Archiv der Kategorie 'Nazis am 8. Mai 2013 in Demmin blockieren!'

Demmin: Beitrag zum historischen Stadtrundgang am Tag der Befreiung 2013

Vergangene Woche marschierten etwa 200 Neofaschist_Innen durch die Peenestadt Demmin – begleitet von starken Protesten und mehreren Blockaden. Das Bündnis Demmin Nazifrei hat unlängst einen Rückblick auf den Historischen Stadtrundgang am 8. Mai veröffentlicht. Den Bericht findet ihr hier.


Bild: Sitzblockade am 8. Mai 2013 in Demmin. (Foto eingebunden über demminnazifrei.blogsport.de)

Video vom 8. Mai 2013 in Demmin

Am 8. Mai marschierte ein brauner Mob durch Demmin. Mittlerweile gibt es dazu weitere Berichte bei Kombinat Fortschritt , beim Neuen Deutschland, im Nordkurier, beim Blog der Zeit und auf publikative.org.

Fotos zum Tag der Befreiung in Demmin findet ihr hier, hier, hier, hier und hier.

Demmin: Proteste gegen Naziaufmarsch am „Tag der Befreiung“ 2013

„Gezählte 260 Deutsche“ sollen es gewesen sein, die gestern durch die Peenestadt Demmin marschiert sind, um deutsche Täter_Innen als unschuldige Opfer darzustellen. Am Ende ihres Aufzuges waren es angeblich sogar 300. Wie diese Vermehrung zu Stande kam, darüber schwiegen sich die Organisator_Innen des geschichtsrevisionistischen Fackelmarsches allerdings aus. Tatsächlich waren es nicht einmal 200 Neonazis, die ihre faschistische Propaganda durch die Stadt tragen wollten.
Im Vorfeld des Aufmarsches hatte das Bündnis „Demmin Nazifrei“ zusammen mit weiteren Gruppen zu Protesten gegen den Naziaufmarsch aufgerufen. Insgesamt folgten rund 600 Menschen dem Aufruf, sich den Nazis entgegenzustellen – so viele wie noch nie in Demmin.


Bild: Der Naziaufmarsch 2012 in Demmin – bis 2017 sind ihre Aufmärsche angemeldet. (Foto eingebunden über de.indymedia.org)

Blockaden und historischer Stadtrundgang.
Ein historischer Stadtrundgang durch Demmin startete kurz vor halb sieben abends. Nach dem Ende des Rundganges konnten schließlich zwei Blockaden entlang der ursprünglichen Naziroute mit mehreren hundert Menschen errichtet werden. Zuvor waren mehrere Busse unter anderem aus Greifswald nach Durchsuchungen der Polizei in Demmin angekommen und brachten weitere Gegendemonstrant_Innen in die Stadt.
Einer der Blockadepunkte lag an der Peenestraße. Hier sammelten sich schon früh etwa 70 Menschen in direkter Nähe des Kundgebungsortes der Nazis. Entsprechend harsch war die Behandlung durch Polizist_Innen. Ein Versuch, die Blockade mit dem Einsatz von Schlagstöcken zu beenden, schlug zunächst fehl. Auch waren die Beamt_Innen Anfangs nicht in der Lage, Nazis und Gegendemonstrant_Innen zu trennen. Menschen, die den Blockadepunkt verlassen wollten, erhielten Platzverweise für die gesamte Stadt.
In der Nikolaistraße sammelten sich ebenfalls rasch Menschen um den Nazis den Weg zu versperren. Wie in der Peenestraße wurden die Blockierer_Innen von der Polizei eingekesselt und konnten nur gegen Abgabe ihrer Personalien den Kessel verlassen und erhielten Platzverweise für 50m Umkreis.
An beiden Blockaden waren bis zum Ende rund 450 Menschen beteiligt. Die Blockaden erwirkten unter anderem eine Umleitung der Nazis. Die Nazidemo war dem gegenüber kaum von Polizei umringt, nur einige dutzend Polizist_Innen marschierten in meterlangen Abständen neben den Nazis her und ein Polizeihubschrauber beobachtete lediglich die nähere Umgebung der Nazis.

