Archiv der Kategorie 'Kultur'

Rostock: Lesung & Gespräch „Ilse Stöbe – Wieder im Amt“ am 13.10.16 im Peter-Weiß-Haus

Eine ungewöhnliche Frau, endlich rehabilitiert: Ilse Stöbe wurde 1942 im Rahmen der „Aktion ‚Rote Kapelle‘“ verhaftet und vom NS-Regime ermordet. Ihre Tätigkeit als Aufklärerin für den sowjetischen Geheimdienst wurde in der Sowjetunion wie in der DDR erst spät als Widerstandskampf anerkannt. Auf der anderen Seite der Mauer wurde sie hingegen lange Zeit „als Spionin stigmatisiert: geltungssüchtig, verschwenderisch und sexbesessen“ (FAZ). Erst 2014 wurde sie im Auswärtigen Amt offiziell geehrt; die biographische Studie von Hans Coppi jr. und Sabine Kebir trug dazu bei.

Dieser Abend würdigt Ilse Stöbes Arbeit im antifaschistischen Widerstand. Zugleich bietet er Anknüpfungspunkte zum Werk von Peter Weiss: Sein Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ greift die Geschichte der „Roten Kapelle“ und die der Ilse Stöbe auf. Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Hella Ehlers schlagen Sabine Kebir und Hans Coppi den Bogen von der realen Person zu ihrer Darstellung im Roman.

Hans Coppi junior, geboren 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße, wuchs nach Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten bei den Großeltern auf. Er ist promovierter Historiker und seit 2004 Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Sabine Kebir, geboren 1949 in Leipzig, Studium der Fächer Italienisch, Französisch und Russisch, Promotion. 1977 bis 1988 lebte sie in Algerien und lehrte dort an verschiedenen Universitäten; 1989 Habilitation im Fach Politologie. Sie arbeitet als Publizistin, Literaturwissenschaftlerin, Politologin, Autorin wissenschaftlicher Sachbücher und Belletristik.

Die Veranstaltung findet am 13. Oktober im Literaturhaus Rostock (Peter-Weiß-Haus, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock) statt. Beginn ist 19 Uhr.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V und dem Verein Soziale Bildung e.V.

Stralsunder sammeln 248,00 Euro für ehrenamtliche Arbeit

Am 14.08.2016 fand in Stralsund der 1. Lauf gegen Rassismus statt. Die Veranstalter wollten damit ein Zeichen setzen gegen die Ausgrenzung von Menschen mit anderer Herkunft.Die Veranstaltung wurde von Rock gegen Rechts Stralsund e.V. und der AG Flüchtlingshilfe e.V. ins Leben gerufen.

Pressemitteilung der Initiative Rock gegen Rechts Stralsund vom 16.08.16

Schon vor Anmeldebeginn trafen sich viele Läufer und Läuferinnen am Startpunkt. Unter den über 75 Teilnehmenden waren viele Erwachsene aus Stralsund, aber auch zwölf Flüchtlinge und sieben Kinder. Auch ein Trommler aus dem Senegal sorgte für stimmungsvolle Untermalung.

Thomas Budnowski, Koordinator des Laufes, hielt zu Beginn einen Redebeitrag, in dem er Flüchtlinge willkommen hieß und verdeutlichte, welchen Gewinn diese für eine Stadt wie Stralsund sein können.

Mit dem Startschuss ging es für die 75 Läuferinnen und Läufer endlich los! Nach dem üblichen anfänglichen Gewusel lockerte sich das Feld bald auf und schon nach kurzer Zeit hatten die ersten die vier Kilometer entfernte Ziellinie überschritten. Die meisten benötigten weniger als eine halbe Stunde für die Strecke. Auch nach dem Lauf kamen Flüchtlinge und Einheimische in Kontakt. Mangels Alternativen hatten viele Geflüchtete den Lauf in Straßenkleidung absolviert, was umgehend als Problem erkannt wurde und in dem Aufruf: Sportkleidung für Flüchtlinge! resultierte. So gaben viele Teilnehmende Sportkleidung im Parkhotel ab, einem Wohnheim für Asylbewerber.
Eine Laufgruppe des SV Hanseklinikum Stralsund sammelt momentan Sportkleidung, um damit weitere Flüchtlinge auszustatten. Die Einnahmen, die sich auf 248,00 Euro belaufen, gehen zu gleichen Teilen an Rock gegen Rechts Stralsund e.V. und die AG Flüchtlingshilfe e.V., um deren Arbeit zu finanzieren.

Die Veranstaltenden bedanken sich bei allen Läufern, Helferinnen und Unterstützenden für ihr Erscheinen und versprechen schon heute, dass es im nächsten Jahr den 2. Lauf gegen Rassismus geben wird!

Sei dabei: Erster „Lauf gegen Rassismus“ in Stralsund am 14.08.16

+ Erster „Lauf gegen Rassismus“ am 14. August in Stralsund +++ Einnahmen gehen an AG Flüchtlingshilfe und Rock gegen Rechts in Stralsund +++ Treffpunkt 10 Uhr 30 am Thälmanndenkmal ++

Pressemitteilung der Initiative Rock gegen Rechts Stralsund vom 09.08.16

Am 14. August diesen Jahres wird der erste „Lauf gegen Rassismus“ stattfinden. Die Strecke, die gelaufen, aber auch gegangen werden kann, umfasst 4.000 Meter und führt entlang der sommerlichen Sundpromenade. Die Initiatoren laden alle Menschen dazu ein, mitzumachen. Der Treffpunkt für Interessenten ist 10 Uhr 30 Uhr am Thälmanndenkmal. Der Startschuss wird 11 Uhr fallen.

Der Teilnehmer*innen-Beitrag beträgt 3 Euro, ermäßigt 1 Euro. Mit den Einnahmen sollen zwei bekannte Initiativen aus Stralsund gestärkt werden. Dabei ist die AG Flüchtlingshilfe, die sich in den letzten Wochen als eigenständiger Verein gegründet hat und auf vielfältigste Weise Flüchtlinge mit diversen Möglichkeiten unterstützt. Der Stralsunder Verein „Rock gegen Rechts“ wird ebenfalls ein Teil der Einnahmen für seine kulturelle Arbeit verwenden.

Zur Facebook Veranstaltung geht es hier lang. Weitere Informationen gibt es unter www.rockgegenrechts.com.

Festival contre le racisme in Greifswald

Heute beginnt in Greifswald das einwöchige “festival contre le racisme”, eine bundesweit stattfindende Kampagne gegen Rassismus, Xenophobie und Ausländerfeindlichkeit.

Seit 2003 wird die in Frankreich geborene Kampagne “festival contre le racisme” jährlich auch an deutschen Hochschulen durchgeführt, in diesem Jahr zum ersten Mal an der Universität Greifswald. Im Rahmen des Festivals werden verschiedene antirassistische Projekte, Vorträge und Partys organisiert und gemeinsam mit unterschiedlichen lokalen Initiativen, Vereinen und Hochschulgruppen durchgeführt.

Die Greifswalder Ausgabe des “festival contre le racisme” beginnt heute Nachmittag mit einem von elektronischer Musik begleiteten Umzug (“Bass ist Muss! ROSA gegen Rassismus!”) durch die Stadt und endet am kommenden Sonntag mit einem Länderstammtischbrunch im Garten des Stadtteilzentrums Schwalbe. Dazwischen finden unter anderem ein Begegnungstag im Willkommenszentrum Mole, ein Grillen mit den Landtagskandidaten der demokratischen Parteien sowie eine Filmvorführung (“Die Kriegerin“) statt.

Besonderes gespannt sein darf man auf drei Vorträge — zum einen berichten Greifswalder Flüchtlingshelfer von ihrem Engagement in Griechenland im Frühjahr 2016, zum anderen lädt der Greifswalder Bildungsverein verquer am Donnerstag zu einem Vortrag über Populismus, Rassismus und die neue Rechte in Deutschland ein und schließlich wird der antifaschistische Fotojournalist Sören Kohlhuber am Wochenende über seine Arbeit berichten. Für Musik, Tanz und Zerstreuung wird beim Aktionstag im Klex sowie auf den beiden Partys im Mensaclub gesorgt.

programm “festval contre le racisme” (PDF, 276 kb)

Text übernommen mit freundlicher Genehmigung des Fleischervorstadt-Blogs.

„Verdammt es geht schon wieder los…“ – Die Europameisterschaft im Männer*fussball und der „neue“ deutsche Nationalismus

Fußball, olé, olé! Die Europameisterschaft der Männer* im Fußball beginnt und traditionell hüllt sich die ganze Republik in schwarz-rot-goldene Fahnen. Was ist so gefährlich an dem deutschtümelnden Partypatriotismus in „Schland“?

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Wenn von Nationalismus gesprochen wird, heißt es, dieser sei die übertriebene Heraushebung der eigenen Nation gegenüber anderen. Die meisten Menschen, die bei der Fußball-WM „ihre“ Fahne am ganzen Körper tragen und laut „Schlaaand“ jubeln, weisen Nationalismus streng von sich, viele bezeichnen sich lieber als „Patriot*innen“. Patriotismus bedeutet übersetzt Vaterlandsliebe; bedeutet demnach, zwar für die eigene Nation zu sein, diese aber nicht über andere zu stellen. Gibt es also einen gesunden Patriotismus, der niemandem weh tut?
Die Erfahrung zeigt, wie schnell die Grenzen zum Nationalismus verschwimmen, beide gehen in der Regel Hand in Hand. Studien haben nachgewiesen, dass der ausdrücklich positive Bezug auf die eigene Nation meist mit der Abwertung anderer einhergeht. Doch für die eigene Herkunft, die Vorgeschichte eines Landstrichs oder die berühmte Muttersprache kann niemand etwas. Stolz und Begeisterung für das „eigene Land“ schaffen und bedeutet immer auch die Abgrenzung gegenüber anderen Menschen welche nach willkürlicher Definition nicht dazu gehören.


Bild: Deutsche „Patrioten“ – Aufmarsch der fremdenfeindlichen „Pegida“-Bewegung.

Nationalismus überdeckt gesellschaftliche Probleme
Nationalismus erzeugt durch die Bildung von Stereotypen einen Anpassungsdruck auf alle, die sich einer bestimmten nationalen Identität zuordnen oder ihr zugeordnet werden. Immer wieder wird dem Individuum ein Bezug zu vermeintlich „nationalen Interessen“ abverlangt. Die Vorstellung vom „einheitlichen Volk“ überdeckt tatsächliche gesellschaftliche Konflikte, Ungerechtigkeiten und Unfreiheit. In einem Weltbild in dem es „nur noch Deutsche“ gibt, ist kein Platz für die Wahrnehmung von kapitalistischer Ausbeutung, sozialer Ungerechtigkeit oder Frauen*unterdrückung.
Durch die Ausrufung eines „nationalen Interesses“ lassen sich Menschen für beliebige politische Ziele mobilisieren. Sei es zum Gürtel-enger-Schnallen für den Wirtschaftsstandort Deutschland, sei es der Hass auf ethnische und religiöse Minderheiten bzw. so genannte „Sozialschmarotzer“ oder schließlich der Krieg gegen andere Länder. Der irrationale Glaube an ein diffuses Größeres, das jede noch so aggressive Haltung zu rechtfertigen vermag, soll das selbstständige Denken ersetzen.

Wo es ein „wir“ gibt, gibt es auch ein „die anderen“
Individuelle Freiheiten werden durch Nationalismus in Frage gestellt oder sogar offen aberkannt. Denn nicht jede_r kann frei wählen, wo und wie sie_er leben oder welche Staatsangehörigkeit sie_er annehmen möchte. Durch Diskriminierung und Mobbing in Behörden, in der Schule und am Arbeitsplatz werden Menschen „fremder Herkunft“ tagtächlich drangsaliert. Abschiebungen und Arbeitsverbot bedrohen das Leben von Migrant_innen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus. In Massenunterkünften wird ihnen das Leben so schwer wie möglich gemacht, damit sie „freiwillig“ das Land wieder verlassen.
Der Grund ist die rassistische Vorstellung, dass Menschen dahin gehören, wo sie und ihre Vorfahren geboren wurden und dass „Eingeborene“ grundsätzlich mehr Rechte in einem Land haben sollten als Zugezogene. Anders ist das meist für EU-Bürger*innen, die deutlich einfache auswandern können.

Nationalismus ist tödlich
Rassistische Gewalttaten gegen vermeintlich „Undeutsche“ sind in der Bundesrepublik an der Tagesordnung und fordern immer wieder Todesopfer. Auffällig ist, dass diese Übergriffe stets dann zunehmen, wenn das gesellschaftliche Klima durch entsprechend fremdenfeindliche Diskussionen angeheizt ist. Zuletzt kam es nach der Sarrazin-Debatte verstärkt zu Anschlägen auf Moscheen und Synagogen. Auch der Staat übt direkt und indirekt Gewalt gegen Flüchtlinge aus. Willkürliche Abschiebungen von Flüchtlingen in Krisengebiete bedeuten meist Armut und Hunger, immer wieder auch Gefängnis, Folter oder Hinrichtung. Die koordinierte Abschottungspolitik an den europäischen Außengrenzen fordert jedes Jahr tausende Todesopfer.

„Die Nation“ – Was ist das?
Der Begriff Nation beschreibt große Gruppen von Menschen, denen anhand von Merkmalen wie Herkunft („Abstammung“) Geschichte, Sprache oder Tradition Gemeinsamkeiten und – dadurch begründet – eine Zusammengehörigkeit zugeschrieben werden. Die so entstehende Unterscheidung in deutsch und undeutsch, französisch – unfranzösisch oder amerikanisch – unamerikanisch usw. existiert zuallererst in den Köpfen. Die auch heute noch oft beschworenen „rassischen“, Volks- oder nationalen Eigenschaften, die in Menschen festgeschrieben sein sollen, gibt es also nicht: was einen Menschen angeblich „deutsch“ macht, ist immer Willkür.
Die Nation ist etwas Erfundenes, eine Vorstellung, die geschaffen wurde – weshalb auch oft von einem „Konstrukt“ gesprochen wird. Dadurch, dass sie in Form von Vorstellungen, Vorurteilen und Erwartungen in den Köpfen existiert, kann die Nation trotzdem sehr konkrete Auswirkungen entfalten, etwa als Grundlage der Entstehung moderner Staaten und ihrer rassistischen Staatsbürgergesellschaft oder in vielfältigen Auswüchsen der verbreiteten Wahnvorstellung von einer nationalen Schicksalsgemeinschaft.
Konstrukte sind nur so lange real und wirkmächtig, wie Menschen an sie glauben und durch ihr Handeln am Leben erhalten. Sie sind nicht „natürlich“ – und erst recht nicht in Stein gemeißelt. Nur dadurch, dass Menschen so leben, als seien sie real, die erdachten Grenzen in Gesetze gießen und befolgen, können sie existieren. Ebenso gut könnten sie aber auch in Frage gestellt werden.

Nationalismus und Patriotismus haben keine positiven Funktionen, sondern sind ein ganz besonders ekliger Bestandteil jener Verhältnisse, die wir besser heute als morgen gemeinsam überwinden sollten. Für ein freies, friedliches und gerechtes Leben braucht es kein Nationalbewusstsein und keine Länderfahne im Vorgarten.

Rostock: „Festival contre le racisme“ vom 11.-24.06.16

Auch 2016 gibt es in Rostock ein „Festival contre le racisme“, organisiert, von viele Initiativen und Organisationen. Hier die Liste der Veranstaltungen. Es lohnt sich, denn es ist für jede*n etwas dabei!

Kundgebung mit Infoständen – „Grenzenlose Solidarität statt Rassismus“: 11.06. von 12.00 bis 18.00 Uhr

Aufgrund der bestehenden Situation in der Stadt wird das Festival contre le racisme kurzfristig von der Niklotstraße nach Groß Klein verlegt und mit der Demonstration „Gemeinsam gegen Rassismus“ kombiniert. Details zur Demo findet ihr hier .
Neben Redebeiträgen von Refugees und anderen antirassistisch Aktiven, viele Infostände, ein Kinderprogramm, Bastelstände, was leckeres zu Essen und kulturelle Acts auf der Bühne.
Mehr Infos bekommt ihr hier.

Soliparty Medinetz meets Rostock Hilft
11.06. ab 22 Uhr im Peter-Weiss-Haus

Der Solieintritt von 4-6 Euro geht an das Medinetz Rostock e.V. (medizinische Flüchtlingshilfe) und Rostock hilft e.V.. Mit Livemusik von Akzentzeichen und Otterwechsel.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Vortrag: „Antimuslimischer Rassismus“
14.06. um 18 Uhr Hörsaal 224 Haus 1, Ulmenstraße 69

Die AfD ist sich einig: der Islam gehöre angeblich nicht zu Deutschland, Muezzinrufe und Minarette sollten verboten werden. Antimuslimischer Rassismus findet sich in den Medien, an den Stammtischen und mittlerweile auch bei Parteien, die in einigen Bundesländern bis zu 24,3 % der Wähler*innenstimmen erhalten. Was bedeutet das aber für die Betroffenen? Wie hat sich das Leben für Musliminnen und Muslime in Deutschland in den letzten Monaten und Jahren verändert? Sind die Ressentiments neu oder doch Teil eines gesellschaftlichen Systems? Imam-Jonas Dogesch wird versuchen auf diese und weitere Fragen Antworten zu geben und allem voran aufzuzeigen, wie die Lebenswirklichkeit für Musliminnen und Muslime in Mecklenburg-Vorpommern aussieht. Im Anschluß an den Vortrag wird es Platz für eine Diskussion geben. Schließlich wollen wir noch gemeinsam etwas zu Essen zubereiten und essen.
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Refugee´s stage: Vortrag mit Geflüchteten zum Thema „Wahrnehmung der Demokratischen Grundrechte“
15.06. um 18 Uhr im Stadtteilbegegnungszentrum „Bürgerhus“ Gerüstbauerring 28

Geflüchtete blockieren eine Straße in Jördenstorf im Landkreis Rostock um auf ihre unzumutbaren Lebensbedingungen aufmerksam zu machen. Der Landkreis reagiert umgehend:  “Wer mit solchen Aktionen wie in Jördenstorf die öffentliche Ordnung gefährdet, verbessert seine Chance auf eine bessere Unterkunft nicht.” (Michael Fengler, Sprecher Landkreis Rostock). Im Rahmen der ersten Veranstaltung der Reihe “Refugee Stage” laden wir Beteiligte nach Rostock ein, um ihre Sicht der Dinge zu erfahren. Was hat die Bewohner_innen zu dieser verzweifelten Aktion veranlasst, die zur außerplanmäßigen Schließung der Notunterkunft in Jördenstorf führte? Wie stehen Geflüchtete in Deutschland für ihre Rechte ein und wie können sie dabei unterstützt werden? Wie geht die Mehrheitsbevölkerung mit der demokratischen Teilhabe Geflüchteter um? Im anschließenden Gespräch wollen wir diese Themen beleuchten.
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Stadtrundgang „Rostock unterm Hakenkreuz“
16.06. um 15 Uhr Doberaner Platz

„Rostock unterm Hakenkreuz“ versucht das Grauen der Jahre 1933-45, welches auch in Rostock Einzug gefunden hatte, greifbar zu machen. Im Rahmen eines zweieinhalb bis dreistündigen Stadtrundganges werden wir verschiedene Erinnerungsorte aufsuchen und Informationen zu den Menschen und Ereignissen dieser Orte erfahren. Im Rahmen dieses Rundganges wird außerdem Juri Rosov, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Rostock nachvollziehen und Einblick in das jüdische Leben im heutigen Rostock bieten. Wer also Interesse hat, Rostock einmal von einer anderen Seite kennen zulernen, kann kostenlos am Stadtrundgang teilnehmen.
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Empowerment-Training in Stralsund
17.06. 16 Uhr bis 19.06. 14:30 Uhr DHJ Jugendherberge, Strandstraße 21, 18439 Stralsund OT Devin

Dieses Training richtet sich an sogenannte People of Colour, schwarze Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund, Migrant*innen, Menschen, die in Deutschland rassistische Erfahrungen machen. Leitfragen sind: Wie können wir trotz der tagtäglichen Wirklichkeit von Rassismus unsere eigenen persönlichen Ziele verfolgen? Wie können wir konstruktiv in dieser Gesellschaft leben? Und was können wir tun, um Rassismus zu verringern?
Der Workshop wird durchgeführt von den Trainer_innen Mutlu Ergün-Hamaz und Mira Sackeyfio des Phoenix e.V. und wird organisiert vom Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V. der Teilnahmebeitrag beträgt 75,00 € für Berufstätige und 50,00 € ermäßigt.
Hinweis: Anmeldung per E-Mail an jaeger@eine-welt-mv.de erforderlich!
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Antirassistisches Fußball- und Basketballturnier
18.06. 13:00 – 18:00 Uhr Sportplatz Mendelejewstraße

Im Vordergrund der Turniere stehen neben dem Spaß, ein faires und respektvolles Miteinander. Zudem sollen die Turniere ein klares Zeichen gegen Rassismus und jegliche Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit setzen. Denn leider ist es noch immer so, dass insbesondere in Stadien, der Halle oder auf dem Bolzplatz diskriminierendes Verhalten in Wort und Tat an der Tagesordnung steht. Also kommt zahlreich vorbei und zeigt gemeinsam mit uns, dass es auch anders geht! Leibchen zur Teamunterscheidung werden unsererseits gestellt.
Kosten? Keine
Teamsstärke: 1-4 plus Auswechsler_innen
Es soll zumindest versucht werden, Mixed-Teams aufzustellen. Reine Frauenteams sind auch gern gesehen.
Spielmodus: Geplant sind 10 Teams in zwei 5er-Gruppen.
Sonstiges: Eine kleine Verpflegung für die Teams (Getränke und Obst) wird unsererseits gestellt.
Anmeldungen fürs Basketballturnier unter: antira@uni-rostock.de
Teamstärke: 5 Personen
Es wird davon ausgegangen, dass ungefähr 8 Teams zusammen kommen werden.
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Kinderbuchlesung im Peter-Weiß-Haus
19.06. 14:00 – 17:00 Uhr Okja-Raum, Peter-Weiss-Haus

Wir laden euch ein mit uns und auch auf eigene Faust Kinderbücher zu entdecken, in denen nicht die Prinzessin vom Prinzen gerettet wird, eine Familie nicht immer aus Mutter, Vater und Kind bestehen muss und Kinder nicht nur Tomi und Annika heißen, sondern Huma oder Ayşe. Die Welt und das Leben bieten mehr!
Wir stellen eine Auswahl an Kinderbüchern mit diskriminierungsfreien Inhalten vor. Einige Bücher werden in gemütlicher Runde vorgelesen. Es wird für alle Kinder von 3 – 8 Jahren etwas dabei sein. Es wird einen Büchertisch der anderen Buchhandlung geben und weiterführendes Infomaterial zu diskriminierungsfreier Kinderliteratur.
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Kundgebung „Uni für Alle!“
20.06. 15 Uhr Universitätsplatz

Viele Menschen, die nach Deutschland fliehen, sind jung und möchten sich ein neues Leben aufbauen. Dazu brauchen sie einen Zugang zu guter Ausbildung. So wie alle anderen eben auch. Erinnern wir die Hochschulleitung daran, dass diese Aufgabe in ihre Verantwortung fällt!
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Filmvorführung „Revision“
20.06. 20 Uhr Lichtspieltheater Wundervoll

Am 29. Juni 1992 entdeckt ein Bauer zwei Körper in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern. Ermittlungen ergeben, dass es sich bei den Toten um rumänische Staatsbürger handelt. Sie werden bei dem Versuch, die EU-Außengrenze zu überschreiten, von Jägern erschossen. Diese geben an, die Menschen mit Wildschweinen verwechselt zu haben. Vier Jahre später beginnt der Prozess. Welcher der Jäger den tödlichen Schuss abgegeben hat, lässt sich nie beweisen. Das Urteil: Freispruch. dpa meldet: „Aus Rumänien ist niemand zur Urteilsverkündung angereist.“  In den Akten stehen die Namen und Adressen von Grigore Velcu und Eudache Calderar. Ihre Familien wussten nicht, dass jemals ein Prozess stattgefunden hat. Mit REVISION wird ein juristisch abgeschlossener Kriminalfall einer filmischen Revision unterzogen, die Orte, Personen und Erinnerungen miteinander verknüpft und ein fragiles Geflecht aus Versionen und Perspektiven einer „europäischen Geschichte“ ergibt.
Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 6 Euro, ermäßigt für Studierende 5 Euro.
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Vortrag „Umgang mit Nazis in Vereinen“
21.06. 18:00 – 19:30 Uhr Bildungskeller Haus 1, Ulmenstraße 69

Neonazis nutzen Vereine, um ihre Parolen zu verbreiten oder Geflüchtete aus Vereinen herauszudrängen. Im Rahmen dieses Workshops sollen entsprechende Erfahrungen und der Umgang mit Neonazis in Vereinen diskutiert werden. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem BUND M-V e.V.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Theaterstück „Asyl-Dialoge“ mit anschließender Diskussion
23.06. 19 Uhr Peter-Weiss-Haus

Die ASYL-DIALOGE erzählen von Begegnungen, die Menschen verändern, von gemeinsamen Kämpfen in unerwarteten Momenten – eine dieser Geschichten spielt in Osnabrück, wo seit März 2014 ein breites Bündnis solidarischer Menschen bereits 30 Abschiebungen verhindern konnte und somit für viele bundesweit zum Vorbild wurde…
Wir hören diese Geschichte aus erster Hand, aus der Perspektive zweier junger Aktivist*innen, die gezwungen sind, sich ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei zu liefern. Die Geschichte konfrontiert uns mit der Frage, wie viel Mut wir entwickeln können, wenn aus zunächst lose verbundenen politischen Akteur*innen gute Freund*innen werden.
Die ASYL-DIALOGE entstanden durch ausführliche Interviews, lediglich gekürzt und ohne sprachliche Veränderungen: dokumentarisches, wortgetreues Theater.
Mehr Infos bekommt ihr hier.
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Filmvorführung und Gespräch „Private Revolutions. Jung-Weiblich-Ägyptisch“
24.06. 19 Uhr Lichtspieltheater Wundervoll mit Hoda Saleh

Die Österreicherin Alexandra Schneider flog nach Kairo, um dort über zwei Jahre hinweg vier Frauen und ihr politisches Engagement zu verfolgen.
Amani engagiert sich mit ihrer Radiostation und ihrem Verlag für mehr Frauenrechte und stößt als unverheiratete Business-Frau alle vor den Kopf. Fatema versucht ihre politische Karriere bei den Muslimbrüdern mit ihren Verpflichtungen als Mutter zu vereinbaren. Die Nubierin May kündigt ihren Job als Bankerin, um ein Entwicklungsprojekt im konservativen Süden Ägyptens aufzubauen. Sharbat widersetzt sich ihrem Mann sowie ihrem sozialen Umfeld und riskiert alles, indem sie mit ihren Kindern gegen das Regime demonstriert.
Die Österreicherin Alexandra Schneider flog nach Kairo, um dort über zwei Jahre hinweg vier Frauen und ihr politisches Engagement zu verfolgen.
Mehr Infos bekommt ihr hier.

Neustrelitz: Aktionstag & Demonstration „Flagge zeigen gegen Fremdenfeinde und für eine menschliche Asylpolitik!“ am 11.06.16

Das Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt in Neustrelitz lädt für den 11. Juni zu vielfältigen Aktivitäten und Erlebnissen ein.

◦ Das Rehabilitationszentrum Neustrelitz e.V. im Bürgerseeweg 21 öfnet seine Türen für die ganze Familie und gibt unter anderem Einblicke in die Arbeit des Vereins. Geöffnet ist von 10 bis 17 Uhr.

◦ Auf dem Spielplatz in der Heinrich-Mann-Straße in Kiefernweide veranstaltet DIE LINKE ein Kinderfest. Los geht’s 10 Uhr

◦ Um 14 Uhr 30 findet in der Stadtkirche ein Gottesdienst zur Einführung der neuen Pröbstin mit anschließendem Empfang im Borwinheim statt

◦ Um 14 Uhr 30 findet die Demonstration „Flagge zeigen gegen Fremdenfeinde und für eine menschliche
Asylpolitik!“ des Aktionsbündnisses „Vielfalt statt Einfalt“ statt. Treffpunkt ist Kirchenallee / Ecke Strelitzer Chaussee.

◦ Um 15 Uhr 30 ist ein gemeinsames Luftballon-Steigenlassen an an allen Standorten statt.

Für ein weltoffenes und tolerantes Neustrelitz!

Rostock: Kundgebung „Erhalten statt Abreißen! Für ein Kultur- und Wohnprojekt in Toitenwinkel“ am 08.06.16 ab 15 Uhr auf dem Neuen Markt

Kommt am Mittwoch, den 08. Juni, um 15 Uhr zum Rathaus auf den Neuen Markt zur Kundgebung gegen den Abriss!

In Rostock ist bezahlbarer Wohnraum knapp, die Mieten steigen und steigen. Es gibt zu wenig Räume für Kultur, Politik, Kunst, Sport und zum Leben. Wir vom Verein Soziales Rostock wollen deswegen in Toitenwinkel ein alternatives Kultur- und Wohnprojekt schaffen! Ab Juni wird das ehemalige Kitagebäude zum Lebensbaum 16 leerstehen. Die Stadt plant den Abriss noch in diesem Jahr. Der Abriss allein wird 190.000 Euro kosten. Wir wollen den Abriss verhindern und das Gebäude nutzen. Dafür wollen wir, dass uns die Stadt das ehemalige Kitagebäude übergibt! Die Bürgerschaft wird am 8.6. ab 16 Uhr dazu entscheiden. Dazu brauchen wir eure Unterstützung! Lasst uns gemeinsam für mehr Freiräume in Rostock kämpfen, bevor es zu spät und das Gebäude abgerissen ist!

Mehr Infos findet Ihr unter wohnprojekte-rostock.de/SozialesRostock und systemausfall.org/wikis/soziales-rostock oder schreibt an soziales-rostock[ätt]wohnprojekte-rostock.de.

Neustrelitz: Veranstaltung „Wut, Verachtung, Ausgrenzung – Wie die Rechte in Deutschland wieder populär geworden ist“ am 20.05.16 im Kulturquartier

Der heutige Rechtsextremismus ist nicht mehr der alte. Ewiggestrige Nazi-Folklore scheint nur noch ein Randphänomen zu sein. Es hat sich in der Mitte der Gesellschaft über Jahre hinweg eine Ablehnung freiheitlicher Prinzipien entwickelt, welche nun seit einigen Monaten auch lautstark vertreten wird. So finden rechtsextreme Argumentationsmuster wieder leichter ihren Weg in Vereine, Schulen, an den Familientisch und in die Politik. Dort zeigt die neue Rechte in Wort und Tat eine überwunden geglaubte und unerwartete Aggressivität und bündelt sie in allgemeinen Hassgefühlen: Ausländerfeindlichkeit, Medienverachtung, Verschwörungstheorien, Homophobie, Nationalismus, Ultra-Liberalismus und vieles mehr.

Wie konnte es dazu kommen? Wie fühlt man sich als Journalist bei Pegida-Demonstrationen? Und welche Gegenmaßnahmen kann die freiheitliche Gesellschaft ergreifen? Diesen und anderen Fragen werden sich die Referent*innen Olaf Sundermeyer (Journalist & Autor) und Sebastian Serafin (FES Projekt ‚Gegen Rechtsextremismus‘) im Rahmen dieses Themenabends widmen.

Die Veranstaltung beginnt 18 Uhr 30 im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz (Schloßstraße 3, 17235 Neustrelitz).

Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Neubrandenburg: Lesung & Gespräch „Kampf um Kobanê“ am 27.04.16 im AJZ

Der Kampf um Kobanê und Rojava ist eine zentrale Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten, in der alle relevanten Akteure auf die eine oder andere Weise involviert sind. Kobanê wird weiterhin die politischen Ereignisse in der Region prägen – sowohl den „Friedensprozess“ zwischen der Türkei und der PKK als auch den Bürgerkrieg in Syrien. Der Konflikt bietet Anlass, zentrale politische Auseinandersetzungen neu aufzugreifen, wie etwa die Frage nach Gewalt als Mittel der Politik und nach dem Entwurf einer neuen Gesellschaftsordnung. Anders gesagt: Lässt sich eine basisdemokratische Gesellschaft durch Krieg verteidigen oder ist eine militärische Auseinandersetzung der Tod für jegliches emanzipatorische Projekt?

Ismail Küpeli, Herausgeber des Sammelbands „Kampf um Kobane, Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens“, wird die Beiträge über die Situation in Rojava, die politische Lage in der Türkei, den blutigen Bürgerkrieg in Syrien und den „Islamischen Staat“ darstellen und die Überlegungen der
Autor*innen zur Diskussion stellen.

Die Lesung mit anschließendem Gespräch findet am 27. April statt. Beginn ist 19 Uhr im Alternatives Jugendzentrum in Neubrandenburg.

Die Lesung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern und des AJZ Neubrandenburg.

Eine Veranstaltung des AJZ Neubrandenburg und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerin: 7. Aktionsfahrradtour „Unterwegs auf Straßen und Plätzen für Menschlichkeit und Frieden, gegen Neofaschismus“ vom 21. bis 24. April 2016

„Unterwegs auf Straßen und Plätzen für Menschlichkeit und Frieden , gegen Neofaschismus“ unter diesem Motto führt die VVN-BdA Westmecklenburg-Schwerin seit 2010 eine Aktionsfahrradtour als Gedenk- und Demonstrationstour auf den Streckenführungen der Todesmärsche durch.

Die Tagesetappen sind zwischen 35 km und 55 km lang. Mit dieser jährlich in der zweiten Aprilhälfte stattfindenden Radtour fördern wir die Erinnerung und das Gedenken an die Opfer der Todesmärsche, von Faschismus und Krieg.

Sie leistet einen Beitrag zur politischen-historischen Bildung an authentischen Orten durch Wahrnehmung und Auseinandersetzung auf verschiedenen Ebenen. Ein wesentlicher Bestandteil sind die Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen sowie Bündnissen gegen Rechtsextremismus.

Sie möchte zu einem stetigen persönlichen Engagement für Humanismus und und Demokratie ermutigen. Für die Verbreitung der Idee einer weltoffenen und multikulturellen Gesellschaft wird geworben, wie sich für Abrüstungsschritte und eine zivile Außen- und Sicherheitspolitik eingesetzt wird.

Die diesjährige Tourroute verläuft von Schwerin über Grevesmühlen nach Lübeck zu Mölln und endet in Hamburg. Nähere Informationen gibt es auf dem Flyer der.

Parchim: Infoveranstaltung „Syrien kennenlernen“ am 23.04.16 im Zinnhaus

Das Netzwerk für Flüchtlinge in Parchim lädt am 23. April gemeinsam mit Geflüchteten aus Parchim zur Veranstaltung „Syrien kennenlernen“.

Das Kennenlernen findet im Dachboden des Zinnhauses in Parchim statt. Den Besucher*innen steht eine kleine kulturelle Reise mit syrischer Musik & kleinen kulinarischen Köstlichkeiten bevor. Dazu wird es einem Vortrag über die Geschichte, Kunsthandwerk, Politik und Religion des Landes geben.

Rostock: Lesung „Deutsch-Pop halt’s Maul!“ am 07.04.16 im Peter-Weiß-Haus

Die Frage nach den Texten und Gesinnungen in aktueller deutscher Rock- und Popmusik: Im Windschatten englischer Texte entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch…) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passt gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik. An das, was dafür aufgegeben wurde, vom »Fremdwerden in der eigenen Sprache« (NDW), von der Materialästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Popaffirmation (Schlager) erinnert der Autor und wir werden mit Ihm unsere Erfahrungen diskutieren.

Frank Apunkt Schneider ist unfreier Künstler, Autor und selbsternannter Poptheoretiker, Mitherausgeber der Testcard, Redakteur bei Skug und außerdem der deutsche Außenposten der Kulturbewegung monochrom.

Die Veranstaltung findet am 07. April im Peter-Weiß-Haus statt und beginnt 19 Uhr.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerin: Vortrag und Diskussion „Islam in Deutschland – die Bedeutung für unsere Identität“ am 01.04.16 im Schleswig-Holstein-Haus

Der Begriff „Islam“ löst unterschiedliche Emotionen aus – von Ablehnung und Hass gegenüber Muslimen auf der einen Seite bis zur totalen Verteidigung eigener kultureller Identität auf der anderen Seite.

Die Debatte um den Islam, seine Werte und Ausprägungen wird seit Jahren auch in Deutschland kontrovers und teilweise vereinfacht geführt, hat aber im Zuge von internationalem Terrorismus und der Flüchtlingskrise noch einmal an Schärfe gewonnen. Dabei betonen die einen, dass der Islam zu Deutschland gehöre, wogegen andere überzeugt sind, dass diese Glaubensrichtung mit der freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnung unvereinbar sei. Unter die Räder gerät dabei eine differenzierte Betrachtung des Islams, wobei oft vergessen wird, dass es „den Islam“ oder „die Muslime“ so gar nicht gibt.

Wie sehen die vielfältigen Identitäten von in Deutschland lebenden Muslimen heute aus und wie verändern sich diese im Lichte öffentlicher Diskurse? Was passiert bei der Überschneidung unterschiedlicher Kulturkreise? Welche Sicht auf den Islam haben wir in Europa und warum? Was kann Bildung leisten, um die Komplexitäten der muslimischen Lebenswirklichkeiten abzubilden? Passen europäische Werte und die des Islam zusammen und – vor allem – wie ist ein besseres Verständnis füreinander möglich? Diese und andere Fragen rund um das Thema Islam werden diskutiert werden.

Die Veranstaltung findet am 01.04.16 im Schleswig-Holstein-Haus Schwerin (Puschkinstr. 12, 19055 Schwerin) statt und beginnt 17 Uhr.

Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Rostock: Lesung „Hier zu leben, hat mich sehr wachsen lassen“ am 02.04.16 im Zentrum Kirchlicher Dienste

Der Verein Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern, die Amadeu Antonio Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung laden Sie herzlich ein zu der Veranstaltung zu Lebenssituationen von einheimischen und geflüchteten Muslim*innen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Aktuell erreichen viele Migrant_innen und Asylsuchende Mecklenburg-Vorpommern. In ihren Versuchen, sich nach Vertreibung und Flucht sowie angesichts unsicherer Bleibeperspektiven so etwas wie einen Alltag aufzubauen, sehen sich diese Menschen mit einer besonderen Form der Ablehnung und des Hasses konfrontiert: dem antimuslimischen Rassismus bzw. (geläufiger) der Islamfeindlichkeit.

Nicht alle von diesem Rassismus betroffenen Menschen sind Muslim_innen – das Vorurteil trifft genauso christliche Syrer_innen oder Eriträer*innen – aber die Mehrheit unter ihnen schon. Doch das Wissen über muslimisches Leben hierzulande ist äußerst begrenzt und bestimmt von verzerrten Bildern.

Mit dem Projekt „Land zum Leben – für alle? Antimuslimischer Rassismus im ländlichen Raum“ soll eine von diesen Verzerrungen befreite Wahrnehmung muslimischen Lebens in MV ermöglicht werden, eine Wahrnehmung, die auch die Perspektive der betroffenen Minderheit mit einbezieht. Schließlich haben diese Menschen das Recht auf ein gewaltfreies und menschwürdiges Leben hierzulande.

Wenn wir wollen, dass sie bleiben und helfen, unsere schrumpfenden Dörfer und Städte in Mecklenburg-Vorpommern wieder zu beleben, übernimmt unsere Gesellschaft auch die Pflicht, solch ein Leben zu ermöglichen.

Sie sind herzlich eingeladen zu einer Lesung aus der ersten Publikation des Projekts, einer Sammlung von Lebensgeschichten von Muslim‘innen aus MV.

Die Lesung findet am 02. April im Zentrum Kirchlicher Dienste (Alter Markt 19, 18055 Rostock) statt und beginnt 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.




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