Archiv der Kategorie 'Soziales'

„Verdammt es geht schon wieder los…“ – Die Europameisterschaft im Männer*fussball und der „neue“ deutsche Nationalismus

Fußball, olé, olé! Die Europameisterschaft der Männer* im Fußball beginnt und traditionell hüllt sich die ganze Republik in schwarz-rot-goldene Fahnen. Was ist so gefährlich an dem deutschtümelnden Partypatriotismus in „Schland“?

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Wenn von Nationalismus gesprochen wird, heißt es, dieser sei die übertriebene Heraushebung der eigenen Nation gegenüber anderen. Die meisten Menschen, die bei der Fußball-WM „ihre“ Fahne am ganzen Körper tragen und laut „Schlaaand“ jubeln, weisen Nationalismus streng von sich, viele bezeichnen sich lieber als „Patriot*innen“. Patriotismus bedeutet übersetzt Vaterlandsliebe; bedeutet demnach, zwar für die eigene Nation zu sein, diese aber nicht über andere zu stellen. Gibt es also einen gesunden Patriotismus, der niemandem weh tut?
Die Erfahrung zeigt, wie schnell die Grenzen zum Nationalismus verschwimmen, beide gehen in der Regel Hand in Hand. Studien haben nachgewiesen, dass der ausdrücklich positive Bezug auf die eigene Nation meist mit der Abwertung anderer einhergeht. Doch für die eigene Herkunft, die Vorgeschichte eines Landstrichs oder die berühmte Muttersprache kann niemand etwas. Stolz und Begeisterung für das „eigene Land“ schaffen und bedeutet immer auch die Abgrenzung gegenüber anderen Menschen welche nach willkürlicher Definition nicht dazu gehören.


Bild: Deutsche „Patrioten“ – Aufmarsch der fremdenfeindlichen „Pegida“-Bewegung.

Nationalismus überdeckt gesellschaftliche Probleme
Nationalismus erzeugt durch die Bildung von Stereotypen einen Anpassungsdruck auf alle, die sich einer bestimmten nationalen Identität zuordnen oder ihr zugeordnet werden. Immer wieder wird dem Individuum ein Bezug zu vermeintlich „nationalen Interessen“ abverlangt. Die Vorstellung vom „einheitlichen Volk“ überdeckt tatsächliche gesellschaftliche Konflikte, Ungerechtigkeiten und Unfreiheit. In einem Weltbild in dem es „nur noch Deutsche“ gibt, ist kein Platz für die Wahrnehmung von kapitalistischer Ausbeutung, sozialer Ungerechtigkeit oder Frauen*unterdrückung.
Durch die Ausrufung eines „nationalen Interesses“ lassen sich Menschen für beliebige politische Ziele mobilisieren. Sei es zum Gürtel-enger-Schnallen für den Wirtschaftsstandort Deutschland, sei es der Hass auf ethnische und religiöse Minderheiten bzw. so genannte „Sozialschmarotzer“ oder schließlich der Krieg gegen andere Länder. Der irrationale Glaube an ein diffuses Größeres, das jede noch so aggressive Haltung zu rechtfertigen vermag, soll das selbstständige Denken ersetzen.

Wo es ein „wir“ gibt, gibt es auch ein „die anderen“
Individuelle Freiheiten werden durch Nationalismus in Frage gestellt oder sogar offen aberkannt. Denn nicht jede_r kann frei wählen, wo und wie sie_er leben oder welche Staatsangehörigkeit sie_er annehmen möchte. Durch Diskriminierung und Mobbing in Behörden, in der Schule und am Arbeitsplatz werden Menschen „fremder Herkunft“ tagtächlich drangsaliert. Abschiebungen und Arbeitsverbot bedrohen das Leben von Migrant_innen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus. In Massenunterkünften wird ihnen das Leben so schwer wie möglich gemacht, damit sie „freiwillig“ das Land wieder verlassen.
Der Grund ist die rassistische Vorstellung, dass Menschen dahin gehören, wo sie und ihre Vorfahren geboren wurden und dass „Eingeborene“ grundsätzlich mehr Rechte in einem Land haben sollten als Zugezogene. Anders ist das meist für EU-Bürger*innen, die deutlich einfache auswandern können.

Nationalismus ist tödlich
Rassistische Gewalttaten gegen vermeintlich „Undeutsche“ sind in der Bundesrepublik an der Tagesordnung und fordern immer wieder Todesopfer. Auffällig ist, dass diese Übergriffe stets dann zunehmen, wenn das gesellschaftliche Klima durch entsprechend fremdenfeindliche Diskussionen angeheizt ist. Zuletzt kam es nach der Sarrazin-Debatte verstärkt zu Anschlägen auf Moscheen und Synagogen. Auch der Staat übt direkt und indirekt Gewalt gegen Flüchtlinge aus. Willkürliche Abschiebungen von Flüchtlingen in Krisengebiete bedeuten meist Armut und Hunger, immer wieder auch Gefängnis, Folter oder Hinrichtung. Die koordinierte Abschottungspolitik an den europäischen Außengrenzen fordert jedes Jahr tausende Todesopfer.

„Die Nation“ – Was ist das?
Der Begriff Nation beschreibt große Gruppen von Menschen, denen anhand von Merkmalen wie Herkunft („Abstammung“) Geschichte, Sprache oder Tradition Gemeinsamkeiten und – dadurch begründet – eine Zusammengehörigkeit zugeschrieben werden. Die so entstehende Unterscheidung in deutsch und undeutsch, französisch – unfranzösisch oder amerikanisch – unamerikanisch usw. existiert zuallererst in den Köpfen. Die auch heute noch oft beschworenen „rassischen“, Volks- oder nationalen Eigenschaften, die in Menschen festgeschrieben sein sollen, gibt es also nicht: was einen Menschen angeblich „deutsch“ macht, ist immer Willkür.
Die Nation ist etwas Erfundenes, eine Vorstellung, die geschaffen wurde – weshalb auch oft von einem „Konstrukt“ gesprochen wird. Dadurch, dass sie in Form von Vorstellungen, Vorurteilen und Erwartungen in den Köpfen existiert, kann die Nation trotzdem sehr konkrete Auswirkungen entfalten, etwa als Grundlage der Entstehung moderner Staaten und ihrer rassistischen Staatsbürgergesellschaft oder in vielfältigen Auswüchsen der verbreiteten Wahnvorstellung von einer nationalen Schicksalsgemeinschaft.
Konstrukte sind nur so lange real und wirkmächtig, wie Menschen an sie glauben und durch ihr Handeln am Leben erhalten. Sie sind nicht „natürlich“ – und erst recht nicht in Stein gemeißelt. Nur dadurch, dass Menschen so leben, als seien sie real, die erdachten Grenzen in Gesetze gießen und befolgen, können sie existieren. Ebenso gut könnten sie aber auch in Frage gestellt werden.

Nationalismus und Patriotismus haben keine positiven Funktionen, sondern sind ein ganz besonders ekliger Bestandteil jener Verhältnisse, die wir besser heute als morgen gemeinsam überwinden sollten. Für ein freies, friedliches und gerechtes Leben braucht es kein Nationalbewusstsein und keine Länderfahne im Vorgarten.

