Archiv der Kategorie 'Sexistischer Kackscheiße entgegentreten!'

Rostock: QueerPolDo „Noize, booze and revolution: Geschlechterverhältnisse in der DIY-Punkszene am 28.08.14 im Peter-Weiss-Haus

Die Do-It-Yourself-Punkszene ist eine radikale zeitgenössische Synthese von Metal, Punk und Hardcore, die sich fernab ökonomischer Verwertung und massentauglicher Ästhetik versteht und untrennbar mit der linken Szene in Deutschland verbunden ist. Paradox anmutend fallen emanzipatorischer Impetus, der auch feministische Positionen beinhaltet, und eine von weißen Männlichkeiten dominierte Struktur zusammen. Auf Grundlage einer ethnografischen Feldforschung und sozialwissenschaftlicher Beiträge wird beleuchtet, wie Geschlecht performativ hergestellt und männliche Dominanz in einer Egalität und Freiräume behauptenden Szene stabilisiert wird. Dabei finden historische und strukturell geschlechtsspezifische Zusammenhänge Beachtung. Die musikalischen Kämpfe sind, wie viele Kämpfe der linken Szene, in erster Linie von Männern und Männlichkeit dominierter Aktivismus, dessen Forderungen eher symbolische als reale Wirkung besitzen: gesamtgesellschaftliche Ungleichheiten werden fortschreitend reproduziert, die Benachteiligung von Frauen und die Verdrängung von Weiblichkeit an die Peripherien scheinen der Szene eingeschrieben.

Wann und wo? Der Politische Donnerstag beginnt am 28. August wie immer 20 Uhr im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Die VoKü fällt sommerpausenbedingt aus.

Exkurs: Kaum beachtet – Queere Geflüchtete

Geflüchtete finden in öffentlichen Debatten selten Erwähnung bei Themen wie Sexualität und Geschlecht. In Deutschland existiert bereits seit 1988 juristisch die Möglichkeit, bei Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung, Asyl zu erhalten. Diese Rechte wurden nicht zuletzt durch den Europäischen Gerichtshof im November 2013 gestärkt, nachdem deutsche Gerichte entsprechende Anträge regelmäßig abwiesen.

De facto entstehen allerdings in der Praxis vielfältige Hürden. Da Homosexualität bereits in vielen Herkunftsländern tabuisiert wird, ein Outing lebensgefährlich ist und nicht selten mit Haft-, Folter- und Todesstrafen geahndet wird, stellt auch ein Outing vor Fremden und Behörden-Mitarbeiter_innen eine starke Barriere dar. Um Asyl beantragen zu können, bedarf es jedoch eines offenen Umgangs mit der Thematik. Bei einer Anhörung werden zudem meist männliche Dolmetscher hinzugezogen, die aus entsprechenden Herkunftsländern stammen. Diese Situation hemmt viele Geflüchtete daran, über ihre sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentitäten zu sprechen. Hindernisse entstehen jedoch auch auf der Seite der Aufnahmebehörden. Die Angestellten folgen dem Auftrag, die Asylgründe möglichst genau zu prüfen: Wenn diese Kultur des Verdachts mit homophoben Einstellungen einhergeht, kommt es nicht selten zur Beugung des Rechts. In der deutschen Aufnahmekultur werden LGBTI*-Personen schlicht nicht beachtet und damit unsichtbar gemacht. Diese Leerstelle versuchen einige Organisationen zu füllen. Les Migras (http://lesmigras.de/) in Berlin sowie der Migrationsrat Berlin/Brandenburg (http://www.mrbb.de/) sind beispielsweise Ansprechstellen, die sowohl ein breites Beratungsangebot haben als auch informierende und empowernde Veranstaltungen anbieten wie etwa den Workshop „Asyl und Comingout“. Dabei geht es neben aufenthaltsrechtlichen Fragen immer auch um die Bewältigung des alltäglichen Lebens als Mehrfachdiskriminierte_r. Weiterhin besteht hier jedoch ein großer Sensibilisierungsbedarf in der Wahrnehmung komplexer Lebensrealitäten geflüchteter Menschen.

* Das Kürzel stammt aus dem Englischen und lautet „Lesbian, Gay, Bisexual and Trans“, das heißt „Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans (für Transgender und Transsexualität)“

Weitere Informationen gibt es in den Publikationen
„Refugees welcome – Gemeinsam Willkommenskultur gestalten“ und
„Verbindungen sprechen. Empowerment in Bezug auf Rassismus und Transphobie in LSBTI-Kontexten“,

Wer hätt’s gedacht: Ehemaliger CDU-Abgeordneter wechselt zur AfD

++ ehemaliger CDU-Abgeordneter Löttge tritt zur „Alternative für Deutschland“ über +++ Löttge sei enttäuscht von CDU-Politik +++ erneut homophobe und rassistische Töne bei AfD +

Von Marko Neumann und Phil­ipp Gutrun-​Hahn

Die „Alternative für Deutschland“ hat in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufsehen gesorgt. Besonders im Bundestagswahlkampf fiel die rechtspopulistische Partei um ihren Vorsitzenden Bernd Lucke mit eurofeindlichen und teilweise rassistischen Parolen auf. Nur denkbar knapp verfehlte die AfD mit 4,7% den Einzug in den Bundestag. Als sogenannte Protestpartei zog sie von fast allen anderen Parteien Stimmen ab.


Bild: Bundestagswahlplakat der AfD. Nicht nur die NPD versucht mit fremdenfeindlichen Parolen Wähler_Innen auf sich zu vereinigen.

Trotz- oder gerade wegen des nur knapp verfehlten Einzugs in das bundesdeutsche Parlament geht die Stimmungsmache der Kleinstpartei unvermindert weiter. Erst vor wenigen Tagen bezeichnete Lucke Sinti und Roma als eine „nicht gut integrierbare Randgruppe“, das Outing des ehemaligen Fußballnationalspielers hatte Lucke kritisiert, da er „ein klares Bekenntnis zu „Ehe und Familie“ vermisse.

Doch die menschenverachtenden Ausfälle des AfD scheinen den ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten Mathias Löttge wenig zu stören. Er trat vor Kurzem der „Alternative für Deutschland“ bei. Der ehemalige Barther Bürgermeister und frühere Präsident des Landestourismusverbandes sei enttäuscht von der CDU. Schon länger war er unzufrieden mit der Arbeit der CDU, ihm fehlen unter anderem Möglichkeiten der Mitgestaltung bei den Christdemokrat_innen. Besonders die „Große Koalition“ mit der SPD sollen ihm zum Wechsel bewogen haben. Er hätte sich eine Befragung der Basis gewünscht, offenbar in Anlehnung an das Vorgehen der Sozialdemokrat_innen.

Die AfD verfügt in MV seit April vergangenen Jahres über einen eigenen Landesverband. Löttge selbst gehört nun dem erst vor Kurzem gegründeten AfD-Regionalgruppe Nordvorpommern-Stralsund an und ist einer der drei Koordinator_innen. Insgesamt hat die AfD ca. 320 Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern.

Sookee feat. Refpolk: „Einige meiner besten Freunde sind Männer“

Interview „Ein Mann, den es eigentlich nicht gibt“

Die Magazin „fluter.“ der Bundeszentrale für politische Bildung veröffentlichte vor wenigen Wochen ein Interview mit einem „schwulen Fußballbundesligaspieler“. Beeindruckend und erschütternd zugleich schildert der Fußballer seine Gefühlswelt. Was würden die Fans von ihm denken? Wie würde die Presse reagieren? Was würde er tun, wenn seine Homosexualität öffentlich würde? Solche Fragen versucht das Interview zu beantworten. Zum Interview geht´s unter www.fluter.de.




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