Archiv der Kategorie 'Termine'

Rostock: Lesung & Gespräch „Ilse Stöbe – Wieder im Amt“ am 13.10.16 im Peter-Weiß-Haus

Eine ungewöhnliche Frau, endlich rehabilitiert: Ilse Stöbe wurde 1942 im Rahmen der „Aktion ‚Rote Kapelle‘“ verhaftet und vom NS-Regime ermordet. Ihre Tätigkeit als Aufklärerin für den sowjetischen Geheimdienst wurde in der Sowjetunion wie in der DDR erst spät als Widerstandskampf anerkannt. Auf der anderen Seite der Mauer wurde sie hingegen lange Zeit „als Spionin stigmatisiert: geltungssüchtig, verschwenderisch und sexbesessen“ (FAZ). Erst 2014 wurde sie im Auswärtigen Amt offiziell geehrt; die biographische Studie von Hans Coppi jr. und Sabine Kebir trug dazu bei.

Dieser Abend würdigt Ilse Stöbes Arbeit im antifaschistischen Widerstand. Zugleich bietet er Anknüpfungspunkte zum Werk von Peter Weiss: Sein Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ greift die Geschichte der „Roten Kapelle“ und die der Ilse Stöbe auf. Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Dr. Hella Ehlers schlagen Sabine Kebir und Hans Coppi den Bogen von der realen Person zu ihrer Darstellung im Roman.

Hans Coppi junior, geboren 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße, wuchs nach Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten bei den Großeltern auf. Er ist promovierter Historiker und seit 2004 Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.

Sabine Kebir, geboren 1949 in Leipzig, Studium der Fächer Italienisch, Französisch und Russisch, Promotion. 1977 bis 1988 lebte sie in Algerien und lehrte dort an verschiedenen Universitäten; 1989 Habilitation im Fach Politologie. Sie arbeitet als Publizistin, Literaturwissenschaftlerin, Politologin, Autorin wissenschaftlicher Sachbücher und Belletristik.

Die Veranstaltung findet am 13. Oktober im Literaturhaus Rostock (Peter-Weiß-Haus, Doberaner Straße 21, 18057 Rostock) statt. Beginn ist 19 Uhr.

Eine Kooperationsveranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung M-V und dem Verein Soziale Bildung e.V.

Rostock: Infoveranstaltung „Aktiv Flüchtlingen helfen: Mach mit bei ‚Rostock hilft‘!“

Die Flüchtlingskrise ist allgegenwärtig. Auch in Rostock haben in den vergangenen Monaten und Jahren viele Geflüchtete zuflucht gesucht, um ein neues Leben aufzubauen, abseits von Krieg, Verfolgung und Unterdrückung. Doch das Ankommen in Deutschland ist bisweilen nicht einfach: Bürokratie-Chaos, Lagerunterbringung und Isolation prägen das alltägliche Leben vieler Geflüchteter.

Rostock hilft will dem etwas entgegensetzen und praktische Solidarität üben, egal ob bei der Begleitung zu Behörden, Hilfe bei der Wohnungssuche, Deutsch lernen und vielem anderen.

Wie auch du mitmachen und aktiv werden kannst, wird dir am 17. Oktober um 19 Uhr im Peter-Weiss-Haus gezeigt. Helfen kann jede*r!

Details gibt es auf der Facebook Veranstaltung.

Neubrandenburg: Bündnisse rufen zur Stadtteilbegegnung am 8. Oktober nach Brandanschlag auf

Am vergangenen Sonntagmorgen kam es auf dem Datzeberg zu einem Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus in der Alfred-Haude-Straße. Die zuständige Polizei und der Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gehen von einem rechten politischen Motiv aus.

Gemeinsame Presseerklärung von Neubrandenburg Nazifrei und Neubrandenburg bleibt bunt vom 05.10.16

Alle Bewohner_innen des Hauses wurden damit in Gefahr gebracht, mehrere Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Als Zeichen der Solidarität, ruft das Bündnis „Neubrandenburg bleibt bunt“ und „Neubrandenburg Nazifrei“ daher zur gemeinsamen Stadtteilbegegnung am kommenden Sonnabend, den 08. Oktober 2016, ab 14 Uhr auf dem Platz der Familie auf dem Datzeberg auf.