Neubrandenburg: „Back to Rojava“ – Vortrag & Soliparty für „MV für Kobane“ am 23.04.16 im AJZ

„Rojava“ („Westen“) nennen die KurdInnen ihr Siedlungsgebiet im nordwestlichen Syrien, in unmittelbarer Nähe zur türkischen Grenze. Die Fotografien zeigen die Situation in den Kantonen Cizîrê und Kobanê: Die jezidischen Flüchtlinge, die vor dem „Islamischen Staat“ aus dem Shingal-Gebirge fliehen mussten, die medizinische Versorgung in der gerade befreiten Stadt Kobanê, die Zerstörung, aber auch den Mut der kurdischen Bevölkerung für einen Aufbruch aus Ruinen.

Die Ausstellung von medico international und attenzione photographers verbindet Aufklärung und Solidarität.

Um 21 Uhr gibt es im AJZ einen Vortrag über die bisherige Arbeit der Initiative MV für Kobane und zum neuen Solidaritätsprojekt. Ab 23 Uhr findet eine fette Soliparty für die Initiative „MV für Kobane“ statt.

Informationen zu den Fotografien: Der Fotograf Mark Mühlhaus besuchte seit dem Herbst 2014 mehrmals die kurdische Region in Syrien und in der Türkei. In der kurdischen Kleinstadt Suruç (kurdisch: Pirsûs) dokumentierte er das Flüchtlingsleben derer, die dort Schutz und Obdach fanden, nachdem der «IS» ihre Stadt Kobanê angegriffen hatte. In Rojava selbst besuchte Mühlhaus die christlich-kurdische Stadt Dêrik (arabisch: Al-Malikiya) nahe der Grenze zum Irak und das dortige jesidische Flüchtlingslager. Er nahm an Beerdigungen von kurdischen KämpferInnen teil und konnte mit christlichen Milizen die vom «IS» zerstörten Dörfer der assyrischen Bevölkerung besuchen. Bei seinem Aufenthalt in Kobanê ging es Mühlhaus nicht nur um die fotografische Dokumentation des Wiederaufbaus der kurdischen Symbolstadt, sondern gleichsam darum, Momente des Menschlichen, ja sogar der Schönheit, festzuhalten. Etwa das Bemühen der örtlichen ÄrztInnen trotz fehlendem Strom Notfalloperationen durchzuführen; oder aber jenen Moment, wenn Mühlhaus, als einer der wenigen europäischen Fotografen, die Ufer des Flusses Euphrat erreicht.

Eine Veranstaltung der Initiative MV für Kobane und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Klassenkampf statt Rassismus! Internationale Solidarität statt Ausgrenzung! – Aufruf zur Demonstration am 30.04.2016 in Greifswald

+ Vortagsdemo anlässlich des 1. Mai’s in Greifswald! +++ Klassenkampf statt Rassismus! Internationale Solidarität statt Ausgrenzung! +++ 30. April 2015 – 15 Uhr – Nexöplatz in Greifswald! ++

Aufruf der Antifa Defiant zur Demonstration am 30.04.16 in Greifswald

In Deutschland und ganz Europa ist derzeit ein beängstigender Rechtsruck zu erleben: Als Antwort auf die sogenannte „Flüchtlingskrise“, die in Wahrheit vielmehr eine Rassismuskrise ist, wird eine Abschottungspolitik auf die Spitze getrieben, im Zuge derer humanistische Werte und menschenrechtliche Prinzipien ausgehebelt und über Bord geworfen werden. Gleichzeitig werden flüchtende beziehungsweise zuwandernde Menschen generell als Gefahr für Europa, seinen Wohlstand und seine Kultur dargestellt und nationale Identitäten als Antwort auf diese angebliche Gefahr ausgegeben.

Die große Zustimmung zu solchen rassistischen und menschenverachtenden Ideen vor allem bei Arbeiter_innen, Geringverdiener_innen und Arbeitslosen spricht vor allem für eines: das Fehlen eines Bewusstsein für die eigene prekäre Situation, beziehungsweise die Ursachen für diese. Nicht die Geflüchteten, nicht die Zugewanderten sind dafür verantwortlich, dass Menschen unterbezahlt sind oder durch Hartz IV erniedrigt und entwürdigt werden, sondern eine marktwirtschaftliche Ordnung, die eine absolut ungerechte Verteilung des Reichtums, sowie die Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung ermöglicht.
Will man diese Zustände ändern, so nützt es nichts, gegen Flüchtlinge vorzugehen und Antworten auf die eigene schlechte Lage bei Parteien wie der AFD zu suchen. Im Gegenteil: Geflüchtete Menschen sind ebenso wie die arbeitende Bevölkerung Verlierer dieses Systems, nur dass sie sogar noch unter diesen stehen. Parteien wie die AFD hingegen werden mit ihren Programmen die Situation aller Geflüchteter und Arbeiter_innen nur weiter verschlechtern, da sie kein Interesse daran haben, die bestehende, unsoziale Gesellschaftsordnung zu verändern.

Die Antwort auf die derzeitigen Entwicklungen kann nur sein, sich mit allen Verlierern des Kapitalismus, also Arbeitnehmer_innen, Arbeitslosen ebenso wie Geflüchteten, solidarisch zu zeigen und gemeinsam mit diesen gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Rassismus zu kämpfen.

Kommt daher am 30. April nach Greifswald, um gemeinsam mit uns gegen die herrschenden Verhältnisse und für internationale Solidarität zu demonstrieren! Klassenkampf statt Rassismus! Internationale Solidarität statt Ausgrenzung!

Nein zur AfD! Unterstützt die Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“!

Fast täglich greifen Rassisten und Rassistinnen Flüchtlingsheime an, islamfeindliche Übergriffe nehmen zu. Erschreckend viele Menschen nehmen an fremdenfeindlichen und rassistischen Demonstrationen teil. Pegida hetzt gegen Geflüchtete und Muslime und Musliminnen.
Währenddessen wird die „Alternative für Deutschland“ (AfD) zunehmend zum Sammelbecken für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. An vielen Orten ist die AfD Zentrum der extremen Rechten geworden. Abgeordnete der AfD verbreiten Nazi-Parolen und hetzen gegen Andersdenkende. Die AfD ist zu einer ernsthaften Gefahr geworden, für all jene, die nicht in ihr rechtes Weltbild passen.

Deine Stimme gegen rechte Hetze
Wir wollen dem ein Ende machen. Wir greifen ein, wenn Rassistinnen und Rassisten Menschen in unserer Mitte attackieren. Menschenverachtender Stimmungsmache gegen Geflüchtete, Musliminnen und Muslime, Roma und Romnija, Sinti und Sintiza, Jüdinnen und Juden treten wir entgegen.
Wir wehren uns gegen Mordanschläge und Pogrome gegen Geflüchtete. Mit Aufforderungen wie zum Schusswaffengebrauch gegen Geflüchtete an der Grenze wird die AfD zum Stichwortgeber für solche Übergriffe.
Wir sind viele. Wir heißen Geflüchtete willkommen. Wir stehen auf gegen den Rassismus von Pegida, AfD, NPD & Co. Wir erheben unsere Stimmen, um in die gesellschaftlichen Debatten einzugreifen, gegen rechten Populismus.
Wir wenden uns gegen Obergrenzen und Grenzschließungen, die Wasser auf den Mühlen der Rassistinnen und Rassisten wären. Wir stehen für eine offene und gerechte Gesellschaft. Wir lassen nicht zu, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Wir wollen Solidarität, Zusammenhalt und ein besseres Leben für alle!