Friedensfest mit rund 100 Besucher_Innen.
Ab 17Uhr fand das Friedensfest „Demmin bleibt bunt“ direkt am Stadthafen mit über 100 Menschen statt. Auch dieses vom „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ organisierte Fest lag in direkter Umgebung zum Naziaufmarsch. Das Fest begann unter anderem mit dem Auftritt des SPD-Vogels Storch Heinar, einer Ablegerinitiative der ebenfalls von der SPD initiierten Kampagne „Endstation Rechts“. Das Programm des Festes bot für nahezu alle politisch engagierten Menschen etwas. Ein ökumenisches Friedensgebet fand genauso Platz, wie ein Harlem Shake, die Band Krach aus Greifswald und mehrere kurze Reden verschiedener demokratischer Parlamtentarer_Innen aus Land und Bund. Mehrere Stände und soziokulturelle Projekt wurden ausgestellt und bereicherten das zumeist von Demminer_Innen besuchte Fest.

Fazit
Die Nazis konnten auch dieses Jahr relativ ungestört marschieren. Zwar schallte den Geschichtsverdreher_Innen an vielen Stellen lautstarker Protest entgegen und die Umleitung der Nazis kann jedoch als ein Achtungserfolg gewertet werden, dennoch gelang eine effektive Blockierung des Aufmarsches auch dieses Jahr nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass die NPD in diesem Jahr auf einen eigenen Aufmarsch am ersten Mai in MV verzichtete, muss das Mobilisierungspotenzial der hiesigen Naziszene nach wie vor als angeschlagen angesehen werden. Einen bedeutenden Zuwachs an Teilnehmer_Innen für ihren braunen Umzug konnte die Nazis in diesem Jahr nicht verbuchen. Dem entgegen steht eine wachsende Protestbewegung. Busse von außerhalb und eine breit angelegte Veranstaltungsreihe im Vorraus des Naziaufmarsches waren also nicht zwecklos. In den kommenden Jahren wird eine verstärkte Mobilisierung trotzdem notwendig sein.
Der Polizeieinsatz muss – wie so oft bei solchen Veranstaltungen – als völlig verfehlt eingeschätzt werden. Während die Nazis zeitweise fast gänzlich ohne Bewachnung durch die Stadt laufen konnten und vereinzelte Nazigruppen nur unzureichend von Gegendemonstrant_Innen ferngehalten wurden, mussten Antifaschist_Innen Schläge, Beleidigungen und weitere Repressalien der Beamt_Innen über sich ergehen lassen.

Bis 2017 sind die braunen Aufmärsche am 8. Mai in der Stadt angemeldet. Es wird also auch die kommenden Jahre nötig sein in Demmin gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus auf die Straße zu gehen. Nach wie vor gilt: Nach dem Naziaufmarsch ist vor dem Naziaufmarsch.

Bilder zum Tag der Befreiung in Demmin findet ihr hier.

8. Mai 1945 – Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus

Das Lied „Der heilige Krieg“ entstand wenige Tage nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 und wurde noch während des Krieges flammenden Symbol des Kampfes der UdSSR gegen die Faschisten.

Auch 68 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges dürfen die Gräultaten und Verbrechen Deutschlands und seiner Verbündeten nicht vergessen sein. Kommt deshalb heute nach Demmin, um den Neonazis die Stirn zu bieten. Mehr Infos unter demminnazifrei.blogsport.de.

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Keinen Fußbreit den Geschichtsrevisionist_Innen!

Demmin, Demmin, wir fahren nach Demmin – weitere Infos zum Naziaufmarsch am Mittwoch

Morgen wollen die Nazis erneut durch Demmin marschieren, um den 8. Mai als Tag der Befreiung für ihren deutschen Opfermythos zu missbrauchen. Wie in den vergangenen Jahren gibt es auch dieses Jahr starken Widerstand gegen den braunen Umzug.

Mittlerweile ist eine Karte von Demmin für Mittwoch online. Herunterladen könnt ihr sie euch als pdf-Datei hier oder seht sie euch hier und hier an.

Ab spätestens 17 Uhr werden alle Tel.-Nummern freigeschaltet sein. Die Nummern sind folgende:

Infotelefon: 0151 20051487
EA: 0151 237 45 808
Sanis: 01578 3537643 (Achtung: das ist jetzt die richtige Nummer!)