Ziel ist es, den Einwohner_innen Raum zu geben, um über den Anschlag sprechen zu können und ein Zeichen für Weltoffenheit und Solidarität mit allen Betroffenen des Anschlags zu setzen, so Anna Rosenthal eine Sprecherin des Bündnisses „Neubrandenburg Nazifrei“. Auf dem Platz der Familie werden sich lokale Initiativen und soziale Einrichtungen präsentieren, außerdem die beiden aufrufenden Bündnisse. Angekündigt hat sich auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD). „Wir wünschen uns, dass alle Menschen, die ein Statement abgeben wollen, eine passende Ausdrucksform finden. Ob auf der Begegnung, auf der Demonstration oder bei Gesprächen in den Straßen“, so Rosenthal weiter.

„Neubrandenburg Nazifrei“ und „Neubrandenburg bleibt bunt“ sind zivilgesellschaftliche Bündnisse, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, lokale Akteure für Weltoffenheit und gegen Diskriminierung zu vernetzen. „Neubrandenburg bleibt bunt“ organisiert gemeinsammit dem DGB unter anderem das jährlich stattfindende Demokratiefest auf dem Marktplatz, „Neubrandenburg Nazifrei“ begleitet AfD- und NPD-Aktionen kritisch und setzt sich inhaltlich mit ihnen auseinander. Den Aufruf zur Begegnung finden sich auf den Internetseiten der Bündnisse.

Demmin: Kundgebung „Solidarisch mit den Opfern! Gegen rechte Gewalt und gegen Rassismus!“ am 05.10.16 auf dem Luisenplatz

Auch in Demmin kam es in der Vergangenheit verstärkt zu fremdenfeindlichen Übergriffen. Demmin nazifrei ruft deshalb für den 5. Oktober zu einer Kundgebung auf dem Luisenplatz auf.

Die Kundgebung am Mittwoch ist dazu gedacht, die Atmosphäre in der Stadt zu ändern, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Fremdenfeindlichkeit im Keim zu ersticken.

Es gibt seit einer Woche keine neuen heftigen Vorfälle, aber der Alltagsrassismus in der Stadt ist spürbar und wir wollen weitere Vorfälle verhindern.

Viele Politiker hetzen weiter gegen Geflüchtete, vorneweg die AfD. Sie versucht auf legalem Weg an die Macht zu kommen – dann will sie „aufräumen“, „ausmisten“ und „Politik nur für das Volk machen“. Wer diese Rhetorik verharmlost, macht sich mitschuldig. Das heizt die Schläger und Brandstifter an. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es in Neubrandenburg einen Brandanschlag vor der Wohnung einer syrische Familie. Die Hintergründe sind noch nicht klar, vermutet wird Fremdenfeindlichkeit.

Am Mittwoch, 5.10.2016 treffen wir uns zur Kundgebung um 18 Uhr auf dem Luisenplatz in Demmin.

Infotelefon: 0160-6208018

Naziaufmärsche dieses Wochenende in Waren & Wismar

Nach einer Phase der relativen Ruhe in den Reihen der rechtsextremen Szene versuchen die Nazis nun wieder verstärkt, an die Öffentlichkeit zu treten. Julian Feller und Marko Neumann

Obwohl die NPD bei den vergangenen Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern ihre letzte Landtagsfraktion verloren hat und der neofaschistischen Szene hierzulande dadurch eine wichtige Stütze weggebrochen ist, versuchen die Nazis den Fall in die politische Bedeutungslosigkeit mit neuem Aktionismus aufzuhalten. Für Oktober haben verschiedene rechtsextreme Gruppierungen Aufmärsche angekündigt. Hier die aktuelle Liste der bevorstehenden Aufzüge mit den Informationen über die Gegenproteste.


Bild: Am Wochenende heißt es einmal mehr: „Kein Kiez für Nazis!“

Aufmarsch der „NSW“ in Waren am 01.10.16
Am ersten Oktober wollen die Nazis der „Nationalen Sozialisten Waren“ einen Aufzug durchführen. Unter dem Motto „Heimat und Tradition bewahren“ treffen sie sich 12 Uhr am Bahnhof. Aus Rostock und anderen Städten wird zu aktiven Gegenprotesten mobilisiert. Gemeinsame Abfahrt aus Rostock: 10 Uhr Hbf nord!

Aufmarsch von „Wismar wehrt sich“ in Wismar am 02.10.16
Am Sonntag, den 2. Oktober, wollen die Rassist*innen von „Wismar wehrt sich“ und ihr Anhang in Wismar aufmarschieren. „Für unsere Rechte auf den Schutz und Erhalt unser deutschen Kultur und Lebensart“ heißt es in der Ankündigung der Nazis, die auf Facebook verbreitet wird.
Das Bündnis „Wismar für Alle“ mobilisiert zu einer Gegenkundgebung. Der Treffpunkt dafür ist auf dem Parkplatz vor der Sporthalle Bgm.Haupt-Straße. Achtet dazu auf weitere Details des Bündnisses u.a. auf ihrer Facebook Seite.

Bleibt informiert! Nutzt dazu auch diese Kanäle:
Facebook: PortalNordost
Twitter: infonordost
Details: ino.blogsport.de

Gemeinsam den Naziaufmarsch am 24.09.16 in Stralsund blockieren!

++ Aufmarsch von NS-Stralsund diesen Sonnabend +++ Bündnis „Stralsund für Alle“ ruft zu Gegenprotesten auf +++ antifaschistische Demonstration ab 14 Uhr am Hauptbahnhof Stralsund +

Von Franziska Wilke und Marko Neumann

Die „Nationalen Sozialisten Stralsund“ rufen für diesen Sonnabend zu einem Aufmarsch in der Hansestadt auf. Das Bündnis Stralsund für Alle und andere Initiativen mobilisieren zu Gegenprotesten.

Unter dem nichtssagenden Motto „Freiheit erkämpfen“ wollen sich die Nazis um 14 Uhr 30 am Stralsunder Hauptbahnhof treffen. Die Gruppierung „NS-HST“ ist eine rechtsextreme Gruppierung, die sich aus Mitgliedern der NPD, freien Kameradschaften, autonomen Nationalisten und der Partei III. Weg zusammensetzt.

Ab 14 Uhr findet ebenfalls am Stralsunder Hauptbahnhof eoine antifaschistische Demonstration gegen den Aufmarsch der Nazis statt. Details findet ihr auf der entsprechenden Facebook Veranstaltung.

Gemeinsame Anreise aus Greifswald
Aus Greifswald wird es eine gemeinsame Anreise geben. Treffpunkt ist der Hauptbahnhof Greifswald. Um 13 Uhr 20 fährt der Zug ab. Seid also pünktlich! Auch in anderen Städten wird es gemeinsame Anreisemöglichkeiten geben.

Bleibt informiert! Nutzt dazu auch diese Kanäle:
Facebook: PortalNordost
Twitter: infonordost
Details: ino.blogsport.de

EILMELDUNG: „Patrioten Rostock“ marschieren HEUTE vor geschlossener Begegnungsstätte in Rostock Groß-Klein

++ Nazis kündigen erneuten Aufmarsch im Rostocker Stadtteil Groß-Klein +++ Rassist*innen wollen sich in der Nähe der ehemaligen Begegnungsstätte für Geflüchtete treffen +++ keinen Fußbreit den Faschist*innen +

Von Julian Feller und Marko Neumann

Es war ein kurzer Aufruf, der auf der Facebook Seite der neofaschistischen Facebook Gruppierung „Patrioten Rostock“ erschien. Heute ab 19 Uhr wollen sich die Rassist*innen im Rostocker Stadtteil Groß-Klein im Schiffbauerring treffen und wieder gegen Geflüchtete hetzen und pöbeln. Der Grund: angebliche sexuelle Übergriffe, von denen zur Zeit aber außer den besorgten Nazibürgern vor Ort niemand weiß.


Bild: Staat. Kapital. Nation. Scheiße. – Demonstration gegen nationalistische Hetze.

Erst vor wenigen Wochen musste der Rostocker Sozialsenator dort untergebrachte „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, wie es im Bürokratendeutsch heißt, dort evakuieren lassen, nachdem die Polizei den Schutz der dortigen Begegnungsstätte, in der sich die Geflüchteten aufhielten, nicht mehr garantieren wollte.

Lassen wir dem braunen Mob nicht die Straße! Rostock bleibt nazifrei! Wir sehen uns in Groß-Klein!

Der zweite Sonntag im September: Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg

Vor 70 Jahren begründeten Überlebende der Konzentrationslager und Zuchthäuser der NS-Diktatur die Tradition, am zweiten Sonntag im September der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Pressemitteilung der VVN-BdA M-V e.V. vom 09.09.2016

Als Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg diese Tradition aufgreifend verbindet der “Tag der Mahnung, Erinnerung und Begegnung” auch in diesem Jahr das Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes mit wichtigen Debatten der Gegenwart.


Bild: Gedenken an die Opfer des Faschismus 2012 in Rostock. (Foto: Archiv VVN-BdA M-V e.V.)

Nationalismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit haben Konjunktur. Rechtsextremistisch motivierte Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Angriffe auf Menschen, die in unserem Land Zuflucht suchten, haben in den letzten Monaten stark zugenommen.

Der eben zu Ende gegangene Wahlkampf war vielfach von Stimmungsmache gegen Flüchtlinge geprägt. Angst und Sozialneid wurden geschürt. Nicht nur durch rechtsextreme oder rechtspopulistische Parteien. Debatten um Burka-Verbote, zu Grenzschließungen und konsequenten Abschiebungen von Flüchtlingen, um Obergrenzen und gegeseitige Schuldzuweisungen trugen wesentlich zur Verunsicherung der Wählerinnen und Wähler bei. Die dadurch im Land entstandene Intoleranz gefährdet die Demokratie.

Wir respektieren all diejenigen, die vor neuen nationalen und internationalen Herausforderungen Ängste artikulieren, wir setzten uns jedoch konsequent mit denen auseinander, die diese Ängste schüren .
So erwarten wir auch vom neu gewählten Landtag in Mecklenburg-Vorpommern und der künftigen Landesregierung eine den Menschen zugewandte Politik, die die Angst vor einer angeblichen Überfremdung und die Angst vor einem sozialen Abstieg ernst nimmt und wirksam begegnet.

Die Mitglieder der VVN- BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes- Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) Mecklenburg-Vorpommern erachten es daher als dringend notwendig am “Tag der Mahnung, Erinnerung und Begegnung” deutlich zu machen, wohin Hass und menschenverachtendes Gedankgut führen können.

Gedenkveranstaltungen finden am Sonntag u.a. in Rostock und in Schwerin statt.

Rostock: Gedenken an die Opfer des Faschismus am 11.09.16 am Mahnmal am Rosengarten

Am zweiten Sonntag im September gedenkt die Vereinigung der Verfolgtes des Naziregimes- Bund der Antifaschist*innen (VVN-BdA) Rostock traditionell den Opfern der faschistischen Terrorherrschaft.

Pressemitteilung der VVN-BdA Rostock vom 29.08.16

Die Kundgebung findet dieses Jahr am 11. September um 10 Uhr am Mahnmal am Rosengarten statt. Neben verschiedenen Redner*innen wird es die Möglichkeit geben, Blumen und Gebinde niederzulegen.

Der Sprecher der VVN-BdA Rostock erklärt dazu: „In Zeiten, in denen Rechtspopulist*innen und andere Rassist*innen immer stärkeren Zulauf bekommen, ist es besonders wichtig daran zuerinnern, wohin Hass und menschenverachtendes Gedankengut führen können. Am 11. September setzen wir uns für ein buntes und tolerantes Rostock ohne Angst und Hass ein. Seien Sie dabei und kommen Sie zu unserer Kundgebung.“

Die Facebook Veranstaltung findet ihr hier.

NPD-Tour erreicht Stralsund und Ribnitz-Damgarten

+ NPD tourt weiter durch Mecklenburg-Vorpommern +++ Dienstag Kundgebungen in Stralsund und Ribnitz-Damgarten +++ Beteiligt euch an den Protesten! ++

Von Marko Neumann

Die NPD bangt um ihre letzte Landtagsfraktion, entsprechend nervös ist ihr Wahlkampf. Aktuell tourt die NPD kreuz und quer durch M-V und sucht Städte und Orte mit ihren Infoständen und Minikundgebungen heim.


Bild: „Heimat braucht Kinder“ – die klassische Blut-und-Boden Ideologie darf auch bei dieser Wahl nicht fehlen.

Am Dienstag, den 30. August, will die Truppe um Udo Pastörs zunächst in Stralsund auf dem Trelleborger Platz in Knieper West 1 auflaufen. Um 10 Uhr 30 soll der braune Spuck dort losgehen. Rock gegen Rechts Stralsund koordiniert die Gegenproteste.

Ab 13 Uhr 30 will die NPD dann in Ribnitz-Damgarten auf dem Markt präsent sein.Anschließend wollen sie die gleiche Show in der Rigaer Straße Ecke Danziger Straße nochmal abgespuhlt werden. Direkt in der Nähe befindet sich eine Geflüchtetenunterkunft. Auch zu diese beiden Terminen wird es Gegenproteste geben.

Kommt nach Stralsund und Ribnitz-Damgarten und unterstützt die lokalen Proteste! Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!

Güstrow: Veranstaltung „Blut und Boden – Gefährden völkische Siedler*innen in M-V das friedliche Zusammenleben?“ am 01.09.16 im Haus der Kirche „Sibrand Siegert”

Sie geben sich als hilfsbereite und ökologisch bewusste Nachbarn. Dabei sind sie durch und durch rechtsextrem. Wie umgehen mit den Nazis von nebenan?

Ob in Lalendorf, Klaber oder Koppelow – in zahlreichen Orten Mecklenburg-Vorpommerns siedeln sie, die rechten Familien. Sie engagieren sich in Sportvereinen und der Freiwilligen Feuerwehr, bieten Fahrgemeinschaften in Kindergarten oder Schule an und reparieren mit Freude den kaputten Gartenzaun der Nachbar*innen.


Bild: Nette Nachbarschaft sieht anders aus. (Foto eingebunden via taz.de)

Doch sie vertreten auch eine menschenverachtende Weltanschauung, die zum Beispiel Geflüchtete, Demokrat*innen, Jüd*innen und Homosexuelle ablehnt und ausgrenzt.

Wie kann verhindert werden, dass sie diese Einstellungen verbreiten? Vor welche Probleme stellen die Siedler*innen eine Gemeinde – und wie kann darauf reagiert werden? Diese und andere Fragen will die tageszeitung stellen – und mit den Menschen vor Ort nach Antworten suchen.

Es diskutieren:
▪ Reinhard Knaack (DIE LINKE, Bürgermeister von Lalendorf)
▪ Karen Larisch (Geschäftsführerin Villa Kunterbündnis und Lokalpolitikerin für DIE LINKE in Güstrow)
▪ Timo Reinfrank (Amadeu Antonio Stiftung)
Ralf Boldt (Direktor der Freien Schule Güstrow)

Moderiert wird die Veranstaltung durch den taz-Redakteur Jan Feddersen.

Die Veranstaltung findet am 1. September im Haus der Kriche „Sibrand Siegert“ (Grüner Winkel 9-10. 18273) in Güstrow statt. Beginn ist 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Stralsund: Veranstaltung „Wieviel Staat steckt im NSU?“ am 29.08.16 im Stic-er Theater

Akten verschwinden im Reißwolf, andere Dokumente werden unterdrückt. Kaum ein Zeuge aus der rechten Szene will bei Verhören etwas konkretes wissen. Dennoch wird im Prozess gegen den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) eines deutlich: Einige Verfassungsschutzämter hatten sogenannte V-Leute im engsten Umfeld des Mördertrios; mindestens einer war unmittelbar während der Erschießung eines türkisch Deutschen vor Ort. Viele Spuren führen in die Zentralen der Schlapphüte.

Die Veranstaltung findet am 29. August im Stic-er Theater (Frankenstraße 57) in Stralsund statt. Beginn ist 19 Uhr, der Einlass öffnet eine halbe Stunde vorher.

Eine Veranstaltung mit dem Verein Rock gegen Rechts Stralsund e.V..

Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Anklam: Mahnwache gegen den Besuch von Frauke Petry am 26.08.16

Gegen den Besuch von Fauke Petry (AfD) in Anklam veranstalten die Bündnisse „Anklam für alle“ und „Greifswald für alle“ eine Mahnwache unmittelbar am Veranstaltungsort.

Aufruf der Bündnisse „Anklam für alle“ und „Greifswald für alle“ gegen den Besuch von Frauke Petry in Anklam.

Anklam hat erst kürzlich im Rahmen der Feine Sahne Fischfilet-Kampagne #nochnichtkomplettimarsch gezeigt, was möglich ist, um sich dem Rechtsruck im Land entgegen zu stellen. Deshalb soll auch dieser Besuch von Frauke Petry im AfD-Wahlkampf nicht unwidersprochen bleiben.

Zeigen wir den Rechtspopulisten und Rassisten, dass sie auch in Anklam nicht erwünscht sind. Zum Materia Konzert kamen ca. 2500 Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz in Anklam zusammen, um zu feiern und den Zusammenhalt gegen den Rechtsruck zu demonstrieren.
Liebe Leute, kommt auch Freitag noch einmal nach Anklam und lasst uns zeigen, dass Vorpommern weltoffen und bunt ist. Im Anschluss an die Mahnwache gibt es eine Veranstaltung zur AfD (Ganz normale Partei oder eine Gefahr für die Demokratie?) mit Andreas Kemper.

Die Mahnwache beginnt um 18 Uhr vor der Mehrzweckhalle „Volkshaus“ Anklam (Baustraße 48/49, 17389 Anklam).

Mehr Infos gibt es hier.

Anklam: Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Die AfD: ganz normale Partei oder Gefahr für die Demokratie?“ am 26.08.16 im Rathaus

Der Einzug der AfD in den neuen Landtag Mecklenburg-Vorpommerns gilt als sicher. Das wirft Fragen auf, denen Andreas Kemper in seinem Vortrag nachgeht: Worin besteht die Anziehungskraft der AfD auf ihre potenziellen Wähler? Was lässt sich über Verbindungen der Partei zu rechtsradikalen Gruppen sagen? Was verrät die Sprache ihrer Vertreter über die Ziele der AfD?

Sie sind eingeladen, im Anschluss mit uns die Thesen Kempers zu diskutieren und Ihre Gedanken zum Thema einzubringen. Hinweis: 18 Uhr am Volkshaus Anklam, unmittelbar vor der Veranstaltung, findet eine Mahnwache statt, zu der Sie ebenfalls herzlich eingeladen sind.

Beginn ist der 29. August um 19 Uhr 30. Die Veranstaltung findet im Rathaus 2 (R. 29), Burgstr. 15, 17389 Anklam statt.

Eine Veranstaltung des Bündnisses Greifswald für Alle.

Rostock: Kundgebung „Lichtenhagen begreifen“ am 24.08.16 auf dem Neuen Markt

Lichtenhagen begreifen… Am 22. August 1992 begann im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen ein rassistisches Pogrom. Über mehrere Tage griffen hunderte Neonazis und andere Rassist_innen einen Teil des Sonnenblumenhauses mit Steinen und Brandflaschen an. Unterstützt und angefeuert wurden die Angreifer_innen von bis zu 3000 Zuschauer_innen. Die Polizei versagte in dieser Situation genauso, wie die Stadt-, Landes- und Bundespolitik. Auch Antifaschist_innen und anderen zivilgesellschaftlich Engagierten gelang es nicht, dem Mob wirkungsvoll Grenzen aufzuzeigen.

Die Attacken richteten sich von Anfang an gleichermaßen gegen die Bewohner_innen der „Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber“ (ZAst) wie auch gegen die nebenan lebenden Vietnames_innen, die seit 1981 in Rostock lebten. Trauriger Höhepunkt war der Abend des 26. August, als das Wohnheim der Vietnames_innen brannte. Sie waren zu diesem Zeitpunkt auf sich allein gestellt, die Polizei hatte sich zurück gezogen und dem Mob das Feld überlassen. Nur dem organisierten Handeln der Bewohner_innen selbst ist es zu verdanken, das in dieser Nacht niemand in den Flammen und Rauch starb.

Lichtenhagen 1992 ist bis heute ein fester Begriff in dieser Stadt und weit darüber hinaus. Dieser Stadtteil Rostocks steht für den mörderischen Rassismus und wieder erstarkten Nationalismus in der Bundesrepublik der frühen 90er Jahre. Gleichzeitig wirkte das Pogrom wie eine Initialzündung für rechte Gewalttäter_innen, die in den folgenden Jahren immer wieder Häuser anzündeten und Menschen auf offener Straße tot schlugen. Aus diesem Umfeld entstand auch der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU), der 2004 Mehmet Turgut im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel ermordete. Das Pogrom diente aber auch als Vorwand, um das Recht auf Asyl im Jahr 1993 erstmals massiv einzuschränken.

…heißt auch, dem aktuellen Rassismus in all seinen Formen entgegen zu treten… Seit Anfang Juni 2016 hetzen nun Rassist_innen im Stadtteil Groß Klein gegen Geflüchtete. Sie verbreiten Lügen und Gerüchte und versammeln sich vor einem Treffpunkt für Kinder und Jugendliche, um diese einzuschüchtern. Im Gegensatz zum Jahr 1992 ist die örtliche Zivilgesellschaft jedoch bereit und in der Lage schnell zu intervenieren und kann so einer breiteren rassistischen Mobilisierung entgegen wirken.

Die Stadtverwaltung dagegen findet erneut keinen adäquaten Umgang mit der Situation, wochenlanges Schweigen statt klarer Positionierungen gegen Rassismus ist die Folge. Ende Juli sind es dann die betroffenen Jugendlichen selbst, die den Stadtteil auf Anweisung verlassen müssen. Die Einrichtung einer weiteren Unterkunft für Geflüchtete im Stadtteil wurde ebenfalls gestoppt, da deren Sicherheit nicht zu gewährleisten sei. Und wieder johlt der rechte Mob und wiegt sich in Siegeslaune, wieder will am Ende niemand verantwortlich für fatale Entscheidungen und deren politischen Folgen sein. Sozialsenator Bockhahn sagt, die Rostocker Polizei habe ihn gedrängt, diese meint, die Entscheidung sei im Innenministerium gefallen, das verweist wiederum auf die örtliche Polizei.

…und Rechtspopulist_innen entschieden Paroli zu bieten! Als die „Alternative für Deutschland“ (AfD) am 20. Juli vor dem Rostocker Hauptbahnhof auftrat, war sie mit breitem Gegenprotest konfrontiert. Wie nötig und berechtigt dieser auch weiterhin ist, zeigen die rassistischen und islamfeindlichen Parolen, mit denen die Partei die Gesellschaft spalten will. So führte der Rostocker AfD-Kandidat Holger Arppe am Rande der Kundgebung angeregte Gespräche mit den „Patrioten Rostock“. Eben jener rassistischen Gruppierung, die zuvor in Groß Klein Stimmung gegen Geflüchtete machte.

An die Ereignisse von 1992 und ihre bis heute präsenten Folgen ruft das Bündnis Rostock Nazifrei zu einer Kundgebung ab 16 Uhr auf dem Neuen Markt auf.




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: