtung zweier Polizist_innen vorgeworfen, was die Staatsanwaltschaft Stuttgart als versuchten Totschlag auslegt. In Zusammenhang mit weiteren Vorwürfen gegen den jungen Mann, die nicht im Rahmen des 19. Februars 2011 in Dresden geschehen sein sollen, soll ihm nun in Stuttgart der Prozess gemacht werden.

Silvio Lang, Sprecher des Bündnis „Nazifrei! Dresden stellt sich quer“ erklärt dazu: „Um es mit Stuttgarter Worten zu sagen: Das alles hat mehr als ein Geschmäckle! Angesichts der Schwere des Vorwurfes „versuchter Totschlag“ erst nach fast drei Jahren ein Verfahren zu eröffnen, ist allein schon merkwürdig. Hat dieser Vorwurf allein der Staatsanwaltschaft etwa noch nicht ausgereicht? Das erscheint unlogisch, vielmehr wurde hier wohl bewusst etwas konstruiert – zumal die angebliche Bedrohung durch zwei Leuchtkugeln doch mehr als fragwürdig ist. Es stellt sich – nicht erst nach Hamburg – die Frage, ob die sächsischen Verhältnisse ansteckend sind.“ Besonders aber die zeitliche Nähe zu den Protesten im diesjährigen Februar wird seitens des Bündnisses Dresden Nazifrei als Indiz für eine neuerliche Abschreckungstaktik gewertet. Offenbar wird hier wieder versucht, mit vollkommen übertriebenen Vorwürfen ein Schreckensszenario aufzubauen, um Menschen von den Gegenprotesten abzuhalten.

„Diese Taktik kennen wir bislang aus allen Aktionsjahren, seit dem Bestehen unserer Kampagne. Sie hat ihre Wirkung jedoch jedes Jahr verfehlt und wird auch 2014 keinen Erfolg haben.“, so Lang weiter. Das Bündnis wird auch 2014 an dem erfolgreichen Blockadekonzept und dem erprobten Aktionskonsens festhalten, dass von den Blockaden keine Eskalation ausgehen wird. „Unser Ziel ist es, auch in diesem Jahr zu verhindern, dass Geschichtsrevisionismus und Antisemitismus auf der Straße verbreitet wird“, verdeutlicht Lang die Pläne der Nazigegner abschließend.

Kinoclip Dresden Nazifrei 2014

Dresden Nazifrei präsentiert den ersten Mobiclip speziell fürs Kino! Hier seht ihr ihn neu und in der Vorpremiere, ab Januar dann auch auf der Leinwand. Ihr wollt den Clip auch in die Kinos eurer Stadt bringen? Kein Problem, sendet einfach eine Email an mobi[ätt]dresden-nazifrei.com.

Aufruf des Bündnisses Dresden Nazifrei 2014: Wieder Setzen! Nazis blockieren! Gegen Opfermythos und Naziaufmarsch

Sie lassen nicht locker: Seit vielen Jahren versammeln sich Nazis am und um den 13. Februar in Dresden zu einem sogenannten „Trauermarsch“. Am Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg wollen sie die Geschichte verdrehen und verbreiten den Mythos von der „unschuldigen Stadt“. Die von der Stadt betriebene problematische Tradition des „stillen Gedenkens“ bietet zusätzlich Anschlusspunkte, und so konnte sich in Dresden zeitweilig Massenblockaden. Durch die solidarische Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Bündnispartner_innen konnte das gemeinsame Ziel erreicht und die Nazis in Dresden gleich im ersten Anlauf gestoppt werden. Auch in den folgenden Jahren haben tausende Gegendemonstrant_innen Zivilen Ungehorsam geleistet und sich damit gegen Rassismus und Geschichtsrevisionismus positioniert. Mit ihrem Engagement setzten sie ein klares Zeichen: Damit kommt ihr hier nicht durch! Die deutlich ansteigende Beteiligung aus Dresden konnte die abnehmende bundesweite Mobilisierung ausgleichen. Nachdem sich 2012 ca. 1500 Neonazis zum Fackelmarsch versammelten, waren es 2013 noch ca. 800. Eines steht fest: der nationalistische Großaufmarsch ist und bleibt Geschichte!


Bild: Mehr als 2.500 Menschen beteiligten sich 2013 allein am „Täterspuren“-Rundgang in Dresden. (Foto eingebunden über www.dresden-nazifrei.com)

Das Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“ war von Beginn an mehr als ein reines Aktionsbündnis. Zu unserer Erfolgsgeschichte gehört auch der Mahngang „Täterspuren“. Mit ihm ist es uns gelungen, für die NS-Geschichte Dresdens zu sensibilisieren und einen Kontrapunkt zur offiziellen städtischen Erinnerungspolitik zu setzen. Um den Gedenkdiskurs in Dresden auch in Zukunft mit einer kritischen Perspektive zu begleiten, werden wir dieses Projekt fortführen.

Dem großen Engagement tausender Antifaschist_innen steht bis heute staatliche Repression entgegen. Immer noch kriminalisieren sächsische Behörden unseren Protest durch Ermittlungs- und Gerichtsverfahren. Dabei schreckte die Dresdner Staatsanwaltschaft nicht vor Beweismittelunterdrückung zurück und Polizist_innen tätigten Falschaussagen vor Gericht. Dass sie damit selbst bei der berüchtigten sächsischen Justiz nicht durchkommen, verdeutlichen Freisprüche und zahlreiche Verfahrenseinstellungen in den sogenannten „Blockadeprozessen“. Dennoch beharrt der Freistaat auf dieser Strategie der Einschüchterung. Dahinter steht die fatale Extremismusdoktrin, welche antifaschistisches Engagement mit Naziaktivitäten gleichsetzt. Vor dem Hintergrund des institutionellen Versagens bei den NSU-Morden ist dies umso skandalöser. Für uns steht fest: Antifaschismus können wir nicht dem Staat überlassen! Wir stehen weiterhin zusammen für Antifaschismus und gegen jeden Versuch autoritärer Einschüchterung.

Dresden hat immer noch eine hohe Symbolkraft für die Rechte Szene. Weiterhin melden Nazis über das ganze Jahr Aufmärsche und Kundgebungen an. Für uns als Bündnis „Nazifrei! – Dresden stellt sich quer“ steht fest: Wir werden wieder einschreiten, wenn Nazis im Februar erneut versuchen, Geschichte zu verklären und ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Die Erfahrung hat gezeigt: Sie zu ignorieren macht sie stärker. Wir waren bisher erfolgreich – wir werden es auch 2014 sein.

Unsere Strategie bleibt dabei das Erfolgskonzept der Blockade. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen.

Wir sind solidarisch mit allen, die unser Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern. Dabei bleibt es!

Und es bleibt auch dabei: Ziviler Ungehorsam ist unser Recht, Blockaden sind legitim.

Mach mit! Sei dabei – No pasaran!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Aktuelle Infos immer zeitnah bei uns oder unter Dresden-nazifrei.com.

Dresden? Nazifrei! – Auftaktaktionen für die Kampagne 2014

Auch für den Februar 2014 haben Neonazis angekündigt, in Dresden wieder einen Aufmarsch durchführen zu wollen. Und wie in den letzten drei Jahren wird das Bündnis Dresden Nazifrei gemeinsam mit vielen anderen Initiativen auch nächstes Jahr wieder versuchen, ihnen dabei erfolgreich den Tag zu vermiesen.


Bild: Egal wo, egal wann – Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht!

Um den Auftakt für die Kampagne 2014 angemessen zu begehen, werden diesen Freitag unter dem Motto „Wenn hier Nazis wären, würden wir blockieren!“ mehrere Aktionen im Dresdner Stadtgebiet durchgeführt, um die Menschen auf unser Anliegen aufmerksam zu machen und an die erfolgreichen Blockaden der letzten drei Jahre zu erinnern. Dazu sind alle Sympathisant_Innen des Bündnisses herzlich eingeladen!

Los geht es ab 17 Uhr mit einer Kundgebung am Albertplatz und einem kurzen Lauf zum Schlesischen Platz am Bahnhof Neustadt. Parallel wird es im Stadtgebiet mehrere kleine Aktionen an den Orten geben, an denen wir in den letzten Jahren Blockadepunkte aufgebaut haben, unter anderem in der Parkstraße und am Sternplatz. Den großen Abschluss bildet ab 18 Uhr eine Aktion auf der Prager Straße (nähe Dr.-Külz-Ring), wo unter anderem der Aufruf für 2014 unter die Leute gebracht werden wird. Egal ob Dresden, Dortmund, Friedland oder anderswo:

Naziaufmärsche blockieren ist unser Recht!




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