Archiv der Kategorie 'Kultur'

Stralsund: Rock gegen Rechts lädt zum Vorbereitungstreffen ein!

+ Rock gegen Rechts in Stralsund auch 2016! +++ Verein lädt zum Vorbereitungstreffen am 11. März um 17 Uhr in die Volkshochschule Vorpommern-Rügen +++ Kein Zutritt für Rassist*innen! ++

Pressemitteilung von Rock gegen Rechts e.V. Stralsund vom 09.03.2016

Der Stralsunder Verein „Rock gegen Rechts“ lädt zum 11. März um 17 bis 19 Uhr Interessierte in die Volkshochschule Vorpommern-Rügen ein. Der Verein möchte die diesjährigen Aktionstage gegen Rechts mit weiteren neuen Gesichtern planen. Im Rahmen der Aktionstage gegen Rechts finden seit vielen Jahren in und um Stralsund verschiedene Bildungs- und Kulturveranstaltungen statt. Auch innerhalb von Schulen wirkt der Verein demokratiefördernd.


Bild: Der organisatorische Leiter der Initiative Jens Knoop während der Aktionstage 2012.

Der Verein entstand aus einer Schülerinitiative und war Initiator bei der Gründung des Bündnisses „Stralsund für Alle“ und der nicht-konventionsgebundenen „AG Flüchtlingshilfe“. Mit Hilfe der damaligen „Initiative Rock gegen Rechts“ entstand auch der Stralsunder Verein „Ajuku e.V.“, der sich mit der Schaffung jugendfördernder Freizeitangebot befasst.
Mehr Infos zum Verein und seiner Arbeit finden Sie auf dem Treffen oder der Homepage www.rockgegenrechts.com.

Personen mit rechtsextremen oder rassistischem Hintergrund sind zur Veranstaltung ausgeschlossen. Darunter zählen sich auch Personen die regelmäßigen Umgang mit Rechtsextremisten, Rassisten und mit rechten Organisationen sowie Parteien haben. Personen die der “Grauzone” (politisch und kulturell) zuzurechnen sind, haben ebenfalls kein Recht diese Veranstaltung zu besuchen.

Bad Kleinen: Workshop „Mein neuer Nachbar ist von weit her – und was nun?“ am 16.03.16 in der Mensa

Mecklenburg-Vorpommern verändert sich. Mit etwa 30.000 Flüchtlingen im Jahr 2015 trägt das Land zwar eine geringere Verantwortung als andere Länder, trotzdem ist aber hier und dort eine Veränderung spürbar. Neue Sprachen, neue Ansichten, neue Kulturen machen das Land vielfältiger.

Doch was passiert da, wenn neben mir Flüchtlinge einziehen? Was bedeutet das für meine Kinder? Was erwarte ich? Und was wird von mir erwartet? Wie können wir zusammen leben? Wir möchten mit Ihnen, Kommunalpolitikern, den Geflüchteten und lokalen Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen und uns austauschen, wie wir die Kommune gemeinsam gestalten können.

Hier werden Sie gefragt! In Arbeitsgruppen werden wir uns austauschen, wer was tun kann und wie wir die kleinen und großen Herausforderungen bewältigen können. Mit Ihren Arbeitsergebnissen werden wir anschließend zusammenkommen und sie den Kommunalpolitikern mitgeben.

Das Willkommenscafé findet am Mittwoch, den 16. März in der Mensa (Schulstraße 17, 23996 Bad Kleinen) statt und beginnt 18 Uhr 30 und wird ca 20 Uhr 30 beendet sein. Die Teilnahme ist kostenlos.

Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Schwerin: „Flüchtlingsgespräche – fragmentarisch adaptiert nach Brecht“ am 10.03.16 im Schleswig-Holstein-Haus

Für die Interkulturelle Woche 2015 in Wismar konzipierte die Theaterpädagogin Marita Arndt ein an Brechts „Flüchtlingsgespräche“ von 1941 angelehntes fragmentarisches Theaterstück, das sie mit Laiendarsteller_innen in vielen Proben einstudierte. Nach einer erfolgreichen Premiere und einer weiteren Aufführung im Wismarer Theater präsentierte das Ensemble mit Unterstützung der RLS MV das Stück an weiteren Orten, so am 16. Januar 2016 in Stralsund und 30. Januar 2016 in Neustrelitz.


Bild: Bei den Proben. (eingebunden über mv.rosalux.de)

In diesem Stück kommen die Befindlichkeiten und Ängste der heute bei uns Schutz suchenden Flüchtlinge, wie auch Reaktionen der einheimischen Bevölkerung zum Ausdruck. Außerdem gilt ein Teilstück der katastrophalen Lage von Flüchtlingen auf dem Weg nach und in Europa. Das Ziel besteht darin Parallelen sichtbar zu machen zwischen Zuständen und Empfindungen damals und der misslichen Lage von Flüchtlingen und deren Erwartungen heute.

Das Stück reagiert auf aktuelle fremdenfeindliche und rassistische Anfeindungen gegenüber Migranten, auf vorhandene Vorbehalte in der Bevölkerung und sollte ein Nachdenken, respektvolles friedliches Miteinander in Gang setzen und stärken.

Die Veranstaltung findet am 10.03.2016 statt und beginnt um 19 Uhr im Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin (Puschkinstr. 12, 19055 Schwerin).

Gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Greifswald: Infoveranstaltung „Pop_Queer_Kritik – Mehr Regenbogen für den Mainstream?“ am 14.03.16 im Klex

Sookee kommt nach Greifswald! Und sie hat einen Vortrag im Gepäck, der jedes feministische Herz höher schlagen lässt: Pop_Queer_Kritik – Mehr Regenbogen für den Mainstream?

Mit einem Verständnis von „Queer“, das politischer ist, als die Bierwerbung auf einer Regenbogen-Parade und das eine Gesellschaft stärker strukturiert, als die Homo-Ehe, sucht der Vortrag nach Antworten auf folgende Fragen:
♥ Ist gay die Voraussetzung für queer?Was macht Musik überhaupt queer?
♥ Wie viel Sex muss sein, um queererkennbar werden zu lassen?
♥ Wie lässt sich ein popkultureller Content queer gegen den Strich lesen?
♥ Hilft ein queerer Hype auf dem Weg zur Revolution?

An den Vortrag schließt sich eine offene Diskussion mit Sookee an. Für weitere Infos meldet euch an auf der Facebook Veranstaltung.

Schwerin: Queerfilmfestival und Glitzerdisko am 12.03.16 im Komplex

Das Queerfilmfestival Rostock und seine Veranstalter_innen machen einen Hausbesuch im Komplex Schwerin.

Der Abend schafft einen Raum für Liebhaber_innen queerer Filme. Gleichzeitig wollen wir mit dem QueerFilmFest ein Zeichen dagegen setzen, dass Menschen immer noch aufgrund ihrer Geschlechtsidentität, sexuellen Orientierung und Beziehungsformen diskriminiert werden. Die Filme, die gezeigt werden, bewegen sich oft abseits des Mainstreams. Könnte eine spanische Doku über Transgender, ein melodramatischer skandinavische Kurzfilm oder eine Komödien direkt aus Hollywood sein. Das wird in Kürze bekannt gegeben. Seid gespannt.

Das QueerFilmFest ist offen für alle, auch für Leute mit wenig Geld. Deshalb gibt es keine festen Eintrittspreise, sondern die Bitte, am Einlass einen kleinen Beitrag zu spenden. Mit Hilfe dieser Beiträge ist es uns möglich, das QueerFilmFest zu unterstützen.

Für aktuelle Infos checkt die Facebook Veranstaltung. ;-)

Rostock: Infoveranstaltung „Erhalten statt Abreißen – Wohnen und Arbeiten in Toitenwinkel!“ am 03.03.16 im Peter-Weiß-Haus

Das ehemaligen Stadtteil- und Begegnungszentrum Toitenwinkel wird zum 31.5.16 frei. Bisher plant die Stadt den Abriß. Wir vom Verein Soziales Rostock wollen das verhindern. Wir wollen das Haus kaufen und sanieren, und planen dazu seit einem Jahr. Auf den 2.300* m² wird es günstigen Wohnraum für 35 Leute geben und Räume für Vereine, Inititativen und kulturelle Projekte! Um das zu schaffen, suchen wir weitere Leute, die dort wohnen wollen oder Räume suchen für Kultur, Bildung, Freizeit, Soziales und Arbeit. Oder die einfach nur neugierig sind und unterstützen wollen. T‘winkel ist gut an den Nahverkehr angeschlossen, und mit dem Rad vom Doberaner Platz sind es 18 Minuten!
Details zum Projekt findet ihr unter anderem hier.

Die Veranstaltung findet am 03. März ab 19 Uhr im Peter-Weiss-Haus statt.

Rostock: Lesung und Konzert ‚Esther Bejarano & Microphone Mafia – Per la Vita‘ am 20.11.15 im Peter-Weiß-Haus

Die jüngste Vergangenheit brachte viele interessante KollaboProjekte, Mash-Ups und anderes hervor, doch ein ähnlich krasses Aufeinander treffen zweier so unterschiedlicher Welten wie es bei diesem Abend der Fall ist, hat es wohl bis dato nicht gegeben und wird es wohl in naher Zukunft auch nicht geben.


Bild: Esther Bejarano und die Microphone Mafia gehen seit Jahren gemeinsam auf Tour.

Esther Bejarano hat Geschichte am eigenen Leibe erlebt, hat den Schrecken des dritten Reiches mitsamt Aufenthalten in den KZs Auschwitz und Ravensbrück auf schmerzliche Art und Weise spüren müssen. Die dabei behandelten Themen wie Ausgrenzung, Rassismus oder etwa Gewalt sind dabei damals wie heute unglücklicherweise noch aktuell und gehören noch längst nicht der Vergangenheit an. Den Beweis dafür liefert die Microphone Mafia, welche schon seit mittlerweile sage und schreibe zwanzig Jahren ihre Erfahrungen mit Rassismus als sogenannte „Jugendliche mit Migrationshintergrund“ in ihren Musikstücken verarbeitet und sich nicht zeitwilligen Trends, wie bspw. dem bis vor kurzem noch extrem populären Gangsta-Rap, beugt, sondern auf konsequent gehaltvolle Texte, mit Sinn und Verstandgetextet und eingerappt, setzt.

Wann? Wo? Wieviel? Der Abend beginnt am Freitag, den 20.11.15 ab 20 Uhr im Peter-Weiß Haus. Der Eintritt kostet 10€.

Greifswald: Gedenkveranstaltung „Licht ins Dunkel – Kein Vergessen“ am 09.11.15

Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Reichspogromnacht in Greifswald

Das Bündnis Greifswald für Alle lädt am Montag, 09.11.15, zu einem Gedenkgang entlang der Stolpersteine durch die Innenstadt ein. Treffpunkt ist um 18 Uhr der Rubenow-Platz. Dann geht es mit würdigenden Worten an einigen Standorten der Stolpersteine vorbei zum Marktplatz.

Seit einigen Wochen bereiten uns altbekannte Nazis sowie Patrioten zusammen mit sogenannten “besorgten Bürgern” mit ihren Demonstrationen und Kundgebungen Sorgen.

Wir wollen mit unserem Gedenkgang am geschichtsträchtigen 9. November auch an dunkle Zeiten in Deutschland erinnern und gleichzeitig im Gedenken an den 9. November 1989 an lichte Tage anschließen. Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung von Asylsuchenden dürfen gerade in diesem Gedenken keinen Platz in Deutschland und in Greifswald haben.

Wenn sich der Ungeist wieder meldet, wollen und dürfen wir nicht wegschauen. Kerzen und Lampions sind bei unserem Rundgang als Zeichen für Erinnerung und Menschlichkeit erwünscht.

Rostock: Tage des indigenen Films 2015 vom 16.-20.11.15 im Peter-Weiß-Haus

Die nächsten Tage des indigenen Films finden vom 16. bis 20. November 2015 in Rostock statt. Gezeigt werden Spielfilme, Dokumentarfilme und ein Film für Kinder. Die Filme sind je nach Verfügbarkeit in unterschiedlichen Sprachfassungen oder untertitelt.

Neben den Filmen gibt es drei Workshops für Erwachsene sowie einen Kinder- und Jugendworkshop. Ergänzt wird das Programm durch Ausstellungen zum Thema.

Die komplette Übersicht der Veranstaltungen findet ihr hier . Details zu den Veranstaltungen gibt es unter anderem auf Facebook.

Alle Veranstaltungen finden im Möckelsaal des Peter Weiss Hauses in Rostock statt, auch die Ausstellungen werden dort gezeigt.

Rostock: Infoveranstaltung „Rojava – Eine bedrohte Basisdemokratie“ am 04.11.15 im Peter-Weiß-Haus

Im Schatten des furchtbaren Bürgerkrieges in Syrien, in dessen Verlauf mehr als 250.000 Menschen getötet wurden und Millionen auf der Flucht sind, hat die kurdische Bevölkerung in drei Kantonen im Norden Syriens (Rojava) selbstverwaltete Strukturen aufgebaut, die das Überleben der Menschen sichern und darüber hinaus Ansätze für ein demokratischeres Syrien ganz praktisch aufzeigen. Die Menschen in Rojava versuchen mit ihrem Projekt ein alternatives Gesellschaftsmodell jenseits von nationalistischen, religiös-fundamentalistischen und patriarchalen Vorstellungen zu entwickeln. Die türkische Regierung versucht hingegen, die demokratische Selbstverwaltung Rojavas zu diffamieren und letztlich zu beseitigen. Trotz der Bedeutung der kurdischen Verteidigungskräfte im Kampf gegen den IS-Terror in Syrien sind aber auch Deutschland, die EU und die NATO nicht gewillt, die Entwicklung in der Region aktiv zu unterstützen.

In der Veranstaltung stehen u.a. folgende Fragen und Themen im Mittelpunkt:
• Wie ist die aktuelle Situation in Rojava?
• Was verbirgt sich hinter dem Konzept demokratischer Konföderalismus?
• Wie können die Menschen unterstützt werden? Welche Formen der Solidarität sind notwendig?

Eingangs wird es aktuelle Infos und Hintergründe zu den Wahlergebnissen in der Türkei geben, um auch darzustellen welche Bedeutung sie für die Zukunft des Modells Rojava haben.

Über die Region berichten Referent*innen des „Verbandes der Studierenden aus Kurdistan e.V.“ (Dachverband kurdischer Studierender in Europa) sowie von „Cadus“ (unabhängige Hilfsorganisation, die derzeit in Rojava aktiv ist und nachhaltige Projekte u.a. in medizinischen und therapeutischen Bereichen mit den Menschen vor Ort initiiert).

Die Veranstaltung findet am 04.11.15 im Peter-Weißs-Haus statt. Beginn ist 19 Uhr.

Die Veranstaltung der Initiative MV für Kobanê im Rahmen der „Entwicklungspolitischen Tage Mecklenburg-Vorpommern 2015″.

Ribnitz-Damgarten: Fête de la intégration am 05.09.2015 im AJZ Kita e.V.

Jedes Jahr findet in Ribnitz-Damgarten der offizielle „Tag der Integration“, veranstaltet vom Integrationsnetzwerk, am Marktplatz statt. In diesem Jahr gibt es mit dem AJZ KITA e.V. einen zweiten Standort! Gemeinsam mit dem Integrationsnetzwerk, der Stadt Ribnitz-Damgarten und vielen weiteren Unterstützern wird am 05. September ein großes, buntes und außergewöhnliches Programm veranstaltet! Die Organisator*innen stellen sich deutlich gegen Rassismus und jede Form von Diskriminierung!

Neben einem fetten Open Air Konzert ab 18 Uhr auf dem Marktplatz, auf dem unter anderem die Sound Nomaden und das Berlin Boom Orchestra auftreten werden, wird es im AJZ KITA e.V. ab 22 Uhr auf drei Floors weitergehen, unter anderem mit Kollektiv Ost und umami.

Ab 11 Uhr wird es verschiedene Workshops geben, darunter Themen wie
★ Migration, Flucht und Asyl – Die Welt in Bewegung
★ Interkulturelles Kochen
★ Trommeln/ Djembe
★ Breakdance
★ Graffiti
★ Medienprojekt

Für die Kleinen und jung gebliebenen gibt es darüber hinaus u.a. eine Hüpfburg, einen Soccerkäfig, die Möglichkeit sich Schminken zu lassen und eine Chillout Area. Zusätzlich wird es die Möglichkeit geben, sich bei diversen Ständen mit Stuff und den neuesten Infos einzudecken.

Das komplette Programm findet ihr auf dem Blog des Aktionstages oder auf der Facebook Veranstaltung.

Menschen mit Thor Steinar-Kleidung, NPD-Verbundenheit oder sonstigen Problemen empfehlen wir unsere Veranstaltung zu meiden. Unsere VA ist deutlich dem Kampf GEGEN Rassismus und Vorurteilen gewidmet! Der Besuch dieser Veranstaltung ist für Nazis u.ä. verboten!

„Gefährlich verankert“: Andrea Röpke über rechtsextreme Strukturen und neue Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern

Rocker, Bürgerwehren, Siedlergemeinschaften, Autonome Nationalisten und neonazistische Firmennetzwerke — Rechtsextremismusexpertin Andrea Röpke analysiert in ihrem neusten Buch die vielseitig ausdifferenzierte rechtsextreme Szene in Mecklenburg-Vorpommern.

Die erste Auflage ist bereits restlos vergriffen, so dass sich die SPD-Fraktion des Landtags gezwungen sah, nochmal eine zweite Auflage nachzulegen. ‚Gefährlich verankert – Rechtsextreme Graswurzelarbeit, Strategien und neue Netzwerke in Mecklenburg-Vorpommern‘ heißt das Buch, das die freie Journalistin und Rechtsextremismusexpertin Andrea Röpke zusammen mit der sozialdemokratischen Fraktion des Landtags in der ersten Jahreshälfte 2015 publizierte.


Bild: Andrea Röpkes Buch „Gefährlich verankert“, mittlerweile in der zweiten Auflage erhältlich.

Belege liefern, Verbindungen aufzeigen und vor rassistischen Biedermännern und -frauen warnen

Die SPD ist mit dem neonazistischen Problem — zumindest im Landesparlament — bestens vertraut, schließlich sitzen die Rechtsextremen dort seit 2006 ohne Unterbrechung und haben trotz leichter Verluste bei den letzten Landtagswahlen noch immer ihren einträglichen Fraktionsstatus halten können. Die SPD und zuvorderst Fraktionsvorsitzender Norbert Nieszery fühlen sich verpflichtet, “auf diese gefährlichen Entwicklungen hinzuweisen, Belege zu liefern, Verbindungen aufzuzeigen und vor rassistischen Biedermännern und -frauen zu warnen, die zu Brandstiftern werden”.

In ihrer gut recherchierten Analyse untersucht Andrea Röpke viele Facetten rechtsextremer Bewegungen in Mecklenburg-Vorpommern und geht in den neun Kapiteln auf unterschiedliche Strömungen der Szene ein: Angefangen bei Mischszenen von Neonazis und Rockern mit Kontakten ins Rotlichtmilieu über die rechte Siedlerbewegung, die verbotene Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) und die (Neo-)Artamanen bis zum parlamentarischen Rechtsextremismus im Landtag und der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN). Auch der NSU, die Rechtsrock-Szene, die Autonomen Nationalisten, die Identitäre Bewegung, die AfD Mecklenburg Vorpommern und schließlich die Unterwanderung und Instrumentalisierung der wutbürgerlichen Mvgida-Aufmärsche durch Neonazis werden von Röpke kritisch analysiert und eingeordnet.

Geschichten aus Greifswald

Da ‚Gefährlich verankert‘ auf rechte Szene und Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern fokussiert, überrascht es nicht, dass auch einige Vorfälle aus der Hansestadt Greifswald in diesem Buch auftauchen. Dazu gehören die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Bandidos und Hells Angels, die am helllichten Herrentag 2013 in der Bahnhofstraße aufeinander losgegangen sind, und der Angriff auf ein Hausprojekt, an dem sich auch Mandatsträger der NPD beteiligten. Die verhinderte Schöffenbewerbung des rechtsextremen Politikstudenten Marcus Gutsche, der nur ein halbes Jahr nach seiner Nichtzulassung einen Hochschul- und Kommunalpolitiker am Rande einer Kundgebung der NPD auf dem Greifswalder Marktplatz verletzte, wird ebenso erwähnt, wie die Rolle des langjährigen Greifswalder Kaders Frank Klawitter beim NPD-Ordnerdienst und das konspirative Rechtsrock-Konzert mit mutmaßlichem Bezug zum Neonazi-Netzwerk “Blood and Honour” am Gorzberg, zu dem im November 2014 mehr als 500 Neonazis nach Greifswald angereist sind.

Zwei Jahre sollen die Recherchen für Gefährlich verankert gedauert haben. Die Autorin mahnte bei der feierlichen Buchvorstellung in Schwerin, dass es schwieriger werde, Neonazis zu erkennen. Organisierte Menschen mit rassistischem Weltbild tarnten sich durch Normalität innerhalb einer Gesellschaft voller Alltagsressentiments. Das Buch vermittelt einen analytischen Überblick über die vielgestaltige rechte Szene in Mecklenburg-Vorpommern und ist nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Farbfotos eine absolute Leseempfehlung für alle, die sich mit rechtsextremen Tendenzen und Strukturen im Land auseinandersetzen wollen. Das Buch kann kostenfrei bei der SPD-Landtagsfraktion MV (Bestellformular) bestellt werden.

Andrea Röpke ist Politologin und freie Journalistin, die seit vielen Jahren zum Thema Rechtsextremismus arbeitet und publiziert. Sie veröffentlichte unter anderem die Bücher Neonazis in Nadelstreifen — Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft* (2008), Ferien im Führerbunker: Die neonazistische Kindererziehung der “Heimattreuen Deutschen Jugend”* (2007), Mädelssache. Frauen in der Neonazi-Szene* (2011) und Blut und Ehre: Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland* (2013).

Der Text wurde übernommen mit freundlicher Genehmigung des Fleischervorstadt-Blogs.

Stralsund: Alternatives Kinderfest im Bürgergarten am 09.08.15

Die NPD veranstaltet am 9.8., in der Brunnenaue ihr 14. Kinderfest. Ihre Hetze gegenüber Minderheiten wird unter dem Motto „Unsere Kinder sind unsere Zukunft und deshalb kümmern wir uns darum“ an die Jüngsten heran getragen. Wie jedes Jahr stößt dies bitter auf. Doch ärgern lohnt sich nicht! Besucht stattdessen das alternative Kinderfest im Bürgergarten, denn hier gibt es Spiel und Spaß für ALLE!!

Ein vielfältiges und buntes Angebot verspricht jede Menge Spaß und Abwechslung. So kann, wer Lust hat, beispielsweise nach Herzenslust basteln. An der Schminkstation können sich die kleinen Besucher in Fabelwesen, wilde Piraten oder exotische Tiere verwandeln lassen. Für alle bewegungsfreudigen und aktionsgierigen gibt es Spiel- und Bewegungsparcours.

Da all die Aufregung immer so hungrig macht, wird für Erfrischungsgetränke, Kuchen und Bratwurst gesorgt! Für Kinder natürlich alles kostenfrei. Dank der tollen Lokalität sind eine Hüpfburg, ein Karussell und auch Boote bereits vorhanden.

Los geht’s am 09. August ab 12 Uhr im Stralsunder Bürgergarten. Zur Facebook Veranstaltung geht es hier lang.

Festival „Sommerschlacht“ am 7. & 8.08.15 in Wakenstädt bei Gadebusch

Das Sommerschlacht-Festival ist ein nicht-kommerzielles punk-ska-rock‘n'roll-open-air, welches erstmalig im Jahre 2005 stattfand. Es wird zum größtem Teil von jungen Menschen aus dem Spektrum des KxUxTx in Eigenregie organisiert und durchgeführt. Neben den vorrangig musikalischen Darbietungen gibt es unter anderem diverse Kleinkunst, KurzfilmKino, Info-/Verkaufsstände und lecker VoKü.

Auch 2015 wird eine Sommerschlacht geben, genauer gesagt am 7. und 8. August! Details zum Festival findet ihr auf sommerschlacht.de.

In der Selbstbeschreibung des Festivals heißt es unter anderem:

„Das Festival lebt vom Mitdenken und der Verantwortung aller Beteiligten. Wir versuchen die Sommerschlacht zu einem Ort für möglichst alle interessierten
Menschen zu machen. Das heißt aber auch dass es einige Spielregeln gibt:

Wir wollen ein Party-Wochenende in respektvoller Atmosphäre, wo sich auch Menschen wohlfühlen, denen das in dieser Gesellschaft sonst sehr schwer gemacht wird. Rassismus, Sexismus, Homophobie oder Nationalismus haben da nix zu suchen!! Überlegt bitte was ihr sagt und wie ihr gegenüber anderen Menschen handelt. Reagiert auf übergriffiges oder diskriminierendes Verhalten oder wendet euch an den Einlass!“

Rostock: Infoveranstaltung „Call for solidarity – kollektives Zentrum (HH) braucht Unterstützung“ am 02.07.15 im Peter-Weiss-Haus

Das kollektive Zentrum in Hamburg besteht nun seit ca. einem halben Jahr, beendet die Ära eines kleinen Leerstandsparts im Münzviertel und hat sich in dieser Zeit bis unters Dach mit Leben gefüllt. Doch jetzt ist dem kollektiven Zentrum mit Kündigung gedroht worden, falls die Nutzer*innen sich nicht bereit erklären, die oberen „besetzten“ Stockwerke zu räumen. Für uns ist klar, dass der Platz für Werkstätten, soziale Begegnungsstätten, Büros, Kinderspielzimmer und Sporträume nicht hergegeben oder verkleinert werden kann.

02.07.15 | 20 Uhr | Peter-Weiss-Haus in Rostock

Seit einem halben Jahr bespielen wir dieses Haus mit allen Hausmeister- und Veranstaltungsaufgaben, die so im täglichen Betrieb anfallen. Seit einem Jahr planten wir an der Nutzung dieses Leerstandes und auch die Besetzung am 12.07.2014 kam uns zu gute, die letztendlich türöffnend für die heutige Zwischennutzung war. Einige sind schon seit mehr als zwei Jahren dabei, im und mit dem Viertel gegen die Investoreninteressen auf diesem Gelände zu kämpfen. In diesem Haus sind mehr als 40 unterschiedliche Gruppen organisiert, die politisch arbeiten und jede Woche mehr Menschen, die den hier entstandenen Raum für sich nutzen.

Nun kann es im Zweifelsfall sehr schnell gehen mit dem aktiven Kampf um den Erhalt des koZe und es braucht weitaus mehr als das Engagement der Menschen, die hier schon seit Monaten aktiv sind und langsam auf dem Zahnfleisch gehen.

Das kollektive Zentrum geht uns alle was an und verbindet die Kämpfe in Hamburg und anderen Städten und über sie hinaus auf eine Art und Weise, auf die wir nicht verzichten können.

Wir müssen dieses und jedes Haus erhalten, in dem Flüchtlingsgruppen auf Pfadfinder*innen stoßen und Bastler*innen auf politisch Aktive, Nachbar*innen auf Straßenmusiker*innen. Wir müssen diese Chance nutzen, unsere jeweiligen Perspektiven um die all der unterschiedlichen Menschen hier um uns herum, zu erweitern. Wir erhoffen uns Solidarität aus den verschiedensten Strömungen. Für uns heißt Solidarität, nicht alles gut finden zu müssen, um gemeinsam zu kämpfen.




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