Archiv der Kategorie 'Nazis am 8. Mai 2014 in Demmin blockieren!'

Greifswald: „Unsere Solidarität gegen ihre Repression!“ Vortrag & Konzert am 13.02. im IKUWO

„Wir wollen eure Aufmerksamkeit!“ – Vortrag & Diskussion ab 19 Uhr
Was ist eigentlich eine Versammlung? Wer darf sich auf das Versammlungsrecht wann und wie berufen? Sind Sitzblockaden vom Versammlungsrecht gedeckt? Kann der Anmelder/die Anmelderin für den Veranstaltungsverlauf haftbar gemacht werden? Wann können Veranstaltungen durch die Ordnungsbehörden beauflagt oder verboten werden? Welche Möglichkeiten gibt es gegen die Polizei zu klagen und wie erfolgversprechend ist das? Welche Rechte haben Versammlungsteilnehmer*innen gegenüber der Polizei? Welchen Pflichten müssen Polizeibeamte – theoretisch – nachkommen?
Nach einem Impulsreferat habt ihr die Möglichkeit diese und andere Fragen mit einer Anwältin diskutieren.

„Wir wollen euer Geld!“ – „Konzert & Party“ ab 21 Uhr
Der 8. Mai 2014 ist lange vorbei, der kommende 8. Mai in Demmin steht bevor. Dazwischen. MVgida. Sowohl in Demmin also auch kürzlich in Stralsund wurde versucht die Aufmärsche der Nazis mittels Blockaden zu verhindern. Mal mehr, mal weniger erfolgreich… Was nach solchen Ereignissen neben Freude oder Frust oft bleibt ist die Repression.
Mal trifft es nur einzelne, wie am letztjährigen 8. Mai in Demmin, bei dem ein Demonstrant zuerst von Polizisten ins Krankenhaus geprügelt und später noch mit Anzeigen überzogen wurde. Mal ne ganze Menge Leute, wie am 19.1. diesen Jahres in Stralsund, als die Polizei aufgrund von Sitzblockaden über 130 Personalien feststellte und die Betroffenen teilweise erkennungsdienstlich behandelte. Auch hier wird es Anzeigen hageln, die Geld und Nerven kosten werden. So heißt unsere Antwort für Geld und Nerven: Informationen, Soli-Konzert und -Party für die Betroffenen!

Punkrock und Bass, Soli-Drinks und Tombola (Großartige Gewinne winken!)

Vortrag: Eintritt frei Konzert & Party: Glücksrad!

Konzert mit La Pack (HGW), Rising (HGW) und DonKanaille (NWM) Aufgelege mit Short (Trap), Herr Günselsen (Drum n‘ Bass) und LMZ (Trap).

Vortrag und Soli-Party der Roten Hilfe Greifswald.

Spendenkampagne zu Demmin geht weiter!

Die Rote Hilfe Greifswald sammelt weiterhin Spenden für das Opfer der Polizeigewalt am 8. Mai 2014. Von den bisher angefallenen Kosten in Höhe von über 2000€ für den Rettungswagen und die Behandlung im Krankenhaus konnten bisher etwa 1300€ gedeckt werden. Da auf den Betroffenen aber noch ein Strafverfahren zukommt ist zu erwarten, dass die Kosten nochmals deutlich steigen werden.

Getroffen hat es einen, gemeint waren aber wir alle! Zeigt euch solidarisch, spendet oder sammelt Spenden!

Rote Hilfe Greifswald
IBAN: DE34430609674007238307
BIC: GENODEM1GLS
Stichwort: „Demmin 2014″


Bild: Kreativer Protest gegen geschichtsrevisionistische Hetze. Die Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai 2014 in Demmin lief landesweit auf Hochtouren.

Demmin: Offener Brief von antifaschistischem Aktionsbündnis an Bürgermeister und Stadtpräsidenten

++ Aktionsbündnis „8. Mai Demmin“ bereitet sich auf Naziaufmarsch für 2014 vor +++ Skepsis gegenüber der Stadt Demmin nach 500€-Rechnung an Bündnis +++ Offener Brief an Bürgermeister und Stadtpräsidenten +

Von Marko Neumann und Philipp Gutrun-Hahn

Seit vier Jahren organisiert das „Aktionsbündnis 8. Mai Demmin“ den Widerstand gegen den jährlichen Naziaufmarsch am Tag der Befreiung durch die Peenestadt. Neben vielen bunten Aktionen stand die vergangenen Jahre auch immer ein Demokratiefest mit auf dem Pogramm. Organisiert wurde dieses von den ehrenamtlich engagierten Menschen des Aktionsbündnisses, zuletzt sogar unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters. Obwohl die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Aktionsbündnis in der Vergangenheit immer enger wurde, tauchen jetzt die ersten Risse im Vertrauensverhältnis auf. Zunächst sollte die antifaschistische Initiative für die Anbringung eines Transpartens 500€ an die Stadt zahlen. „Das mit der Rechnung war wirklich dreist“, erklärte Kerstin Lenz, Stadtvertreterin der LINKEN und Aktivistin des Bündnisses. „Wir haben diese Protestaktion gegen den Aufmarsch […] schließlich nie einfach zum Selbstzweck organisiert, sondern im Interesse der ganzen Stadt und aller Demminer, die ein Zeichen gegen diesen Nazispuk setzen wollen. Da ist es nicht einzusehen, dafür im Nachhinein zur Kasse gebeten zu werden, trotz anderslautender Absprachen wohlgemerkt.“. Der Disput um die Rechnung ist mittlerweile beigelegt, jedoch bleibt die Skepsis gegenüber der Stadt groß.

Das Aktionsbündnis hat vor wenigen Tagen einen Offenen Brief an die Stadt Demmin geschrieben, den wir an dieser Stelle dokumentieren:

OFFENER BRIEF
zum „Tag der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des 2. Weltkrieges“

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident Tabbert, sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Koch,

in den letzten 4 Jahren hat es eine beachtliche Entwicklung im Umgang mit den Aufmärschen von Rechtsextremisten in Demmin gegeben.
Schauen wir auf das Jahr 2009 zurück. Damals am 8. Mai liefen 200 fackeltragende Neo-Nazis durch die Straßen, während seitens der politischen Verantwortungsträger der Hansestadt dazu aufgerufen wurde, „Türen und Fenster geschlossen“ zu halten und den braunen Spuk zu ignorieren. Nur eine Handvoll Menschen stand mit einem Transparent „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“auf der Hafenbrücke von Demmin.
Angestoßen von diesem Erlebnis und aus der Unzufriedenheit mit dieser Situation, beschloss eine kleine Gruppe von Menschen, dass der Protest an diesem Tag anders angegangen werden muss und gründete in den nächsten Monaten einen parteiunabhängigen Zusammenschluss. Viele, vom Pastor bis zum Schüler wurden angesprochen. Das Aktionsbündnis 8. Mai war geboren. Das Ziel unseres Aktionsbündnisses war und ist es, zusammen mit Menschen aus Demmin und Umgebung, Gesicht zu zeigen und aktiv zu werden, sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen.
Der Aufruf zu einem friedlichen und bunten Protest gegen den inzwischen alljährlichen Neo-Naziaufmarsch geschieht seitdem zusammen mit Ihnen, den Vertretern der Stadt.
Das gemeinsam organisierte Friedensfest bildet den Mittelpunkt des Widerstandes gegen die Vereinnahmung der Stadt durch die Neonazis an diesem Tag und steht seit 2011 unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters.
Parallel dazu bietet das Aktionsbündnis 8. Mai Demmin das ganze Jahr über Podiumsdiskussionen, Lesungen und Kulturelles zum Thema Weltoffenheit und Vergangenheitsbetrachtung an.
Das alles trägt dazu bei, dass sich ein neues Problembewusstsein entwickelt. Wir sind froh darüber, dieses Ergebnis gemeinsam erreicht zu haben.
Diese positive Entwicklung macht es nun möglich und aufgrund des bisherigen hohen ehrenamtlich getragenen Aufwandes auch nötig, die Organisation des Friedensfestes am Hafen künftig in Ihre Hände, die Hände der Stadt zu übergeben. Wir vertrauen dabei auf den heute breit etablierten Konsens in der Region, sich den Neo-Nazi-Aufmärschen sichtbar und aktiv entgegenzustellen.
Als Ansprechpartner und nach Kräften Mitwirkende bleiben wir gerne an Ihrer Seite, bis zum Ende dieser unseeligen „Trauermärsche“ in der Hansestadt Demmin. Denn auch unsere das Jahr umspannenden Aktivitäten für ein demokratisches, weltoffenes Demmin setzen wir fort.

Demmin bleibt bunt!

Mit freundlichen Grüßen

Aktionsbündnis 8. Mai Demmin




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