Unsere Alternative ist Solidarität
Wir werden weiterhin Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Asyl ist Menschenrecht. Wir wollen verhindern, dass Rassistinnen und Rassisten Raum für ihre Hetze bekommen. Wir werden uns stark machen für gleiche politische und soziale Rechte für alle Menschen. Wir werden uns der AfD überall entgegenstellen, ob auf der Straße oder in den Parlamenten. Überall wo die Rassistinnen und Rassisten von AfD und Co. demonstrieren, sprechen oder auf Stimmenfang gehen, werden wir präsent sein und klar und deutlich sagen: Wir stehen auf gegen Rassismus! Keine Stimme für rechte Hetze!

Dem Verbreiten von Hass, setzen wir eine bundesweite antirassistische Aufklärungskampagne entgegen: im Stadtteil, in der Schule, an der Uni, im Betrieb, im Theater, im Konzertsaal – überall!

Wir setzen auf die Aktivität von Vielen. Gemeinsam werden wir klarstellen: Rassismus ist keine Alternative!

Mehr Informationen zur Kampagne findet ihr auf der Homepage unter www.aufstehen-gegen-rassismus.de und auf Facebook unter aufstehengegenrassismus.

Rostock: Infoveranstaltung „Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Rostocker Gastronomiebranche“ am 11.02.16 im Peter-Weiss-Haus

Von Juli bis September 2015 wurde von der Initiative Rostock Gastro Lohn eine Umfrage zu den Lohn- und Arbeits- bedingungen in der Rostocker Gastronomiebranche durchgeführt. In Kooperation mit der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) Rostock wurden die Ergebnisse ausgewertet und im Dezember 2015 veröffentlicht. Der Gesamte Prozess wurde auch von den Medien aufmerksam verfolgt und blieb von der Gewerkschaft für Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) und dem Arbeitgeberverband der Gastronomiebranche (DEHOGA) nicht unbemerkt.

Am 11.02.2016 um 19 Uhr möchte die FAU-Rostock im Peter-Weis-Haus den gesamten Prozess der Umfrage Revue passieren lassen und die erhobenen Ergebnisse präsentieren. Ziel soll es sein in einen regen Austausch über die Lohn- und Arbeitsbedingungen innerhalb der Gastronomiebranche und darüber hinaus zu kommen und welche Strategien im Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu Verfügung stehen.

Bei dieser Veranstaltung ist es erstmals möglich die Ergebnisse der Umfrage als Print-Broschüre zu erhalten.

Rostock: Eröffnung der Foto-Ausstellung „Back to Rojava“ am 12.02.16 im Peter-Weiss-Haus

Im Februar kommt die aktuelle Ausstellung von attenzione photographers und medico International, die Aufklärung und Solidarität miteinander verbindet, nach Rostock ins Peter-Weiss-Haus.

Die großformatigen Fotografien von Mark Mühlhaus zeigen die Situation in den Kantonen Cizirê und Kobanê: Die jezidischen Flüchtlinge, die vor dem „Islamischen Staat“ aus dem Shingal-Gebirge fliehen mussten, die medizinische Versorgung in der gerade befreiten Stadt Kobanê, die Zerstörung, aber auch den Mut der kurdischen Bevölkerung für einen Aufbruch aus Ruinen. Zum Ende der Ausstellung sollen die Drucke versteigert oder verkauft werden. Der Erlös soll direkt Projekte in der Region Rojava unterstützen.

Die Eröffnung findet um 18 Uhr 30 im Peter-Weiss-Haus in Anwesenheit des Photographen Mark Mühlhaus statt, der seit dem Herbst 2014 mehrmals die kurdische Region in Syrien und in der Türkei besucht hat.

Die Ausstellung wird gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung MV und ist bis Ende Februar im Peter-Weiss-Haus zu sehen.

Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2016 in Berlin: Hinein in den Antifa-Block!

Aufruf zum Antifa-Block auf der LL-Demo 2016: Solidarisch kämpfen: Antifaschistisch. Antirassistisch. Internationalistisch. Antikapitalistisch.

Liebknecht-Luxemburg-Demonstration: Hinein in den Antifa-Block!

Erinnern heißt kämpfen!
Vor fast 97 Jahren, am 15. Januar 1919, wurden die beiden Revolutionär*innen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg von faschistischen Freikorps ermordet. Karl Liebknecht wurde nach schwerer Misshandlung im Tiergarten erschossen. Unmittelbar danach wurde auch Rosa Luxemburg ermordet und in den Landwehrkanal geworfen. Mit der alljährlichen Liebknecht-Luxemburg-Gedenkdemonstration und dem antifaschistischen Block geben wir eine Kampfansage und verknüpfen Gedenkpolitik mit praktischen Kämpfen: gegen rassistische Hetze, geistige und reale Brandstiftung, faschistische und imperialistische Bedrohungen – für eine solidarische Gesellschaft jenseits von Staat, Nation und Kapitalismus. Luxemburgs und Liebknechts Analysen und Kämpfe gegen Militarismus, Imperialismus und Rassismus bleiben bis heute wichtige Bezugspunkte linksradikaler Politik und sind Ausgang für den Aufbau einer befreiten Gesellschaft.

Kampf der gesellschaftlichen Spaltung!
Antifaschistische und antirassistische Kämpfe sind notwendiger denn je. Kaum ein Tag vergeht ohne Meldungen über rassistische Brandanschläge bzw. Übergriffe. Politisch flankiert wird dies durch eine rassistische Stigmatisierungs- und Ausgrenzungspolitik der herrschenden Parteien und deren Vertreter*innen. Während breite Kreise schockiert sind über die »Anti-Asyl-Hetze« von PEGIDA und sogenannten besorgten Bürger*innen, arbeitet Deutschland daran, die Festung Europa noch perfekter abzuschotten.
Sowohl CDU/CSU als auch die SPD sind fleißig dabei, für die kommenden Wahlen jenen Wähler*innen zu gewinnen, die gar nicht merken, was sie mit der durchgeprügelten neoliberalen Politik bereits verloren haben, um anschließend auf die rassistische Spaltung hereinzufallen. Nach der Abspaltung des marktradikalen und neoliberalen Flügels von der AfD ist das Buhlen um die Stimmen des rassistischen Mobs entbrannt. Die etablierten Partei zeigen mit dem Finger nach rechts, um gleichzeitig das in Gesetze zu gießen, was sich nur die AfD »traut« auszusprechen.
Eine linke Antwort auf diese Zustände blieb bisher weitgehend aus. Welche fatalen Konsequenzen das haben kann, wurde im Sommer 2014 bei den sogenannten Mahnwachen für den Frieden deutlich: Ein Rückzug aus den zum Grundrepertoire der radikalen Linken gehörenden Themen wie Antimilitarismus und Frieden führte dazu, dass Rechten und Antisemiten das Feld überlassen wurde. Selbst Menschen, die sich als links verorten würden, konnten geködert werden. Die Ursachen von globaler Ungleichheit wurden dort als geheime Lobbybeziehungen innerhalb der EU oder als von der »Ostküste« gelenkte Verschwörung antisemitisch verklärt. Eine Analyse des globalen Kapitalismus und der geopolitischen Interessen imperialistischer Staaten – was zur Zeit im Krieg des Westens um die Vorherrschaft in Syrien mehr als deutlich wird – wurde damit unmöglich gemacht.

Deutsche Interessen weltweit
Ob »Transitzonen«, »sichere Herkunftsstaaten«, »Verschärfung des Asylrechts«: die Losung der Herrschenden heißt weiterhin »Ausländer raus!« Während PEGIDA marschiert und Bürger*innen sprichwörtlich »frei drehen«, verschärft die Bundesregierung das Asylrecht und arbeitet damit dem Rassismus zu. Die Unterscheidung zwischen »Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen« – zwischen »berechtigtem« und »unberechtigtem« Fluchtgrund – ist Zynismus angesichts der Profite der deutschen Rüstungsindustrie und der Zusammenarbeit Deutschlands mit autoritären Regimen.
Hierzulande wird von »Willkommenskultur« schwadroniert und sich über Brandanschläge auf Heime für Geflüchtete echauffiert, gleichzeitig tötet das europäische Grenzregime mit Frontex sowie mit rassistischer Rhetorik. Täglich sterben Menschen auf ihren Wegen nach Europa. Wer in diesem Zusammenhang von »Schlepperkriminalität« spricht, lügt bewusst, um von den tödlichen Konsequenzen der EU-Abschottungspolitik und der imperialistischen, neokolonialen Politik des Westens abzulenken. Die »Festung Europa« anzugreifen, heißt deswegen auch immer, die Konstrukte von Grenzen und Nationen infrage zu stellen. Ein bedingungsloses Bleiberecht für alle Menschen, die hier leben, kann nicht mit, sondern nur gegen den bürgerlichen Nationalstaat durchgesetzt werden.
Die Interessen der deutschen Wirtschaft sollen weltweit mit imperialistischem Gebären und deutschen Waffen durchgesetzt werden: Afghanistan, Syrien, Türkei, Irak, Somalia oder Saudi-Arabien – mit Waffenlieferungen und offener oder verdeckter Kriegsführung geht Deutschland für Profite über Leichen. Unser Credo muss daher lauten »Fluchtursachen bekämpfen!«

Krieg dem Krieg!
»Nein zum Krieg!« heißt, gegen Bundeswehreinsätze und Waffenexporte auf die Straße zu gehen. Während mit deutschen Finanz- und Militärhilfen überall auf der Welt Menschen ermordet werden, unterstützt die deutsche Armee nun den Krieg des Westens in Syrien, wo »Frieden« und »Freiheit« herbei gebombt werden sollen.
Begründet werden die NATO-Kriege nicht zuletzt mit dem kulturrassistischen Märchen vom Angriff auf die »westlichen Werte«. Vergessen wird dabei, wie über Jahrzehnte Islamisten aufgebaut wurden, um fortschrittliche Bewegungen zu bekämpfen und um neokoloniale Interessen in der Region zu sichern.
Reaktionäre Ideologien scheinen momentan auf den Vormarsch zu sein. Alternativen zu dem Bestehenden wie Syndikalistische und (räte-)kommunistische Organisierungen sind dagegen fast vergessen. Ob Räterepubliken, Mietstreiks, internationalistische Brigaden oder betriebliche Kämpfe – besinnen wir uns auf die Geschichte und lernen aus den Fehlern der Vergangenheit. Die Klassenkämpfe in der Vergangenheit und der Gegenwart können uns Mut und Kraft geben, um die von Ausbeutung und Ausgrenzung bestimmten Verhältnisse zu überwinden.
Beispiele des Widerstands finden wir jeden Tag – in den Betrieben, Häusern und Straßen. Doch dürfen weder die Freiheitsbewegung in Kurdistan und die dort begonnene Selbstorganisierung von unten noch die Kämpfe in anderen Teilen der Welt als Projektionsflächen missverstanden werden. Die vielzitierte »Solidarität mit Rojava« bedeutet vor allem: Führen wir die Kämpfe gemeinsam und solidarisch.

Hinein in die Widersprüche!
Es gibt kaum Bereiche der radikalen Linken, wo Unterschiede und Widersprüche so deutlich zu Tage treten wie beim Gedenken an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und bei Antifaschismus. Vor einem Jahr hatten wir formuliert, dass Antifa-Gruppen in die Gesellschaft hineinwirken müssen. Ein Rückzug in eine selbst geschaffene und vermeintlich widerspruchsfreie Szene lässt revolutionäre Politik ins Leere laufen.
Ein offensives Auftreten in (bürgerlichen) Bündnissen gegen Nazis oder das pushen eigener Inhalte dürfen nicht im Opportunismus enden. Vielmehr gilt es, selbstbewusst eigene Inhalte beispielsweise auf der LL-Demo zu vertreten und in die Breite zu wirken. Gleiches gilt für stadtpolitische Kämpfe und internationalistische Bündnisse. Ein aktuelles Beispiel ist die wachsende Zusammenarbeit mit Gruppen der kurdischen Freiheitsbewegung, mit den Kämpfen von Geflüchteten oder mit nichtweißen revolutionären Gruppen. Auch hier müssen vermeintliche Trennlinien und ein Denken in »Wir« und »Ihr« aufgebrochen und überwunden werden. Denn es sind nicht (nur) die »Kämpfe der Kurd*innen« und der »radikalen Linken«, die nebeneinander laufen. Es handelt sich vielmehr ein gemeinsamer Kampf um Befreiung von Staat, Kapitalismus, Rassismus und Sexismus.
Doch darf dabei nicht über ungleiche Machtverhältnisse und Diskriminierungen hinwegtäuschen. Diese müssen reflektiert und mitgedacht werden, wenn es darum geht, neue Bündnisse und Allianzen zu schmieden. Nur so können die Konstrukte von Grenzen aufgebrochen und eine breite Front aufgebaut werden, die in Zeiten von PEGIDA, Horst Seehofer und Co. um so wichtiger ist. Uns ist bewusst, dass sich dies sowohl in Diskussionsprozessen vor allen aber in gemeinsamen Aktionen ausdrückt. Lasst uns die Kämpfe zusammenführen! Darum:

• Kampf der rassistischen Hetze und Aufmärsche von PEGIDA […] & Co.!
• Ob Buch, Köpenick, Hohenschönhausen oder Marzahn: Unterstützt die antifaschistischen Kämpfe in den Außenbezirken.
• Solidarität mit den Kämpfen der Geflüchteten um Selbstbestimmung und Würde. Auf die Straße gegen Lagerunterbringung, Residenzpflicht, Abschiebungen und rassistische Sondergesetze. Schaffen wir gemeinsam dein soziales Zentrum für alle.
• Entschlossen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung in den Wahlkämpfen für BVV und Abgeordnetenhaus im September 2016 – Der AfD, NPD, CDU und SPD die rassistischen Mäuler stopfen!
• Hoch die internationale Solidarität! Unterstützt die Kämpfe der internationalistischen Linken gegen Repression und für Selbstorganisierung – weg mit dem Verbot der PKK! Führen wir die Kämpfe gegen Faschismus, Imperialismus und religiösen Fundamentalismus zusammen.
• Nie wieder Krieg! Gegen kulturrassistische Hetze und imperialistische Kriege im Interesse des Kapitals. Zusammen auf die Straße gegen Kriegseinsätze und Waffenexporte!
• Lassen wir die Stadt rebellieren: Organisieren wir uns kollektiv gegen Zwangsräumungen, rassistische Polizeikontrollen und steigende Mieten.
• Betriebliche Organisierung und Kämpfe sind die Grundlage für gesellschaftliche Veränderungen.

