Archiv der Kategorie 'Literatur- und Filmtipps'

„Blut muß fließen“ – Filmtour vom 13. bis 15. August durch MV

Über sechs Jahre ist der Reporter Franz Gutschke* in der neofaschistischen Szene unterwegs gewesen, um undercover Rechtsrock Konzerte zu filmen. „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“ lautet ein Titel, den Gutschke immer wieder auf Nazi-Konzerten gehört hat.

Dutzende Konzerte, auch außerhalb der Bundesrepublik, besuchte er und tauchte damit ein in eine Welt der Brutalität und des Hasses. Musik ist oft der seichte Einstieg in die rechte Szene, das wissen die Kader der Kameradschaften und der NPD. Um so wichtiger sind diese in der Regel konspirativ stattfindenden Veranstaltungen mit in der Regel mehreren hundert Teilnehmer_Innen.

Das Filmmaterial, dass Gutschke über Jahre hinweg gesammelt hat, sucht seines Gleichen. Vermeintlich unbeobachtet und ungestört toben sich rechte Jugendliche während den Auftritten Nazi-Bands aus. Doch die Konzerte sind nicht nur zum Spaß. Mit den Eintrittsgeldern und dem verkauften Getränken refinanzieren sich solche „Events“. Der Verkauf von Rechtsrock-CDs und dazugehörigem Merchandising machen neonazistische Geschäftemacher_Innen zusätzliches Geld.

Nach über einem halben Jahrzehnt beschloss Gutschke, einen Film aus seinen Aufnahmen zu machen. Doch das plumpe Zusammenschneiden der einzelnen Konzerte war ihm zu wenig. Er wollte zurück an die Orte, an denen er die Konzerte besuchte und die Antwort darauf finden, wieso neofaschistische Konzerte so leicht organisieren und durchführen lassen und die lokale Politik und Zivilgesellschaft offenbar wegschaut. Der Autor Peter Ohlendorf hat Gutschke auf dieser zweiten Reise mit der Kamera begleitet.

Der nun fertige Film stellt die Konzerte und das Verhalten der Menschen vor Ort gegenüber und zeigt teilweise überraschende und nachdenklich machende Reaktionen.

* Name geändert

Zwischen dem 13. und 15. August wird der Film in Mecklenburg-Vorpommern drei Mal gezeigt. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von den Jusos MV unter anderem in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung.

Termine:
• Mo, 13.08. 18:00 Uhr, Filmbüro MV, Bürgermeister-Haupt-Straße 51-53, 23966 Wismar
• Di, 14.08. 18:00 Uhr, Peter-Weiss-Haus, Doberaner Str. 21, 18057 Rostock
• Mi, 15.08. 18:00 Uhr, CineStar, Lange Str. 40 – 42, 17489 Greifswald

#ACHTUNG# Veranstaltungshinweis:
Die Veranstalter behalten sich vor, von dem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Literaturtipp: „Die Vorhaut des Kapitals“

„Die Vorhaut des Kapitals“ heißt der neue Lyrikband, den die beiden Rostocker Autoren Martin Badenhoop und Martin Stegner erstmals diesen Freitag im Rostocker Peter-Weiss-Haus vorstellten. In dem dezent gestalteten Büchlein bearbeiten Badenhoop und Stegner über insgesamt 70 Seiten hinweg die gravierenden Auswirkungen der gegenwärtigen Wirtschafts- und Gesellschaftskrise auf den Menschen. Mal bissig-humorvoll, mal verstörend-traurig werden Protagonisten des Alltags durch ihre Gefühlswelten begleitet, die oft von Perspektiv- und Orientierungslosigkeit, aber auch von Freude am Menschsein und Lebenswille geprägt sind.

Badenhoop (29) studiert Philosophie, Germanistik und Theologie, während Stegner (29) an der Universität Rostock als Zoologe promoviert. Schon seit Längerem treten beide auch als Lyriker in Erscheinung. Ihr Interesse für Literatur führte sie über zahlreiche Lesebühnen und Wettbewerbe schließlich in der Redaktion der Rostocker Literaturzeitschrift „Weisz auf Schwarz“ zueinander.

Stegner, der mit einem zeitkritischen Text bereits den diesjährigen Prosapreis des Instituts für Germanistik gewann, erinnert sich an die Entstehung des Lyrikbandes: „Es geschah auf einem gemeinsamen Winterspaziergang Anfang 2012. Wir haben uns über diese diffuse Mischung aus Angst, Resignation und Wut unterhalten, die so viele Menschen zurzeit empfinden. Beim Tischtennisspielen im JAZ kam uns dann die Idee mit der Vorhaut des Kapitals. Plötzlich hatten wir den passenden Rahmen gefunden, das auszudrücken, was uns bewegt. Es war wie ein Katalysator.“ Badenhoop ergänzt: „Weil wir beide lyrisch an solchen gesellschaftlichen Fragen arbeiteten, hat uns die Idee eines gemeinsamen Lyrikbands extrem beflügelt. So konnten wir uns während des gesamten Schreibprozesses austauschen und Gedanken gemeinsam weiterentwickeln. Und wir sind zu einem Fazit gekommen!“ Das Fazit wollen die beiden allerdings erst zur Premiere lüften.

Ab 30. Juli wird „Die Vorhaut des Kapitals“ für 6,99 EUR auch in ausgewählten Verkaufsstellen der Hansestadt oder über die Website www.dievorhautdeskapitals.de erhältlich sein.

Martin Badenhoop & Martin Stegner: Die Vorhaut des Kapitals. Universitätsdruckerei Rostock 2012. ISBN 978-3-86009-129-6.

Buchtipp: „Kaltes Land Gegen die Verrohung der Bundesrepublik.“

Eine Einschätzung von Rainer Thiel

Mein Freund Holdger Platta aus Niedersachsen und Professor Rudolph Bauer aus Bremen versammelten dreizehn Zeitzeugen: Hartz-IV-Betroffene, Analytiker und Widerständler. Der Ruf „Empört Euch!“ von Stephane Hessel aus Paris ist seit Jahren ihre Tat. So entstand ein Buch, das Ende Mai im Laika-Verlag (Hamburg) erschienen ist. Einem Geleitwort von Stephane Hessel folgen sechzehn Beiträge, von Berichten himmelschreiender Tatsachen und wissenschaftlicher Analyse bis hin zu Konzepten, auf dass wir Menschlichkeit gewinnen. Unter den Autoren sind Hartz-IV-Betroffene wie Birgit Kühr aus der Uckermark (Bundesland Brandenburg), Volker Wulle (Bad Camber) und Rüdiger Steinbeck (Wieda/Harz). Unter den Autoren sind auch Hochschul-Professoren wie Frigga Haug aus Hamburg, Christoph Butterwegge aus Köln, Rudolph Bauer und der Jesuitenpater Friedhelm Hengsbach. Auch ich bin einer der Autoren. Mein Beitrag heißt „Wie lange noch die Angst um Arbeitsplätze? Wir wollen frei von Angst sein“. Und ich zeige, wie es gehen kann. Der Beitrag von Bernholt steht unter der Überschrift „Eine andere Wirtschaft ist möglich. Skizzen zu einer Solidarischen Ökonomie“. (Bernholt war bescheiden: Man könnte schon von „Konzept“ sprechen.) Ich füge nur hinzu: Wir müssen die Angst überwinden. Und das ist möglich!!!

Das Buch aus dem Laika-Verlag (Hamburg) hat 252 Seiten und kostet 22,90 Euro. Es kann durch jede Buchhandlung beschafft werden. Bei allem Ernst des Inhalts – das Buch zu lesen macht Freude. Holdger Platta, der auch Autor von vier Beiträgen ist, hat den Stil geprägt. Er ist Germanist und Historiker, war 68er und ist bis heute, obwohl bereits im Rentneralter, als engagierter Journalist und Schriftsteller tätig.

Das Buch gibt es unter anderem beim Laika Versand für 22€90 zzgl. Versand zu erwerben.

Wismar: Buchvorstellung – „Alles auf Null – Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit“

»Die Uhr tickt. Oder ist eine Bombe in der Gegenwart? Draußen verändert sich etwas, und es fühlt sich nicht gut an.«
Eine Inventur tut not: Niels Boeing nimmt sie in 99 Behauptungen auf 99 Seiten vor. Vom Leben in der Stadt als kritischer Flaneur oder als Beobachter am Schreibtisch, über Versuche, das Leben – und die Stadt – besser zu machen, von Kunstprojekten und Happenings, von Politik und Liebe berichtet er. Es ist an der Zeit, sich selbst als Bürger, als Konsument, als Mensch in die Waagschale zu werfen. Jede Überlegung spitzt sich in einem Slogan zu. »Profit sucks.« »Der Ausnahmezustand ist bereits eingetreten.« »Die wichtigste Technologie ist Zuhören.« »Opposition ist nicht genug.« »Zivilisation ist eine Kettenreaktion.« »Desertiert haufenweise.« So wird durchgespielt, wo und wofür eine kritische, intellektuelle Generation heute, nach ’68, nach ’89, steht.
Alles auf Null legt die Spielräume und Kampfzonen frei, die auf dem Weg aus dem Kapitalismus zu durchqueren sind.

Wann?? 12.Juni.2012 ab 18.30 Uhr
Wo?? Infocafé im Tikozigalpa

Literaturtipp: „Der Putsch, der keiner war“

Die Röhm-Affäre 1934 und der Richtungskampf im deutschen Faschismus

Dass die Mordaktion vom Juni 1934, der der Stabschef der SA, Ernst Röhm, zusammen mit einem Großteil von deren Führungskorps zum Opfer fiel, eine Präventivmaßnahme gegen einen drohenden Putsch gewesen sei, glaubt kaum noch jemand. Bis heute hält sich dagegen die Auffassung, es habe sich dabei um eine persönliche Abrechnung und eine bloße Machtintrige innerhalb der Nazi-Führung gehandelt. Allenfalls wird darin noch ein Machtkampf zwischen Reichswehrgeneralität und SA-Führung gesehen. Demgegenüber weist Kurt Gossweiler in seiner erstmals 1983 erschienenen und lange vergriffenen Untersuchung auf der Basis eines umfassenden Archiv- und Quellenstudiums nach, wie unzulänglich solche Interpretationen sind. Überzeugend belegt er, dass die damaligen Ereignisse Ausdruck eines Richtungskampfes zwischen den mächtigsten Kapitalgruppen und zugleich der Versuch waren, eine Krise, die der faschistischen Diktatur in ihrer Konsolidierungsphase drohte, mit einem Gewaltstreich zu beenden.

Zum Autor Kurt Gossweiler:
Dr. sc., Dr. hc. *1917. Historiker. War bis zu seiner Emeritierung wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Geschichte bei der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1988 verlieh ihm die Humboldt-Universität Berlin für seine Verdienste als Faschismusforscher die Ehrendoktorwürde. Das vorliegende Buchberuht auf seiner Dissertation.

Das Buch gibt es unter anderem im Online Shop der VVN-BdA für 28€ zzgl. Versandkosten zu kaufen.

Literaturtipp: Broschüre zum Jahrestag der Bombardierung Rostocks erschienen

Der 70. Jahrestag der Bombardierung Rostocks im Zweiten Weltkrieg hat in den vergangenen Monaten für viel Wirbel gesorgt. Die NPD hat in der Bürgerschaft dazu einen mehr als zweifelhaften Antrag eingebracht, die Ausstellung „Rostock in Trümmern“ wurde veröffentlicht und auch sonst hört mensch viel in den bürgerlichen Medien über die „arme Hansestadt“, die „Opfer“ der alliierten Bomber geworden ist.

Die antifa Unlimited hat jüngst das heft „Rostock kaput!“ herausgebracht, dass sich genau mit diesr Thematik befasst.

Die Broschüre lesen und downloaden könnt ihr auf dem Blog ander antifa unlimited unter unlimited.blogsport.de.

„Das haben wir nicht verdient!“ – Rezension der Broschüre „Der Gauck‘ler wird entlarvt“

Von Hans Fricke

Erheblich früher als von vielen angenommen wird der trotz nachhaltiger Warnung aus allen Teilen der Bevölkerung von Mitgliedern der CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne am 18. März 2012 zum Bundespräsidenten gewählte PfarrerJoachim Gauck enlarvt.
Es ist das Verdienst von Klaus Blessing und Manfred Hegner, den nunmehrigen deutschen Bundespräsidenten in der von ihnen herausgegebenen 66 Seiten starken Broschüre als „Gauck‘ler“ charakterisiert und seinen Werdegang sowie seine Auffassungen zu Grundfragen der Politik und des Zusammenlebens so dargestellt zu haben, wie Dokumente beweisen und Zeugen, darunter eine Reihe früherer kirchlicher Amtsbrüder, ihn kennen und erlebten.

Der Inhalt ihrer Broschüre unterscheidet sich grundsätzlich von den Lobgesängen und den von Poltik und Leitmedien zur Täuschung der Öffentlichkeit und im Interesse seiner Wahl hochgejubelten Eigenschaften und Verdiensten als „Freiheitskämpfer“und „Heilsbringer“. Anhand von Belegen, Erklärungen von Zeitzeugen und Presseveröffentlichungen lernt der Leser diesen „Hoffnungsträger“ der deutschen „Eliten“ kennen, der der Lüge, ja sogar des Meineids, überführt ist.

In ihrem Interview vom 21. März 2012 erklärten die Autoren unter Bezugnahme auf die großzügige Belohnung des angeblichen Bürgerechtlers Joachim Gauck durch das Ministerium für Staatssicherheit:
„Der gleiche Mann, der später jeden DDR-Bürger, der irgendwie mit dem Ministerium für Staatssicherheit Kontakt hatte – Klofrau und Autofahrer eingeschlossen – erbarmungslos verfolgte, entlarvte, ins berufliche und soziale Abseits und nicht wenige in den Freitod trieb, arbeitete selbst eng mit der Staatssicherheit zusammen. Verwerflich ist nicht die Tatsache, dass er mit dem MfS zusammengearbeitet hat, sondern dass er diese Zusammenarbeit eidesstattlich leugnet und parallel Menschen, die nichts anderes getan haben, als er selbst, hetzt und jagd.
Das ist bezeichnend für die Moral dieses Herrn Pastors und jetzigen ‚Präsidenten der Herzen‘: Lügen, sich anpassen, sich drehen und wenden, andere Menschen erbarmungslos verfolgen, sich eigene Vorteile verschaffen -so sieht wahrlich kein moralisches Vorbild aus. In der Akte des MfS nannte man Gauck nicht unzutreffend ‚Larve‘.“

Sehr aufschlussreich auch der bisher relativ wenig bekannte politische Lebenslauf Gaucks, den Rechtsanwalt i.R. Manfred Hegner auf 20 Seiten unter der fragenden Überschrift „Joachim Gauck – ein der Freiheit verpflichteter Demokrat und Lehrer des Volkes ?“ zusammengestellt hat. Er zeigt die Herkunft, die Vorbilder, die reaktionäre Weltanschauung und den Weg des nunmehr 72jährigen früheren Rostocker Stadtpfarrers zum „Großinquisitor“ (der Freitag, 20.02.2012) und beweist damit in vielerlei Hinsicht, dass die Parteienkoalition aus Union, SPD, FDP und Grüne mit Joachim Gauck die reaktionärste Variante gewählt hat.

Ebenso wichtig wie aufschlussreich, was die Rolle und Verantwortung der Vorsitzenden der genannten Parteien für die Nominierung Gaucks und die des Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert für dessen Vereidigung angeht, sind die von beiden Autoren an diese gerichteten gleichlautenden Briefe. In den Briefen an die Parteivorsitzenden vom 8. März 2012 werden diese an die Demaskierung Gaucks in der Welt vom 23.April 1991, an den ihn stark belastenden Inhalt des Terpe-Papiers, seine Zusammenarbeit mit dem MfS und die ihm dafür zuteil gewordenen großzügigen Belohnungen erinnert.
Nach der Information darüber, dass den Autoren vorliegende Dokumente und Aussagen den Kandidaten der Lüge und sogar des Meineids überführen, heißt es am Schluss der Briefe:

„Wir bitten Sie in Kenntnis dieser Informationen zu prüfen, ob Sie gegenüber dem deutschen Volk verantworten können, erneut einen Bundespräsidenten zu wählen, dessen Glaubwürdigtkeit von vornherein erschüttert ist… Sollte Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt werden, sehen wir uns politisch und moralisch verpflichtet, im Zusammenwirken mit weiteren Persönlichkeiten, Organisatoren und Verbänden alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um dem deutschen Volk die Wahrheit über Joachim Gauck zu vermitteln und die uns verfügbaren Dokumente und Aussagen – einschließlich dieses Briefes – zu veröffentlichen.“

Im Brief an den Bundestagspräsidenten vom 21. März 2012 heißt es u.a.:

„Mit Blick auf die nunmehr anstehende Vereidigung wiegt aus unserer Sicht schwer, dass Joachim Gauck in einer anwaltlich beglaubigten Eidesstattlichen Versicherung vom 3.Mai 2000 entgegen der Wahrheit versicherte, er ‚habe zu keinem Zeitpunkt bewusst und gewollt mit dem Staatssicherheitsdienst zusammengearbeitet‘ . Die von Herrn Gauck eigenhändig unterzeichnete Versicherung veröffentlichte die Wochenzeitung „Freitag“ am 19.März 2000 in Form eines Faksimilis. Die Versicherung erfolgte wahrheitswidrig, wie sich aus Zeugenaussagen und uns vorliegenden Dokumenten ergibt. Faktisch leistete er einen Meineid, um persönliche Vorwürfe zu entkräften. Sie sollen ihn nunmehr als Staatsoberhaupt auf das Grundgesetz vereidigen… Da wir es als unserere staatsbürgerliche Pflicht ansehen, eine erneute Schädigung des Ansehens des Präsidentenamtes und des deutschen Staates im In- und Ausland durch den nunmehrigen Amtsinhaber zu verhindern, informieren wir Sie und fügen zur Erläuterung den Text des Briefes an die Parteivorsitzenden und den Auszug aus der Tageszeitung Freiheit bei.“

Und trotzdem ist Joachim Gauck mit überwältigender Mehrheit von der Bundesversammlung als elfter Bundespräsident gewählt und vom Bundestagspräsidenten vereidigt worden. Sich stets daran zu erinnern ist deshalb angebracht, weil diejenigen nicht verstummen, die auch diesem Bundespräsidenten aus den in der vorliegenden Broschüre noch einmal eindrucksvoll zusammengefassten und erhärteten Gründen sehr bald seinen letzten „Großen Zapfenstreich“ wünschen und verhersagen. „Ich glaube“ , erklärte Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel (CDU), stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister in der letzten DDR-Regierung de Maiziere, in seinem Interview mit junge Welt vom 25.02.2012, „dass uns nach dem Desaster mit Christian Wulff eine weitere kalte Dusche erwartet – in welchem Ausmaß, werden wir noch sehen.“

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Hans Fricke ist Autor des 2010 im GNN-Verlag erschienenen Buches „Eine feine Gesellschaft´“ – Jubiläumsjahre und ihre Tücken – 250 Seiten, Preis 15.oo Euro, ISBN 978-3-89819-341-2

Buchtipp: „Afghanistan – So werden die „neuen Kriege“ gemacht“

Von Wolfgang Gehrcke, Christel Buchinger, Jutta von Freyberg und Sabine Kebir

Das Buch zeigt, mit welchen Mechanismen im Zusammenspiel von Politik und Medien die These von der Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit des Afghanistan-Krieges in der Öffentlichkeit verbreitet wird. Es zeigt anhand der Entwicklung der ISAF-Mandate der UNO und der darauf aufbauenden Bundestagsbeschlüsse, wie die Bundestagsmehrheit in kollektiver Selbsthypnose den Mystifikationen der Kriegsgründe und -interessen erliegt. Das Parlament beschließt zwar den Krieg, die Kontrolle hat es aber nicht. Das Massaker in Kundus zeigt: Es wird immer nur so viel zugegeben, wie schon aus anderen Quellen bekannt wurde. Von Seiten der Regierenden wird verschwiegen, vertuscht und gelogen; wie das funktioniert, beschreibt das Buch. Auch das, worüber am wenigsten gesprochen wird: die Kosten des Krieges und die Profite der Rüstungsindustrie. Aber wer bezahlt die Rechnung? Was kann ein Parlament aus dem Tiefschlaf wecken, das alljährlich die Fortsetzung eines Krieges beschließt, der von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird?

Das 235 Seiten starke Buch aus dem Papy Rossa Verlag gibt es unter anderem im Online Shop der junge Welt für 14,90 EUR zzgl. Porto.

Buchtipp: „Zum Stand der Erforschung der regionalen NS-Geschichte in MV“

In Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen sich zahlreiche Wissenschaftler, Publizisten und Vereine mit unterschiedlichsten Aspekten der NS-Gewaltherrschaft. Sie tragen dafür Sorge, die Leiden der Opfer ebenso wenig in Vergessenheit geraten zu lassen, wie Motivationen, Strukturen und Vorgehensweisen der Täter oder Formen des Widerstandes. Die hier dokumentierte Tagung warf einen zentralen Blick auf den aktuellen Forschungsstand der regionalen NS-Geschichte und bot Historikern und Akteuren aus Vereinen und Initiativen eine zur Vorstellung eigener Projekte. Die Referate und Projektdarstellungen untersuchen, wie sich relevante erinnerungskulturelle Entwicklungen auf die aktuelle Forschung beziehen lassen, wie dazu ein Regionalbezug herzustellen ist und welche generationsspezifischen Ansätze es gibt. Unter diesen Fragestellungen wurde ein Kaleidoskop von Forschungsergebnissen zur regionalen NS-Geschichte und der aktuellen Erinnerungskultur in MV erstellt, das sich in dieser Publikation weitgehend widerspiegelt.
Gewidmet war die Tagung dem ein Jahr zuvor verstorbenen Historiker Prof. Dr. Karl Heinz Jahnke, einem der produktivsten Wissenschaftler und Publizisten auf diesem Gebiet, auf dessen wissenschaftliche und publizistische Leistungen zur Widerstandsforschung mehrere Redner Bezug nahmen.

Das Buch gibt es unter anderem im Projekte Verlag für 8,90€ zzgl. Versandkosten.


Bild: Das Buch „Zum Stand der Erforschung der regionalen NS-Geschichte in MV“

Buchtipp: Mörder unterm Edelweiß

Seit über 50 Jahren versammeln sich Gebirgsjäger aus Wehrmacht und Bundeswehr im bayrischen Mittenwald zum größten deutschen Veteranentreffen, um ihrer gestorbenen Kameraden zu gedenken und soldatische Traditionen zu beschwören. Für die Erinnerung an die von Gebirgsjägern im Zweiten Weltkrieg verübten Verbrechen ist dabei kein Platz. Gebirgsjäger ermordeten Zehntausende von ZivilistInnen, brannten Hunderte von Dörfern nieder, plünderten und brandschatzten quer durch Europa. Mit den Kriegsverbrechen deutscher Gebirgsjäger beschäftigte sich zu Pfingsten 2003 ein internationales Hearing in Mittenwald. Seine Beiträge dokumentiert dieses Buch. Im Mittelpunkt stehen Berichte von ZeitzeugInnen, die die Massaker an Frauen, Kindern und alten Menschen in den griechischen Dörfern Kommeno und Distomo sowie an italienischen Kriegsgefangenen auf der griechischen Insel Kephalonia überlebten.

Zu den Autoren:
• Klein, Ralph; M.A., Historiker aus Witten. Arbeitsschwerpunkte: Wissenschafts- und Technikgeschichte, NS-Zwangsarbeit und -Lokalgeschichte.
• Mentner, Regina; M.A., Historikerin aus Dortmund. Arbeitsschwerpunkte: Fürsorge- und Diakoniegeschichte, NS-Zwangsarbeit, Geschichte der Frauenbewegung.
• Stracke, Stepahn; M.A., Historiker aus Wuppertal. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Arbeiterbewegung, Arisierung, Zwangsarbeit und Widerstand im NS, NS-Kriegsverbrechen.

Das Buch gibt es unter anderem im Online Shop der VVN-BdA für 12,90 EUR zzgl. Versandkosten.

Buchtipp für Groß&Klein: „Die geschenkte Freiheit“

Von Katja Kaminski & Schlunz

…das Buch erzählt die rührende Geschichte von Kuh Lotti, die sich mit einigen Freunden von ihrem Leben auf dem Bauernhof verabschiedet um sich auf die Suche nach dem zu begeben, wonach sich so viele Tiere sehnen: Respekt und ein Leben in Freiheit. Kindgerechte Illustrationen von Schlunz unterstreichen Katja Kaminski’s Geschichte und machen dieses Buch zu einem must-have für große & kleine Kinder.

Das 20 Seitige Buch, das für Kinder ab 4 Jahren geeignet ist, könnt ihr unter anderem bestellen beim Roten Shop für 15€ zzgl. Versandkosten.

Buchtipp: „Neoliberaler“ Kapitalismus versus Demokratie

Wolfram Elsner üner Finanzkrise, Systemkrise – und warum der degenerierte Finanzkapitalismus selbst mit formaler Vertretungsdemokratie unverträglich geworden ist.

Die neoliberale Politik der vergangenen Jahrzehnte hat mit ihrer Umverteilungsdynamik zu einem Auseinanderdriften in eine Klassengesellschaft mit verarmender Mehrheit, riesigen staatlichen Schuldenbergen bei privatisierten Gewinnen und sozialisierten Verlusten geführt. Die Politik versagt gegenüber der Macht der Interessenverbände und im „Würgegriff der Banken“. Nationale Parlamente vollziehen unter dem Diktat vermeintlicher Rettungsschirme auf dem Weg zur „marktkonformen Demokratie“ eine beispiellose Selbst-Entmachtung.
Die vorliegende Veröffentlichung basiert auf einem eingeladenen Kommentar auf der Tagung „Demokratie! Welche Demokratie?“ (Linz, Dezember 2011). Die dort vorgetragene These wurde ier ausgearbeitet, ohne dass der Beitrag jedoch seinen informellen Charakter als Kommentar verloren hätte; er bleibt ohne den sonst üblichen formalen Apparat (Zitationen und Referenzen).

Prof. Dr. Wolfram Elsner arbeitet als Hochschullehrer im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen und ist Leiter des Instituts für Institutionelle Ökonomie und Innovationsökonomik (iino).

54 Seiten, 5 Euro
pad-Verlag/Bergkamen

Staffelpreis bei Direktbestellung:
ab 5 Expl. 4,50 Euro/St., ab 10 Expl. 4.--Euro/St.

Bezugsadresse:
pad-Verlag, Am Schlehdorn 6, 59192 Bergkamen
e-Mail: pad-Verlag[ät]gmx.net

Buchtipp: „Vom Glück der Gemeinsamkeit“ – Ein Buch über Liebe, Freundschaft und Solidarität

Wer kennt sie nicht: Karl Marx und Friedrich Engels. Bekannt sind sie vor allem durch ihre Kapitalismus-Kritik und die sozialistisch/kommunistische Idee. Aber Karl und Friedrich beschäftigten sich nicht nur mit der „großen Weltpolitik“, oft schrieben sie auch in ihren Briefen von ihren persönlichen Gefühlen gegenüber ihren Liebsten und Freunden.
Das Buch „Vom Glück der Gemeinsamkeit –Über Liebe, Freundschaft und Solidarität“ liefert eine kleine Auswahl an Briefen, die sich die beiden Freunde gegenseitig schrieben. Es sind authentische Zeugnisse über die persönlichen Gefühle, Werte und Ideen der beiden Mitbegründer der kommunistischen Ideologie. „Die Texte vermitteln (…) viel von dem, was den Begründern des wissenschaftlichen Sozialismus das Leben lebenswert machte, was ihnen Kraft und Zuversicht gab, was sie als Glück und Sinn des Lebens empfanden“ heißt es im Einband des Buches.
Das 327 seitige Buch ist ein ergreifendes Zeugnis für Jede und Jeden, die/der Karl Marx und Friedrich Engels nicht nur als die wissenschaftlichen Theoretiker, sondern auch den Menschen hinter der Wissenschaft kennen lernen wollen. Ein Buch, dass die Menschlichkeit hinter den oft doch sehr abgehobenen Aufsätzen der Beiden viel realer und deshalb greifbarer machen lässt.
Das Buch erschien erstmals 1985 im Dietz Verlag Berlin. Die ISBN-Nummer lautet: 3-320-00286-4.


Bild: Karl Marx & Friedrich Engels

Buchtipp: „Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“

Seit einigen Jahren treten Frauen in der männerdominierten Neonazi-Bewegung zunehmend selbstbewusster auf. Sie kandidieren für die NPD, organisieren Demonstrationen und kümmern sich um die Erziehung des rechten Nachwuchses. Vor allem aber sind sie bestrebt, rechtsradikale Politik unter dem Deckmantel von sozialen Themen wie Naturheilkunde, Ökologie, Kindergeld und Hartz IV auf kommunaler Ebene durchzusetzen.

Gestützt auf Insiderinformationen geben die beiden ausgewiesenen Kenner des rechtsextremen Milieus Andrea Röpke und Andreas Speit einen Einblick in das Innenleben dieser Szene. Sie schildern, wo völkische »Sippen« bereits Vereine, Elternräte oder Nachbarschaften prägen, fragen, warum Politik und Verfassungsschutzbehörden diesem gefährlichen Treiben tatenlos zuschauen, und zeigen Strategien gegen die rechtsradikale Unterwanderung der Gesellschaft auf.

Das Buch gibt es unter anderem im VVN-BdA Online Shop für 16€90 zzgl. Versand zu erwerben.




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