Archiv der Kategorie 'JN-Aufmarsch am 20.10.2012 in Wismar verhindern!'

Wismar: Bündnis “Wismar Nazifrei” stellt offizielles Plakat vor

Das Bündnis „Wismar Nazifrei“, stellte unlängst sein offizielles Plakat vor. Dieses ruft dazu auf, sich für ein Nazi-freies Wismar einzusetzen, unter dem Motto „gemeinsam engagieren – protestieren – demonstrieren“. „Alle Bürgerinnen und Bürger können dieses in der Region frei verbreiten.“, so der Pressesprecher Hans-Georg Woest.

Das Plakat kann als Kopiervorlage auf der Bündnis-Internetadresse unter wismarnazifrei.blogsport.eu heruntergeladen werden.

Weitere Informationen, wie diverse aktuelle Kundgebungsorte, Pressemitteilungen und Ziele von „Wismar Nazifrei“ werden dort veröffentlicht. „Über die Plakatverbreitung hinaus, freut sich das Bündnis natürlich über eine breite Beteiligung an den Protesten in Hör- und Sichtweite des JN-Aufmarsches.

Wismar: Informations- und Mobilisierungsveranstaltung zur Antifa-Demonstration kommenden Sonnabend

Am 16. Oktober wird es im Wismarer TIKO einen Vortrag zum anstehenden JN-Aufmarsch am 20.10 in Wismar geben. Hierbei wird unter anderem auf den bundes- und landesweiten Kontext, in dem der Aufmarsch der Neonazis zu betrachten ist, näher eingegangen. Auch der Personenkreis hinter den „Jungen Nationaldemokraten“ soll beleuchtet werden. Darüber hinaus werden weitere Informationen zur geplanten Antifa-Demonstration bekannt gegeben.

Wo? Infocafé „Theorie, Kritik und Cola“ im Tikozigalpa (Dr.-Leber-Straße 38, 23966 Wismar)
Wann? Dienstag: 16.10.12, ab 19Uhr

Groß Krams: JN-Vize-Bundesvorsitzender geoutet!

Am 11.10.2012 outeten Antifaaktivist_innen den JN-Vize-Bundesvorsitzenden Sebastian Richter und seine Frau Madlen im mecklenburgischen Groß Krams. Das kaum einhundert Einwohner zählende Dorf Groß Krams bei Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern liegt mitten in einer der Hauptsiedlungsregionen bundesdeutscher Neonazikader.


Bild: Outing Plakate in Groß Krams. (Foto: linksunten.indymedia.org)

Auch Madlen und Sebastian Richter suchten hier Ruhe und ein „naturnahes“ Leben. Als Vize-Bundesvorsitzender der „Jungen Nationaldemokraten“ kommt Sebastian Richter eine wichtige Rolle in der Nachwuchsarbeit für die neonazistische NPD zu. Auch in Mecklenburg-Vorpommern verstärkten sich in den letzten 1 1/2 Jahren die Aktivitäten der hiesigen JN-Strukturen stark. Am 20. Oktober wagt es der hiesige Landesverband erstmals eine selbstorganisierte Demonstration in der Hansestadt Wismar durchzuführen. Antifaschist_innen nehmen dies zum Anlass, über die JN, ihre Kader und Mitglieder aufzuklären, der JN ein Gesicht zu geben und Sebastian und Madlen in ihrer Dorfgemeinschaft aus der Anonymität zu holen.

Im folgenden wird das verteilte Flugblatt dokumentiert:

„Achtung Neonazis!

Seit kurzer Zeit wohnt das Ehepaar Sebastian und Madlen Richter in ihrer Nachbarschaft im Uhlenhorst 4 / Groß Krams. Bei ihren neuen Nachbarn handelt es sich um bundesweit bekannte Neonazis. Der aus Hoyerswerda stammende Sebastian Richter war zunächst eine führende Person des freien Kameradschaftsspektrums, bewies sich später innerhalb der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN), ist seit 2006 Bundesvorstand der Nachwuchsnazis aktiv und mittlerweile zum Bundesvorsitzenden der JN aufgestiegen. Ebenso ist seine Frau Madlen, die einen kleinen Handwerksladen in Lübtheen betreibt, als einschlägige Naziaktivistin bekannt. Stammt sie einst aus der verbotenen millitanten „Kameradschaft Tor“ (Berlin), steht sie nun der ältesten existierenden neonazistischen Frauenorganisation „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ (GDF) nahe. Auch das kleine unscheinbar wirkende Einfamilienhaus am Ortsausgang, in dem sich beide niedergelassen haben, ist in den vergangenen Jahren als Wahlkampfbasis der NPD genutzt worden und gehört einem Naziskinhead aus Schleswig-Holstein, der zudem der verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HJ) nahestand.

Vorbild Hitlerjugend

Durch den völkisch-rassitischen Bund der HDJ, der wegen seiner „Wesenverwandschaft mit dem Nationalsozialismus, insbesondere der Hitlerjugend“ verboten wurde, hat es die beiden Neonazis wohl nach Groß Krams verschlagen. So war Sebastian Richter selbst an der Durchführung von HDJ-Ferienlagern beteiligt, in denen Kinder und Jugendliche in Uniformen vor Zelten wie dem „Führerbunker“ scheinbar unbeschwert spielen. Ziel des Camps war jedoch die bloße Indoktrination der Kinder mit nationalsozialistischem Gedankengut und die körperliche Ertüchtigung zur Förderung einer „wehrhaften Generation“. Im Zuge des Verbots der HDJ war Richter auch von einer bundesweiten Razzia betroffen, was ihn jedoch nicht davon abhielt sich weiter für diese NS-Erlebniswelt zu engagieren. So ist er ein führendes Mitglied der „Interessengemeinschaft Fahrten und Lager“, eines elitären, konspirativen Zusammenschlusses innerhalb der JN, der kurz nach dem HDJ-Verbot verstärkt aktiv wurde und Kindercamps im gleichen Stil organisiert. Aus diesem Grund wurde seine Wohnung abermals am 21. Dezember 2012 im brandenburgischen Hohen-Neuendorf durchsucht. Der Vorwurf: Weiterführung der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ sowie der Lager zur Erziehung nach dem Vorbild der Hitlerjugend. Als ein Indiz für die HDJ-Nachfolge gilt der heimlich verteilte Jahreskalender für den Richter wohl mitverantwortlich ist und in dem unverholen die Leitsätze der SS hochgehalten werden und Adolf Hitler als heldisch-soldatischer Idealtyp glorifiziert wird. Darüber hinaus war Sebastian Richter aktiver Teil des seit letzten Jahres verbotenen Netzwerkes „Spreelichter“, welches im ganzen Bundesgebiet durch unangemeldet Aufmärsche auffiel, bei denen die Teilnehmenden maskiert und – wie einst die NSDAP – nächtlich mit Fackeln durch Kleinstädte zogen. Die „Elite“ des Naziwuches innerhalb der „Jungen Nationaldemokraten“ stieg Sebastian Richter durch sein Engagement recht schnell zum Bundesvorsitzenden auf. Er war 2007 beispielsweiss Gründungsmitglied der ersten JN-Stützpunktes in Brandenburg, der JN-Oranienburg und meldete in der Folgezeit mehrere rechte Kundgebungen in und um Oranienburg an. Vermehrt trat er von nun an auch als Redner auf neonazistischen Veranstaltungen auf. Dabei machte er nur selten einen Hehl aus seiner reaktionären und menschenverachtenden Weltanschauung. „Die Sinnlosigkeit des modernen Lebens [würde] geradezu gebieterisch nach einer neuen Ordnung [verlangen]. […] Diese neue Hoffnung und die Träger dieser neuen Hoffnung haben einen Namen: Nationaler Sozialismus“, hieß es seinerseits auf einer Demonstration im brandenburgischen Luckenwalde am 23. Mai 2009, während die übrigen Nazis Parolen wie „Das System ist am Ende – wir sind die Wende!“ und „Ein Hammer, ein Stein – ins Arbeitslager rein!“ skandierten. Auch am Rande von Demonstrationen fällt Sebastian Richter dadurch auf, dass er VertreterInnen der Presse bedrängt und gewalttätig angreift, wie beispielsweise am 1. Mai 2012 in Neubrandenburg. Seiner Wahnvorstellung nach einem nationalsozialistischen Führerstaat mit einem vermeintlich blutsreinen Volk verleiht er aktuell auf bundesweit gehaltenen Vorträgen (z.B. in Grevesmühlen), Nachwuchsschulungen (z.B. in Lübtheen) und Kameradschaftsabenden (z.B. in Westmecklenburg) Ausdruck. Dabei geht es stets um die „Blut- und Boden“ – Ideologie sowie das vermeintlich Aussterben eines „blutsdeutschen Volkes“. Ziel seiner Veranstaltungen ist es nach Bekunden, den Aufbau von JN-Strukturen flächendeckend voranzutreiben und „weltanschaulich gefestigte Menschen [zu] erziehen, die den Kern einer künftigen Freiheitsbewegung bilden sollen“. Seine Gedanken schweifen hier wohl ganz klar in Richtung Hitlerjugend, SS und SA. Zuletzt trat er öffentlich am 1. September 2012 als Veranstaltungsleiter eines JN-Fussballtuniers in Velten (Oberhavel) auf. Dort begrüßte er freundschaftlich den Berliner Rechtsterroristen Marcus Bischoff, der als Mitglied des „Weisenseer Arischen Widerstands“ mehrere Brandanschläge sowie eine Attacke mit einer Handgranate auf Flüchtlingsunterkünfte verübte. Das Spiel beendete Richter mit dem Ergebnis „BRD 14 – Volkstreue Jugend 88“. Der Zahlencode14 steht für die rassistische Losung (aus dem Englischen übersetzt): „Wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft für die weißen Kinder sichern.“ Die 88 steht für „Heil Hitler“.

Ein Leben für den Nationalsozialismus

Sebastian Richter und seine Frau Madlen sind somit keine unbescholtenen Menschen aus ihrem Dorf. Trotz ihres bürgerlichen Auftretens handelt es sich bei diesen beiden Personen um gefestigte Neonazis, die ihr ganzes Leben nach diesem Wahn ausrichten und dafür auch bundesweit kämpfen. Einen neuen Nationalsozialismus mit all seinen mörderischen Folgen. Zu errichten. Vor allem Sebastian Richter nimmt dabei die Rolle des politischen Vordenker einer Bewegung ein, die seit 1990 bereits über 180 Menschen getötet hat. Was Richter in seinen Vortragsabenden fordert, hat beispielsweise der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) versucht in die Tat umzusetzen: Alle Menschen, die fremd erscheinen, zu beseitigen – egal mit welchen Mitteln!

Zeigen Sie Sebastian und Madlen Richter, was Sie von Personen mit menschenverachtenden Einstellung halten und lassen Sie sich nicht auf Relativierungen und Gesprächsversuche der Beiden ein.

Kein Platz für völkische Rassisten – Nazis aus der Deckung holen!“

Übernommen von linksunten.indymedia.org nach einer CC-Lizenz, verfasst von „antifa.“.

Wismar: Noch eine Woche bis zum Naziaufmarsch

Kommenden Sonnabend, am 20. Oktober, wollen die „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) in der Hansestadt Wismar unter dem Motto „Wir wollen Leben“ aufmarschieren. Etwa 300 Neofaschist_Innen will der Jugendverband der NPD am Wismarer Bahnhof versammeln.

Die Marschroute
Noch ist die Route der Nazis nicht bekannt, dennoch kommen trotz der teilweise sehr verwinkelten Straßenzüge in Wismar nur einige grobe Marschrouten in Frage. Kommenden Sonnabend findet in Wismar ein Oberliga Fußballspiel des FC Anker Wismar gegen den FSV 63 Luckenwalde statt. Es ist möglich, dass die Nazis dort lang marschieren wollen, um Fans der beiden Fußballklubs zu agitieren, vielleicht untersagt das Ordnungsamt aus Sicherheitsgründen diesen Weg. Auch ein Durchmarsch durch die Plattenbaugebiete mit hohem NPP-Wähler_Innenanteil ist nicht ausgeschlossen. Die endgültige Marschroute wird wahrscheinlich erst wenige Tage oder sogar Stunden vorher bekannt gegeben.


Bild: Plakat der Antifa Gegendemo „Kein Leben ohne Freiheit“.

JN in MV
Die JN ist in Mecklenburg-Vorpommern ein relativ junger und kleiner Landesverband. Seit knapp drei Jahren können in MV vermehrt Aktivitäten des NPD-Jugendverbandes, der bundesweit über gerade einmal 300 bis 400 Mitglieder verfügt, beobachtet werden. Der Aufmarsch in Wismar dient augenscheinlich der weiteren Bekanntmachung der JN in einem Bundesland, dessen rechte Szene stark durch sogenannte „Autonomen Nationalisten“ und Nazi-Kameradschaften geprägt ist. Einen tiefer gehenden Artikel dazu findet ihr hier.

Schleppende Mobilisierung
Die Mobilisierung für den JN-Aufmarsch läuft auch eine Woche vor dem geplanten Aufzug mehr als schleppend. Zwar wurden in Wismar und Umgebung mehrmals Plakate verklebt, aber sonst sieht und hört mensch in der Region kaum etwas von dem bevorstehenden Nazi-Spektakel. Auf einer eigens für den Aufmarsch eingerichteten Facebook-Seite ist auch nicht viel los. Knapp 300 Personen haben die Seite bisher „geliked“, ob diese aber auch alle nach Wismar kommen, bleibt abzuwarten.
Auf Mupinfo, einem NPD-nahen Internetportal, wurde ein Mobi-Jingle veröffentlicht und eine Anzeige für den Aufmarsch geschaltet. Dennoch, weder auf Facebook, noch auf Mupinfo scheint jemand dem vermeintlichen Event entgegen zu fiebern. Kaum Kommentare auf dem bei Mupinfo veröffentlichen JN-Aufruf und noch weniger Posts auf Facebook zeugen nicht gerade von einer eifrigen Vorfreude der hiesigen Naziszene. Seit über zwei Wochen ist auf der JN-Mobiseite kein einziger Eintrag mehr erschienen.


Bild: Nazi-Plakat, die zusammen mit den Mobi-Plakaten für den 20.10. gekleistert wurden. Die meisten von ihnen wurden innerhalb weniger Tage überklebt, abgerissen oder auf andere Art unschädlich gemacht.

Die Gegenaktionen
Kurz nach Bekanntwerden des geplanten Naziaufmarsches wurde eine Gegendemonstration unter dem Motto „Kein Leben ohne Freiheit“ angemeldet. Diese wird zeitlich vor dem Naziaufmarsch beginnen und endet voraussichtlich während des Beginns des Naziaufmarsches. Das neugegründete Bündnis Wismar nazifrei, das aus verschiedenen Verbänden, Parteien- und Parteijugenden sowie mehreren Einzelpersonen besteht, plant Protestaktionen in Hör- und Sehweite des Naziaufmarsches. Mehrere Kundgebungen sind dazu bereits angemeldet worden. In einer unlängst verabschiedeten Resolution heißt es:
„Wir unterstützen die Antifa-Demonstration “Kein Leben ohne Freiheit – NPD und JN bekämpfen”. Wir wollen unseren Protest in Sicht- und Hörweite zu dem Naziaufmarsch kundtun. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die diese Ziele gemeinsam mit uns verfolgen.“


Bild: Graffiti „Nazis boxen – 20.10. Wismar“ in Sandhagenn Nähe Wismar.

Dass die Jungen Nationaldemokrat_Innen tatsächlich 300 Nazis in die Hansestadt Wismar mobilisiert bekommen, ist mehr als fraglich. Überhaupt ist scheint ein JN-eigener Aufmarsch sehr ehrgeizig für den Nordosten der Bundesrepublik. Ebenfalls kommenden Sonnabend will die JN im Süden Deutschlands in Coburg aufmarschieren. Der Aufmarsch in Wismar könnte vor diesem Hintergrund also auch von der Bundes-JN angeordnet worden sein. Dies würde zumindest die langsame Mobi und die regelrechte Lustlosigkeit der rechten Szene in MV erklären. So oder so:

Wir sehen uns in Wismar!

Bestandsaufnahme der „Jungen Nationaldemokraten“ in MV

Seit 2009 tritt der nordöstliche Landesverband der „Jungen Nationaldemokrat_Innen“ (JN) – die Jugendorganisation der neofaschistischen NPD – ab und an öffentlich in Erscheinung. Mit verschiedenen Aktionen und JN-internen Veranstaltungen arbeitet sich der Landesverband langsam in die rechte Szene MVs, die sonst von den „Freien Kameradschaften“ dominiert wird, vor. Einen Überblick über die Entwicklung, die Aktionen und die „Führer“ der Parteijugend beleuchtet ein kürzlich veröffentlichter Artikel im Zusammenhang mit den Gegenaktivitäten zum bevorstehenden JN-Aufmarsch am 20. Oktober in der Hansestadt Wismar. Den Artikel findet ihr unter wismar2012.blogsport.eu.

Wismar: Gründung des Bündnis „Wismar Nazifrei“ gegen den JN- Aufmarsch 20.10.2012

Am 20.Oktober haben die „Jungen Nationaldemokraten“ Wismar als Aufmarschort gewählt, um ihren völkischen Wahn auf den Straßen zu verbreiten. Wismar und die Menschen der Region lassen dies nicht unbeantwortet.Das Bündnis „Wismar Nazifrei“ – ein Zusammenschluss aus Vereinen, Initiativen, demokratischen Parteien und Vertretern des Bündnisses „Antifa-MV“ – ruft alle auf, ihren Protest gegen die NPD und JN aktiv kundzutun.

Am Dienstag, 9.10.2012, hat sich das Bündnis „Wismar Nazifrei“ gegründet. Das Ziel sind Proteste in Sicht- und Hörweite entlang der Naziroute. Einer der Pressesprecher des Bündnisses Michael Deppe äußert sich dazu: „Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die das gleiche Ziel verfolgen. Wir erklären uns auch solidarisch mit der geplanten Antifa-Demo und rufen an dieser Stelle dazu auf, an dieser teilzunehmen. Von uns wird keine Eskalation ausgehen.“

Um 10.00 Uhr beginnt der gemeinsame Demonstrationszug gegen den Naziaufmarsch. Der Protest wird auf einer Kundgebung am Ende der Demonstration fortgesetzt.

Vom Bündnis „Wismar Nazifrei“ selbst geplant sind für den Tag mehrere Kundgebungen, die in der Nähe der Naziroute stattfinden sollen. Die Kundgebungen werden im Anschluss der Demonstration stattfinden. Es werden Informationsstände aufgebaut, an denen u.a. zu den Themen JN- und NPD-Strukturen Materialien erhältlich sind.

Das Bündnis wünscht sich einen breiten sowie bunten Protest und ruft alle Menschen dazu auf, ihren Unmut über die Naziideologie auf die Straße zu tragen.

Mehr Infos unter: wismarnazifrei.blogsport.eu

Rostock: Mobiveranstaltung „Kein Leben ohne Freiheit!“

Am Montag dem 15.10.2012 gibt es im Cafe Median um 19.30 Uhr eine Mobi-Veranstaltung. Der Vortrag soll euch über die geplanten Gegenproteste anlässlich der JN-Demonstration in Wismar am 20.10. informieren.

Kommt mit uns am 20. Oktober 2012 nach Wismar, um mit einer antifaschistischen Demonstration gegen den geplanten Aufmarsch der „Jungen Nationaldemokraten“ auf die Straße zu gehen! Mit ihrem ersten größeren öffentlichen Auftritt plant die Jugendorganisation der NPD an diesem Tag, ihre menschenverachtende, rassistische und völkische Ideologie öffentlichkeitswirksam darzustellen – Das können und wollen wir nicht unbeantwortet lassen!

Mehr Infos: wismar2012.blogsport.eu

Schwerin: Mobiveranstaltung im Komplex zur Antifademo in Wismar

Am Dienstag, den 16.10.2012 wird um 19 Uhr im Komplex Schwerin eine Mobiveranstaltung zur Antifademo am 20.Oktober in Wismar statt finden. Die Antifademo wird als Protest zum geplanten JN-Aufmarsch durchgeführt.

Weitere Infos unter wismar2012.blogsport.eu.

Nazis, Bullen und andere Arschlöcher sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Der Veranstalter, Knackpunkt e.V., behält sich vor vom Hausrecht Gebrauch zu machen.

Geschichte, Ideologie und politische Praxis der JN

In etwa zweieinhalb Wochen will die Jugendorganisation der NPD mit 300 Personen durch die Hansestadt Wismar marschieren. Bereits wenige Tage nach Bekanntwerden des Aufmarsches formierte sich Widerstand. Die linke Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt meldete eine Gegendemonstration an. Unter dem Motto „Keine Leben ohne Freiheit!“ wird nun zu um 10Uhr zum Hauptbahnhof in Wismar mobilisiert.
In einem aufschlussreichen Artikel setzt sich das Bündnis mit „Geschichte, Ideologie und politische Praxis der „Jungen Nationaldemokraten“ innerhalb der deutschen Neonazi-Szene“ auseinander.

Wismar: Aufruf zur Antifa-Demo am 20.Oktober 2012

Kein Leben ohne Freiheit – NPD und JN bekämpfen!

Kommt mit uns am 20. Oktober 2012 nach Wismar, um mit einer antifaschistischen Demonstration gegen den geplanten Aufmarsch der „Jungen Nationaldemokraten“ auf die Straße zu gehen! Mit ihrem ersten größeren öffentlichen Auftritt plant die Jugendorganisation der NPD an diesem Tag, ihre menschenverachtende, rassistische und völkische Ideologie öffentlichkeitswirksam darzustellen – Das können und wollen wir nicht unbeantwortet lassen!

JN aus der Deckung holen!

Nach außen verstärkt wahrnehmbar agieren die „Jungen Nationaldemokraten“ seit 2010 in Mecklenburg Vorpommern. Neben Verteilaktionen vor Schulen und der Teilnahme an rechten Demonstrationen durch die Pampa MV’s versuchten sie sich seitdem ebenso an sogenannten Bildungswochenenden. Die Verzahnung zwischen der NPD und ihrer Jugendorganisation wird an personellen Überschneidungen besonders deutlich – so beispielsweise im Falle der ehemaligen HDJ-Aktivisten Tino Streif und Alf Börm, beide NPD-Kreistagsabgeordnete in Nordwestmecklenburg. Letzterer wurde im Dezember 2011 zum Landesvorsitzenden der „Jungen Nationaldemokraten in Mecklenburg und Pommern“ ernannt. Eine weitere Rolle spielen KameradschaftlerInnen wie die Schwerinern Julia Thomä oder der Rostocker Daniel Fiß, welcher zur Zeit das Amt des Weiterbildungsbeauftragten inne hat. Außerdem ist für MV bezeichnend der Zuzug überregional relevanter Kader: So lebt seit dem Sommer 2012 der JN-Vizevorsitzende Sebastian Richter im beschaulichen Groß Krams in Westmecklenburg.

Ein Blick auf die Landkarte verrät, dass Wismar nicht zufällig als Aufmarschort gewählt worden ist. Nur einen Katzensprung entfernt liegt das überregional bedeutsame Thinghaus in Grevesmühlen. Dort befinden sich nicht nur Parteibüros von Landtagsabgeordneten der NPD, es dient ebenfalls als Veranstaltungsort für einschlägige rechte Events. Das nahe gelegene Jamel ist einer der Orte in MV, in denen Nazis nahezu ungestört ihren Alptraum einer dörflichen „Volksgemeinschaft“ ausleben können.

Still lovin’ Volkstod!

Zentrales Thema der Neonazis ist wieder einmal der vermeintliche „Volkstod“, welcher momentan bundesweit inhaltlicher Schwerpunkt rechter Aktionen ist. Mit diesem skurrilen Schlagwort versucht die NPD die demographischen Entwicklungen und die damit verbunden Unsicherheiten der Bevölkerung in MV für die eigene Propaganda zu nutzen. Dabei wird ein haarsträubendes Endzeitszenario prophezeit, bei welchem „die Deutschen“ angeblich durch Migration zuerst zur „Minderheit im eigenen Land“ und schließlich aussterben würden. Die Antwort der Neonazis ist ein „Nationaler Sozialismus“. Wenn sie von einem „freien Leben“ sprechen, ist damit nicht Freiheit im eigentlichen Sinne gemeint. Rechte Politik und Ideologie münden in letzter Konsequenz zwangsläufig im „rassisch“ gleichförmigen „Volkskörper“, einer „Blut- und Bodengemeinschaft“ – welche Menschen durch Zwangskollektivierung abwertet, diskriminiert und bereits im Holocaust ihren traurigen Höhepunkt fand.

Dass die Losung „Volkstod stoppen“ auch in Wismar nicht bloße Propaganda bleibt, sondern konkret Menschen bedroht, zeigen einige Beispiele rassistischer Gewalt. So wurde im März 2012 ein Mann mit seinen beiden Kindern am Bahnhof von Rechten rassistisch bestimmt, mit einer Flasche beworfen und schließlich geschlagen und getreten. Im Dezember des vergangenen Jahres versuchten Nazis den Imbiss eines Mannes aus dem Irak anzuzünden. Im August 2011 wurden drei Männer aus der Flüchtlingsunterkunft in Wismar von 15 Personen angegriffen und so schwer verletzt, so dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

„Für die Freiheit, für das Leben…“

Politik und Ideologie von Neonazis widersprechen allen Vorstellungen eines selbstbestimmten Lebens in Würde und Freiheit unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht. Deshalb gehen wir gegen ihre rassistische, antisemitische und menschenverachtende Propaganda auf die Straße und treten somit ihren Aktionen und ihrer Gewalt offensiv entgegen. In dem von Neonazis ersehnten Zwangskollektiv hat Freiheit keinen Platz, darum sagen wir: Kein Leben ohne Freiheit – NPD, JN und ihren völkischen Wahn bekämpfen!

Kommt alle am 20. Oktober nach Wismar – alerta antifascista!

Mehr Infos: wismar2012.blogsport.eu

Wismar: Stolpersteine mit Stahlplatten überklebt

In der Nacht von Freitag zu Sonnabend haben Unbekannte in der Hansestadt Wismar gleich mehrere Stolpersteine geschändet. Diese wurde mit Stahlplatten überklebt, in denen Namen und weitere Daten von Nazi-Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg eingelassen waren.

Es dürfte durchaus aufwendig gewesen sein: gleich neun der insgesamt dreizehn Stolpersteine, die in Wismar an Opfer der faschistischen Terrorherrschaft von 1933 bis 1945 erinnern, wurden mit massiven Stahlplatten überklebt. Die Inschrift sowie die Form der Platten selbst wurden sauber gearbeitet. Neben Namen und Rang der Nazi-Soldat_Innen wurden auch Truppenzugehörigkeiten, Lebensdaten und evtl. vorhandene „Auszeichnungen“ des Nazi-Reiches in die Platten eingraviert.

Die Stolpersteine wurden in der Nacht vor der „Stadtführung der anderen Art“ überklebt. Diese Stadtführungen erläutern die Geschichte Wismars im Dritten Reich und erwähnen dabei Opfer und Täter_Innen gleichermaßen. Da nur die Stolpersteine in der Wismarer Innenstadt beschädigt wurden und der Rundgang an diesen Steinen vorbeiführte, ist ein Zusammenhang mehr als wahrscheinlich. Erst während des Stadtrundganges wurden die Schändungen der Stolpersteine entdeckt.

Als die Polizei vor Ort eintraf um die offiziellen Ermittlungen aufzunehmen, war der Klebstoff der Stahlplatten noch nicht ganz getrocknet. Zwar ermittelt die Staatsmacht wegen „des Verdachts der Volksverhetzung und der Verunglimpfung von Opfern des Holocausts“, ob die Täter_Innen von der Polizei tatsächlich gefunden werden, ist fraglich. Oft werden Ermittlungen gegen mögliche rechte Täter_Innen sang- und klanglos eingestellt.

Wismar ist nicht nur was die Wahlerfolge der neofaschistischen NPD angeht eine Hochburg. Die Stadt gilt als einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte europaweiter Rechtsrock-Versände. Musik-CDs mit faschistischen Inhalten werden von hier aus genauso verschickt, wie rechte Markenklamotten, Nazi-Fanzines und andere Devotionalien für den aufrechten Deutschen. Erst vor wenigen Monaten liefen etwa vierzig Nazis mit Fackeln und weißen Masken durch die Stadt. Am 20. Oktober will die Jugendorganisation der NPD, die Jungen Nationaldemokraten (JN), mit 300 Nazis durch Wismar marschieren, um gegen den vermeintlichen „Volkstod“ der „Deutschen“ zu demonstrieren.

„Es ist wichtig, Flagge gegen rechts zu zeigen“ – Proteste gegen Nazi-Aufmarsch in Wismar angekündigt

Am 20. Oktober will die Jugendorganisation der neofaschistischen NPD – die Jungen Nationaldemokrat_Innen (JN) – durch die Hansestadt Wismar marschieren. Nur wenige Tage nach Bekanntwerden des Aufmarsches kündigten sich die ersten Gegenproteste an.

Horst Krumpen, Vorsitzender des Netzwerkes für Demokratie und Menschlichkeit, spricht sich gegenüber der Ostsee Zeitung für die Teilnahme an der Gegendemonstration aus: „Ich empfehle, auf die Straße zu gehen und Gesicht zu zeigen. Das ist der richtige Weg.“ Das Netzwerk für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Einzelpersonen, Parteien, Initiativen und Kirchgemeinden in Wismar und Nordwestmecklenburg.


Bild: Graffiti „Kill Fascism!“ (Foto: facebook.com)

Die Gegendemonstration hat mittler Weile Barbara Borchardt (MdL, DIE LINKE) angemeldet. „Es ist wichtig, Flagge gegen rechts zu zeigen und denen nicht die Straße zu überlassen“, sagte Borchardt auf Nachfrage der OZ. Borchardt gilt als eine der progressivsten Köpfe der LINKEN in MV. Schon in der Vergangenheit hat sie mehrere Demonstrationen erfolgreich angemeldet.

Auch die Jusos haben bereits angekündigt, sich an den Protesten zu beteiligen. Der Wunsch nach einem breiten Bündnis aus Parteien, Antifa-Gruppen, Gewerkschaften und anderen Organisationen ist groß. Selbst die FDP will mensch mit ins Boot holen. Das ist gar nicht so abwegig, Horst Krumpen war selbst lange Jahre aktives Mitglied der FDP. Der Kreisvorsitzende der FDP, René Domke, signalisierte bereits Zustimmung, für ihn ist allerdings ein „deeskalierendes Handeln“ wichtig. Was das genau bedeutet, kann mensch sich erahnen. Eine Blockade der Naziroute wird es mit den Vertreter_Innen der Mövenpick-Partei also nicht geben und so muss sich die Zweckmäßigkeit einer Zusammenarbeit mit neoliberale Parteien schon zu Beginn der Vorbereitungen gestellt werden. Auch die „Cristdemokrat_Innen“ in Wismar wollen sich „darüber unterhalten“, wie mensch reagiert, wenn klar ist, was genau geplant ist.