Blockaden, Demonstrationen, Streiks: Geschichte wird gemacht.

Damals wie heute: Zusammen kämpfen wir für eine starke Selbstorganisierung von unten.
Für eine kraftvolle antifaschistische, antiimperialistische und antikapitalistische Bewegung!

Antifa-Block auf der LL-Demo 2016:
So, 10.01.2016 | 10:00 Uhr | U-Bahnhof Frankfurter Tor (Friedrichshain)

Ein Aufruf der North-East Antifascists [NEA] und der Radikalen Linke Berlin

Migrationsamt in Rostock setzt unmenschliche Gesetze um

++ Unmenschliche Abschiebungen Montag Nacht +++ Frau einer Risikoschwangerschaft nach Albanien abgeschoben, Familie getrennt +++ Initiative „Rostock hilft“ kritisiert Vorgehen des Migrationsamtes heftig +

Pressemitteilung der Initiative Rostock hilft vom 02.12.15

Das Migrationsamt (ehem. „Ausländerbehörde“) hat Montag Nacht um 21 Uhr zehn Menschen nach Albanien abgeschoben. Unter ihnen waren mehrere schwangere Frauen. Der Ehemann einer Frau in einer Risikoschwangerschaft wurde ebenfalls abgeschoben, die Familie wurde getrennt. Das Migrationsamt setzt damit auf grausame Art die neueste Gesetzesverschärfung durch: Abschiebungen finden nun nachts und unangekündigt statt, auf Familien wird keine Rücksicht genommen.


Bild: Werbekarte der Initiative „Rostock hilft“ auf dem Ulmencampus der Universität Rostock.

„Was da Montag Nacht in der Unterkunft passiert ist, entbehrt jeder Menschlichkeit: Eine Familie wurde auseinandergerissen. Obwohl die Komplikationen in der Schwangerschaft bekannt waren, ist die Frau nun auf sich alleine gestellt,“ so Julia Reichart von „Rostock hilft“. „Die Familie hatte in der Situation mehrmals angeboten, in den kommenden Tagen freiwillig das Land zu verlassen, doch erwidert wurde ihnen: Es ist Gesetz, dass ihr verheiratet seid, zählt nichts.“

Die neue Regelung zur Umsetzung von Abschiebungen wurde erst vor Kurzem von Innenminister Caffier und auch auf Bundesebene so beschlossen. Sie präsentieren dies als humanistischen Akt, da nur so die Unterbringung von Bürgerkriegsflüchtlingen zu gewährleisten sei. Verschiedene Flüchtlingsorganisationen haben die Aussetzung des sogenannten „Nachtabschiebeerlasses“ scharf kritisiert.

„Im vorliegenden Fall offenbart sich die ganze Grausamkeit dieser Regelung: Auf eine unangekündigte Abschiebung kann man sich nicht vorbereiten, nicht psychisch und nicht emotional. Den Familien wurden zehn Minuten Zeit eingeräumt, ihre Sachen zu packen,“ so eine der aktiven „Rostock hilft“-HelferInnen in der Unterkunft.

Die Auswirkungen unangekündigter Abschiebungen werden seitens der Landes- und Bundesregierung billigend als „abschreckende Maßnahmen“ in Kauf genommen. An jedem einzelnen Schicksal offenbart sich, wie menschenverachtend diese Praxis ist. Für die Betroffenen bedeutet die Regelung ein Leben in ständiger Unsicherheit und eine mögliche Retraumatisierung durch die unangekündigte Ausnahmesituation.

Unabhängig von der gesetzlichen Lage: Familiäre Interessen können bei einer Abschiebung durchaus berücksichtigt werden. Dies liegt im Ermessen des zuständigen Sachbearbeiters.

Eine der betroffenen Asylbewerberinnen teilte „Rostock hilft“ noch fassungslos mit: „Das kann so nicht sein. Als die Polizei vor uns stand, dachte ich nur: Ich bin keine Verbrecherin. Sie müssen uns doch vorher Bescheid sagen. Wenigstens den Familien. Das wäre alles ganz anders, wenn wir uns darauf hätten vorbereiten können, nur ein oder zwei Tage.“

„Rostock hilft“ verurteilt aufs Schärfste das Vorgehen des Migrationsamtes. „Die Hansestadt kann durchaus ein weltoffenes und antirassistisches Image inszenieren. Der Fall macht deutlich, wie es im zuständigen Amt um Menschlichkeit und Empathie bestellt ist“, so eine Helferin in der betroffenen Unterkunft. „Rostock könnte ganz klar ein Signal für einen halbwegs fairen Umgang mit Asylsuchenden auch nach ihrer Ablehnung senden: Eine Abschiebung muss nicht so aussehen, die Behörden haben immer Spielraum, den sie nutzen können. Hier geht es um Menschenwürde und den Schutz der Familie, also Grundrechte. Im Mindesten aber kann man einen Funken Anstand erwarten.“

Rostock: Veranstaltung „Leben trotz Kapitalismus – Politische Kommunen“ am 03.12.15 im Peter-Weiß-Haus

Adorno schrieb „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ aber später relativiert er diesen Satz. Man müsse stets so zu leben bemüht sein, „wie man in einer befreiten Welt glaubt leben zu sollen, gleichsam durch die Form der eigenen Existenz, mit all den unvermeidbaren Widersprüchen und Konflikten, die das nach sich zieht, versuchen, die Existenzform vorwegzunehmen, die die eigentlich richtige wäre. […] Die wichtigste Form, die das heute hat, ist der Widerstand.“ Diesen Worten folgenden wollen wir uns am 03. Dezember im Peter-Weiß-Haus mit der Praxis eines widerständigem Lebens auseinandersetzen. Der Fokus ist dabei auf Kommunen gerichtet. Mit Kommunen meinen wir gemeinschaftliches Leben von Menschen mit Formen gemeinsamer Ökonomie und einem linken politischem Selbstverständnis. Beschäftigen werden wir uns mit:

• Was ist eine Kommune?
• Geschichte von politischen Gemeinschaften und Kommunen * in Deutschland existierende politische Kommunen bzw. Netzwerke
• Was ist der theoretische Hintergrund von Kommunen?
• Vorstellung einer lokalen Gründungsinitiative

Die Veranstaltung findet am 03.12.15 ab 19 Uhr im Peter-Weiß-Haus statt.

Greifswald: Gedenkveranstaltung für Eckard Rütz & Klaus-Dieter Gerecke am 25.11.15 vor der Mensa am Schießwall

Gedenkveranstaltung Eckard Rütz | 25.11.2015 | 17 Uhr | Mensa am Schießwall

In den letzten Wochen konnten wir in den Kreisen der „FFDG/Greifswald wehrt sich“ eine zunehmende Instrumentalisierung der Situation Obdachloser für rassistische und menschenverachtende Einstellungen beobachten. Diese scheinheilige Fürsorge ließ solange auf sich warten, bis man aus ihr den Profit des Fremdenhasses schlagen konnte. Aktuell werden Geflüchtete stellvertretend für die Situation der Obdachlosen Menschen verantwortlich gemacht.

Diese Verzerrung der Realität darf nicht Teil des gesellschaftlichen Diskurs werden!
Neonazis und rechte Hetzer haben Obdachlose ermordet bis sie ihren politischen Zwecken dienlich wurden!

In Greifswald gedenkt man den beiden Ermordeten Eckard Rütz und Klaus-Dieter Gerecke aus Mitgefühl, Respekt und vor allem der Angst, dass sich eben solche Taten in der Gesellschaft wiederholen. Das Schicksal dieser Menschen liegt uns nicht erst seit der Flüchtlingskrise und schon gar nicht aus politischer Motivation am Herzen!

Auch im Schatten der FFDG bleiben die Ermordeten nicht vergessen!

Kommt am 25.11.2015 um 17 Uhr zur Mensa am Schießwall zur Gedenkveranstaltung.

Rostock: Vortrag und Diskussion „Soziale Ungerechtigkeit in Mecklenburg-Vorpommern“ am 03.09.15 im Peter-Weiss-Haus

03.09.15 | 19 Uhr | Peter-Weiss-Haus in Rostock

In den Diskussionen um Armut und Reichtum ist immer wieder die Rede von so genannten *Armutsquoten*. Diese benennen einen Bevölkerungsanteil, der mit einem Einkommen weit unterhalb des durchschnittlich verfügbaren Einkommens auskommen muss. In diesem Sinn wird Armut nicht über absolute Grenzen (wie z.B. das Existenzminimum) definiert, sondern in Relation zu den gesellschaftlichen (Einkommens-)Verähltnissen. Steigen die oberen Einkommen, steigt automatisch auch die Armutsquote. Wer über Armut spricht, spricht daher immer auch über Reichtum und über Fragen der Verteilung, soziologisch ausgedrückt: über soziale Ungleichheit.

Der erste Teil des Vortrags geht der Frage nach, wie ausgeprägt diese Ungleichheiten in Mecklenburg-Vorpommern sind. Welche Unterschiede gibt es zu anderen Bundesländern? Welche Ungleichheiten finden sich innerhalb des Landes, z.B. zwischen urbanen und ländlichen Regionen? Im Zweiten Teil wird die Situation aus Sicht der Betroffenen geschildert, um die hinter den Zahlen stehenden Lebenslagen nachzuvollziehen: Wie äußert sich Armut im Alltag? Wie interpretieren Betroffene ihre Situation? Welche Perspektiven, Hoffnungen und Wünsche äußern sie? Schließlich sollen mögliche Strategien im gesellschaftlichen Umgang mit Armut diskutiert werden.

Stralsund: Alternatives Kinderfest im Bürgergarten am 09.08.15

Die NPD veranstaltet am 9.8., in der Brunnenaue ihr 14. Kinderfest. Ihre Hetze gegenüber Minderheiten wird unter dem Motto „Unsere Kinder sind unsere Zukunft und deshalb kümmern wir uns darum“ an die Jüngsten heran getragen. Wie jedes Jahr stößt dies bitter auf. Doch ärgern lohnt sich nicht! Besucht stattdessen das alternative Kinderfest im Bürgergarten, denn hier gibt es Spiel und Spaß für ALLE!!

Ein vielfältiges und buntes Angebot verspricht jede Menge Spaß und Abwechslung. So kann, wer Lust hat, beispielsweise nach Herzenslust basteln. An der Schminkstation können sich die kleinen Besucher in Fabelwesen, wilde Piraten oder exotische Tiere verwandeln lassen. Für alle bewegungsfreudigen und aktionsgierigen gibt es Spiel- und Bewegungsparcours.

Da all die Aufregung immer so hungrig macht, wird für Erfrischungsgetränke, Kuchen und Bratwurst gesorgt! Für Kinder natürlich alles kostenfrei. Dank der tollen Lokalität sind eine Hüpfburg, ein Karussell und auch Boote bereits vorhanden.

Los geht’s am 09. August ab 12 Uhr im Stralsunder Bürgergarten. Zur Facebook Veranstaltung geht es hier lang.

Solidarität ist eine Waffe: Interview mit Katharina von „Soli for Greece“

Griechenland ist hoch verschuldet und die EU nur bereit Schulden zu erlassen und weitere Kredite zu gewähren, wenn im Gegenzug ein beispielloser Sozialabbau organisiert wird. In MV hat sich eine Gruppe engagierter Menschen zusammengetan, die Griechenland unterstützten möchte. Doch bei warmen Worten soll es bei dieser Initiative nicht bleiben.

Von Marko Neumann

M.: Hallo Katharina, schön, dass du Zeit für uns gefunden hast. Ihr habt vor einigen Woche eure Initiative „Soli for Greece“ ins Leben gerufen. Ihr wollt Spenden sammeln und das Geld dann an soziale Projekte in Griechenland übergeben. Wie seit ihr auf diese Idee gekommen?

K.: Hallo Marko, danke für dein Interesse an unserem Vorhaben.
Griechenland ist ja seit ein paar Monaten die Nummer eins in der medialen Berichterstattung. Die Antworten und Vorschläge für das krisengeschüttelte Land waren stets konservativ und gegen die linken Bewegungen und Regierungsvorhaben gerichtet. Wir hörten ja immer dieselbe Leier vom Sparen, vom faulen Griechen, von den korrupten Beamten. Dem wollten wir etwas entgegensetzen und Menschen, die betroffen sind, direkt helfen. Die Menschen in Griechenland leiden. Die Selbstmordraten sind in die Höhe geschnellt, Eltern geben ihre Kinder in SOS-Kinderdörfern ab, weil sie kein Geld haben, um sie zu ernähren. Es ist einfach unglaublich, dass die Bevölkerung eines Landes in unserer sogenannten Solidargemeinschaft – einst die Idee der Europäischen Union – so leiden muss und in die Armut gezwungen wird. Und dann geht die Initiative dazu sogar noch von der deutschen Regierung aus. Am deutschen Wesen soll wohl mal wieder die Welt genesen.


Bild: Spendenbüchsen basteln für die Initiative (Fotoquelle: Facebook.com/griechenlandspende).

Wir wollen dieses Europa von heute nicht, wir wollen ein solidarisches, ein sozialistisches Europa.
Die Wut über all das hat uns auf diese Idee kommen lassen. Wir wollen engagierte Menschen kennenlernen, uns mit ihnen austauschen und erfahren wie sie alltäglich arbeiten, um zu helfen. Nur durch persönliche Geschichten können wir begreifen, was die Krise mit den Menschen macht.
Ich habe vor einiger Zeit Landolf Scherzers Buch „Stürzt die Götter vom Olymp. Das andere Griechenland“ gelesen. An seiner Argumentation hat mich schon sehr beeindruckt, wie klar einige die Krisenursachen durchschauen und wie schnell der persönliche Absturz kommen kann. Das müssen wir uns mal überlegen, keine Krankenversicherung, keine soziale Absicherung, von heute auf morgen obdachlos werden können. Das ist hier vielleicht noch unvorstellbar, aber ein Abbau der Sozialstaaten findet ja nicht nur in Griechenland statt. Wir sollten auch dafür kämpfen, dass das nirgendwo passiert. Wir müssen alles dafür tun, die wesentlichen Bedürfnisse und Interessen der Menschen wieder in den Mittelpunkt zu rücken und eine breite Mehrheit dafür zu gewinnen. Das hat SYRIZA versucht, und das war der Moment, in dem es richtig spannend wurde und wir diese Idee gesponnen haben.
Es gibt ja auch das Projekt „MV für Kobanê“, die mit direkter Hilfe vor Ort angefangen haben, das war schon ein Vorbild für uns und hat uns inspiriert.
Ein direktes Zeichen der Solidarität.

M.: Was wollt ihr konkret mit diesem Projekt erreichen?

K.: Hier in Deutschland möchten wir Leute mit dem Thema konfrontieren. Wir möchten mit unserem Aufruf zeigen, dass Handeln möglich ist, und dass es drängt, sich mit der Problematik zu beschäftigen. Alle, die unsere Flyer, Aufrufe, Seiten und Spendendosen sehen, treffen eine Entscheidung.
Wie stehe ich zu dem Thema, nehme ich die Hofberichterstattung der deutschen Medien hin oder nicht, tue ich etwas? Wenn ich spende, dann kommt da auch was an. Es ist wenig, es ist klein… aber es ist etwas.
Und alle, die etwas spenden, stehen hinter dieser Handlung und haben eine Haltung. Wenn jemand die mediale Hetze gegen Griechenland nachplappert, dann ist es ihnen nun vielleicht eher möglich, sich auf der Seite der Menschlichkeit zu positionieren.
Desweiteren möchten wir natürlich durch unsere Spendenübergaben vor Ort direkt helfen. Und im September dann von unserer Reise und den Projekten berichten und den Menschen in Griechenland durch Bilder und Gespräche ein Gesicht hierzulande geben.
Als „Aufhänger“ haben wir uns entschieden, die ausstehenden Reparationszahlungen an Griechenland zu thematisieren. Darüber gibt es viele Analysen und Materialien, aber kurz zusammengefasst: Griechenland hat unter der deutschen NS-Besatzung schwer gelitten. Für ein friedliches Europa verzichtete Griechenland schon in den 1950ern auf Reparationsforderungen gegen Deutschland.
Es gibt Analysen, die sprechen von ca. 250 Mrd. Euro, die Griechenland heute zustünden. Abgesehen von den moralischen Aspekten wäre diese Summe heute natürlich eine Möglichkeit für Griechenland, um aus der Schuldenfalle herauszukommen. Unsere Reise ist ein symbolischer Auftakt der deutschen Reparationszahlungen an Griechenland.

M.: Die Diskussion um Griechenland wird seit Monaten geführt. Wieso habt ihr jetzt eure Initiative gestartet?

K.: Eigentlich geht das ja schon seit 2010 mit der sogenannten „Griechenland-Rettung“ – und jetzt, fünf Jahre später, ist Griechenlands Wirtschaft ruiniert und die Bevölkerung verarmt. Seit fünf Jahren werden uns Bilder über Griechenland präsentiert, die einfach nicht der Wahrheit entsprechen. Jetzt, wo die Bevölkerung sich mit der Wahl SYRIZAs für die politische Emanzipation entschieden hat, wurde für uns die Möglichkeit einer Alternative sichtbar. Die Chance, dass sich der öffentliche Diskurs in eine menschlichere Richtung bewegt. Mit welcher Vehemenz die rechten Regierungen auf die Wahl reagierten, das war schon erschreckend. Da steigerte sich unsere Wut und wir dachten, wir müssen was machen. Die Idee entstand lose im März und jetzt haben wir tatsächlich richtig begonnen.

M.: Wer unterstützt alles euer Projekt?

K.: Zu aller erst natürlich all die Menschen, die etwas spenden. Darüber hinaus haben wir Unterstützung vom Alternativen Jugendzentrum Neubrandenburg bekommen, die auf dem Fusion Festival für uns Spenden gesammelt haben. Soziale Bildung e.V. unterstützt das Projekt durch einen festen Spendensammelpunkt im Peter-Weiss-Haus an der Bar und in der OASE auf der Fusion. Die Partei DIE LINKE in Rostock und im Landtag trägt das Projekt mit und hat großzügig gespendet. Der BDP MV e.V. (bdpmv.de) ist auch ein Träger des Projekts. Zusätzlich haben wir engagierte Leute von den Rostocker Rotznasen, Menschen aus links-alternativen Strukturen und AJZs und aus dem DGB dabei.

M.: Viele Deutsche halten „die Griechen“ für faul und unterentwickelt. Glaubt ihr, dass ihr die 10.000€ Spenden zusammen bekommt?

K.: Je nach Blickwinkel sind 10.000 Euro sehr viel und auch sehr wenig. Wir sind davon ausgegangen, dass viele Leute sehr wütend sind und sich solidarisch mit Griechenland zeigen wollen. Noch ist es ungewiss, ob wir die Summe zusammen bekommen. Wir bleiben aber guter Hoffnung und arbeiten dran. Am Ende fahren wir mit der Summe los, die zusammenkommt. Durch das breite Feedback bisher haben wir gemerkt, dass die Not der Griech*innen die Menschen hier nicht kalt lässt. Wenn wir weiterhin neue Unterstützer*innen finden, um das Projekt bekannter zu machen, dann können wir es schaffen.

M.: Wie kann mensch eure Initiative unterstützen, also außer mit Geldspenden?

K.: Im größeren Stil natürlich, indem sich viele über Griechenland informieren und über die wirklichen Verhältnisse aufklären und die Berichterstattung hinterfragen.
Im Konkreten zum Beispiel durch die Teilnahme am Politischen Donnerstag am 23. Juli um 20 Uhr im Peter-Weiss-Haus, Doberanerstr. 21. Da stellen wir das Projekt noch einmal vor. Dann durch das Verbreiten im eigenen Umkreis. Wer zum Beispiel einen gut besuchten Ort kennt, kann dort Spendendosen und Flyer hinstellen. Kontaktiert uns dafür gerne: griechenland[ätt]systemausfall.org
Wir freuen uns auch über weitere Kontakte in Griechenland und speziell über Projektvorschläge in Thessaloniki.
Mischt euch ein. Seid lieb zueinander!

M.: Wo kann mensch mehr Informationen über eure Gruppe bekommen?

K.: Auf der Facebook-Seite: Facebook.com/griechenlandspende. Unter dem Reiter „Ausführliche Informationen“ stehen die Hintergründe zum Projekt (auf dem Handy musst du über die Browsereinstellungen die „Desktop-Ansicht“ wählen, damit man das sieht). Und dann natürlich über direkten Kontakt per Mail: griechenland[ätt]systemausfall.org.

M.: Dann viel Erfolg bei eurer Kampagne.

K.: Vielen Dank!

Güstrow: Kundgebung „Wir wollen Frieden und Glück!“ am 30.05.15 am Rathaus

++ Kundgebung für die unter dem Motto „Wir wollen Frieden und Glück“ diesen Sonnabend ab 13 Uhr 30 vor dem Güstrower Rathaus +++ Informationsveranstaltung in der Südstadt ab 15 Uhr +++ Refugees are welcome here! +

„Akzeptiert uns! Wir sind Menschen, die hier Zuflucht suchen und gemeinsam mit euch in Frieden und Sicherheit leben wollen.“

Für den kommenden Samstag, den 30.05.2015, rufen Flüchtlinge in Güstrow ab 13:30 Uhr unter dem Motto „Wir wollen Frieden und Glück“ zu einer Kundgebung gegen Rassismus und für Flüchtlingsrechte vor dem Güstrower Rathaus auf. Anschließend findet ab 15 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Südstadt (Werner-Seelenbinderstr. 12 ) statt, bei der sich Interessierte über Herkunftsländer und Flucht(-gründe) informieren und mit Flüchtlingen austauschen können.

„Wir wollen nicht länger am Rand stehen, während über uns und unsere Situation geredet wird. Im Gegenteil, wir wollen mitreden und die Situation der Flüchtlinge in Güstrow aus unserer Sicht schildern und mithelfen, sie zu verbessern. Rassismus und Ablehnung ist Alltag für uns in Güstrow – ob auf der Straße, in den Behörden und/oder beim Arzt. Das wollen wir nicht länger einfach hinnehmen. Daher rufen wir zu einer Kundgebung auf. Wir wollen ein Zeichen setzen für ein solidarisches und friedliches Miteinander aller Menschen in Güstrow und freuen uns, wenn Güstrower und Güstrowerinnen uns dabei unterstützen und an der Kundgebung teilnehmen“ appeliert Khalid Mohammednur stellvertretend für viele Flüchtlinge in Güstrow.
Senta Schmatzberger, welche die Flüchtlinge organisatorisch unterstützt, sagt zu ihrer Motivation: „Ich unterstütze die Flüchtlinge in Güstrow, weil für mich Rassismus nicht tolerierbar ist und weil ich mir wünsche dass sich auch Flüchtlinge in unserer Stadt wohl fühlen. Egal welche Hautfarbe oder Herkunft jemand hat, wir wollen alle in Frieden leben. Niemand flieht ohne Grund und ich sehe es als unsere Verantwortung diesen Menschen zu helfen.“
Darüberhinaus wollen sich die Flüchtlinge für mehr Rechte und bessere Lebensbedingungen einsetzen. Sie fordern unter anderem Internetzugänge und mehr Platz pro Person in den Unterkünften, mehr Sozialarbeiter, Deutschkurse vom ersten Tag an, ausreichend Dolmetscher und eine gleichwertige medizinische Versorgung. Sie fordern außerdem eine schnellere Bearbeitung der Asylverfahren, bessere Zugänge zu Arbeit/Ausbildung/Praktika, einfacheren und schnelleren Familiennachzug, ein Ende des Dublin-Systems sowie einen
Stopp aller Abschiebungen.

Der Aufruf der Flüchtlinge in Güstrow wird landesweit unterstützt, unter anderem von der Initiative „Güstrow Global“, dem Bündnis Rostock nazifrei, Bündnis 8. Mai Demmin nazifrei, Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen – Güstrow, der Antirassistischen Initiative Rostock (A.I.R.), Ajuku e.V. Stralsund, dem AStA der Universität Rostock, Jusos Landkreis Rostock, Medinetz Rostock e.V., Stop racism, Imam Jonas Dogesch – Rostock, Michael Steiger – Greifswald, Dr. Hikmat Al-Sabty – Landtagsabgeordneter und migrationspolitischer Sprecher Die Linke, Eva-Maria Kröger und Carsten Penzlin – Kreisvorsitzende der Partei DIE LINKE. Hansestadt Rostock, Nico Burmeister – jugendpolitischer Sprecher der Partei DIE LINKE. Hansestadt Rostock, Basisorganisation Rostock von VVN-BdA MV (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten), Rostocker Friedensbündnis, Hildegard Broermann – Rostock, Thomas Budnowski – Stralsund, Daniel Scheidsteiger – Rostock, Katja Pietsch, Kampagne MV für Kobané, MV für Alle.

Rostock: „Reclaim your streets“ – Freiräume für Kinder und Jugendliche am 05.06.15 am Kröpeliner Tor

Am 05.06.2015 veranstalten der Kontaktladen der Caritas MV e.V., das AWO-Fanprojekt, die OKJA/Soziale Bildung e.V. und Radio Lohro mit vielen anderen Akteuren ein Jugendkulturevent. Der öffentliche Raum vor dem Kröpeliner Tor wird durch Streetart, -sport und Jugendkulturen mit Leben gefüllt – Kinder und Jugendliche aus Rostock sind herzlich eingeladen, mitzumachen, sich auszuprobieren, zuzuschauen, eigene Ideen zu entwickeln, ihre Meinung zusagen, neue Kontakte zu knüpfen und vieles andere…

Kinder und Jugendliche werden heute vielfach als Störer_innen oder lediglich als Konsument_innen im öffentlichen Raum verstanden. Hier treffen oft die unterschiedlichen Interessens- und Wahrnehmungswelten aufeinander, Kinder und Jugendliche geben öffentlichen Orten oftmals eine andere Funktion als ursprünglich gedacht. Sie wollen die Räume für sich nutzbar und erlebbar machen. Das führt häufig zu Problemen.

Jugendliche haben eine eigene Sprache, Ausdrucksweise und eine Vielzahl von Subkulturen, die oft missverstanden werden oder denen sogar mit Ablehnung begegnet wird. Sie brauchen Freiräume, Plätze um sich auszuprobieren, zu toben oder „abzuhängen“, um selbstbestimmt ihre Freizeit verbringen zu können. Diese Räume werden in Rostock jedoch immer seltener. Neben den Jugendklubs gibt es in Rostock immer weniger Orte, die nicht einer Konsumlogik unterliegen. Immer mehr freie Plätze und Grünflächen werden zubetoniert oder bebaut, während selbstverwaltete Orte von Jugendkultur als störend empfunden werden. In der Konsequenz ist „Verboten“ häufig der einzige Umgang, den die Erwachsenenwelt damit findet.

Kinder und Jugendliche sind nicht die „Störenfriede“, als die sie wahrgenommen werden, sie sind ein Teil von uns, eine Bereicherung, die ihren Platz in Rostock brauchen – sie sind Ausprobierer_innen, Künstler_innen, Musiker_innen, Poet_innen und noch vieles mehr.

Wir wünschen, dass Kinder und Jugendliche als selbstverständlicher Teil des öffentlichen Raumes wahrgenommen und als das gesehen werden, was sie sind: Unsere Zukunft – auch eben manchmal laut und bunt!




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: