Archiv der Kategorie 'Kein Kiez für Nazis! Keine Stimme der NPD am 22.09.13'

Stralsund: Die „schöne neue Fußballwelt“ rockt gegen Rechts?

++ erfolgreiche Auftaktveranstaltung der Aktionstage Rock gegen Rechts Stralsund 2013 am 16.08.2013 +++ Ausstellung „Tatort Stadion 2″ kann bis zum 22. August in der Stralsunder Kulturkirche besichtigt werden +++ „Kickt gegen Rassismus“ Turnier am 24. August in Stralsund +

Pressemitteilung der Initiative Rock gegen Rechts Stralsund vom 18.08.2013

Die Auftaktveranstaltung der diesjährigen Aktionstage gegen Rechts beleuchtete das Thema Rassismus und Diskriminierung von mal einer etwas anderen Seite. Mit der Ausstellung „Tatort Stadion 2“ wurde erstmals im Rahmen dieser Aufklärungs- und Veranstaltungsreihe das Thema aus Sicht des Fußballsports betrachtet. Wohl kein anderer Sport auf der Welt bringt so viele unterschiedliche Menschen und Kulturen zusammen wie der Fußball. Doch leider findet dieses Zusammentreffen immer weniger in offener und diskriminierungsfreier Atmosphäre statt. Das Gegenteil scheint vielmehr der Fall zu sein. Wie heute Fußballvereine in Deutschland mit dem Thema Rassismus, Sexismus und allen anderen Formen von Diskriminierung innerhalb der Fanszene umgehen, darüber sprach in einem Kurzreferat Florian vom Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF).


Bild: Der organisatorische Leiter der Initiative, Jens Knoop, während der Ausstellungseröffnung. (Foto: www.rockgegenrechts.com)

Anhand von Beispielen schilderte er, wie sich neonazistische Tendenzen unter den Fans, vor allem in den Profiligen, in den letzten 1 ½ Jahren verstärkt haben. So zogen sich in diesem Jahr die Ultras Aachen mit einer öffentlichen Erklärung vorerst aus dem Stadion zurück. Ständige Bedrohungen und gewalttätige Angriffe innerhalb und außerhalb des Stadions durch neonazistische Fangruppierungen und Kameradschaften, sowie eine tatenlose Vereinsführung zwangen die Ultras zu diesem gravierenden und letztlich hilflosem Schritt. In Braunschweig wurden Teile der Fanszene, die neonazistische Strukturen aufdeckten, durch Vereinsgremien als Nestbeschmutzer bezeichnet. Ähnliches spielt sich in Duisburg und Dortmund ab. Immer häufiger werden engagierte Fans mit der Aussage „Politik hat im Stadion nichts zu suchen“ konfrontiert. Doch holt man mit Bannern die sich gegen Nazis aussprechen wirklich überhaupt erst die Politik ins Stadion? Nein! Denn sich öffentlich gegen Nazis zu wehren ist sogar in den Augen manch konservativer Politiker Zivilcourage. An jedem Ort, an dem sich Menschen zusammen finden, findet in irgendeiner Form auch Politik statt. Gesellschaftliche Kulturgüter, zu denen der Fußballsport zweifelsohne gehört, sind niemals frei von Politik. Und Sprechchören wie „Arbeit macht frei – Babelsberg 03“ oder „Zick Zack Zigeunerpack“, welche die Babelsberger Fans kürzlich ertragen mussten, dürfen niemals unbeantwortet bleiben.

Trotz der wieder erstarkenden rechten Szene im Fußball dominiert derzeit die sogenannte Sicherheitsfrage in deutschen Stadien, die mediale Debatte. Die Diskussion um Pyrotechnik hat das Thema Diskriminierung in der Öffentlichkeit fast völlig verdrängt. Ob dies politisch so gewollt ist, ist noch nicht klar. Die Ausstellung möchte ihren Beitrag dazu leisten, die Debatte wieder zurück in die Gesellschaft und die Öffentlichkeit zu bringen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann dies noch bis zum 22.August in der Kulturkirche und am 24.August beim ersten antirassistischen Fußballturnier in Stralsund tun.

Auf dem rechten Auge blind – Bündnis Greifswald Nazifrei kritisiert Umgang der Landespolizei mit rechtsextremer Gewalt

++ Bündnis Greifswald nazifrei empört über Umgang der Landespolizei bzgl. der Vorfälle rund um die NPD-Kundgebung in Greifswald am 29.7.2013 +++ während Polizei NPD-Funktionäre in der Öffentlichkeit als Opfer darstellt, ignoriert sie Gewalttaten seitens der Rechtsextremen +

Pressemitteilung des Bündnisses Greifswald Nazifrei vom 17.08.2013

Am Rande der Kundgebung waren mehrere Kader des „NPD-Ordnerdienstes“ auf Teilnehmende der angemeldeten Gegendemonstration losgegangen. Dabei verletzte der Greifswalder Neonazi Marcus G. einen Gegendemonstranten mit einem Fußtritt. Obwohl Polizeikräfte in unmittelbarer Nähe standen, reagierten sie zunächst nicht und nahmen erst wegen vehementer Aufforderungen von Danebenstehenden die Personalien von G. auf. Jedoch weigerten sie sich, eine Strafanzeige des Verletzten aufzunehmen. Dieser holte dies noch am selben Tag auf der Greifswalder Polizeiwache nach und ging zum Arzt, der Hämatome und Schwellungen infolge des Fußtritts feststellte.

„Es mag zwar sein, dass die Einsatzkräfte den Fußtritt selbst nicht gesehen haben und in der konkreten Situation überfordert waren – doch dann sollte man wenigstens im Nachhinein Unterstützung und Aufklärungsbereitschaft seitens der Polizei erwarten“, so Cornelia Schulze, Pressesprecherin von Greifswald Nazifrei.

Als das studentische Onlinemagazin webmoritz jedoch einige Tage später den Vorfall thematisierte, gab Polizeisprecher Axel Falkenberg an, dass die Polizei keine Kenntnisse von der (nachweislich bereits gestellten) Strafanzeige habe. Auf Nachfrage des Verletzten bei der Polizeiwache wurde von einer Beamtin entgegnet, dass man sich das nicht erklären könne. Doch statt dies in der Öffentlichkeit nachträglich richtigzustellen, veröffentlicht das Polizeipräsidium Neubrandenburg nun eine Pressemitteilung, dass der NPD-Landesvorsitzende Stefan Köster Strafanzeige erstattet habe, weil er bei besagter Kundgebung von einem Eierwurf verletzt worden sei.

„Es ist skandalös, dass die Polizei ausgerechnet Köster, der wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurde, weil er eine Gegendemonstrantin mit Fußtritten verletzte, eine Bühne als Opfer bietet“, so Schulze weiter. „Dass sich gleichzeitig ein vergleichbarer Vorfall wiederholt hat, scheint nicht zu interessieren. Dies ist ein Schlag ins Gesicht für alle Opfer rechter Gewalt und zeigt, dass die Polizei die Gefahr von Rechtsaußen leider immer noch nicht wirklich Ernst nimmt.“

Nachweise:

Dokumentation vom Angriff auf dem Markt:

http://blog.17vier.de/2013/07/29/kein-zweites-rostock-doch-trotzdem-stand-die-npd-im-regen-stehen/

http://blog.gruene-greifswald.de/2013/07/29/nazis-auf-dem-markt-in-greifswald-wehe-wenn-sie-losgelassen/

Bericht des webmoritz vom 1.8.2013:

http://webmoritz.de/2013/08/01/gysi-in-greifswald/

Bericht zur Verurteilung von Stefan Köster:

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2005/npd46.html

PM des Polizeipräsidiums Neubrandenburg vom 13.8.2013:

http://www.polizei.mvnet.de/cms2/Polizei_prod/Polizei/de/oeff/Pressemitteilungen/Aktuelle_Pressemitteilungen/index.jsp?&pid=55370

Stralsund: „Kein Vergeben, kein Vergessen! Kein Kiez für Nazis!“ – Aktionstag Rock gegen Rechts 2013 gehen an den Start!

+ Start der Rock gegen Rechts Aktionstage 2013 in Stralsund +++ Warm Up Konzert dieses Wochenende +++ auch in Stralsund gilt: „Kein Kiez für Nazis!“ ++

Von Marko Neumann

Kommendes Wochenende ist es wieder soweit: die Rock gegen Rechts Aktionstage gehen los. Vom 16. August bis zum 14. September 2013 wird es in diesem Jahr wieder zwei Konzerte und eine ganze Reihe von Informations- und Bildungsveranstaltungen geben.


Bild: Der organisatorische Leiter der Initiative Jens Knoop während der Aktionstage vergangenes Jahr.

Was im Jahr 2005 als Schüler_Inneninitiative begann, entwickelte sich zu einem Konzert- und Bildungsprojekt besonderer Güte. In den letzten Aktionstagen fanden zwei Musikveranstaltungen und fünf Infoveranstaltungen statt. Aber in diesem Jahr soll es noch „Lauter“ werden, damit auch alle die Botschaft verstehen.

Die Events werden 2013 in dieser Form zum dritten Mal stattfinden und enthalten wieder eine klare Botschaft gegen jede Form von Unterdrückung von Menschen durch Menschen. „Wir wollen in diesen Wochen darauf aufmerksam machen, dass Rassismus, Faschismus und Sexismus in unserer Gesellschaft alltäglich und in verschiedenen Formen auftreten. Dem wollen wir offen und entschieden entgegentreten.“ sagte der organisatorische Leiter der Initiative, Jens Knoop.

Rock gegen Rechts ist in Stralsund entstanden, weil es hier die ersten NPD Kommunalvertreter gab und die NPD hohe Wahlergebnisse, bei den Landtagswahlen 2006 und 2011 in MV erreichte. In Stralsund und insbesondere in den Stadtteilen Frankenvorstadt und Grünhufe lag die Partei mit über 20% der abgegebenen Stimmen weit über dem Landesdurchschnitt. Insbesondere der hohe Anteil der Stimmen bei Jungwähler_Innen die der NPD ihre Stimme gaben, war erschreckend hoch und erfordert politische und zivilgesellschaftliche Gegenwehr.

Man muss den Neonazis zeigen, dass man sich nicht fürchtet, dass man keine Angst hat, dass man ihnen den öffentlichen Raum nicht überlässt. Mehr noch: Man muss ihn zurückerobern. Es ist schlimm genug, dass rassistische, antisemitische, islamophobe und andere menschenfeindliche Einstellungen weit genug in der Bevölkerung verbreitet sind, dass überhaupt Menschen den Wunsch verspüren, NPD zu wählen. Sie sollen aber nie das Gefühl bekommen, das wäre normal oder gar akzeptabel.

„Insgesamt werden zwei Konzerte mit mehreren Künstler_Innen, die zum größten Teil aus dieser, aber auch aus anderen Regionen kommen, innerhalb der Aktionstage stattfinden. Zusätzlich bieten wir mehrere Informations- und Bildungsveranstaltungen innerhalb, aber auch in diesem Jahr außer halb von Stralsund an.“ erklärte Jens Knoop weiter. „Wir wollen über die Gefahr des Rechtsextremismus informieren und Gegenstrategien aufzeigen. Es geht darum, mit demokratischen Mitteln und ohne Gewalt die Auseinandersetzung in Bild, Ton, Wort und Schrift zu führen.“ fährt Knoop fort.
Mit dem Hintergrund der Morde der Terrorzelle „NSU“ und dessen offengelegten Aktivitäten in Stralsund will auch Rock gegen Rechts den Menschen gedenken, die Opfer neofaschistischer Gewalt wurden. „Wir wollen eine Gegenkultur anbieten, die die örtliche Neonaziszene nicht toleriert und dem etwas entgegensetzt.“ sagte Knoop.

Die ersten Veranstaltungen beginnen schon in wenigen Tagen. Morgen (16.08.) wird die Ausstellung „Tatort Stadion“, die sich mit bla bla beschäftigt, eröffnet. Los geht’s um 18 Uhr in der Kulturkirche Stralsund. Einen Tag später, am 17.08., gibt’s was auf die Ohren! Ab 18Uhr beginnt – ebenfalls in der Kulturkirche Stralsund – das Warm Up Konzert mit den bands Tante Leika, Cancer, Haltestelle 27 und Light Your Anchor. Auf der anschließenden After Show Party mit Stereoscope und Jóng gibt’s die Möglichkeit, die letzten Powerreserven zu aktivieren.

Mehr Infos zu den Veranstaltungen und Konzerten gibt es demnächst bei uns oder auf www.rockgegenrechts.com.

Pasewalk: Ein bunter Fleck im braunem Sumpf – der Karneval der Demokratie

++ Aktionsündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt“ feierte vergangenes Wochenende ersten Geburtstag +++ neue Stolpersteine in der Stadt verlegt +++ mehrere hundert Menschen setzten Zeichen gegen Rassismus +

Von Marko Neumann und Philipp Gutrun-Hahn

Vor einem Jahr gründete sich das Aktionsündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt“. Das einjährige Bestehen des Bündnnisses wurde letztes Wochenende ausgiebig gefeiert – trotz oder besonders wegen einiger brauner Kameraden. Gegründet hatte sich das Bündnis aus Anlass des Deutsche Stimme Pressefestes 2012 in Viereck. Unterschiedlichste Aktionen rund um das neonazistische Spektakel bildeten den Auftakt des bürgerlichen Aktionsbündnisses.

So galt es vergangenen Sonnabend Bilanz über das letzte Jahr zu ziehen und nicht zuletzt ordentlich zu feiern.. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an dem bunten Umzug, in dem sich Alt und Jung nebeneinander wiederfanden. Ausgelassen ging es durch eine Stadt, die meist nur mit rassistischen Ausfällen der Anwohner_Innen in die Öffentlichkeit tritt.

Doch der Karneval war nicht das einzige und auch nicht das wichtigste Ereignis dieses Tages. Insgesamt sechs neue Stolpersteine wurde in der Stadt verlegt, um die Erinnerung deportierter und ermordeter Pasewalker Bürger_Innen jüdischen Glaubens wachzuhalten. Der Karneval der Demokratie machte an den neuen Stolpersteinen halt und hielt jeweils in einer kurzen Schweigeminute inne.

Obwohl das Wetter am frühen Abend nicht mehr ganz mitspielen wollte und am Rande des Karnevals einige Nazis fast schon naturgemäß provozierten, war der Sonnabend durchaus ein lohnendes Ereignis. In Regionen, in denen Nazis zur Normalität gehören, ist jeder Widerstand willkommen und bitter notwendig.

Rostock: „The same procedure as every time …“ – NPD-Kundgebung zum dritten mal in Folge wirkungslos

++ nach „Asyltour MV“ der NPD jetzt „Deutschlandfahrt“ durch Meck-Vorpomm +++ wieder hunderte Gegendemonstrant_Innen +++ Polizei erneut mit Großaufgebot vor Ort +

Von Janin Krude und Philipp Gutrun-Hahn

Wenn es sich nicht um eine ernste Angelegenheit handeln würde, müsste mensch darüber lachen. Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen wollte die NPD in der Rostocker Innenstadt eine Kundgebung abhalten. Und zum dritten Mal erntete sie nichts als Spott und Hohn.

Rückblick – Eierwürfe und Pfeiffkonzerte
Im Rahmen der „Asyltour MV“, wie die Nordost-NPD ihre Hetzveranstaltungen gegen Flüchtlinge und den Euro nannte, kamen die nazis mit ihrem „Flaggschiff“ – einem alten LKW – am 26. Juli das erste Mal nach Rostock am 26. Juli das erste Mal nach Rostock. Hier wurde die braune Minitruppe mit Eier- und Obstwürfen begrüßt, sodass die Kundgebung schließlich vorzeitig abgebrochen wurde. Nur wenige Tage später, am 1. August, wollten Pastörs und co. es ein zweites Mal wissen. Diesmal konnten sie ihre Kundgebung bis zum Ende durchführen, die Polizei half den Neofaschist_Innen mit einem Großaufgebot und sperrten den Platz weiträumig ab. Außenwirkung konnte die NPD auf grund des anhaltenden Protestes auch dieses Mal nicht entfalten. Jedes Mal waren mehrere hundert Menschen vor Ort, die sich lautstark und entschlossen gegen die rassistische Hetze der NPD stellten.

„The same procedur as last time?“
Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch heute auf dem Universitätsplatz ab. Die Polizei sperrte weiträumig das Gebiet mit Hambruger Gittern und Polizeiwagen ab. Das Polizeiaufgebot war insgesamt gesehen sogar noch martialischer als bei der vergangenen NPD-Kundgebung. Gute 350 Menschen hatten sich auch heute vormittag wieder zusammengefunden, um die Hetze der NPD in lautem Pfeiffen und anderem Lärm zu ersticken.
Ab 9Uhr sollte die NPD auf dem Uni-Platz stehen. Doch auch fünf nach neun war weit und breit kein NPD-Laster zu sehen, die deutsche Pünktlichkeit ließ deutlich zu wünschen übrig. Schließlich tauchte die braune Truppe samt LKW doch noch auf. Unter lautem Getöse der Gegendemonstrant_Innen bauten die „Kamerad_Innen“ ihre Lautsprecheranlage auf und begannen ihr altbekanntes Spiel zu leiern. Während der Rede des NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel versagte schließlich die eigens mitgebrachte Riesenanlage, sodass fast eine dreiviertel Stunde lang nichts von der NPD zu hören war. Nachdem eine Ersatzanlage hergerichtet war begann Udo Pastörs, stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD und NPD-Landtagsfraktionschef, mit seiner Hetzrede. Während Apfel offenbar garnicht daran interessiert war, seine Rede zu Ende zu bringen, gröhlte Pastörs in die verschnarrte Minisprechanlage. Seine Tiraden gingen im Lärm der Gegendemonstrant_Innen allerdings auch dieses Mal völlig unter. Letztlich packten die Nazis gegen halb 12 mittags ihre sieben Sachen und verschwanden wieder, immernoch begleitet vom bunten Pfeiffkonzert der Gegendemonstrant_Innen und – wie sollte es anders sein – beschützt durch die Polizei.

Fazit: „The same procedure as last time?“ – „The same procedure as every time.“
Festzuhalten bleibt, dass die NPD auch dieses Mal keinerlei Erfolg verbuchen konnte. Wieder schloss sich niemand ihrer Kundgebung an, die Zahl der Gegendemonstrant_Innen stieg dagegen weiter. So wichtig ud notwendig Widerstand gegen rassistische Hetze in der Stadtmitte ist, darf dennoch nicht vergesssen werden, dass in vielen Stadtteilen Rostocks die NPD eine nach wie vor steigende Zustimmung – in allen Bevölkerungs- und Altersschichten – verzeichnen kann. Antifaschistischer Widerstand darf sich deshalb nicht nur auf den alternativ geprägten Stadtkern beschränken, sondern muss sich vor allem auf die Randgebiete der Stadt konzentrieren. Dennoch war der Protest gegen die NPD und ihre menschenverachtende Hetze ein voller Erfolg.

Stralsund: Erneuter Übergriff auf nicht rechte Jugendliche in der Hansestadt

Eine Gruppe junger Antifaschist_innen versuchte in der Nacht vom 10. zum 11.08.2013 ein klares Zeichen gegen das „Kinderfest“ der NPD in Stralsund zu setzen. Dieses dient lokalen Neofaschist_innen seit Jahren als Plattform, ihre menschenverachtenden Ideologien zu verbreiten. Schon das 12. Jahr in Folge wurde in der Stralsunder „Brunnenaue“ auf diese Art rassistisches Gedankengut propagiert. Die Stadt reagierte bisher kaum und auch die bürgerliche Mitte bekundet wenig Interesse dafür, sich gegen diese Zustände auszusprechen.

Anders als in den Vorjahren lief die Veranstaltung nicht unter dem Namen „Stralsunder Kinderfest“. Unseren Informationen nach, sprachen Vertreter_innen verschiedener Parteien diesen Sachverhalt an, woraufhin sich die NPD gezwungen sah, den Namen „NPD Kinderfest in Stralsund“ zu verwenden und damit einem Teil ihres bürgerlichen Deckmantels beraubt wurde.

Nicht zum ersten Mal fanden sich aufgrund dessen Aktivist_innen verschiedener Spektren zusammen, um diesem Zustand ein Ende zu setzen. Bereits 2011 wiesen sie durch eine Aktion daraufhin, dass die NPD und deren pseudobürgerliches Auftreten bis zum Himmel stinkt. Um an diese Aktion anzuknüpfen, planten sie über 200 Kilo Pferdekot in der Brunnenaue zu verteilen und das „Kinderfest“ somit nachhaltig zu stören. Bei der Umsetzung dieser Idee wurden sie von ca. 15 Nazis unterbrochen. Der Ort wurde im Vorfeld zwar beobachtet und für sicher befunden, jedoch waren kurz nach Beginn der Aktion aus einem naheliegenden Gebüsch Stimmen zu hören und auf ein Signal hin erschienen die ersten Angreifer. Es sammelte sich eine immer größer werdende Gruppe, die teilweise vermummt, u.a. mit Baseballschlägern, Teleskopschlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet, auf die Gruppe von Antifaschist_innen losging und sie mit Sprüchen wie „Na, was wollt ihr Fotzen jetzt machen?“ zu provozieren versuchte. Aufgrund der eigenen zahlenmäßigen Unterlegenheit und dem aggressiven Auftreten der Nazis, beschlossen die alternativen Jugendlichen sich zurückzuziehen. Eine Gruppe von 6-10 Angreifern verfolgte 4, später 5 der Jugendlichen, hierbei wurde eine Person mit Pfefferspray verletzt. Weiterhin wurden die Flüchtenden mit Glasflaschen beworfen. Erst als die Antifaschist_innen andere Passanten auf sich aufmerksam machten, ließen die Verfolger langsam von ihnen ab. Auch die Polizei war schnell mit zivilen und uniformierten Beamten vor Ort, griff jedoch nicht ein und trug somit nicht zu einer Deeskalation der Situation bei.

Insgesamt waren in der Brunnenaue ca. 25 Neonazis unterwegs, wovon bislang keiner der Stralsunder Szene zugeordnet werden konnte. Sie wirkten in ihrem Auftreten auffallend strukturiert (beispielsweise durch das Einsetzen von Spähern), was darauf hinweist, dass der Übergriff langfristig geplant war. Es ist als Teilerfolg zu verzeichnen, dass es den Antifaschist_innen trotzdem gelang, einen Teil der Pferdeexkremente im Areal des bevorstehenden „Kinderfestes“ zu verteilen.

Dieser Vorfall zeigt erneut, wie eng die NPD mit gewalttätigen Rechtsextremisten zusammenarbeitet, um ihre Veranstaltungen durchzuprügeln. Friedlicher Aktivismus wird mit roher Gewalt beantwortet und schwerste Verletzungen in Kauf genommen. Es ist ein Widerspruch in sich, dass sich die NPD tagsüber als familienfreundliche Partei gibt, aber nachts an gleicher Stelle schwerbewaffnete Schlägertrupps auf nicht rechte Jugendliche hetzt.

Neonazis versuchen in Stralsund durch solche Veranstaltungen immer wieder Fuß zu fassen. Dieser Tendenz gilt es offensiv entgegenzutreten. Nazis dürfen nicht ungestört ihre menschenverachtende Ideologie und rassistische Propaganda verbreiten. Nicht in Stralsund und auch sonst nirgendwo! Wir stellen uns weiter energisch Faschist_innen entgegen! Für eine energievolle antifaschistische Gegenkultur!

Übernommen von Indymedia linksunten nach CC2.0 Lizenz.

Eilmeldung: NPD diesen Montag ab 9 Uhr auf dem Rostocker Universitätsplatz!

++ NPD will am 12.08.13 ab 9Uhr am Rostocker Universitätsplatz stehen +++ auch in Schwerin NPD-Kundgebung angemeldet +++ Keinen Fußbreit den Faschist_Innen +

Von Janin Krude

Derzeit macht die NPD mit einer regelrechten „Kundgebungsflut“ Mecklenburg-Vorpommern unsicher. In den vergangenen Wochen steuerte die neofaschistische Partei verschiedene Städte und Ortschaften in MV an, um ihre Hetze gegen Flüchtlinge zu verbreiten.


Bild: Proteste während der „Deutschlandtour“ der NPD 2012 in Rostock, ebenfalls auf den Neuen Markt.

Diesen Montag (12.08.13) will die NPD nicht nur in der Landeshauptstadt ihr Unwesen treiben, sondern auch wieder in Rostock auftauchen. Während die Nazis in Schwerin von 12 bis 16 Uhr eine Kundgebung abhalten wollen, werden sie in Rostock ab 9 Uhr auf dem Universitätsplatz stehen!

Kommt alle zum Rostocker Uni-Platz und zeigt den Nazis, dass ihre rassistische Hetze nicht willkommen ist!

#update: Die NPD Kundgebung findet auf dem Neuen Markt statt!

Kein Kiez für Nazis!
Keine Stimme den Rassist_Innen!
„Sozial gerecht“ schreibt sich ohne n, p, d!

Schwerin: NPD Kundgebung kommenden Montag vor der Siegessäule

++ NPD Kundgebung gegen „Eurowahn und Asylflut“ am 12.08. in Schwerin +++ Protest in Landeshauptstadt formiert sich +++ auch in Schwerin gilt: Keinen Fußbreit den Faschist_Innen! +

Von Janin Krude und Marko Neumann

Seit mehreren Wochen tourt die NPD mit „Flaggschiff“ – einem mit NPD-Werbung beklebten LKW – durch Mecklenburg-Vorpommern, um gegen hierlebende Flüchtlinge zu hetzen. Unter dem Motto „Asylflut und Eurowahn stoppen“ will die neofaschistische Partei auch in der Landeshauptstadt ihre rassistische Propaganda verbreiten.


Bild: Luftballon „Nein zu Neonazis“ während der Demonstration am 18. Februar 2012 in Dresden.

Nach hartnäckigen Protesten gegen die NPD-Kundgebungen in Rostock und Greifswald tourte die kleine Gruppe von Neonazis zunächst durch Vorpommern, um sich schließlich während einer zweiten Kundgebung in Rostock erneut mit blanker Ablehnung mehrerer hundert Menschen konfrontiert sah. Jetzt ist auch die Landeshauptstadt an der Reihe und muss sich gegen die rassistischen Untriebe zur Wehr setzen. In einem Aufruf der Antifa Schwerin Mitte heißt es unter anderem:

„Nun trifft der Wanderzirkus also in Schwerin ein. Hier ist allerdings die Situation anders als in vielen anderen Kreisen und Städten MVs. Durch die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, existiert auch kein Heim, gegen das gehetzt werden könnte. Die mit Flüchtlingsheimen einhergehende öffentliche Sichtbarkeit der sozialen Probleme von Asylsuchenden, wie Arbeitsverbot, Überfüllung der Heime und Residenzzwang, ist nicht gegeben. Dementsprechend minimal ist auch die Öffentlichkeit auf das Thema ansprechbar. Die Projektionsfläche ist sogar so klein, dass die NPD sich gezwungen sieht, ihre Kampagne um das Anti-EU/Euro Thema vom letzten Jahr zu erweitern. So kann man vielleicht noch einige Angst- und Wutbürger bewegen.
Wir rufen alle Menschen, Initiativen und Gruppen auf, den Nazis zu zeigen, dass ihre inhumanen und altbackenen Parolen nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Kommt am Montagnachmittag zur Siegessäule am Schloss und bereitet der NPD einen gebührenden Empfang!“

Widerstand erwartet die braunen Kamerad_Innen also auch in Schwerin. Kommenden Montag will die NPD von 12 bis 16 Uhr vor Ort sein. Lassen wir die braune Propaganda auch in der Landeshauptstadt nicht unwidersprochen. Am Montag heißt es einmal mehr:

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

#update: Die Kundgebung findet auf dem Bertha Klingbert Platz statt!

Feine Sahne Fischfilet: Statement zur Konzertabsage in Riesa

Feine Sahne Fischfilet ist sicher eine der bekanntesten antifaschistischen Musikbands, nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern. Mit ihrem aktuellen Album „Scheitern und Verstehen“ schafften sie mit ihrem neuen Label Audiolith den bundesweiten Durchbruch. Einer ihrer vielen Konzerttermine sollte Ende August in Riesa stattfinden. Jetzt hat die Stadt den Auftritt abgesagt.


Bild: Feine Sahne bei einem Konzert in Rostock-Lichtenhagen im August 2012 anlässlich des 20. Jahrestages der Pogrome am Sonnenblumenhaus.

Was die NPD und Bündnisgrüne damit zu tun haben und weshalb Feine Sahne trotzdem in Riesa spielen wird, könnt ihr in ihrem Statement nachlesen, welches wir hier dokumentieren:

Am 23.8 sollten wir auf der Jugendbühne beim Stadtfest in Riesa spielen. Eine Stadt, die schon seit Jahren als Nazihochburg gilt.
Über die Anfrage seitens Stadtoffizieller freuten wir uns, denn unseres Erachtens nach ist es wichtig, genau dort hinzugehen,wo es auch mal
wehtuen kann. Wir empfinden es als wichtig, aus seinen Wohlfühlstädten und Kiezen rauszukommen und auch in provinzielleren Gegenden zu spielen,um dort etwas zu bewegen. Genau deshalb veranstalten wir bspw. unsere Releasepartys zu neuen Alben immer in Orten, an denen oftmals nicht viel mehr außer ,,Dorfdisse, Bushaltestelle und anner Tanke rumhängen“ geht.
Umso mehr freuten wir uns über die Anfrage und sagten den Gig zu. In eine Stadt fahren, die regelmäßig Nazikonzerte wie bspw. mit der Landsernachfolgeband ,,Die Lunikoff Verschwörung“ genehmigt, den Sitz der NPD Zeitschrift ,,Deutsche Stimme“ beherbergt und als Nazihochburg gilt…fanden wir eine gute Idee.
Eine gute Idee deshalb,weil uns bewusst ist, dass es auch immer vereinzelt ein paar Leute gibt, die auch in solch Gegenden keinen Bock auf Nazis haben. Leute, die regelmäßig Probleme mit Nazis haben,weil sie sich die gegen die Faschisten stellen. Eingeschüchtert werden, aufs Maul bekommen…schlussendlich oftmals aus nachvollziehbaren Gründen wegziehen.
Deshalb ist es unserer Ansicht nacht umso wichtiger, genau dort zu spielen und den Leuten mal einen Abend zu ermöglichen, wo nicht nur irgendwelche besoffenen Faschos abhängen oder der gute alte deutsche Michel nach`m dritten Bier fleißig abhitlert.
Vor ein paar Wochen veröffentlichte die NPD dann ein Statement, indem sie die Stadt dazu aufforderte unseren Aufrtiitt abzusagen. Dort berief sich die neonazistische Partei auf den Verfassungsschutzbericht Mecklenburg Vorpommerns. Um den weiteren Verlauf zu erläutern,bedarf es keiner vielen Worte. Die Stadt berief sich auf den Verfassungsschutzbericht, folgte der Argumentation der Nazis und wollte somit auch verhindern, dass die Nazis nicht auf ,,ihrem“ schönen Stadtfest von uns provoziert werden.
Nicht die Nationalisten, Rasssistenarschlöcher und andere Gurken sind das Problem,sondern die Leute,die die Probleme anquatschen und sich dazu verhalten,sich positionieren! Der Nachbarsbengel,der Sohn, die Tochter oder der Tunerkumpel sollen ja auch nicht unnötig verärgert werden.Logisch…
Dass der NPD schlussendlich auch noch der städtische Grünenpolitiker Thoralf Koß zur Seite springt und NPD Phrasen drischt, setzt der ganzen Provinzposse nur noch die Krone auf.
Das Wichtigste zum Schluss.
Wir versprechen hiermit hoch und heilig. Wir kommen im Jahre 2013 oder 2014 nach Riesa.Mieten uns irgendwo eine Kegelbahn, , eine schäbige Eckneipe, laden all die coolen Leute zum Eis ein oder organisieren ein Spontankonzert vorm NPD Bürgerbüro.
Daran könnt ihr uns messen. Das ist ein Versprechen!

P.s. Übrigens hat Thoralf Koß(Riesaer Stadtrat,aktiv für die Grünen,Parteilos) in einem offenem Brief behauptet,dass uns das Angebot gemacht wurde, an einem anderen Datum in Riesa in einer Örtlichkeit aufzutreten. Ob der Herr Koß nun wissentlich oder unwissentlich LÜgen verbreitet wissen wir nicht. Eins ist Fakt. Uns hat so ein Angebot niemals erreicht!
die fischfilets

Rostock: Auch ohne Eierregen – NPD-Kundgebung floppte erneut

++ erneut NPD-Kundgebung auf dem Rostocker Neuen Markt +++ riesiges Polizeiaufgebot schützte Pastörs und co. +++ mehr als 300 Menschen protestierten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit +

Von Janin Krude und Maro Neumann

Aktuell fährt die NPD im Rahmen ihrer „Asyltour“ kreuz und quer durch Mecklenburg-Vorpommern, um während Kundgebungen gegen alles und jeden zu hetzen, der nicht in ihr krudes Weltbild passt. Im Mittelpunkt ihrer Hetze stehen dabei Flüchtlinge die in MV leben.


Bild: Proteste während der „Deutschlandtour“ der NPD 2012 in Rostock, ebenfalls auf den Neuen Markt.

Vergangenen Freitag kam die NPD auch nach Rostock. Auf dem Neuen Markt wollte der stellv. NPD-Bundesvorsitzende Udo Pastörs seine Hasstiraden verbreiten – doch daraus wurde nichts. Über 250 Gegendemonstrant_Innen pfiffen und buhten die kleine NPD Truppe aus, schließlich flogen sogar Eier, Obst und Gemüse auf den NPD-Landtagsabgeordneten und seine Kameraden. Nach nur einer knappen Stunde zogen die Nazis mit ihrem sogenannten „Flaggschiff“ wieder ab – eine halbe Stunde früher als geplant.

Heute kamen die NPDler_Innen wieder. Die Schmach der vergangenen Woche wollten sie wohl nicht auf sich sitzen lassen, doch auch diesmal mussten sie starken Protest hinnehmen. Schon lange vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung standen die ersten Gegendemonstrant_Innen auf dem Neuen Markt herum und staunten nicht schlecht: Die Polizei sperrte weiträumig das Kundgebungsgebiet ab. Mit Hamburger Gittern sicherten Einsatzkräfte der Polizei den Platz für die NPD. Eine Vielzahl von Polizeiwagen standen herum und schlossen schließlich die Sicherheitszone für die Rassist_Innen. Wirkte schon das Polizeiaufgebot von knapp 50 Beamt_Innen vergangenen Freitag überdimensioniert, so fanden sich die Rostocker Bürger_Innen dieses mal in Zeiten des G8-Gipfels 2007 zurück versetzt. Ein martialisches Polizeiaufgebot – unter anderem mit Zivilbeamt_Innen und BFE-Einheiten – sicherten den Neuen Markt, führte Taschenkontrollen durch und kontrollierte zeitweise Personalien.

Mehr als 300 Menschen versammelten sich schließlich um die Absperrungen und pfiffen und buhten die Nazitruppe erneut aus, als diese mit ihrer Kundgebung um halb zehn begannen. Ununterbrochenes Pfeifen und Rufen ließen der NPD auch dieses Mal keine Gelegenheit, ihre rassistische Hetze zu verbreiten. Zu Eierwürfen kam es indes nicht, die Polizei schützte die Nazis – wie so oft in der Vergangenheit. Mindestens ein_e Gegendemonstrant_In wurde während der Proteste von der Polizei festgesetzt.

Nach gut zwei Stunden packten die Kameraden ihre sieben Sachen und fuhren – immer noch beschützt durch starke Polizeikräfte – von dannen. Unterm Strich konnte die NPD auch dieses Mal keinen Erfolg verbuchen. Zwar mussten Pastörs und co. ihre Kundgebung nicht vorzeitig abbrechen, dennoch konnten sie ihre Veranstaltung nur mit Hilfe der ihnen angeblich so verhassten bundesdeutschen Staatsmacht durchführen. Noch mehr Gegendomonstrant_Innen als vergangenen Freitag machten den fehlenden Eierregen mit lautem Getöse wett. Rostock bleibt auch in Zukunft ein schwieriges Pflaster für die Rassist_Innen von NPD und Kameradschaften.

Rostock: NPD morgen (01.08.) wieder am Neuen Markt!

!!! ACHTUNG !!!

Achtung: Nachdem die NPD vor wenigen Tagen während einer Kundgebung mit Eier- und Obstwürfen regelrecht aus Rostock vertrieben wurde, will sie morgen (01.08.) erneut eine Kundgebung am Neuen Markt abhalten! Ab 9 Uhr 30 wollen die Nazis vor Ort sein! Kommt alle und zeigt den Nazis endgültig, dass sie in Rostock nichts verloren haben! Es bleibt dabei:

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Anklam & Demmin: NPD hetzt am ersten August auf Marktplätzen

++ fremdenfeindliche NPD „Asyltour“ geht weiter +++ Widerstand weiterhin notwendig +++ Anklam und Demmin sind nächste Anlaufpunkte +

Von Marko Neumann

Die NPD „Asyltour“ durch Mecklenburg-Vorpommern geht weiter. Auch morgen (01.08.) will die rassistische Partei in verschiedenen Städten Kundgebungen abhalten. Opfer ihrer menschenverachtenden Hasstiraden diesmal: Anklam und Demmin.

Seit Tagen macht die NPD in MV mit ihrem „Flaggschiff“ – einem mit NPD-Werbung beklebter LKW – Städte und Ortschaften unsicher. Bislang mussten die NPD fast jedes Mal Widerstand hinnehmen, in Rostock wurde ihre Kundgebung sogar verfrüht abgebrochen.


Bild: Kein Ort für Neonazis – egal ob in Anklam, Demmin oder anderswo! (Foto gefunden bei Vorpommern: Weltoffen, demokratisch, bunt)

Morgen will die NPD durch Anklam und Demmin tingeln um auch hier gegen Flüchtinge und Andersdenkende zu hetzen. Zunächst soll es einen Stopp zwischen 14 und 15 Uhr in der Peenestadt am Marktplatz geben. Die Demmin wird auch ohne die NPD regelmäßig von Nazis heimgesucht. Zum 8. Mai – dem Tag der Befreiung vom historischen Faschismus – marschieren jedes Jahr mehrere hundert Faschist_Innen durch die Stadt, um deutsche Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges zu relativieren. Hintergrundinfos zum Historie gibt es hier.

Ab 16 Uhr hetzt die NPD vorraussichtlich in Anklam auf dem Marktplatz. Auch Anklam ist keine unbeleckte Stadt in Sachen Neofaschismus. Die NPD fährt hier regelmäßig überdurchschnittlich hohe Wahlergebnisse ein.

Ob die NPD in die beiden Städte diesmal mehr Anhänger zu ihren Kundgebungen mobilisieren können ist unwahrscheinlich, öffentliche Werbung macht die NPD für ihre Kundgebungen nicht – im Gegenteil. Protest und Widerstand erwarten die Nazis auf jeden Fall. Deshalb: Kommt zu den Kungebungen und macht eure Ablehnung deutlich! Weder in Demmin, Anklam noch sonstwo:

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Torgelow & Pasewalk: NPD „Asyltour“ in MV geht weiter

+ NPD setzt „Asyltour“ durch MV fort +++ Mittwoch Stationen in Torgelow und Pasewalk +++keinen Fußbreit den Faschist_Innen ++

Von Marko Neumann

So richtigen Erfolg hat die NPD mit ihrer sogenannten „Asyltour“ durch Mecklenburg-Vorpommern nicht gerade. Egal, wo die Neofaschist_Innen auftauchen, überall schlägt ihnen bunter und entschlossener Protest entgegen. Egal ob Rostock oder Greifswald – selbst in kleinen Ortschaften wie Bad Doberan spühren sie heftigen Widerstand.

Doch noch hat die NPD nicht alle ihre anvisierten Städte abgeklappert. Morgen (Mittwoch, 31.07.) will die NPD in gleich zwei Ortschaften ihre menschenverachtende Hetze verbreiten. Von 10 Uhr 30 bis 13 Uhr wollen die die Nazis in Torgelow sein. Ab 14 Uhr soll es zu einer zweiten Kundgebung in Pasewalk kommen.

Lasst uns auch auf dem Land den Nazis zeigen, dass wir sie nicht brauchen! Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass breiter und kreativer Protest auch innerhalb kürzester Mobilisierungszeit möglich ist. Seid laut und seid kreativ!

Kein Kiez für Nazis! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Rostock: Video von den Gegenproteste zur NPD „Asyltour“ online

Im Rahmen ihrer rassistischen „Asyltour“ wollte die NPD am 26. Juli auch in Rostock auf dem Neuen Markt eine Kundgebung abhalten. Zeitgleich versammelten sich dort auch rund 250 Menschen um gegen diese zu protestieren. Eingekreist von den lautstarken Gegendemonstrant_innen und getroffen von zahlreich geworfenem Obst, Gemüse sowie Eiern und Farbe brach die NPD ihre Kundgebung vorzeitig ab. Ein Video des Medienkollektivs Manfred.

Greifswald: NPD prügelt auf Gegendemonstrant_Innen ein

++ Spontaner antifaschistischer Protest gegen die NPD in Greifswald +++ ca 100 Gegendemonstranten gegen 20 Nazis von der NPD +++ Greifswalder Nazi verletzt Studenten +

Pressemitteilung des Bündnisses Greifswald Nazifrei vom 29.07.2013

Überraschenderweise machte die NPD am heutigen Montag morgen in Greifswald halt, um in der Hansestadt im Rahmen des Wahlkampfs gegen Ausländer und Andersdenkende zu hetzen.

Der Überraschungseffekt war ganz auf Seiten der Nazis, denn die Kunde, dass sich Faschisten auf dem Markt versammeln, machte erst allmählich die Runde. Der NPD-Truck machte vor dem Rathaus halt und wurde von etwa 20 Schlägernazis bewacht, die sich weiträumig auf dem Markt verteilten um etwaige Gegenprotestler einzuschüchtern. Anwesend war auch der in Ladebow wohnhafte Nazi Frank Klawitter, der nach dem Verbot der HdJ (Heimattreuen deutschen Jugend) mittlerweile den Ordnerdienst der NPD in M-V leitet.

Aufgrund der Spontanität konnte sich ein wirksamer Protest gegen die NPD erst allmählich formieren, doch nach etwa 30 Minuten waren die Gegendemonstranten mit 80-100 Personen deutlich in der Überzahl und versuchten mit Trillerpfeifen, Transparenten und Sprechchören die rassistische Hetze der NPD nicht unwidersprochen stehenzulassen. „Trotz der extrem kurze Mobilisierungszeit, Schietwetters und der sommerbedingten Abwesenheit vieler Greifswalder_Innen haben wir zumindest ein Zeichen gegen die rassistische Hetze der gewaltbereiten Faschisten von der NPD setzen können“ so Cornelia Schulze, Pressesprecherin des Bündnisses Greifswald Nazifrei. Als die Polizei versuchte, einen Gegendemonstranten festzunehmen, der eine Tomate geworfen haben soll, ließen die Faschisten ihre bürgerliche Maske fallen. Sie stürmten im Mob auf einen Teil der Protestierenden los und gingen gewalttätig gegen sie vor. Dabei tat sich der Greifswalder Neonazi Marcus Gutsche hervor, der einen Gegendemonstranten mit einem Fußtritt verletzte. Es wurde Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet. Eben jener Marcus Gutsche hatte sich noch im Frühjahr für das Schöffenamt am Greifswalder Amtsgericht beworben, wurde aber von der Bürgerschaft wegen seiner rechtsradikalen Einstellung abgelehnt.

„Wieder einmal wurde der NPD gezeigt, dass sie mit ihrer menschenverachtenden Propaganda in Greifswald nicht willkommen ist“, so Schulze weiter.




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