So lobenswert und notwendig breite gesellschaftliche Bündnisse im Kampf gegen Rechts sind, sollte mensch niemals die Ursachen für rassistisches und nationalistisches Gedankengut aus den Augen verlieren. Die Politik der neoliberalen Parteien und auch der LINKEN haben nazistisches Gedankengut in der Vergangenheit gefördert oder es überhaupt erst ermöglicht.

Neben bürgerlichen Gruppierungen mobilisiert das linksradikale „Kein Leben ohne Freiheit – NPD und JN bekämpfen“ zu Gegenprotesten. Das Bündnis kündigte bereits an, „unseren Protest gegen die JN, die NPD und ihre menschenverachtende und populistische ,Volkstod‘-Kampagne in einer antifaschistischen Demonstration auf die Straße zu tragen“, so der Pressesprecher Peter Weinrich.

Insgesamt will die JN am 20. Oktober 300 Neonazis nach Wismar holen. Der Bundesverband der NPD umfasst nach Einschätzung des „Verfassungsschutzes“ 2011 gerade einmal 350 Mitglieder. Zwar sind Informationen des „Verfassungsschutzes“ nicht erst seit dem Bekanntwerden der neofaschistischen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zweifelhaft, tatsächlich dürfte es für die JN ohne Unterstützung durch die hiesige Nazi-Kameradschaftsszene schwer werden, die angepeilten 300 Teilnehmer_Innenzahl zu erreichen.

JN will im Oktober durch Wismar marschieren

Gerade erst ist der Besuch des Rechtspopulisten Thilo Sarrazin in Wismar vorbei, da kündigen sich bereits die nächsten Rassist_Innen an. Für den 20. Oktober hat die Jugendorganisation der NPD – die „Jungen Nationaldemokraten“ – einen Aufmarsch angekündigt. Der in gut einem Monat stattfindende Aufzug trägt den Titel „Wir wollen leben“. Der Landesverband „Mecklenburg und Pommern“ – wie sich die NPD-Zöglinge realitätsfremd nennen – greift damit wieder die Fabel vom „Volkstod“ auf, nach der das vermeintlich deutsche Volk durch angebliche Multi-Kulti-Politik und sogenannte „Blockparteien“ vom Aussterben bedroht sei. In einem entsprechenden Aufruf werden die üblichen Floskeln wie „Die Eliten begrüßen den Untergang unseres Volkes sogar ausdrücklich“ verwendet und nicht zuletzt Klagelieder auf das eigene „Volk“ gesungen. Der Aufmarsch insgesamt wird diesmal nicht auf einer klassischen Website beworben, sondern über eine Facebook Seite.

Die „Jungen Nationaldemokrat_Innen“ breiten sich in Mecklenburg-Vorpommern schon seit einigen Jahren aus. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gibt es hier zwischen Parteigänger_Innen und „Autonomen“ Nationalist_Innen sowie Nazi-Kameradschaften nicht nur eine enge Zusammenarbeit, sondern oft auch personelle Überschneidungen.

Vor wenigen Wochen hielten Mitglieder der JN in Südwestmecklenburg nach eigenen Angaben ein erstes sogenanntes „Kaderwochenende“ ab, an dem unter anderem auch der Landesvorsitzende der JN, Alf Börm, teilnahm. Auch sonst gibt sich der Landesverband relativ aktiv. Verteilaktionen vor Schulen, das massenweise verkleben von Aufklebern und nicht zuletzt der Besuch rechter Aufmärsche sowie die Teilnahme an Sportturnieren prägen unter anderem das Verbandsleben NPD-Jugend.

Dass es die JN schaffen wird, ohne Hilfe anderer rechter Gruppierungen einen größeren Aufmarsch überhaupt Zustande zu bekommen, ist ungewiss. Selbst die NPD muss regelmäßig auf Kameradschafter_Innen zurückgreifen, um die eigenen Reihen zu füllen. So oder so, der erste „eigene“ Aufmarsch der JN in Mecklenburg-VORpommern dient nicht zuletzt einer Machtdemonstration. Ob dieses Vorhaben in der kleinen Hansestadt Wismar wirklich aufgehen wird, scheint zumindest fraglich. In der Vergangenheit konnten Antifaschist_Innen mehrmals innerhalb weniger Wochen Gegenaktivitäten aus dem Boden stampfen und den Nazis ordentlich zusetzen.




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