Kontakt zum EA bekommt ihr ansonsten auch unter eagreifswald.blogsport.eu

Beachtet auf alle Fälle den Twitteraccount unter twitter.com/#!/demminnazifrei

Weitere Infos und kurzfristige Änderungen erfahrt ihr zeitnah bei uns oder auf demminnazifrei.blogsport.de.

Wir sehen uns in Demmin! Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

„Der 8. Mai ist für die Neonazis ein spezielles Thema“ – Interview mit Andrea von Demmin Nazifrei

Die Stadt Demmin ist den meisten Menschen in MV und darüber hinaus kaum bekannt. Eine verschlafene Ortschaft irgendwo auf dem Land. Doch seit einigen Jahren rückt die Stadt in den Focus. Regelmäßig marschieren Nazis am 8. Mai durch die Stadt und versuchen die Geschichte zu verdrehen. Auch dieses Jahr wollen Neofaschist_Innen durch Demmin laufen. Das Bündnis Demmin nazifrei / Aktionsbündnis 8. Mai Demmin organisiert Proteste gegen den braunen Aufzug.

Ein Interview mit Andrea von Demmin Nazifrei

INO: Zum sechsten Mal in Folge wollen Nazis ausgerechnet am 8. Mai – dem Jahrestag der Befreiung – durch Demmin marschieren. Wieso ausgerechnet Demmin?

Andrea: Auf der Suche nach einem anschlußfähigem Thema im Bereich der Kriegsfolgen kamen die Nazis 2006 zu ersten Mal nach Demmin, da der massenhafte Selbstmord beim Einmarsch der roten Armee noch nicht wirklich verarbeitet war. Während der DDR-Zeit war das Thema tabuisiert und so gärte vieles unwidersprochen. Andere Themen, bei denen sie auf Unterstützung hofften sind die Zerstörung der Stadt Vergewaltigung und Vertreibung.

INO: Ihr organisiert zusammen mit anderen Gruppen und Bündnnissen auch dieses Jahr den Protest gegen die Nazis. Was sind eure Erfahrungen aus den letzten Jahren? Nimmt der Protest zu oder interessieren sich die Menschen erst dieses Jahr für den Naziaufmarsch?

Andrea: Die Menschen aus Demmin selbst zu aktivieren ist ein wenig zäh, wurde aber die letzten Jahre langsam besser. Wichtig ist am 8. Mai auch immer die Unterstützung von außerhalb.
Bis jetzt wurden es jedes Jahr mehr beim Friedensfest sowie bei den Aktionen gegen die Nazis.
Und für diese Jahr erwarten wir wieder eine spürbare Steigerung – wir sind gespannt.

INO: In den vergangenen Wochen haben NPD und andere Nazis ihre Aktivitäten in der Stadt verstärkt. Hängt das direkt mit dem Naziaufmarsch zusammen oder kommt die rechte Szene in Demmin nur bei eitel Sonnenschein auf die Straße?

Andrea: Die Nazis allgemein haben beschlossen im Frühjahr sichtbarer zu werden – ist halt Wahljahr. Sie wollten auch im Vorfeld vom 8. Mai Stimmung machen. Ansonsten sind da schon einige das ganze Jahr über wahrnehmbar.

INO: Welche Gruppen haltet ihr für gefährlicher in euer Stadt? Die NPD oder die „Freien Kräfte“?

Andrea: In MV ist da ja nicht so viel Unterschied. Koordiniert wird die Demo am 8. Mai von der NPD. Im Alltag sind es in Demmin wohl eher die freien Kräfte.

INO: Am 8. Mai wird es unter anderem ein Friedensfest in Demmin geben. Was genau habt ihr dort geplant und wer wird dort auftreten?

Andrea: Das Friedensfest selbst ist eine heterogene Veranstaltung, ein breites Bündnis gegen Nazis, organisiert vom Aktionsbündnis 8. Mai Demmin. Nach der Eröffnung gibt es einige Reden von Funktionsträger_innen, durchsetzt mit kulturellen Beiträgen. Wichtig ist auch der historische Stadtrundgang. Dann kommen verschiedene Musiker_innen, und kleinere Reden, als letztes Krach aus Greifswald. Genaues Programm findet sich unter www.friedensfestdemmin.wordpress.com

INO: Die NPD verzichtete dieses Jahr auf einen Aufmarsch am ersten Mai in MV. Glaubt ihr, dass wird sich auf den Aufmarsch am 8. Mai auswirken?

Andrea: Die Nazis aus MV waren ja auch am 1. Mai unterwegs. Und der 8. Mai ist für die Neonazis ein spezielles Thema. Ich erwarte Zahlen wie im letzten Jahr, den „harten“ Kern.
Den Rückgang der Teilnehmer_innenzahlen beim „Ehrendienst in den letzten zwei Jahren würde ich auf unsere Gegenaktionen zurückführen.

INO: Die Aufmärsche in der Stadt sind auf mehrere Jahre im Voraus angemeldet worden. Welche Strategie der Nazis steckt dahinter?

Andrea: Sie betonen damit, dass ihnen der 8. Mai in Demmin wirklich wichtig ist und sie sich von den Protesten dagegen nicht vertreiben lassen wollen. Beim letzten 8. Mai hatten sie sich auch geärgert, dass sie keine attraktive Route bekamen.

INO: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für unser Gespräch genommen habt. Wollt ihr den Leser_Innen noch einen letzten Satz mit auf den Weg geben?

Andrea: Wir haben 2009 angefangen uns besser zu organisieren, zu vernetzen. Es brauchte einen langen Atem in der „Provinz“, aber wir finden wir sind erfolgreich damit – am 8. Mai wie im Alltag.

INO: Vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast.

Verteilaktionen in Greifswald, Güstrow und Stralsund zum Tag der Befreiung 2013

Die vergangenen Tage boten für viele Bewohner_Innen Mecklenburg-Vorpommerns eine kleine Überraschung. In der Regel erwartet die Menschen in ihren Briefkästen nervige Werbung für den Discounter um die Ecke, ein kostenloses Anzeigenblatt oder irgendeine eine anstehende Rechnung. Doch diesmal flatterte etwas Neues in die Haushalte. In mehreren Städten wurden fast zeitgleich Flugblätter zum Tag der Befreiung verteilt.

In Vorpommern ging es rund. In Greifswald und Stralsund wurden am Wochenende des 19. und 20. April mehrere tausend Flugblätter zum Tag der Befreiung an die Haushalte verteilt. Ein Haus nach dem anderen bekam den Flyer mit Hintergrundinformationen über den 8. Mai in den Briefkasten. Vorpommern gilt vielen als ein Rückzugsraum der Nazis, besonders auf dem Land versuchen sie immer wieder eine Hegemonie aufzubauen bzw. zu erhalten. Mit dem Verteilen der Flugblätter konnten Versuche der Bildung eines rechten Rückzugsraumes einmal mehr entgegengewirkt werden.


Bild: Reibungslose Verteilaktion in Stralsund zum Tag der Befreiung 2013

Auch in Güstrow kam es zu Verteilaktionen. In einer Stadt, die in der Vergangenheit hauptsächlich durch fremdenfeindliche Aufmärsche und Nazi-Propaganda, wie rechte Graffitis und Aufkleber, aufgefallen ist, verteilten junge Aktivist_Innen hunderte Flugblätter. Während des Verteilens traute sich die örtliche Naziszene auch hier nicht, die Aktion zu stören. Vereinzelte Pöbeleien und Beleidigungen waren das einzige, was sich die Nazis in ihrer vermeintlichen Homezone trauten. Quasi in einem Abwasch wurden nicht nur die Flugblätter verteilt, sondern auch neofaschistische Propaganda aus der Stadt entfernt. Einen ausführlichen Artikel findet ihr auf araf.blogsport.de.


Bild: Auch in Güstrow verteilten Genoss_Innen Flugblätter. (Foto eingebunden über araf.blogsport.de)

In den kommenden Tagen werden weitere Städte und Ortschaften mit den Flyern zum 8. Mai bestückt. Auch Nazipropaganda wird dabei, wie in der Vergangenheit, entfernt werden können.

Am Jahrestag der Befreiung wollen Nazis zum sechsten Mal in Folge durch Demmin marschieren, um deutsche Verbrechen im zweiten Weltkrieg zu relativieren und die Täter_Innen zu Opfern umzudeuten. Kommt deshalb auch am 8. Mai nach Demmin, um den Nazis die Straße zu verwehren.

Keinen Fußbreit den Faschist_Innen!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Greifswald: Bustickets für den 8. Mai nach Demmin ergattern!

Am 8. Mai wollen Nazis zum sechsten Mal in Folge durch die Peenestadt Demmin marschieren. Gegen ihr Vorhaben formiert sich breiter Widerstand. Mehrere Antifa-Gruppen und das Bündnis Demmin nazifrei sowie weitere Organisationen mobilisieren in die Stadt, um den Nazis den weg zu versperren.

Aus Greifswald fahren Busse nach Demmin. Karten für 3€ + Spende könnt ihr die kommenden Tage noch an folgenden Orten erwerben:

Internationales Kultur- und Wohnprojekt (Goethe-Str.1)
Dienstags bis Sonnabends ab 21 Uhr
und im

Infoladen Analog (Lange Str. 14a)
Dienstags 15-18 Uhr, Donnerstags 16-19 Uhr und Sonnabends 17-20 Uhr

Besorgt euch so schnell wie möglich Karten!

Mehr Infos unter: greifswaldnazifrei.blogsport.eu

Nicht lange fackeln – Keinen Fußbreit den Faschisten!

Mobiveranstaltungen zum Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin

Am 8. Mai wollen Nazis aller couleur zum sechsten Mal in Folge durch die Peenestadt Demmin marschieren, um den Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus historisch umzudeuten und deutsche Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zu relativieren.

Verschiedene Gruppen mobilisieren zu Protesten. Bis zum 8. Mai wird es verschiedene Mobi-Veranstaltungen in MV geben.

Stralsund: 22.4. ab 19Uhr30 im Grünen-Büro
Greifswald: 23.4. ab 19Uhr30 im Koeppenhaus
Schwerin: 24.4. ab 18Uhr im Komplex
Rostock: 29.4. ab 20 Uhr im Café Median
Wismar: 30.4. im Tikozigalpa

Mehr Infos unter demminnazifrei.blogsport.de


Bild: „Naziaufmärsche blockieren du musst!“

Nicht lang fackeln! – Naziaufmarsch am 8. Mai in Demmin verhindern!

Am 8. Mai 2013 will die Neonaziszene Mecklenburg Vorpommerns zum siebten Mal in Demmin aufmarschieren. Wieder einmal wollen sie ihre Sichtweise der Geschichte propagieren, einen deutschen Opfermythos konstruieren und diesen ins Zentrum des Gedenkens an die Kapitulation Deutschlands vor 68 Jahren rücken. Einmal mehr wollen sie so versuchen, die Geschichte zu relativieren und ihre menschenverachtende Propaganda auf die Straße zu bringen.

Zur Geschichte

Ende April 1945 steht die Rote Armee kurz vor Demmin. Die Kleinstadt soll dabei auf ihrem Weg nach Rostock möglichst schnell passiert werden. Die verbliebenen deutschen Truppen aber sprengen die wichtigsten Brücken bevor sie fliehen. Die Rote Armee zieht am 30. April 1945 in Demmin ein. Doch bleibt den sowjetischen Truppen aufgrund der zerstörten Brücken erst einmal nur zu warten. Trotz der umfassenden deutschen Chancenlosigkeit in den letzten Kriegstagen regt sich in der Peenestadt nationalsozialistischer Widerstand von verbliebenen Wehrmachtsoldaten, Volkssturmangehörigen und der einheimischen Bevölkerung. Nach kontinuierlicher Sabotage und Attentaten auf Angehörige der Roten Armee während des 30. Aprils erhalten die Sowjetsoldaten Befugnis Wertgegenstände der Bevölkerung an sich zu bringen – Teile der Stadt werden zerstört.
Die durch nationalsozialistische Propaganda geschürte Angst vor den Sowjets zeigt Wirkung, einige hundert DemminerInnen ermorden ihre Familien und richten sich anschließend selbst.

Fantasialand

Dieses historische Ereignis nehmen Neonazis heute zum Anlass die Geschichte zurecht zu biegen. In ihren Aufrufen zu „Trauermärschen“ und „Totengedenken“ werden bewusst die Vorgeschichte des entfesselten Weltkriegs und die Folgen des nationalsozialistischen Vernichtungswahns in Europa verschwiegen. Mit keiner Silbe wird diesbezüglich erwähnt, dass es die Deutschen waren, die dem Aufruf ihrer Führung zum totalen Krieg jubelnd folgten und die Bevölkerung Sowjetrusslands versklaven und ermorden wollten. Stattdessen beruft sich der selbsternannte „Nationale Widerstand“ diskursiv heute weiterhin bewusst auf die scheinbar unschuldige „deutsche Volksgemeinschaft”, die vor allem Opfer „alliierter Kriegsverbrechen“ wurde. Dabei ist auch der konstruierte Mythos einer unschuldigen Stadt Demmin schlicht unhaltbar. So erreichte die NSDAP bei den Reichstagswahlen im März 1933 fast 54% . Während des Krieges wurden Menschen in Stadt und Region zur Zwangsarbeit und „Vernichtung durch Arbeit“ verschleppt.
Ebenfalls verschweigen die Neonazis heute die jahrelange Propaganda und rassistische Indoktrination, die ihre „Volksgenossen“ damals derart wohlwollend aufnahmen und weiterverbreiteten, dass sie, so etwa in Demmin, auch nach Ende der unmittelbaren Kriegshandlungen in der Region hunderte Menschen zu MörderInnen machte und in den Selbstmord trieb. Die nationalsozialistische Massenpsychose als Grund für das irrationale Handeln der Bevölkerung Demmins wird dabei heute propagandistisch wohlwollend ausgeklammert. Durch die bewusste zeitliche Überschneidung wird dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Alliierten, dem in vielen Teilen der Welt auch heute noch mit Dankbarkeit und Freude gedacht wird, die Legitimität aberkannt. Die Geschichte absichtlich ausblendend, wiederholen die Neonazis an diesem Tag damit genau das, was damals auch die Bevölkerung Demmins in den Untergang trieb: nationalsozialistische Ideologie und Propaganda. Die Vorfälle in Demmin im Frühjahr 1945 werden dabei als Argument benutzt, um aus dem Sieg über Hitlerdeutschland eine illegitime Besatzung und Unterjochung des „deutschen Volkes“ zu machen. Damit reihen sich die neuen Nazis direkt in die Tradition der alten ein und beweisen so geistige und praktische Nähe zum Nationalsozialismus: Das heraufbeschworene Volk wird unter Missachtung geschichtlicher Tatsachen und Zusammenhänge zu einem Opfer stilisiert, um daraus eine Legitimation für das eigene Weltbild und Handeln zu ziehen.
Für die Neonaziszene im Nordosten ist die jährliche Veranstaltung in Demmin neben seiner Öffentlichkeitswirksamkeit auch ein szenestärkendes Event. In Anbetracht einiger großartiger Teilerfolge regionaler antifaschistischer Interventionen im Land, kommt diesem Element des geschichtsrevisionistischen Aufmarsches zusehends Bedeutung zu. In Demmin vergewissert man sich gemeinsamer Mythen und stilisiert sich zur Kampfgemeinschaft gegen den Zeitgeist und die angebliche Geschichtsschreibung der „Besatzer“ und „Systemmedien“. Fern von Zusammenhängen und Tatsachen drückt sich das Gedenken dann auch aus: Der „Trauermarsch“ wird von besonders hundsäugig drein blickenden “Kameraden” in altdeutschem Flüchtlingsschick samt Bollerwagen und Schmutz auf den Wangen angeführt und vom theatralischen Kranzabwurf in die Peene abgerundet.
Verantwortlich für diesen Karneval zeichnet sich der NPD-Abgeordnete Michael Gielnik aus Stadt Usedom, der gleich eine Anmeldung bis 2017 einreichte. Hinter dem Aufmarsch in Demmin stecken, wie üblich in Mecklenburg-Vorpommern, also die NPD und ihre Kader. Doch auch die lokalen Strukturen werden stets mit eingebunden in das Trauerspiel. AktivistInnen der „Kameradschaft Landkreis Demmin“, wie beispielsweise Marko Lohmann, verlesen Redebeiträge oder Gedichte. Sie tragen das Fronttransparent und schauen traurig aus der Wäsche, wenn NPD-Granden die Geschichte nach nationalsozialistischem Gutdünken umlügen und dem Deutschen Volk die Tränen in die Augen treiben.

Nischt zu flennen!

Für uns gibt es keinen Grund am 8. Mai den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil, gerade historisch bedeutsame Daten wie der Tag der Kapitulation Nazideutschlands und geschichtlich markante Vorgänge wie der Massensuizid von Demmin sind es, die uns dazu veranlassen eine klare antifaschistische Deutung der Geschichte einzufordern. Wir wollen, dass die Schuldigen von Vernichtungskrieg und Massenmord klar benannt und an die Opfer deutschen Wahns erinnert wird. Wie verwehren uns gegen eine Täter-Opfer-Umkehr, wie sie die Neonazis stets propagieren und verweigern uns der Geschichtsvergesslichkeit, die den eliminatorischen Antisemitismus, den fanatischen antislavischen Rassismus und den mörderischen Eroberungswahn Deutschlands als Grund für den Zweiten Weltkrieg verschweigt.
Genauso geben wir uns unversöhnlich mit den vom Protagonist_innen aus Medien und Politik angeschobenen Versuchen, die Schuld am Nationalsozialismus und seinen Greulen einigen Wenigen zu zuschieben und die Mitschuld weiter Teile der Deutschen am Nationalsozialismus zu unterschlagen. Die Zeitzeug_innen, die Erinnerung wach halten können, werden weniger. Damit steigt gleichzeitig die Chance der GeschichtsrevisionistInnen auf Erfolg ihres Vorhabens.
Unser Widerstand gegen die Verfälscher der Geschichte auf der Straße ist ein Teil des Widerstands gegen die Umschreibung der deutschen Geschichte zu Gunsten eines nationalsozialistischen Weltbildes oder einer angeblich geläuterten Nation!

Zur Party? Zur Party!

Wir werden den Neonaziaufmarsch in Demmin stören und nach Möglichkeit sogar blockieren. Damit leisten wir am 8. Mai unseren praktischen Beitrag gegen die geschichtsrevisionistischen Lügen der Neonazis und versuchen ihrer Szene im MV einen weiteren Schlag zu versetzen, der sie ins Taumeln bringt. Dabei werden wir nicht vergessen, dass die Neonazis nur die sind, die ihre Geschichtsvergessenheit am radikalsten formulieren. Wir werden uns lautstark gegen die Reinwaschung deutscher Geschichte und die damit verbundene Legitimation neuer deutsche Großmachtsbestrebungen wenden.

Auf nach Demmin, GeschichtsrevisionistInnen stoppen! Cадитесь пожалуйста!

Mehr Infos unter demminnazifrei.blogsport.de

Demmin: Veranstaltung zum Kriegsende am 7. Mai im ehemaligen Blumenladen am Hanseufer

Das Demminer Regionalmuseum präsentiert das von ihm herausgegebene Heft „Das Kriegsende in Demmin 1945. Umgang mit einem schwierigen Thema“. Gast ist Dr. Elke Scherstjanoi, Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Sie hat die Einnahme Demmins durch die Rote Armee am 30. April 1945 erstmals anhand von Dokumenten aus dem Moskauer Militärarchiv recherchiert und ihren Befund für das Heft zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung findet am 7. Mai ab 18Uhr in der Betriebskantine von E.ON statt. Der ursprüngliche Termin am 30. April entfällt.

Mehr Informationen unter demminnazifrei.blogsport.de.

#ACHTUNG:
die Veranstaltung findet an einem anderen Ort statt. Neuer Raum ist die Betriebskantine von E.ON.

Polizei versucht erneut Antifaschist_Innen im Vorfeld des 8. Mais in Demmin einzuschüchtern

In den vergangenen Tagen haben Antifaschist_Innen einmal mehr Post von der Polizei bekommen. Die Vorladungen beziehen sich auf die Proteste gegen den Naziaufmarsch am 19. Oktober in Wismar. Dass ausgerechnet jetzt, nur wenige Wochen vor den Protesten am 8. Mai in Demmin, solche Vorladungen verschickt werden kann nur als Einschüchterungsvesuch der hiesigen Behörden gewertet werden. Wenn du eine Vorladung bekommen hast, dann beachte folgendes:
1. Gehe nicht zum Termin! Du bist dazu nicht verpflichtet, sofern du keine staatsanwaltschaftliche Vorladung erhalten hast.
2. Mache keine Aussagen gegenüber PolizeibeamtInnen.
3. Melde dich in jedem Fall umgehend bei der Roten Hilfe Greifswald!

Polizei und Staatsanwaltschaft haben NIE ein Interesse daran dir zu Helfen. Im Gegenteil! Ihr Job ist es, Menschen zu überführen.
Eine Broschüre der Roten Hilfe, die sich mit dem Aussageverweigerungsrecht und allem Drumherum befasst, könnt ihr hier herunterladen.

Mehr Infos bekommt ihr ansonsten auch unter antifarostock.wordpress.com.

Demmin: Protest gegen NPD-Infostand

Die NPD versucht sich aktuell in einem regelrechten Kundgebungsmarathon. Mit Tisch und Sonnenschirm tingeln lokale Nazi-Kader quer durch Mecklenburg-Vorpommern. Meistens werden ihre Infostände durch bunte und entschlossene Proteste begleitet.

Auch in Demmin wollte die neofaschistische Partei gestern ihre braune Propaganda verbreiten. Gelungen ist ihnen das nur marginal, denn auch in der Peenestadt schlug den NPD-Aktivisten blanke Ablehnung entgegen. Um halb zwei nachmittags baute die NPD ihren Stand am Luisentor auf. Kurze Zeit später waren engagierte Bürger_Innen des Aktionsbündnisses 8. Mai vor Ort. Mit Transaprenten und Schildern zeigten die Demminer_Innen den Nazis, dass sie in Demmin nicht willkommen sind.


Bild: Der NPD-Stand samt „Kameraden“ in Demmin. (Foto eingebunden über demminnazifrei.blogsport.de)

Während dem NPD-Infostand schon nach wenigen Minuten der Sonnenschirm davon flog und später sogar die Straßenreinigung der vermeintlich „einzig wahren Oppositionspartei“ den Platz streitig zu machen schien, war bei den Gegendemonstrant_Innen gute Stimmung. Bis zu 20 Menschen schlossen seich zeitweise dem Protest an, viele Passant_Innen bekundeten ihre Sympathien mit dem Widerstand des Aktionsbündnisses.

Schließlich durfte die NPD ihren Infostand wieder einpacken und musste – wie so oft in der Vergangenheit – das meiste Propagandamaterial schlichtweg wieder mit nach Hause nehmen.

Das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin kommentierte die Protestaktion folgender Maßen: „Für die kurzfristige Mobilisierung war das ein guter Erfolg. Am 8. Mai werden die Nazis bestimmt um einiges mehr Gegenwind bekommen.“ Nazis wollen diese Jahr zum sechsten Mal in Folge am 8. Mai durch Demmin marschieren.

Einige Bilder vom NPD Infostand und den Protesten gibt es unter demminnazifrei.blogsport.de.

Demmin: Wieder Nazischmiererein in der Stadt aufgetaucht

Über die Osterfeiertage versuchten die meisten Menschen sich vom Stress des Alltags zu erholen. Sie verbrachten Zeit mit den Liebsten, begingen die Feiertage religiös oder nutzten die Zeit für Entspannung.

In Demmin verbrachten einige Nazis die Ostertage offenbar auf andere Weise. Insgesamt wurden in der Stadt von Gründonnerstag bis Dienstag nach den Feiertagen etwa 30 Symbole mit verfassungsfeindlichem Inhalt an Fassaden und öffentliche Einrichtungen geschmiert. Hakenkereuze und Beleidigungen wurden genauso mit pinker und schwarzer Farbe gesprüht, wie der Zahlencode „88″ (die Ziffern stehen für den achten Buchstaben in Alphabet, „HH“ für „Heil Hitler“) und andere Symbole.

Die Graffitis wurden mittlerweie von der Stadt entfernt, es entstand ein Sachschaden von rund 500€. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu solchen Schmierereien. Zwar scheint die Stadt dem Problem mehr Aufmerksamkeit zu schenken, verhindern kann sie die Graffitis jedoch nicht.

In Demmin marschieren seit Jahren regelmäßig Nazis am 8. Mai durch die Stadt, um die Verbrechen des Faschismus zu relativieren. Auch vor dem Hintergrund der im September anstehenden Bundestagswahlen werden sich die Aktivitäten der Nazis in den kommenden Wochen und Monaten noch intensivieren.

Demmin: Saatgutbörse am 04.06.2013 im Lübecker Speicher am Hafen

Mehr Infos unter demminnazifrei.blogsport.de.




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